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Weltweit erstmals Kälteagglutininkrankheit erfolgreich mit Eculizumab behandelt

Essen (uni) – Essener Kliniken für Hämatologie und Nephrologie setzen neuartigen Antikörper bei der Behandlung einer bedrohlichen Bluterkrankung ein. Weltweit erstmalig berichten jetzt Ärzte der Klinik für Hämatologie des Uniklinikums Essen über die dauerhaft erfolgreiche Behandlung eines Patienten mit Kälteagglutininhämolyse (CAD) – einer seltenen Autoimmunerkrankung, die bisher nicht wirksam behandelt werden konnte.

Bei der CAD kommt es nach der Bindung von Auto-Antikörpern auf Erythrozyten zu deren Zerstörung durch das Komplementsystem. Die Betroffenen leiden als Folge unter anderem unter Blutarmut mit Abgeschlagenheit, Müdigkeit und Atemnot.

Durch den Einsatz des neuen Antikörpers Eculizumab, der die komplementvermittelte Hämolyse blockiert, konnten sie die Hämolyse bei dem Patienten deutlich und dauerhaft über zwei Jahre erfolgreich mindern. Der Patient berichtet über eine deutliche Verbesserung seiner Lebensqualität, leidet weniger unter Müdigkeit und Abgeschlagenheit. Auch verträgt er die Therapie ohne Nebenwirkungen. Seit dem Beginn der Behandlung benötigt er darüber hinaus keine Bluttransfusionen mehr.

Seit 2004 setzt die Klinik für Hämatologie Eculizumab bereits erfolgreich für die Behandlung der so genannten paroxysmalen nächtlichen Hämoglobinurie (PNH) ein, einer seltenen Erkrankung der blutbildenden Stammzellen. Auf dem Gebiet ist die Klinik zu einer der überregionalen Anlaufstellen für PNH-Patienten geworden. Basierend auf diesen Erfahrungen und der jetzt erfolgreichen Behandlung der Kälteagglutininhämolyse ist eine weltweite Studie unter der Leitung der hiesigen Klinik für Hämatologie geplant. Diese Studie wird die Wirksamkeit von Eculizumab bei der Kälteagglutininhämolyse an einer größeren Patientenzahl untersuchen. Sollte sich Eculizumab auch hier als wirksam erweisen, worauf alles hindeutet, ist damit eine dauerhafte und wirksame Behandlungsmöglichkeit für diese Erkrankung gefunden worden.

Die Essener Hämatologen publizierten ihren Fallbericht in „Blood“ (Blood 2009; 113(16):3885-3886), dem renommierten Fachjournal der Amerikanische Gesellschaft für Hämatologie.

(Pressemeldung aus dem Uniklinikum Essen)

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