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Autor Thema: Krebs - Fragen, Antworten, Tipps, Hilfe zur Selbsthilfe, Symptome bei Krebs  (Gelesen 136925 mal)

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Offline RalleGA

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Die Ernährungs-Docs


Wieder vital werden nach Brustkrebs-Therapie


Folge 12
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Wohldosierter Sport beugt Krebs vor

– Prävention -

Mehr als 40% aller Krebsfälle wären vermeidbar, wenn wir ein paar einfache Regeln beachten würden.


In absteigender Reihenfolge können die folgenden sieben Verhaltensweisen dazu beitragen, das Risiko,
an Krebs zu erkranken, zu verringern:
•   1. nicht rauchen
•   2. gesundes Gewicht halten
•   3. sich vor Sonne schützen
•   4. wenig Alkohol trinken
•   5. ballaststoffreich essen
•   6. wenig Fleisch essen
•   7. körperlich aktiv sein
Aber Vorsicht, es gibt Zusammenhänge zwischen den einzelnen Bereichen und man darf nicht meinen,
dass körperliche Aktivität am wenigsten wichtig sei.
„Das Geheimnis des Erfolgs ist, anzufangen“, meinte Mark Twain und wir können diesen Satz 1:1 auf den Sport übertragen.
Ein Überangebot an Nahrung, bei gleichzeitiger Reduzierung körperlicher Anstrengungen, führt zu einem Ungleichgewicht zwischen zugeführter Energiemenge und Energieverbrauch.
Das Ergebnis ist ein Mangel an körperlicher Bewegung wie auch ein träger Stoffwechsel.

Infolgedessen werden Organtätigkeiten nur unzureichend gefordert und somit nachhaltig negativ beeinflusst,
wodurch fehlerhafte Zellteilungen bis hin zur Entstehung von Tumorzellen begünstigt sind.
Regelmäßiges, wohldosiertes Sporttreiben kurbelt wesentliche Erhaltungs- und Anpassungsprozesse
im Herz-Kreislauf-System, bei Stoffwechselaktivitäten, aber auch für Muskeln und Knochen an.

Darüber hinaus wirkt die „Heilkraft von Bewegung“, stärker als lange Zeit angenommen, umfänglich positiv auf unsere Psyche und Gehirnaktivitäten ein. Ferner lassen sich Symptome akuter oder gar chronischer Schmerzen bzw. Begleiterkrankungen spürbar lindern.   

Bei einer Krebserkrankung hemmt z.B. die verstärkte Durchblutung durch körperliche Aktivität das Überleben und das Wachstum von Krebszellen. All diese Faktoren verbessern die Lebensqualität – sowohl im Rahmen der Vorbeugung von (Krebs)-Erkrankungen als auch im direkten Verlauf einer (Krebs-)Erkrankung oder gar mit Blick auf das Rückfallrisiko einer Erkrankung.

Es überrascht nicht, dass körperlich aktive Menschen eine höhere Wahrscheinlichkeit haben, ein normales Gewicht zu haben.
Das Problem ist, dass das Statistische Bundesamt festgestellt hat, dass 2017 mehr als 50% aller Erwachsenen übergewichtig waren. Übergewicht ist definiert als ein Body Mass Index (BMI) über 25.
Wer einen BMI von mehr als 30 hat, ist adipös.
Der BMI berechnet sich aus Körpergewicht geteilt durch Körpergröße im Quadrat.

Ein gesundes Gewicht reduziert das Risiko von 13 Krebsarten.
Diese sind Brustkrebs, Darmkrebs, Gebärmutterkrebs, Speiseröhrenkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs, Leberkrebs,
Magen-Speiseröhren-Übergang-Krebs, Gallenblasenkrebs, Eierstockkrebs, Schilddrüsenkrebs, Myelom (ein Blutkrebs) und
Meningeom (ein Hirntumor). Darunter sind Brustkrebs und Darmkrebs und damit zwei der wichtigsten Krebstypen.

Aber auch drei der tödlichsten Krebsarten sind darunter, nämlich Krebs der Bauchspeicheldrüse, der Speiseröhre und der Gallenblase.
Die Verbindung zwischen Übergewicht und der Ernährung ist sehr eng.

Verarbeitetes Fleisch, wie Wurst, gepökeltes Fleisch oder Räucherwaren, enthält nicht nur Fett,
sondern es ist auch ein Faktor, der für Darmkrebs verantwortlich ist.
Umgekehrt kann ballaststoffreiche Kost vor Darmkrebs schützen, weil sie die Stuhlpassage beschleunigt und auch insgesamt zu mehr Stuhlgang führt. Eine gesunde Ernährung besteht zur Hälfte aus Obst und Gemüse, zu einem Viertel aus Hähnchen, Fisch, Bohnen und Eiern sowie zu einem weiteren Viertel aus Kartoffeln, Naturreis, Brot und Nudeln.

Im Zusammenhang mit Nahrung ist auch der Alkohol zu nennen.
Ein Gramm Alkohol hat einen Nährwert, der nur knapp unterhalb eines Gramms Fett liegt,
erhöht also das Körpergewicht, aber das alleine ist nicht das einzige Problem am Alkohol.
Denn er ist der Auslöser von sieben Krebstypen.
Es ist nicht sehr bekannt, dass Alkohol Darmkrebs und Brustkrebs verursachen kann. Darüber hinaus ist Alkohol auch für Kopf-Hals-Tumoren, für Speiseröhrenkrebs, für Kehlkopfkrebs und für Leberkrebs verantwortlich.

Aufenthalt in der Sonne vermeiden

Dass Rauchen nicht gesund ist, ist bei jedem Blick auf eine Zigarettenschachtel zu erkennen.
Aber hätten Sie es gewusst?
Rauchen ist nicht nur für Lungenkrebs verantwortlich, sondern es kann auch 14 weitere Krebsarten verursachen!

In der Reihenfolge von Kopf bis Fuß gehören dazu Nasen-und Nasennebenhöhlenkarzinome, Tumoren der Mundhöhle, Rachentumoren, Kehlkopfkrebs, Magenkrebs, Leberkrebs, Bauchspeicheldrüsenkrebs, Nierenkrebs, Darmkrebs, Blasenkrebs, Gebärmutterhalskrebs, Eierstockkrebs und Leukämien.
Es ist wichtig zu wissen, dass Alkohol die Wirkung von Rauchen auf die Krebsauslösung verstärkt.
Das ist zum Beispiel für den Hals-Nasen-Ohren-Bereich bekannt.

Hautkrebs ist der häufigste bösartige Tumor des Menschen.

Für den größten Teil der unterschiedlichen Arten von Hautkrebs spielt in der Entstehung maßgeblich Sonnenlicht (UV-Strahlung) eine große Rolle. Deswegen ist ein vernünftiger Umgang mit dem Sonnenlicht wichtig.
Hervorzuheben sind hier insbesondere Kinder.
Ihre Haut ist besonders empfindlich für Sonnenlicht.
Es kommt schnell zu Sonnenbränden und es können Schäden verursacht werden, die später zu Hautkrebs führen.
Hierbei gilt insbesondere, dass unbedingt vermieden werden sollte, dass Kinder dem direkten Sonnenlicht ausgesetzt werden.
Hilfreich ist zudem eine adäquate Kleidung, hierbei sollte auch immer an eine Kopfbedeckung gedacht werden.
Bei der Verwendung von Sonnencremes sollte darauf geachtet werden, Produkte speziell für die Baby- und Kinderhaut zu verwenden.

Auch im Erwachsenenalter ist ein „gesunder“ Umgang mit dem Sonnenlicht wichtig, um Hautkrebs zu vermeiden.
Auch hier sollte besonderen Wert auf die Vermeidung von Sonneneinstrahlung gelegt werden.
Vermeiden Sie einen längeren Aufenthalt im Sonnenlicht zur Mittagszeit.
Sonnenbaden ist tabu.

Sogenannte Risikopatienten, zum Beispiel heller Hauttyp, familiäre Belastung, Patienten nach Hautkrebs, müssen einen besonderen Schutz anwenden. Textilien wirken dabei am besten.
Gesicht und Hände sollten mit Sonnencreme geschützt werden, die einen hohen Lichtschutz hat.
Dabei sollten Sie dick auftragen, um den angegebenen Schutzfaktor zu erreichen.

* Dr. Thomas Brunner ist Klinikdirektor der Universitätsklinik für Strahlentherapie Magdeburg,
* Dr. Mareike Alter ist Oberärztin an der Universitäts-Hautklinik in Magdeburg und André Napiontek ist Sportwissenschaftler und Vorstand
   im Verein für Gesundheit, Bewegung und Sport an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg e. V.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Oktober 2019

« Letzte Änderung: 15. Januar 2020, 10:38:00 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Buchtipp:

HEILUNG auf Widerruf 
Teil 1
Autorin: Petra-Alexander Buhl - Überleben mit und nach Krebs -
KLETT-GOTTA 326 Seiten, ISBN: 978-3-608-96373-1, 17 Euro.   

Heilung auf WiderrufTeil 1
Sie wollte nie ein Buch über Krebs schreiben.
Den Erlebnissen anderer Erkrankter hatte sie nichts hinzuzufügen.
Dann aber beschäftigte sich Petra-Alexandra Buhl näher mit Resilienz.

Damit bezeichnet man wissenschaftlich die Fähigkeit, Krisen zu bewältigen und sie als Anlass für Entwicklungen zu nutzen. 
Buhl möchte herausfinden, wie andere Menschen ihr Leben nach einer Krebserkrankung neu organisieren.
Aus eigener Erfahrung weiß sie, dass es keine Glückssache ist, den Krebs zu überleben.
Um die Erkrankung zu bewältigen und zu verarbeiten, ist es wichtig, persönliches Befinden und medizinische Befunde zu entkoppeln.

Der Krebs und der Tod - beide brauchen ein starkes Gegenüber:
den selbstbewussten Patienten, der seine Situation weder schlecht- noch schönredet,
sondern sich ihr stellt.

Das Buch von Petra-Alexandra Buhl soll Patientinnen und Angehörige gleichermaßen unterstützen,
während und vor allem nach einer Krebserkrankung.

Fundquelle: Auszug – Sozialverband Deutschland (SOVD)  Nr.: 1 – 2020
« Letzte Änderung: 23. Mai 2020, 14:44:06 von RalleGA »
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Buchtipp:
"Heilung auf Widerruf"
  Teil 2

Petra-Alexandra Buhl überlebte den Krebs und will anderen Erkrankten Mut machen
Nach "vorbei" beginnt das Überleben        

Vor dreißig Jahren überstand Petra-Alexandra Buhl eine schwere Krebserkrankung.
In ihrem Buch "Heilung auf Widerruf" schildert sie sowohl ihre eigenen Erfahrungen als auch die anderer Langzeitüberlebender.
Mit der SOVO-Zeitung sprach die Autorin darüber, warum "vorbei" nicht vorbei ist und welche Auswirkungen eine Krebsdiagnose haben kann. Sie rät dazu, das eigene Leben nicht komplett der Krankheit unterzuordnen und sich vor allem nicht von der Angst lähmen zu Lassen.

Sie haben den Krebs überlebt. Schließt man mit so einer Erkrankung jemals ganz ab?
Das entscheidet jeder für sich selbst, ob man sagt: Ich hatte Krebs oder: „Ich bin Krebspatient".
Das ist eine Frage von Selbstdefinition und wie ich die Krankheit verarbeitet habe.
Ich würde mich z.B. selbst auch nicht als Patientin bezeichnen und möchte auch gar nicht auf diese Diagnose reduziert werden.
Das ist immerhin 30 Jahre her.

Ihnen geht es also um das Leben nach der Diagnose Krebs?
Ich wollte eben gerade nicht das akute Leiden schildern; mein Buch ist tatsächlich das erste Sachbuch über das Langzeitüberleben nach Krebs im deutschsprachigen Raum. Ich habe mich Immer gefragt, warum niemand über das Überleben schreibt.

Und warum ist das so?

Es gibt sehr viele Überlebende, für die sich aber kaum jemand interessiert.
Diese Menschen bekommen zwar häufig zu hören, der Krebs sei überwunden und das Leben gehe weiter,
in weiten Teilen werden sie aber noch immer von ihrer Krankheit bestimmt.
Das hängt natürlich von den jeweiligen Beschädigungen ab.
Ich selbst z.B. konnte studieren und bin weder kognitiv noch körperlich eingeschränkt.
Damit gehöre ich allerdings eher zu den Ausnahmen.
Es gibt eine sehr große Gruppe, etwa die Überlebenden von Kinderkrebs, denen es sehr schlecht geht.
Die haben massive Therapien im Kleinkindalter erlebt, die sie stark geschädigt haben.
Vielen fällt es sehr schwer, einen Schulabschluss zu machen, eine Lehre zu absolvieren oder überhaupt Arbeit zu finden.
Deren Leid wird im Privaten getragen, von ihren Familien.

Aber gerade die Erfahrungen anderer Überlebender müssten doch eine große Motivation für akut Erkrankte sein? 
Das hat mich ja dazu bewogen, mein Buch zu schreiben.
Wer eine Krebsdiagnose bekommt, fällt oft in ein Loch und denkt: „Oh Gott, jetzt ist alles vorbei!"
Aber das ist es eben nicht!
Es ist wichtig, dass die, die überlebt haben, sich zeigen und sagen:
Ich lebe jetzt schon 20 oder 30 Jahre mit dieser Krankheit und habe ein gutes Leben.
Und es geht weiter!"

Von derart Mut machenden Berichten liest man doch aber insgesamt zu selten, oder?
Viele Überlebende wollen nicht darüber sprechen, weil sie den Krebs als stigmatisierend empfinden.
Und das kann ich nachvollziehen. Ich habe zunächst auch nicht offen darüber geredet.
Sonst wäre ich wohl auch niemals Redaktionsleiterin geworden.
Es wird einem nämlich sehr schnell nichts mehr zugetraut und man hätte infrage gestellt,
ob ich überhaupt belastbar und leistungsfähig bin.

Haben die Menschen, mit denen Sie gesprochen haben, ähnliche Erfahrungen gemacht?

Also es beschreiben ganz viele, dass sie am Arbeitsplatz hinterher diskriminiert wurden, entweder subtil oder auch ganz offen.
Man wird dann nicht mehr befördert, Aufgabenbereiche werden eingeschränkt oder man wird gleich komplett auf eine andere Stelle versetzt.

Steckt dahinter vielleicht auch Unsicherheit oder eine übertriebene Fürsorge?

Ich würde es eher als eine Entsolidarisierung bezeichnen. Fehlzeiten aufgrund einer Krebserkrankung führen in der Regel dazu,
dass die übrigen Beschäftigten zusätzlich belastet werden und mehr arbeiten müssen.
Das weiß der oder die Erkrankte natürlich auch. Rückkehrer strengen sich daher meist wahnsinnig an, um das „Versäumte" wieder aufzuholen.
Dabei kommen sie jedoch schnell an ihre Grenzen, weil ihre Kraft eben noch nicht reicht.

Und wie könnte man an diesem Problem etwas ändern?

Arbeitgeber müssten einfach flexibler sein, und die Arbeit müsste insgesamt anders verteilt und organisiert werden.
Ich finde den Umgang mit chronisch kranken Menschen in Deutschland extrem uninspiriert.
Man zahlt anscheinend lieber eine Behindertenabgabe, als dass man etwas an der Organisation der Arbeit selbst ändert.
Das ist doch einfallslos.

Hat das mit der "Kultur der Überlebenden" zu tun, die Sie in Ihrem Buch erwähnen?

Damit wollte ich ausdrücken, wie wichtig ich es finde, dass die Überlebenden ihr Schweigen brechen,
um so auch politische Veränderungen wie etwa eine bessere Langzeitversorgung zu erreichen.
Denn die Langzeitfolgen von Therapien tauchen erst nach 20 oder gar 30 Jahren auf Und da ist die Nachsorge bisher Leider sehr schlecht. 

Wie äußert sich das?
Nachdem es den Betroffenen Lange Zeit gut ging, kommt plötzlich ein Knick.
Probleme treten oftmals im Bereich Herz-Kreis-Lauf auf, etwa an den Herzklappen, weil Bestrahlungen hier zu Verkalkungen führen.
Dieser Zusammenhang wird von den Krankenkassen jedoch häufig geleugnet und entsprechende Schädigungen werden schlicht auf den individuellen Lebensstil oder das Alter zurückgeführt.

Hat sich die Behandlung von Krebs in den letzten Jahrzehnten verbessert?

In Einzelfällen bekommen Menschen sicherlich eine sehr gute Betreuung.
Das ist aber Leider noch immer nicht die Mehrheit. Darüber etwa, wie man mit einer solchen Erkrankung umgeht,
wird bis heute mit den Betroffenen kaum gesprochen.
Man erklärt ihnen meist die Diagnose oder die Behandlung, aber es fehlt eine psychische Unterstützung.
Als Supervisorin im Gesundheitswesen erlebe ich regelhaft Pflegekräfte sowie Ärztinnen und Ärzte, die absolut am Anschlag sind.
Denn da geht es vorwiegend um Geld. Und bezahlt wird nicht das Gespräch, bezahlt wird nicht die Unterstützung der Patientinnen und Patienten, sondern bezahlt werden Fallpauschalen.

Ist das nicht für alle Seiten wahnsinnig unbefriedigend?
Patienten sagen immer wieder: "Die Ärzte hören nicht zu und nehmen sich keine Zeit.
Die interessieren sich für meine Organe, aber nicht für mich.
Die überfahren mich mit Informationen, die sie mir nicht erklären, oder setzen sich über mich hinweg."
Das erleben Patienten in Deutschland jeden Tag.
Und da muss politisch etwas verändert werden: weg von den Fallpauschalen, hin zu einer Medizin für Menschen.
Ein Hausarzt etwa bekommt für jeden Patienten sieben Minuten bezahlt.
In dieser Zeit kann ich aber nicht hinreichend über Schwierigkeiten mit meinem Überleben sprechen.

Was raten Sie Betroffenen, die ja alle einmal Langzeltüberlebende werden wollen?

Das Wichtigste ist Information, etwa im Austausch mit anderen Erkrankten.
Hier bekommt man oftmals Tipps, wie man seinen Körper schützt oder wie man sich mental stabilisiert.
Es ist auch wichtig, klar zu sein und selber Entscheidungen zu treffen.
Häufig gibt es Alternativen, die man in dieser akuten Primärtherapie oft gar nicht begreift.
Menschen schlittern dann in eine Standardbehandlung, die sie vielleicht gar nicht brauchen.
Im Regelfall landet man aber erst einmal in dieser Mühle und macht halt das, was die Ärzte sagen.
Ich stelle es mir schwierig vor, gegenüber diesem medizinischen Apparat selbstbewusst aufzutreten,
schließlich hat man ja auch Angst.
Was Sie sagen, ist ja der zentrale Punkt:
Lasse ich mich von dieser Angst lähmen oder kann ich der Angstspirale etwas entgegensetzen?

Man sollte gerade in der akuten Situation aktiv Freude erschaffen und sehen, dass es nicht nur diese Krankheit in meinem Leben gibt,
sondern auch andere Dinge, die mir guttun.

Wer steht denn nach einer Diagnose als Ansprechpartner*in zur Verfügung?
Gibt es da eine Anlaufstelle?
Im Krankenhaus gibt es den sozialen Dienst, manchmal heißt das auch Brückenpflege.
Da geht es meist um Hilfe bei formalen Dingen, die man mit dem Arbeitgeber oder mit der Krankenkasse regeln muss:
Dann sollte man schauen, ob es eine Krebsberatungsstelle oder eine Psychoonkologie gibt, die einem weiterhilft.
Auch die Frage nach einer Reha stellt sich natürlich.
Eine Krebserkrankung ist eine lebenserschütternde Krise, wo ich plötzlich ganz viel leisten und ganz viele Informationen einholen muss. Deswegen sollte man sich möglichst seine Inseln von Normalität erhalten und dadurch stabile Verhältnisse schaffen.

Fundquelle: Auszug – Sozialverband Deutschland (SOVD)  Nr.: 1-2020

« Letzte Änderung: 23. Mai 2020, 14:43:23 von RalleGA »
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Krebs 
was man mit der Ernährung tun kann


Bei der Krebstherapie spielt die Ernährungsmedizin eine immer wichtigere Rolle.
In der modernen Krebstherapie arbeiten verschiedene Spezialisten eng zusammen:
Der Chirurg soll den Tumor komplett entfernen, der Onkologe mit medikamentöser Therapie (Chemotherapie) die Krebsfreiheit sichern
und der Ernährungsmediziner soll die allgemeine Therapiefähigkeit des Patienten erhalten.

Mehr als 50% aller Patientinnen und Patienten mit der Diagnose Krebs haben schon bei der Diagnosestellung einen Gewichtsverlust vorzuweisen, denn die meisten Tumorerkrankungen sind von einer Unter- bzw. Mangelernährung begleitet.
Sie gilt als zusätzlicher Risikofaktor für einen ungünstigen Krankheitsverlauf und führt zu einem weiteren Verlust an Lebensqualität.
Außerdem reduziert sie die Belastungsfähigkeit der Patienten für die in der Regel notwendige Chemotherapie und verschlechtert die Prognose der Erkrankung.
Fast 25% der Krebspatienten versterben an den Folgen ihrer körperlichen Auszehrung.   

Viele Patienten haben mit Appetitlosigkeit, einem sehr reduzierten Geschmackssinn, Übelkeit, Erbrechen und Schmerzen zu kämpfen.
Begleitende Entzündungen der Mundschleimhaut, Depressionen und Schwäche tragen ihr Übriges zu einer verminderten Nahrungsaufnahme bei. Doch gerade während der Krebstherapie gibt es einen erhöhten Eiweißbedarf von 1,2 bis 1,5 Gramm/Kg Körpergewicht.
Außerdem ist die Fettverwertung gesteigert und die Glukosetoleranz gestört.
Hier ist die fachliche Kompetenz einer Ernährungsberatung gefordert.
Es gilt, einen individuellen Ernährungsplan aufzustellen, der auf die Bedürfnisse des Patienten eingeht und alle Erkrankungsparameter in das Therapiekonzept mit einfließen lässt.

Reicht die Umstellung der „normalen“ Mahlzeiten auf eine höher kalorische, eiweißreiche Auswahl? Oder ist es angezeigt, die Nahrungsaufnahme durch eine zusätzliche Trinknahrung oder vielleicht sogar eine Sondennahrung zu ergänzen?
Es gibt nicht „die“ Ernährung bei Krebs, denn jeder Tumor greift unterschiedlich stark in den Stoffwechsel des Patienten ein.
Bei der Diagnose Krebs ist die Ernährungsberatung eine Therapiesäule, die heute zum qualitätsvollen Konzept in der Krebstherapie gehört.   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2020
« Letzte Änderung: 31. Mai 2020, 09:25:37 von RalleGA »
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Diagnose: Unheilbar

Was am Ende zählt


Ines Volkmann wird sterben. Das weiß die 47-Jährige seit ihrem Krebs-Befund.
Doch wann es soweit sein wird, weiß sie nicht und so begeht sie ihr Leben fortan im Warte-Modus und mit nachdenklichen Betrachtungen.

MDR-Fernsehen 02-04-2020
 
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Diagnose: Glioblastom

aggressive Hirntumore behandeln   

Fragen + Antworten Teil 1:

Mit europaweit rund 22.000 Neuerkrankungen zählt das Glioblastom zwar zu den selteneren Krebsarten, aber es gilt als besonders aggressiv. Die WHO stuft es in den höchsten Schweregrad der Hirntumoren ein, weil die Erkrankung so selten ist, gestaltet sich der Zugang zu Informationen und der Erfahrungsaustausch mit anderen für die Betroffenen und ihre Familien schwierig.
Dies zu ändern, ist das Ziel der Initiative: „Gemeinsam gegen Glioblastom".

Die Initiatoren der Patientenbewegung yeswecan!cer und des Deutschen Innovationsbündnis Krebs & Gehirn organisierten zu diesem Zweck am 17. Juli den ersten deutschen Glioblastom-Tag.

Veranstaltungsprogramm 2020

Aus diesem Anlass standen Experten Rede und Antwort zu allen Fragen, rund um die Diagnose und Behandlung des Glioblastoms.
Hier die wichtigsten Fragen und Antworten zum Nachlesen:

Was sind Symptome, hinter denen ein Glioblastom stecken kann?
Neben unspezifischen Symptomen. wie Abgeschlagenheit, Wesensveränderungen, Merk- und Konzentrationsstörungen können spezifische Symptome wie Bewegungs-, Sprach- und Sehstörungen auftreten. Nicht selten führt ein erstmaliger Krampfanfall zur Diagnose eines Glioblastoms. Starke Kopfschmerzen, verschwommen Sehen, Übelkeit, Erbrechen und zunehmende Bewusstseinsstörungen können auf einen erhöhten Druck im Gehirn hinweisen und bedürfen dringend der Abklärung und Behandlung. Grundsätzlich gilt, dass die beschriebenen Symptome möglichst zeitnah abgeklärt werden müssen, da es sich bei einem Glioblastom um einen sehr schnell wachsenden Tumor handelt.

Wir wird die Diagnose gestellt?
Entscheidend ist die Durchführung einer Bildgebung - in der Regel eine Magnetresonanztomographie (MRT),
in Ausnahmefällen eine Computertomographie (CT).
Das MRT gibt wertvolle Informationen über Größe, Lokalisation und Wachstumsverhalten eines bösartigen Hirntumors und ermöglicht die anatomische Zuordnung zu funktionsrelevanten Hirnarealen und Bahnsystemen. In der Regel werden die Patienten mit klinischem und bildgebendem Verdacht auf ein Glioblastom in ein neuroonkologisches Zentrum überwiesen. Letztlich basiert die Diagnose auf einer feingeweblichen und molekular-genetischen Untersuchung des Tumorgewebes selbst. Dazu genügen bereits kleinste Gewebeproben.

Wie ist der zeitliche Ablauf der Behandlung nach der Diagnosestellung?
Der erste Schritt ist immer die Operation, bei der der Tumor so weit wie möglich entfernt wird,
ohne dass es zu neurologischen Einschränkungen kommt. Die Operation dient sowohl der Sicherung und Präzisierung der Diagnose, da das Tumorgewebe histologisch und molekular untersucht wird, als auch als therapeutischer Schritt. Auch bei einem Rezidiv wird erneut die Möglichkeit einer Operation geprüft.
Abhängig von der Diagnose und dem Allgemeinzustand des Patienten folgt im Anschluss eine kombinierte Chemo- und Bestrahlungstherapie oder eine alleinige Chemo- oder alleinige Bestrahlungstherapie.
Nach einer kombinierten Radiochemotherapie kann in der dritten Phase TTFields - kurz für Tumor Treating Fields - zum Einsatz kommen,
dass durch elektrische Wechselfelder das Wachstum der Tumorzellen blockieren kann.

Werde ich lange Zeit im Krankenhaus verbringen oder kann die Behandlung ambulant stattfinden?
Welche Nebenwirkungen sind bei der Chemotherapie zu erwarten?

Es kann vor allem zu meist milder Übelkeit, selten auch zu Erbrechen kommen, sowie zu einer Blutbildungsstörung und Veränderung der Leberwerte. Deshalb sind wöchentliche Blutuntersuchungen während der Chemotherapie empfohlen. Bei einigen Medikamenten sollten bestimmte Nahrungsmittel vermieden werden. Insgesamt wird die Chemotherapie sehr gut vertragen.
Mit dem häufig gefürchteten Haarausfall ist übrigens nur im Bereich der Bestrahlung zurechnen.

Wann beginnt die Behandlung mit TTFields?
Der Einsatz von TTFields beginnt nach Abschluss der Strahlentherapie. In der Regel erfolgt gleichzeitig eine Fortführung der medikamentösen Therapie, die häufig als „Erhaltungs"-Chemotherapie bezeichnet wird.

Wo bekomme ich mehr Informationen über das Thema Glioblastom?
In der Regel erfolgt die Betreuung durch ein interdisziplinäres neuroonkologisches Zentrum, das umfassende Informationen während des gesamten Krankheitsverlaufs bereit hält und primärer Ansprechpartner sein sollte.
Weitere Informationen werden z.B. durch Fachgesellschaften, Interessensvertretungen und Selbsthilfegruppen angeboten. Gemeinsame Patientenveranstaltungen bieten die Möglichkeit, weitere Informationen einzuholen, sich auszutauschen und Hilfestellungen zu bekommen.

www.yeswecan-cer.org
Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“  - Altmark Juli 2020 
« Letzte Änderung: 28. Juli 2020, 09:23:10 von RalleGA »
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Diagnose: Glioblastom

aggressive Hirntumore behandeln

Fragen + Antworten 2:

Wo finde ich Unterstützung bei der Krankheitsbewältigung?

Unterstützung finden Sie in erster Linie bei Ihrem behandelnden Onkologen oder Ihrer Onkologin, die im Rahmen von interdisziplinären Tumorkonferenzen die Gesamtbehandlung koordinierend festlegen und Sie begleiten.
Hilfe erhalten Sie auch über Sozialdienste und psychoonkologische Dienste, die meist in den Krankenhäusern angesiedelt sind.
Allen Patientinnen und Patienten sollte eine qualifizierte psychoonkologische Beratung angeboten werden. Weiterführende Unterstützung kann z.B. im Rahmen von Rehabilitations-Maßnahmen stattfinden.

Welchen Beitrag leisten TTFields bei der Behandlung eines Glioblastoms?
Sie stellen eine lokale Therapieoption dar, die mit der Standardtherapie kombiniert werden kann.
Ziel ist es, sich teilende Tumorzellen durch lokale Wechselstromfelder abzutöten.
Das umgebende gesunde Hirngewebe bleibt hiervon verschont, so dass nur wenig Nebenwirkungen, wie z.B. Irritationen der Kopfhaut, auftreten. Insbesondere kommt es zu keiner Häufung von Krampfanfällen.
In der Zulassungsstudie konnte für TTFields im Vergleich zur alleinigen Radiochemotherapie eine Verbesserung des Gesamtüberlebens beim neu diagnostizierten Glioblastom gezeigt werden.
Mittlerweile sind weltweit über 10.000 Patienten behandelt worden.
Bei guter Verträglichkeit kann die Behandlung mit TTFields über die Dauer der adjuvanten Chemotherapie fortgeführt werden. 

Was kann man durch spezielle Ernährung beim Glioblastom erreichen? 

Bisher ist für keine spezielle Ernährung ein wissenschaftlicher Beweis erbracht worden, dass diese eine Tumorerkrankung positiv beeinflussen kann. - weder für die ketogene Diät noch für eine zuckerfreie Ernährung oder für andere zusätzliche Nahrungsergänzungen.
Somit gelten die einschlägigen Empfehlungen für eine ausgewogene, vollwertige Ernährung:
eher ballaststoff- und vitaminreich, täglich Obst und Gemüse, weniger Fleisch.

Kann bei einem Rezidiv erneut operiert werden und welche weiteren Behandlungen stehen zur Verfügung? Anders als beim neu diagnostizierten Glioblastom gibt es für das Tumorrezidiv keine Standardempfehlungen.
Rezidive kommen jedoch sehr häufig vor, meist in direkter Lagebeziehung zum ursprünglichen Tumor.
Abhängig vom Allgemeinzustand, der Tumorausdehnung und -lage kann eine neuerliche operative Entfernung sinnvoll sein.
Zudem kann die erneute Gewebeentnahme Grundlage für neue, zielgerichtete Therapieansätze sein.
Neben der Operation werden häufig eine neuerliche Chemotherapie oder auch eine erneute Bestrahlung durchgeführt.
Welchen Beitrag TTFields in dieser Situation leisten, ist nicht eindeutig belegt. Je nach Diagnose und Verlauf kann eine Unterstützungstherapie ohne tumorspezifische Behandlung im Sinne eines palliativen Konzepts erwogen werden. 

Weitere Informationen unter: www.gemeinsamgegenglioblastom.eu

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“  - Altmark Juli 2020

« Letzte Änderung: 05. August 2020, 09:41:07 von RalleGA »
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Krebs:
Gene und Lebensstil 

Was Krebsrisiko eigentlich bedeutet / ausgewogene Ernährung und Bewegung empfohlen   


Krebsrisiko ist ein starkes Wort, das vielen Menschen Angst macht oder Sorge bereitet.
Oft kommt es in zwei Fragen vor:
Wie kann ich mein Krebsrisiko senken?
Und: Wodurch erhöht sich mein Krebsrisiko?   

Was hinter dem Begriff steckt: Mit ihm wird versucht, die Wahrscheinlichkeit einer Krebserkrankung zu definieren.
Dieses Risiko kann genetisch bedingt, also von den Eltern vererbt sein,
aber auch im Laufe des Lebens durch bestimmte Lebensumstände erworben sein.

Laut Gesundheitsministerium sterben in Deutschland rund 230.000 Menschen pro Jahr an Krebs - nur Herz-Kreislauf-Krankheiten kommen als Todesursache häufiger vor. Das Robert Koch-Institut rechnet für 2020 mit rund 510.000 Neuerkrankungen insgesamt in Deutschland.

• Verschiedene Faktoren spielen eine Rolle 
Doch warum bekommt man Krebs?
Es gibt Faktoren, die mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit eine Erkrankung auslösen können.
Andere Lebensstilfaktoren können das Risiko senken - etwa, regelmäßig Gemüse essen.
Theoretisch ließe sich bei einer ausführlichen Analyse für jeden Menschen und jede Krebserkrankung ein individuelles Risiko berechnen.
Wer ein hohes Risiko hat, sollte sich im Idealfall häufiger auf bestimmte Krebsformen untersuchen lassen.

Tabak- oder Alkoholkonsum, UV-Licht, bestimmte Viren:
Es sind viele Faktoren bekannt, die das Risiko einer Krebserkrankung erhöhen.
Doch es gibt ebenso viele unbekannte Einflüsse, von deren Rolle wir nichts wissen.
So oder so: Beim Wort Krebsrisiko gehen die Alarmglocken an. Doch es ist immer individuell und hängt von verschiedenen Dingen ab.

• Der Einfluss der Gene und des Lebensstils     
Unter anderem. kommt es auf die Dosis an.
Beispiel Rauchen: Manche haben Panik, wenn sie draußen ein wenig Tabakrauch einatmen - was das Risiko kaum erhöht.
Rauchen an sich ist aber ein starker Faktor für Lungenkrebs.
Es ist bekannt, dass 80-90% auf das Rauchen zurückzuführen sind. Man versucht- als Epidemiologe, das Krebsrisiko vor allem aus der statistischen Sicht - also mit Zahlen - zu verstehen.
Es gibt oft ein Zusammenspiel zwischen Lebensstilfaktoren und genetischen Faktoren.
Aber: Selbst wenn ein bestimmter Krebs in der Familie vermehrt aufgetreten sei, bedeute das nicht,
dass man ihn auch bekomme - man könne sein Risiko durch seinen Lebensstil oft stark senken.
Wobei es einzelne genetische Faktoren gibt, die sehr stark sind. Etwa bei Brustkrebs.    

Unausgewogene Ernährung, Bewegungsmangel oder Rauchen:
Man weiß mittlerweile, dass sogar etwa 90% der für die Krebsentstehung verantwortlichen
genetischen Veränderungen erst im Laufe des Lebens erworben werden.
Nur etwa 10% werden genetisch vererbt.
Gerade bei Kindern allerdings sei sehr klar, dass genetische Faktoren eine sehr große Rolle spielten.

Viele Erkrankungen sind vermeidbar
Unter dem Strich ließen sich viele Krebserkrankungen dennoch verhindern - laut WHO gilt das für 30-50% der Fälle.
Manche Krebserkrankungen wären gänzlich vermeidbar - Gebärmutterhalskrebs etwa.
Der wird durch Humane Papillomviren ausgelöst, gegen die es eine Impfung gibt.

Beim Darmkrebs gebe es "sehr gute Früherkennungsmaßnahmen.
Demnach könne man bei - Darmspiegelungen Vorstufen des Krebses - sogenannte Polypen - gut erkennen und direkt entfernen.
Bei einer regelmäßigen Teilnahme an der Früherkennung wären nach Einschätzung neun von zehn Fällen dieses Krebses heilbar.

Ungünstige Ernährung erhöhe indes das Risiko für verschiedene Krebsarten.
Wer sich das ganze Leben nur sehr fettreich und zuckerhaltig ernährt, induziert ein metabolisches Symptom.
Es komme zum Absterben von Zellen und zu chronischen Entzündungen, die Zellveränderungen hervorriefen.
Das sei aber ein Prozess, der sich über Jahrzehnte hinzieht.
Auch Alkohol oder fehlende Bewegung erhöhen langfristig gesehen das Krebsrisiko.

Wer vorbeugen möchte, sollte sich ausgewogen ernähren, Alkohol nur maßvoll genießen und aktiv sein. Bewegung senkt das Krebsrisiko.   
Schon regelmäßige moderate Aktivität reicht aus, etwa zügiges Spaziergehen. Am besten "mehr als 150 Minuten pro Woche."

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Juni 2020
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2020, 09:38:35 von RalleGA »
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Re: Krebs - Fragen, Antworten, Tipps, Hilfe zur Selbsthilfe, Symptome bei Krebs
« Antwort #249 am: 11. November 2020, 09:45:50 »
Frauen haben Anspruch auf paarige Brustrekonstruktion

In Folge von Brustkrebs werden Brüste oft mit Implantaten wieder aufgebaut.
Wird eine Brust rekonstruiert, muss die andere ebenfalls angepasst werden.
Gilt das auch bei späteren Komplikationen?

Ist bei einer Frau wegen Brustkrebs eine Brustrekonstruktion nötig, muss auch die andere Brust symmetrisch angepasst werden.
Dies gilt auch, wenn zu einem späteren Zeitpunkt wegen eines Sturzes ein Implantat beschädigt wird.

SG DÜSSELDORF (Az.: S 8 KR 392/18)

In dem Fall hatte eine Frau gegen ihre gesetzliche Krankenkasse geklagt.
Sie war 2007 wegen Brustkrebs an ihrer rechten Brust operiert worden.
Die Brust wurde rekonstruiert - und auch die linke Brust entsprechend angepasst.   

In Folge eines Sturzes Jahre später trat aus einem Implantat Silikonöl aus.
Die Frau beantragte die Übernahme der Kosten für den Wechsel der Implantate beider Brüste.
Der Krankenkasse bewilligte die Entfernung beider Implantate zwar, wollte aber nur die Rekonstruktion der rechten Brust mit neuem Implantat bezahlen. Für die simultane Rekonstruktion der linken Brust würden keine Kosten übernommen.   

Dagegen wehrte sich die Frau - mit Erfolg. Bei dem chirurgischen Wiederaufbau einer Brust nach einer Krebsoperation müsse die Brust insgesamt als ein paariges Organ wiederhergestellt werden, stellte das Sozialgericht klar.
Dazu gehöre auch der Erhalt der Symmetrie - unter anderem, weil dadurch ungleichmäßige Belastungen verhindert würden.
Die Krankenkasse muss entsprechend auch die erneute Rekonstruktion der linken Brust bezahlen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juni 2020
« Letzte Änderung: 11. November 2020, 09:51:51 von RalleGA »
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Leberkrebs
diese Signale sollten Sie ernst nehmen 


Druckschmerz im Oberbauch oder Appetitlosigkeit: zwei Leberkrebs-Symptome.

In Deutschland erkranken durchschnittlich rund 8.790 Menschen jährlich neu an Leberkrebs, auch Leberkarzinom genannt. Doch es werden immer mehr: In den letzten 35 Jahren hat sich die Zahl der Neuerkrankungen sowohl bei Männern als auch bei Frauen verdoppelt.

Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser die Heilungschancen.
Deshalb sollten Sie folgende Symptome sofort vom Arzt abklären lassen.

Vor allem eine bestimmte Risikogruppe hat ein enorm erhöhtes Leberkrebs-Risiko, weshalb sie regelmäßig zur Früherkennung gehen sollte.   

Appetitlosigkeit, Oberbauchschmerzen und Schwäche können viele Ursachen haben – z.B.  eine Magenschleimhautentzündung.
Doch auch ernsthafte Erkrankungen wie Leberkrebs können dahinter stecken.
Folgende Symptome treten im fortgeschrittenen Stadium der Krankheit auf und sollten sofort von einem Arzt abgeklärt werden:
•   Druckschmerz im Oberbauch
•   Appetitlosigkeit
•   Übelkeit
•   erhöhte Körpertemperatur ungeklärter Ursache
•   ungewollte Gewichtsabnahme
•   Schwäche
•   eine tastbare Schwellung unter dem rechten Rippenbogen zunehmende Gelbfärbung der Haut (Gelbsucht) und Juckreiz

Meist verursacht Leberkrebs oder HCC, wie die Krebsart auch genannt wird, zu Beginn keine Beschwerden.
Erst wenn sich der Krebs ausbreitet, kommt es zu Symptomen.
Doch mit dem Fortschreiten der Krankheit sinkt auch die Chance, den Krebs erfolgreich zu therapieren.
Daher sollten Sie folgende Maßnahmen zur Vorbeugung kennen.
 
Leberkrebs vorbeugen: So senken Sie Ihr Risiko   
Fast immer entsteht Leberkrebs aufgrund einer bestehenden Leberzirrhose – ein narbiger Umbau des Lebergewebes, der infolge mehrjähriger Leberschädigungen und Leberentzündungen (Hepatitis) auftreten kann.
Die Folge einer Leberzirrhose: der Untergang von Leberzellen.
Nur bei rund 20% aller Leberkrebspatienten keine vorangegangene Leberzirrhose diagnostiziert.

Folgende Ursachen stecken häufig hinter der Entstehung von Leberkrebs:
•   Alkoholmissbrauch
•   chronische Virusinfektionen (mit Hepatitis C- oder Hepatitis B-Viren)
•   eine nichtalkoholische Fettlebererkrankung (infolge von starkem Übergewicht und Diabetes Typ 2)
•   eine unausgewogene Ernährung mit viel ungesundem Fett und Zucker
Mehr zum Thema: Leber einfach entgiften: Diese Kur hat einen genialen Nebeneffekt.
Folgende Risikogruppen sollten regelmäßig zur Leberkrebs-Früherkennung gehen Vor allem Menschen mit bestehenden Lebererkrankungen wie Leberzirrhose, Hepatitis-B und nicht-alkoholischer Fettleberhepatitis sollten regelmäßige Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen, wie die Deutsche Krebsgesellschaft empfiehlt. Es handelt sich um eine Ultraschalluntersuchung der Leber (Lebersonografie), bei welcher Leber, Gallenblase und Gallengang untersucht werden.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  August 2020
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KREBS - Eine Zweitmeinung kann Leben retten

DIAGNOSE KREBS

Welche Therapie ist die beste?

Patienten müssen oft schwere Entscheidungen treffen.
Ein zweiter Experten-Rat kann helfen Die Frau steht mitten im Leben, produziert Filme, hat vier Kinder.
So ließ Rita Wilson, 63, Ehefrau von Tom Hanks, auch nicht locker, als ihr Arzt den Knoten in ihrer Brust ignorierte.
Sie bestand auf einer zweiten Meinung.

Die neue Diagnose lautete: Mammakarzinom!
Wilsons Intuition rettete ihr Leben.
Jeder hat das Recht, so wie Wilson eine Zweitmeinung einzuholen, muss dies aber teils selbst zahlen.
Etliche nehmen es daher, und aus Unwissen, gar nicht in Anspruch.

Um das zu ändern, gründete der Internist Dr. Udo Beckenbauer 2012 das Portal - Link unten

Fragen + Antworten:

Herr Dr. Beckenbauer: Warum raten Sie Krebs-Patienten dazu, eine zweite Meinung einzuholen?

Bei Krebs geht es oft um Leben oder Tod. Betroffene brauchen schnell Gewissheit, ob die verordnete Therapie die richtige ist.
Das onkologische Wissen verdoppelt sich aber jedes Jahr, es gibt so viel Neues: Antikörper-Therapien, DNA-spezifische Therapien ...

Für diese Bereiche braucht man ausgebildete Experten, um eine gute Einschätzung zu treffen.
Und diese Experten gibt es nicht im Ärztezentrum meiner Stadt?
Die optimale Behandlung gibt es in zertifizierten Krebs-Zentren.

Es ist so: Die Lebenschance in einem Zentrum, das pro Jahr mehr als 50 Fälle einer Krebsart behandelt,
ist um 19% höher als in einer Klinik, die nur bis zu fünf Fälle behandelt.
Studien zeigten, dass bei circa 40% aller Krebserkrankungen nicht die optimale Diagnostik und Therapie getroffen wird - das sind mehr als 200.000 Patienten pro Jahr!
In ca. 85000 Fällen kommt es zu Fehldiagnosen.
Wir finden das beklagenswert.
Unser Ziel ist es, die Krebsvorsorge zu optimieren.

Wie gehe ich vor, wenn ich von Ihnen eine zweite Meinung will?
Von der Locht: Sie treten übers Web an uns heran und schicken uns Ihre medizinischen Dokumente, die wir digitalisieren.
Unsere Case Manager lesen jedes Dokument und fassen es für einen besseren Überblick zusammen.
Fehlen Befunde oder Untersuchungen, veranlassen wir diese, etwa ein ausstehendes CT.
Das hilft sehr, denn viele trauen sich nicht, beim Arzt mit Nachdruck nach den Unterlagen zu fragen.
Dann kontaktieren wir zertifizierte Zentren in unserem Netzwerk, die auf das vorliegende Problem spezialisiert sind, und kümmern uns um eine schnellstmögliche Begutachtung. Die Zweitexperten dort können die Akte verschlüsselt öffnen und in ihrer Tumorkonferenz diskutieren.
Der Vorteil daran: Da dort mehr Disziplinen vertreten, können auch komplexe und vielschichtige Probleme behandelt werden.
Das Ergebnis bekommen wir - und der Patient - bereits knapp zwei Wochen später.

Und wenn ich erfahre, dass die Therapie falsch ist?
Dann haben Sie die Chance auf eine alternative und wohl angezeigte re Behandlung.
Wir hatten kürzlich einen Patienten, von dem man selbst in der Charité glaubte, ihm sei nicht zu helfen,
der in ESSEN aber ein positives Feedback bekam.
Dafür musste er noch nicht einmal dorthin, das geht alles rein digital- gerade zu Zeiten von Corona ein Vorteil.
Was aber in 50% der Fälle auch passiert: Der erste Therapievorschlag wird bestätigt.
Das ist eine große Erleichterung und Motivation - und wirkt sich, so Studien, bedeutend auf den Erfolg der Behandlung aus!
Auch daher ist die Zweitmeinung so wichtig.
Ich selbst nutzte die Zweitmeinung, als ich 2015 die Diagnose, Non-Hodgkin-Lymphom erhielt.
Der zweite Experte bestätigte die Therapie, riet aber, den Vitamin-D-Spiegel zu beachten, damit der Antikörper wirkt.
Oft entscheiden Details!

Was kostet mich Ihr Angebot, Herr von der Locht?   
Wenn Sie bei einem unserer Vertragspartner versichert sind, nichts.
Manche Kassen zahlen auf Anfrage - diese Anfrage stellen wir.
Unser Einsatz kostet einmalig 379 €. 
Viele Patienten tun sich schwer, das privat zu zahlen.

Man sollte aber bedenken: Bei Krebs geht es oft ums eigene Leben!


Wer sind eigentlich Ihre Zweitmeinungsgeber?

Wir kooperieren nur mit zertifizierten Krebszentren, dort arbeiten Fachärzte aus jeder Disziplin: Chirurgen, Onkologen, Internisten.
Da gibt es für ein Karzinom ein Zentrum in Ulm, für ein anderes in Köln.
Wir wollen uns nicht auf oft fahrlässige alternative Methoden verlassen, die kann sich jeder selbst suchen.
Wir zeigen Wege in der Schulmedizin auf, dabei auch teils unbekanntere Therapien wie das Cyberknife, eine radio-chirurgische Behandlung mit nur lokalen Nebenwirkungen.

Dr. Beckenbauer: Es sind keine monetären Interessen im Spiel, die Zweitmeinungsgeber profitieren anders:
 Es geht um fachliches Interesse und Austausch auf einem hohen Level.
Auch brauchen Kliniken genug Patienten, um die Zertifizierung zu halten.

Wie findet es mein Arzt, wenn ich einen zweiten frage?

Dr. Beckenbauer: Das Verständnis ist noch nicht zu 100% da, aber das Verfahren bietet auch für Ärzte Vorteile, befreit sie etwa von gewissen Haftungsrisiken. Es gibt also kaum Probleme.

Was ist Ihr langfristiges Ziel?
Dr. Beckenbauer: Wir haben in sechs Jahren 5.000 Zweitmeinungen eingeholt, gemessen an 500.000 Neu-Diagnosen pro Jahr.
Derzeit werden in den großen Zentren 40% der Patienten behandelt, 60% in kleinen Kliniken.
Es ist noch viel zu tun! Am besten wäre, wenn die Krebstherapie nur in speziellen, zertifizierten Zentren stattfände.
Von der Locht: Wir wollen jedem das bestmögliche medizinische Wissen zugutekommen lassen.
Jeder sollte zumindest wissen, was für ihn die optimale Behandlung ist.
Was er aus seinen Optionen macht, bleibt seine freie Entscheidung. 

DAS RECHT AUF ZWEITMEINUNG
Patienten haben Rechte, etwa auf freie Arztwahl.
Oder das Recht auf Einholung einer zweiten Meinung, z. B. über Krebs-Zweitmeinung
Die Kosten dafür übernehmen bisher aber nur 28 Kassen und Versicherungen.
Von der Locht: „Daher wollen wir nun mit der Deutschen Krebshilfe und der Krebsgesellschaft eine Studie über alle Krebsarten initiieren,
um die Kassen davon zu überzeugen, auch die Krebszweitmeinung in die Regelversorgung aufzunehmen."

Fundquelle: Auszug – „Bunte“ 33/2020
« Letzte Änderung: 10. Januar 2021, 10:10:52 von RalleGA »
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Durchbruch in Krebs-Forschung?

Bekanntes Medikament kann Tumorzellen absterben lassen


Die Krebsforschung macht Fortschritte.

Jetzt liefert ein Durchfall-Medikament vielversprechende Studienergebnisse.
Es kann Tumorzellen absterben lassen.
•   Hirntumore führen bei Krebspatienten oft zum Tod.
•   Nun feiern Forscher eine neue Erkenntnis.
•   Ein Durchfall-Medikament tötet Tumorzellen.
- Das Risiko, an Krebs zu sterben, ist in den vergangenen Jahren innerhalb der EU weiter zurückgegangen
- wenn man die Altersstruktur der Bevölkerung berücksichtigt.

Nun feiern Wissenschaftler einen vermeintlichen Durchbruch in der Krebstherapie.
Der Grund: Ein Durchfall-Medikament liefert vielversprechende Studien-Ergebnisse  = H I E R

Die häufigsten Krebsarten sind:

•   Brustkrebs
•   Prostatakrebs
•   Darmkrebs
•   Lungenkrebs
•   Hautkrebs
•   Gebärmutterhalskrebs
•   Bauchspeicheldrüsenkrebs

Fortschritte in der Krebs-Forschung: Hirntumore führen oft zum Tod von Krebspatienten
Hirntumore in Form eines sogenannten Glioblastoms sind bisher nur sehr eingeschränkt therapierbar.
Sie führen oft zum Tod des Krebspatienten.
Diese Hirntumore reagieren aber auf Loperamid, wie Forscher in einer aktuellen Studie nun herausgefunden haben,
berichtet heilpraxisnet.de In der Zellkultur wirkt das gängige Durchfall-Mittel Loperamid gegen Glioblastomzellen.

Eine Studie um das Forschungsteam von Dr. Sjoerd van Wijk vom Institut für Experimentelle Tumorforschung der Pädiatrie
der Goethe-Universität Frankfurt liefert jetzt erste Ergebnisse

Krebs-Forschung: Loperamid führt zu Stressreaktionen in Tumorzellen
Demnach bewirkt Loperamid Stressreaktionen in bestimmten Tumorzellen im sogenannten Endoplasmatischen Retikulum (ER).
Dabei handelt es sich um ein Zellorganell. Es ist für verschiedene Schritte der Proteinsynthese verantwortlich, heißt es weiter.
Der ausgelöste Stress lässt die Krebszellen absterben.

Wissenschaftler bezeichnen den Prozess des Absterbens als Autophagie.
Es handelt sich dabei um einen Automatismus, um Zellen zu „recyceln“.
Durch den Mechanismus werden beschädigte und überflüssige Zellen von „noch guten“ Zellteilen getrennt.
Der Körper recycelt die guten und lässt die schlechten sterben.

Krebstumore werden durch reine Einnahme vom Loperamid nicht zerstört
Durch den Einsatz von Loperamid wird bei bestimmten Tumorzellen so viel beim „Recyceln“ abgebaut,
dass die kompletten Zellen absterben.
Bei dem Prozess bleibt nichts mehr übrig, womit die Zellen überlebensfähig wären.
Das ist bei Hirntumoren in Form eines Glioblastoms der Fall.

Allerdings werden Krebstumore durch die reine Einnahme vom Loperamid nicht einfach so zerstört.
„Diese Autophagie ist in normalen Zellen harmlos – auch für die Einnahme als Durchfall-Mittel, denn Loperamid wirkt im Darm nur an besonderen Bindestellen und wird nicht wirklich aufgenommen durch Darmzellen“, erklärt Dr. van Wijk.

Wissenschaftler feiern Erfolg in der Krebsforschung
Dennoch: Dass Loperamid gegen Hirntumore eingesetzt werden könnte, ist eine sehr wichtige Erkenntnis in der Krebsforschung.
Zudem könnten Mediziner das Medikament möglicherweise auch gegen andere Krebserkrankungen und gegen Demenz einsetzen.
 
Loperamid kann folgende Nebenwirkungen haben:
•   Kopfschmerzen
•   Schwindel
•   Verstopfung
•   Übelkeit
•   Blähungen
•   Schläfrigkeit
•   Bauchschmerzen
•   Mundtrockenheit
•   Erbrechen
•   Verdauungsstörungen
•   Hautausschläge

Erst vor kurzer Zeit hatten Forscher einen Zusammenhang zwischen Krebs und Corona entdeckt.
mehr H I E R

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2021                  
« Letzte Änderung: 14. Januar 2021, 09:59:30 von RalleGA »
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Kostenerstattung für eine selbstbeschaffte Echthaarperücke

(Gerichtsbescheid Sozialgerichts Mannheim vom 14. Mai 2020 -S 7 KR 1830/18; rechtskräftig)


Fall:
Die geborene Klägerin litt nach einem  diagnostizierten Mammakarzinom, welches mit einer Chemotherapie   behandelt wurde,
unter einem vorübergehenden vollständigen Haarausfall.

Anfang 2018 beantragte sie bei der beklagten Trägerin der gesetzlichen Krankenversicherung unter Vorlage einer ärztlichen Verordnung und des Kostenvoranschlages eines Perückenstudios für eine Echthaarperücke in Höhe von 1.200 € die Übernahme der ihr entstehenden  Aufwendungen. Die Beklagte veranlasste das Gutachten des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung,
wonach eine Echthaarperücke das Maß des Notwendigen übersteige. 

Die Beklagte gewährte der Klägerin daraufhin abzüglich, des von der Klägerin zu tragenden Eigenanteils 385 € zur  Versorgung  mit einer Kunsthaarperücke. Gleichwohl beschaffte sie sich die Echthaarperücke.
Das Gericht gab der Klägerin Recht.

Die Beklagte ist für ihre Versorgung mit einer Echthaarperücke leistungspflichtig, weil dieses Hilfsmittel erforderlich und wirtschaftlich ist sowie das Maß des Notwendigen nicht  überschreitet. 
Bei einer Perücke handelt es sich insbesondere um keinen allgemeinen Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens.
Ein totaler Haarverlust stellt bei einer Frau eine Behinderung dar.

Die Klägerin ist wegen ihrer krankheitsbedingten vorübergehenden Kahlköpfigkeit in ihrer körperlichen Funktion beeinträchtigt.
Die Krankheit hat bei  Frauen eine entstellende Wirkung, die zwar nicht zum Verlust oder zur Störung einer  motorischen oder geistigen Funktion führt, es ihnen aber erschwert oder gar unmöglich macht, sich  frei und unbefangen unter den Mitmenschen  zu bewegen; eine  kahlköpfige  Frau zieht naturgemäß ständig alle Blicke auf sich und wird zum Objekt der Neugier, was in der Regel zur Folge hat, dass sich die Betroffene aus dem Leben in der Gemeinschaft zurückzieht und zu vereinsamen droht.
Ihre Teilhabe am Leben in der Gesellschaft ist damit beeinträchtigt.

Die Klägerin kann nicht auf eine Versorgung mit einer Kunsthaarperücke verwiesen werden.
Nur eine Echthaarperücke weist eine Qualität auf, die den Verlust des natürlichen Haupthaares für unbefangene Beobachtende nicht sogleich erkennen lässt.
« Letzte Änderung: 30. Januar 2021, 14:44:07 von RalleGA »
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Prostatakrebs

jährliche  Früherkennungsuntersuchung   


Prostatakrebs ist die häufigste Krebsart bei Männern.
Frühzeitig erkannt, stehen die Heilungschancen allerdings gut.

Folgende wichtige Regel sollte jeder Mann beherzigen:

diese Symptome sollten Sie zum Arzt führen

•   Symptome treten oftmals erst sehr spät auf, weshalb die regelmäßige Früherkennungsuntersuchung Leben retten kann.
•   Die Heilungschancen stehen sehr gut - wenn der Krebs frühzeitig erkannt wird.

Jedes Jahr diagnostizieren Ärzte in Deutschland rund 60.000 neue Prostatakarzinome, wie Prostatakrebs von Medizinern auch genannt wird.
Damit ist diese Krebsart die mit Abstand häufigste unter Männern.

Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter:
Zum Zeitpunkt der Diagnose waren die Betroffenen im Jahr 2016 durchschnittlich 72 Jahre alt.
Jedoch können auch jüngere Männer unter 40 Jahren erkranken.
Symptome bemerken Betroffene erst spät - die Behandlungsmöglichkeiten sind allerdings mittlerweile sehr ausgereift.
Symptome von Prostatakrebs:
Sie treten oft erst spät auf Prostatakarzinome sind insofern tückisch, weil sie sehr lange keine Beschwerden verursachen.

Tumore der Prostata* (zu deutsch Vorsteherdrüse) bleiben sehr lange unbemerkt.
Es kommt der deutschen Krebsgesellschaft zufolge in der Regel erst zu Symptomen, wenn das Geschwulst so groß geworden ist,
dass es auf die Harnröhre übergreift oder sich Tochtergeschwulste (Metastasen) außerhalb der Prostata bilden.

Folgende Symptome können dann auftreten:
•   vermehrter Harndrang
•   Schwierigkeiten zu Beginn des Urinierens
•   Unfähigkeit zu Urinieren
•   schwacher oder unterbrochener Harnfluss
•   Schmerzhafter, verminderter Samenerguss, weniger starke Erektion oder Impotenz
•   Blut im Urin oder in der Samenflüssigkeit
•   Schmerzen in der Prostata oder im unteren Rücken
•   unklare Gewichtsabnahme
•   Leistungsabfall
•   Müdigkeit
•   Blutarmut


Nicht immer muss ein bösartiger Tumor diese Symptome verursachen.
Auch eine gutartige und harmlose Prostatavergrößerung kann der Grund sein.
Nur ein Arzt kann die richtige Diagnose stellen.

Je früher Prostatakrebs erkannt wird, desto besser die Heilungschancen   
Durch neue Therapien* und verbesserte Früherkennungsuntersuchungen haben Patienten gute Überlebenschancen.
Doch es gilt: Je früher der Krebs erkannt wird, desto besser.
Daher sollten Männer ab 45 Jahren einmal pro Jahr einen Urologen aufsuchen.
Eine jährliche Genitaluntersuchung senkt das Risiko immens, dass sich Prostatakarzinome unbemerkt im Körper ausbreiten.   
Je nachdem, in welchem Stadium Prostatakrebs festgestellt wird, entscheidet der behandelnde Onkologe,
welche Maßnahmen am erfolgversprechendsten sind. Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen operatives Entfernen des Tumors, Antihormon- oder Chemotherapie.

Vor- und Nachteile des PSA-Tests
"Bei früher Erkennung ist Prostatakrebs aber in über 70% aller Fälle durch Behandlung heilbar.
Deshalb empfehlen die Deutsche Gesellschaft für Urologie und der Berufsverband der Deutschen Urologen eine Früherkennungsuntersuchung für Prostatakrebs durch Tastuntersuchung und Bestimmung des PSA-Wertes
bei Männern ab dem 45. Lebensjahr", empfiehlt die Deutsche Gesellschaft für Urologie.

PSA steht für "Prostata-spezifisches Antigen",
ein Protein, das die Prostatadrüsen bilden und das bei Prostatakrebs in mäßig bis starker Konzentration im Blut nachweisbar ist.   

Der PSA-Test, der von den Krankenkassen nur bei bestehenden Beschwerden gezahlt wird, ist allerdings umstritten.
Vor allem wegen der Tatsache, dass durch die Früherkennungsuntersuchung auch harmlose Prostatatumoren erkannt werden,
die im Grunde keiner Therapie in Form von Operation oder Bestrahlung bedürfen - jedoch in einigen Fällen trotzdem behandelt werden.

Die "Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Früherkennung, Diagnose und Therapie der verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms", empfiehlt daher, dass bei Feststellung eines Prostatakrebses auch eine Nicht-Behandlung als vernünftige Alternative besteht.
Dies sei dann möglich, wenn der Prostatakrebs keine Lebensgefahr für den Betroffenen bedeutet.   

Aktuell wird ein PSA-Test für Männer empfohlen, die eine weitere Lebenserwartung von mindestens 10 Jahren haben
und die mindestens 45 Jahre alt sind. Männer, deren Väter oder Brüder an Prostatakrebs erkrankt sind, sollten   

Früherkennungsuntersuchungen früher wahrnehmen.

"Entscheidend ist immer die persönliche Situation des einzelnen Mannes, sein Alter, sein Gesundheitszustand,
die voraussichtliche weitere Lebenserwartung und seine Einstellung zu den Lebensrisiken von Gesundheit und Krankheit",
heißt es in der Patienteninformation zum PSA-Test

Video: Diese Warnsignale von Prostatakrebs sollten Sie kennen   



Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Oktober 2020

« Letzte Änderung: 23. Februar 2021, 09:21:44 von RalleGA »
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