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Stichwort Lungenhochdruck: Interdisziplinäre Diagnostik und Therapie verbessert Lebensqualität

Berlin (pgd) – „Lungenhochdruck – nie gehört!“ Ratlos reagieren Patienten auf die Diagnose. Hinter ihnen liegen dann meist Monate oder gar Jahre mit zahlreichen, ergebnislosen Arztbesuchen – immer begleitet von schwerer Atemnot, die sich zuerst bei körperlicher Belastung zeigt. Ratschläge „mit Bewegung den Kreislauf“ anzukurbeln, lassen die Betroffenen verzweifeln, da oft nicht umsetzbar. Wirkungslose Behandlungen verunsichern ebenso wie Engegefühle in der Brust, Herzstolpern, starke Gewichtszunahme oder plötzliche, kurzzeitige Ohnmachtsanfälle, die im späteren Verlauf auftreten können.

Im Gegensatz zur bekannten Volkskrankheit des hohen Blutdrucks (Hypertonie) im großen (arteriellen) Kreislauf ist weithin unbekannt, dass auch der kleine, so genannte Lungenkreislauf unter erhöhtem Druck stehen kann. Dabei werden die Lungengefäßwände dicker und verlieren an Elastizität. Das erschwert den Gasaustausch und die Sauerstoffaufnahme geht zurück. Um den Mangel auszugleichen, pumpt die rechte Herzkammer immer stärker und vergrößert sich, was zum Herzversagen führen kann.

Der Lungenhochdruck (pulmonale Hypertonie) kann eine Folge der arteriellen Hypertonie und anderer Herzkrankheiten sein. Auch Krankheitsbilder wie Lungenembolie, chronische Bronchitis, Lungenfibrose können dazu führen. Bindegewebserkrankungen, vor allem die verschiedenen Erscheinungsformen der Sklerodermie, sind ebenso mögliche Ursache.

Das gemeinsame Symptom all dieser Krankheiten ist Luftnot. Die Diagnostik des Lungenhochdruckes ist komplex und erfordert eine gemeinschaftliche Abklärung durch die verschiedenen Fachdisziplinen der Inneren Medizin wie Pneumologie, Kardiologie und Rheumatologie. In Deutschland werden derzeit ca. 4.000 Menschen mit pulmonal arterieller Hypertonie (PAH) behandelt. Häufig wird die seltene Erkrankung nicht oder zu spät erkannt. Das Netzwerk pulmonal arterielle Hypertonie Berlin-Buch (PAH-Netzwerk Berlin-Buch) will eine frühzeitige Diagnostik und optimale Therapie der PAH-Patienten ermöglichen. Zudem strebt die Gemeinschaftsaktion niedergelassener und stationär tätiger Berliner und Brandenburger Ärzte eine stärkere Verbreitung des Fachwissens an.

Die qualifizierte Zusammenarbeit im Verbund dreier Kliniken* hat die interdisziplinäre Versorgung der Patienten bereits im ersten Jahr des Bestehens des PAH-Netzwerkes Berlin-Buch stark verbessert: Kurze Wege und ein schneller Austausch kommen den Betroffenen zunächst bei der Diagnostik entsprechend der europäischen Leitlinien 2009 zu gute. Gemeinsam werden spezifische pharmakologische Therapien abgestimmt, die die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität der Patienten verbessern sollen. Die Verordnung besonderer Arzneimittel ist im Rahmen des Netzwerkes und der damit einhergehenden Fachkenntnis abgesichert. Für eine spezialisierte Nachsorge vor Ort der Patienten besteht eine enge Zusammenarbeit mit einem Rehabilitationszentrum für Innere Medizin im Land Brandenburg.

In Zukunft bedarf es weiterer klinischer Studien zu Therapieoptionen, zur pharmakologischen Interaktion und zu neuen sowie bereits zugelassenen Medikamenten, wobei zuvor Vorteile für die Patienten wie frühzeitiger Einsatz neuer Medikamente vor Markteintritt, intensive Betreuung durch Studienärzte mit den Nachteilen wie zusätzliche Rechtsherzkatheter-Untersuchungen, häufige Kontrollen, mögliche Nebenwirkungen oder Placebo-Erhalt durch die Netzwerk-Mitglieder gründlich abgewogen werden. Zudem werden Patientendaten registriert, um die Prognose einer PAH-Erkrankung infolge von Lungenerkrankungen wie Sarkoidose oder Lungenfibrose zu ermitteln.

*Netzwerkpartner: Kardiologische Ambulanz im HELIOS Klinikum Berlin-Buch; Klinik für Pneumologie an der Evangelischen Lungenklinik Berlin; Immanuel Krankenhaus Berlin, Rheumaklinik Berlin-Buch; niedergelassene Fachärzte in Berlin und Brandenburg

(Pressemeldung der Paul Gerhardt Diakonie e.V. in Berlin)

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