Vitamin B12: Neue Forschungsperspektive beim seltenen Verheij-Syndrom
Kann Vitamin B12 krankheitsbedingte Entwicklungsstörungen beeinflussen? Eine Studie liefert vielversprechende Hinweise – bislang allerdings vor allem aus einem Wurm-Modell.
Das Verheij-Syndrom ist eine seltene genetische Erkrankung, die unter anderem Entwicklungsverzögerungen und Wachstumsstörungen verursachen kann. Forschende des Max-Planck-Instituts für Biologie des Alterns haben nun einen möglichen Zusammenhang zwischen der Erkrankung und dem Vitamin-B12-Stoffwechsel entdeckt.
Ursache des Syndroms können Störungen beim sogenannten Spleißen sein. Dabei wird die genetische Information in der RNA verarbeitet, bevor Zellen daraus Proteine herstellen. Ist dieser Prozess gestört, kann dies auch wichtige Stoffwechselwege beeinträchtigen.
In Untersuchungen an Fadenwürmern führte die Gabe von Vitamin B12 dazu, dass sich bestimmte Stoffwechselprozesse normalisierten und krankheitsähnliche Entwicklungsstörungen zurückgingen. Auch Analysen menschlicher Zellen und Blutproben von Betroffenen lieferten Hinweise auf vergleichbare Stoffwechselveränderungen.
Was bedeutet das für Betroffene? Die Ergebnisse eröffnen einen neuen Ansatz für die Erforschung möglicher Therapien. Ob Vitamin B12 auch Menschen mit Verheij-Syndrom helfen kann, müssen weitere Studien zeigen. Eine wirksame Behandlung ist damit noch nicht belegt. Betroffene sollten Vitamin B12 daher nicht ohne medizinische Rücksprache gezielt zur Behandlung des Syndroms einnehmen.
Die Studie verdeutlicht, wie Grundlagenforschung neue Zusammenhänge bei seltenen Erkrankungen aufdecken und langfristig den Weg für gezieltere Therapieansätze ebnen kann.
Wissenschaftliche Grundlage: Kölschbach J. et al. (2026), „Vitamin B12 alleviates spliceosomopathy via phospholipid remodeling“, Nature Communications. Zur Pressemitteilung
