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Intersexuelle bleiben für den Ethikrat Kranke

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Intersexualitätssymbol

Der Ethkrat „empfiehlt Kompetenzzentren und Betreuungsstellen, Peer-to-Peer-Beratung, Geld für Selbsthilfegruppen und einen Fonds für „Anerkennung und Hilfe“. Patientenakten sollen länger aufbewahrt werden, Verjährungsfristen bis zur Volljährigkeit ruhen. Das Gremium fordert, Mediziner, Psychologen und Hebammen besser auszubilden, die Öffentlichkeit aufzuklären und bürokratische Hürden abzubauen, etwa bei der Erstattung von Medikamentenkosten. … All diese Vorschläge sind wichtig und sinnvoll. Jedoch werden sie Intersexuellen künftiger Generationen nicht helfen, da die Stellungnahme im Grunde die aktuelle Behandlungspraxis zementiert.“

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5 Kommentare zu „Intersexuelle bleiben für den Ethikrat Kranke

  1. Der Ethikrat bringt erste zarte Ansätze, erste zarte Wurzeln. Mann und Frau haben sich doch daran gewöhnt, gelernt zu haben, dass es nur Mann und Frau gibt. Etwas anderes passt da – schon gedanklich – nicht dazu. Da sind auf den ersten Blick andere eben wohl (natürlich unwohl) krank. Wichtig ist die Sicht als Krankheit auch für die Betroffenen: So sie Medikamente (Hormone) brauchen, sind diese nur für Kranke zu bekommen. Weil die Verabreichung solcher Medizin nur für Kranke akzeptabel ist, besonders, wenn Krankenkassen dafür aufkommen müssen oder sollen. So stehen hier Gesundheitssystem und Selbstverständnis der Gesellschaft zur Krisis. Das Produzieren von Nachwuchs ist punkto IS* eher ein Scheinproblem, da zahlreiche IS* keine Kinder bekommen/zeugen. Auch theologisch ist dies ein Scheinproblem, weil im Absoluten, bezeichnet Gott, Grenzen wie Mann und Frau als relativ nicht bestehen können.

    1. Meine ganz persönliche Meinung: Wir alle sollten beginnen, die Vielfalt des Lebens – auch des menschlichen – zu bewundern und anzunehmen. Alles hat irgendwo seinen Platz und seine Bewandnis. Was sich außerhalb der so genannten „Norm“ befindet, sollten wir nicht stigmatisieren sondern wertschätzen. Dabei ist es meines Erachtens egal, ob es sich um eine sexuelle Ausrichtung, um ein körperliches Erscheinungsbild oder um eine Krankheit handelt. Was könnten wir Menschen wohl erreichen, wenn es ein echtes Miteinander geben würde? Nachrichten wie diese empfinde ich persönlich als ermutigend. Über den Berg sind wir allerdings erst dann, wenn das keiner Nachricht mehr wert ist…

      Ich denke, dass IS-Betroffene, die Medikamente nehmen möchten, um sich in Richtung eines bestimmten körperlichen Erscheinungsbildes zu bewegen, das nicht wegen des gesellschaftlichen Drucks machen sollten. Aus der Position einer sexuellen Identität heraus, die sich nicht in den Geschlechtsmerkmalen widerspiegelt, erhält es einen anderen Stellenwert… den des TransGenders…

  2. Ich schreibe von österreichischem Boden aus. Das System der Gesundheitskassen ist hier nicht so weit entwickelt.

    1. Um das Gesundheitssystem gekämpft wird derzeit wohl fast überall auf dem europäischen Kontinent. Rückläufiges Bevölkerungswachstum vor dem Hintergrund einer immer älter werdenden Gesellschaft bedingt die Zukunftsvision leerer Kassen im Gesundheitssystem. Die Mittel dem entgegen zu wirken sind begrenzt. Dem deutschen System der gesetzlichen und privaten Krankenkassen werden momentan Grenzen aufgezeigt, deren Diskussion gerade erst begonnen hat. Wohin „unser“ System gehen wird, weiß bislang wohl kein Mensch. Und auch für die bisher in Deutschland umgesetzten Reformen gilt, dass nicht alles Gold ist, was glänzt. Das Einzige, was für die Zukunft heute schon klar ist: Wie immer es sich auch entwickeln wird, wird die Versorgung doch nie wieder so gut sein können wie heute.

      Beim Euro Health Consumer Index (EHCI) ist Österreich in den letzten 5 Jahren von Platz 1 auf Platz 11 gerutscht… Deutschland liegt übrigens noch 3 Plätze dahinter. 😉

  3. Meine Betroffenheit:
    Es macht mich betroffen, wenn ich mitbekomme, wie Menschen ein Leben lang bewusst und unter-, unbewusst daran leiden, weil man ihnen einen Körperteil wegoperierte, welcher scheinbar überflüssig oder störend war. Das hat man bei mir nicht gemacht.
    Ich hatte nur männliche Anlagen, allerdings teilweise bei der Wanderung im Mutterleib faul (zu wenig rege) im Bauchraum verblieben. Eine OP im zarten Kindesalter konnte das ändern. Die Schmerzen – meine natürlich, nicht der Ärzte – habe ich als frühestes bis heute in Erinnesung. Auch bin ich ein Mann, welcher von Natur nicht genug von manchen Hormonen bekommen kann. Gegen manche Hormone leiste ich aktiven Widerstand. Und auch ich kenne die Situation, dass man(n) selbst, aber auch Ärzte den männlichen Teil größer haben wollen. Ich meine, da geht es nicht nur mir so.

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