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Autor Thema: GRIPPE, auch Schweinegrippe - ein Beitrag aus aktuellem Anlass  (Gelesen 5654 mal)

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Offline busymouse

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Schweinegrippe - ein Beitrag aus aktuellem Anlass

Zur Influenza allgemein

Die Influenza, auch „echte“ Grippe genannt, ist eine durch Viren aus den Gattungen Influenzavirus A oder B ausgelöste Infektionskrankheit. Im Volksmund wird die Bezeichnung Grippe häufig für grippale Infekte verwendet, bei denen es sich aber um verschiedene, in der Regel deutlich harmloser verlaufende Viruserkrankungen handelt.

Influenzaviren vermehren sich im Atemtrakt des Infizierten. Dort können sich bis zu 100.000 neue Influenzaviren in einer einzigen Wirtszelle bilden, bevor diese dann abstirbt und anschließend die freigesetzten Viren weitere Nachbarzellen infizieren. Diese produzieren dann ebenfalls im Schneeballsystem jeweils hunderttausende neue Viren. Dadurch erklärt sich auch die Schnelligkeit, mit der sich in der Regel diese virale Infektion im Körper eines Betroffenen ausbreitet.

Symptome treten nach einer Inkubationszeit von wenigen Stunden bis Tagen auf, jedoch können die Viren bereits zwei Tage vor dem Auftreten der ersten Symptome auf andere übertragen werden. Da die Krankheitsanzeichen relativ unspezifisch sind, können sie mit vielen anderen akuten Atemwegserkrankungen verwechselt werden. Charakteristisch ist allenfalls der oft sehr plötzliche Beginn des Vollbilds der Erkrankung. In der Regel dauern die Symptome 7–14 Tage an. Es können jedoch ein allgemeines Schwächegefühl und Appetitlosigkeit noch einige Wochen darüber hinaus auftreten.

Die wichtigsten Symptome sind ein sehr plötzlicher Krankheitsbeginn mit ausgeprägtem Krankheitsgefühl im ganzen Körper, hohes Fieber bis 40° Celsius, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Müdigkeit, Gliederschmerzen, Augentränen, trockener Husten, trockene Kehle, angeschwollene Nasenschleimhaut, Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen.

Das Gefährliche an der Influenza sind oftmals nicht die Viren selbst, sondern die bakterielle Sekundärinfektion, die auf eine Grippeerkrankung folgt. Da der Organismus aufgrund der Bekämpfung der Influenza-Viren bereits geschwächt ist, können Bakterien leichter in den Körper eindringen, sich vermehren und dort zu weiteren Krankheiten führen.

In ihrer schwersten Verlaufsform kann eine Influenza bei vorerkrankten oder immungeschwächten Personen zu einer primären grippebedingten Lungenentzündung (Influenzapneumonie) oder auch innerhalb weniger Stunden zum Tod führen.

Die Schweine-Influenza

Bei der derzeitigen Influenza-Epidemie in Mexiko, der so genannten Schweinegrippe, handelt es sich um eine Infektion mit Influenza-A-Viren vom Subtyp H1N1, genannt A/H1N1.  Der erste Nachweis dieses Subtyps erfolgte 1930 aus Schweinen, bei denen auch heute noch A/H1N1-Infektionen auftreten. Das Influenza-Virus vom Subtyp A/H1N1 ist also nicht neu, tritt aber dank der hohen Mutationsrate dieses Krankheitserregers immer wieder in neuen Variationen auf, so dass vorhandene Impfstoffe unwirksam sind. Auch gegen die derzeitige Influenza-Epidemie in Mexiko gibt es noch keinen Impfstoff.

Das Virus kann vom Schwein auf den Menschen übertragen, aber auch von Mensch zu Mensch weitergegeben werden. Die Frage nach der Übertragbarkeit der Erreger im Rahmen der Ernährung mit Schweinefleisch wird von den meisten Stellen verhalten mit der Aussage beantwortet, dass der Erreger eine Erhitzung auf über 70° Celsius nicht überlebt.

Die Symptome der Schweinegrippe entsprechen den oben allgemein für die Influenza genannten. Die Zeit zwischen Ansteckung und Ausbruch beträgt wie bei anderen Influenza-Varianten meist nur wenige Stunden bis zu drei Tage. Innerhalb dieser Frist beginnt bereits die Ausscheidung der Viren über die Schleimhäute des Nasen-Rachen-Raums, so dass der Infizierte weitere Menschen anstecken kann. Das hält bis zu sieben Tage an, Personen mit schwächerem Immunsystem sind noch länger ansteckend.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts lässt sich derzeit noch nicht einschätzen, welche Bedeutung das Geschehen für Deutschland haben könnte. Es sei aber grundsätzlich nicht auszuschließen, dass einzelne Influenzafälle durch Reisende eingeschleppt werden.

Die Angst vor einer Pandemie, also vor einem weltweiten epidemischen Auftreten, ist nicht unberechtigt. Andere Varianten dieses Virus haben bereits zu Zeiten, in denen die Menschheit weniger mobil war, gezeigt, dass sie sich pandemisch verbreiten können. Eine Variante dieses Subtyps gilt als Auslöser der so genannten Spanischen Grippe von 1918/1920. In Amerika gab es im Jahr 1976 in New Jersey einen Ausbruch unter Soldaten. Vier Soldaten erkrankten an einer Pneumonie. Es gab einen Todesfall. Die Übertragung erfolgte auch hier von Mensch zu Mensch. Ein erneuter weltweiter Ausbruch, die so genannte Russische Grippe, ereignete sich 1977.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat am 27. April 2009 die pandemische Warnstufe 4 auf einer Skala von 1 bis 6 ausgerufen. Diese Stufe ist charakterisiert durch das Auftreten von Ausbrüchen auf lokaler Ebene.

Erste Labortests aus den USA haben allerdings gezeigt, dass die neue A/H1N1-Variante gegen die Arzneistoffe Oseltamivir und Zanamivir empfindlich ist (Handelsnamen: Tamiflu bzw. Relenza). Nach bisherigen Einschätzungen ist die Schweinegrippe mit diesen Arzneimitteln behandelbar.

Hygiene ist ein bedeutender Beitrag zur Vorbeugung der Influenza. Wichtige Hygieneempfehlungen zur Vorbeugung der Influenza sind zu finden unter:

>>> www.wir-gegen-viren.de


Quellen und weitere Informationen:

>>> Wikipedia: Influenza

>>> Wikipedia: Influenzavirus A/H1N1

>>> Wikipedia: Influenza-Epidemie in Mexiko 2009

>>> Einschätzung des Robert Koch-Instituts zur Situation der Schweinegrippe

>>> Deutsches Notfall-Vorsorge-System des Deutschen Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe

>>> WHO zur Schweine-Influenza (engl.)

>>> www.wir-gegen-viren.de
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Änderungen:
28.09.2009 - Link aktualisiert
« Letzte Änderung: 01. März 2019, 10:02:25 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Schweinegrippe - ein Beitrag aus aktuellem Anlass
« Antwort #1 am: 05. November 2009, 10:51:37 »
Aufklärungsblatt zur Schutzimpfung gegen die Neue Influenza A (H1N1)

Die durch das pandemische Neue Influenzavirus A(H1 NI) verursachte Erkrankung der Atemwege geht häufig mit schlagartig auftretenden Symptomen einher. Zu den häufigsten Symptomen gehören: Fieber, Husten, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und Appetitlosigkeit, ähnlich der alljährlich auftretenden saisonalen Grippe.
Einige Menschen berichten über Übelkeit, Erbrechen und Durchfall. Derzeit ist die Neue Influenza eine in der Mehrzahl der Fälle selbstlimitierende Krankheit, die nicht schwerer verläuft ais die "normale" saisonale Influenza. Chronische Erkrankungen wie zum Beispiel Atemwegs-, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes oder Schwangerschaft können das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf deutlich erhöhen Anders ais bei der saisonalen Grippe sind auch jüngere Personen stärker von schweren Erkrankungen betroffen.
 
Die Inkubationszeit des Neuen Influenzavirus A, (H1N1) scheint ähnlich wie bei der saisonalen Grippe zu sein.
Die Ansteckungsfähigkeit kann bereits kurz (weniger als 24 Stunden) vor Auftreten von Krankheitszeichen beginnen und besteht danach bis zu einer Woche.

Eine Impfung gegen die saisonale Grippe schützt nach aktuellem Kenntnisstand nicht gegen die Neue Influenza A,(H1N1).
 
Impfstoff

Gegen das Neue Influenzavirus A(H1N1) wurden spezifische Impfstoffe entwickelt Bei den eingesetzten Impfstoffen handelt es sich um inaktivierte Impfstoffe (Verabreichung abgetöteter Erreger) gegen den pandemischen Virusstamm Die Zulassung und Anwendung von Impfstoffen gegen die Neue Influenza A(H1 N1) beruht auf der jahrzehntelangen Erfahrung mit saisonalen Grippeimpfstoffen sowie auf klinischen Studien mit Modell-Pandemieimpfstoffen mit dem Antigen der aviären Influenza H5N1.
 
Diese Studien haben gezeigt, dass nach zwei Impfungen ein ausreichender Immunschutz aufgebaut ist Es gibt aber erste Hinweise aus Studien mit den Impfstoffen gegen Influenza A(H1N1), dass für Personen im Alter von 10 - 60 Jahre eine einzige Impfung ausreichen könnte, um einen angemessenen Impfschutz aufzubauen. Deshalb ist für diese Altersgruppe zunächst nur eine Impfung vorgesehen. Sobald weitere klinische Studien ausgewertet sind (Mitte November 2009), wird entschieden,
ob eine zweite Impfung empfohlen wird.

Besonderheit des Impfstoffes gegen die Neue Influenza A(H1N1) ist die Verwendung von Wirkverstärkern (Adjuvanzien) auf Öl-in-Wasser-Basis. Durch diese Zusätze wird die Immunantwort des Körpers verstärkt und eine breitere Schutzwirkung gegen Virusveränderungen erzielt

Die ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt bis zum Vorliegen weiterer Daten, Schwangere mit einem nicht-adjuvantierten Impfstoff zu impfen. Eine Schwangerschaft ist aber keine Gegenanzeige (Kontraindikation) für eine Impfung mit einem Impfstoff der Adjuvanz enthält (z.B. "Pandemrix") Schwangere können daher, insbesondere, wenn besondere Risiken vorliegen
(z. B. chronische Grundkrankheit. erhöhtes Infektionsrisiko) aufgrund einer individuellen Beratung mit einem adjuvantierten Impfstoff geimpft werden, wenn kein anderer Impfstoff verfügbar ist.

Wer sollte nicht geimpft werden?
Die Impfung sollte grundsätzlich nach individueller Nutzen-Risiko-Abwägung vorgenommen werden.
Das gilt insbesondere für chronisch Kranke.
Kinder und Schwangere für die bisher nur wenige oder keine Daten aus klinischen Studien vorliegen.
 
Wer an einer akuten, behandlungsbedürftigen Krankheit mit Fieber leidet, sollte nicht geimpft werden.
Die Impfung sollte dann zum frühestmöglichen Zeitpunkt nachgeholt werden.

Wer an einer nachgewiesenen Allergie gegen Hühnereiweiß leidet sollte nicht mit einem Impfstoff geimpft werden, der aus Hühnereiern gewonnen wurde. Ebenso dürfen Personen mit bekannter starker Überempfindlichkeit gegen In Spuren enthaltene Restbestandteile, wie z.B. Thiomersal, Formaldehyd, Gentamicinsulfat, Natriumdeoxycholat nicht geimpft werden.

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung
(siehe auch Fachinformation „Pandemrix“)

Die Impfung ist allgemein gut verträglich, Durch die Verwendung von Wirkverstärkern (Adjuvanzien) können im Vergleich zu saisonalen Grippeimpfstoffen nach der Impfung etwas häufiger Lokal- oder Allgemeinreaktionen auftreten,
Hierzu gehören:
Rötungen und schmerzhafte Schwellungen an der Injektionssteile, sowie Kopfschmerzen, Fieber, Müdigkeit Gelenk- und Muskelschmerzen, Häufig (von 1/100 bis <1/10 Fällen) können auch Schwellungen von Lymphknoten, Juckreiz oder Blutungen im Bereich der Einstichstelle, verstärktes Schwitzen, Schüttelfrost oder grippeähnliche Symptome auftreten, Gelegentlich (von 1/1.000 bis <1/100 Fällen) sind Allgemeinsymptome wie Frösteln, Benommenheit, Taubheit an Händen und Füßen, Schläfrigkeit, Schlaflosigkeit, Übelkeit, Hautausschlag, Schwindel, generelles Unwohlsein, Erbrechen, Durchfall oder Bauchschmerzen zu beobachten
Nebenwirkungen sind oft der Ausdruck der normalen Auseinandersetzung des Körpers mit dem Impfstoff, In den meisten Fällen treten die genannten Lokal- und Allgemeinreaktionen nur vorübergehend auf und klingen folgenlos wieder ab Seltene und sehr seltene Nebenwirkungen können nicht in klinischen Studien erfasst werden, Aus der Anwendungsbeobachtung der saisonalen Grippeimpfstoffe ist bekannt dass sehr selten allergische Reaktionen am Haut- und Bronchialsystem beobachtet werden; über allergische Sofortreaktionen (anaphylaktischer Schock) wurde nur in Einzelfällen berichtet.
Ebenfalls sehr selten kann es zu einer Vaskulitis oder einer vorübergehenden Verminderung der für die Gerinnungsfunktion des Blutes bedeutsamen Blutplättchenzahl kommen, in deren Folge Blutungen auftreten können.

Das Guillain-Barre`-Syndrom oder andere neurologische Schäden (wie zum Beispiel Nervenentzündungen oder –Erkrankungen) wurden nur in Einzelfällen nach einer Grippeschutzimpfung beobachtet.

Fundquelle: Aufklärungsblatt des Ministeriums für Gesundheit SACHSEN-ANHALT
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Offline RalleGA

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Re: Grippe - Erkältungen + Schweinegrippe - Fragen,Antworten, Tipps
« Antwort #2 am: 17. März 2016, 09:43:08 »
Dieses Nasenspray sollten Sie nicht benutzen    

Die Grippe- und Erkältungszeit lässt viele Leute wieder zum Nasenspray greifen.
Wenn die Nase nicht mehr läuft oder verstopft ist, sind Kopf- und Gliederschmerzen schon ein bisschen besser zu ertragen. Doch bestimmte Mittel sollten nun nicht mehr verwendet werden.
Nasen- oder auch Mundsprays, die den Wirkstoff Fusafungin enthalten, hatten zuletzt vermehrt zu schweren allergischen Reaktionen bei Kindern und Erwachsenen geführt.
In seltenen Fällen könne es sogar zu Bronchospasmen, also heftigen Verkrampfungen der Bronchien kommen. Zudem könne das Spray Resistenzen fördern.

Ausfühlich und Fundquelle: Die WELT vom 20.02.2016
« Letzte Änderung: 17. März 2016, 09:52:52 von RalleGA »
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Re: GRIPPE, auch Schweinegrippe - ein Beitrag aus aktuellem Anlass
« Antwort #3 am: 01. März 2019, 10:01:15 »
Kochsalzlösung statt Nasenspray 

Eine verstopfte Nase ist für Kinder lästig.
Eltern können mit Kochsalzlösung helfen.
Vier bis fünf Mal täglich je einen Tropfen in jedes Nasenloch träufeln. 

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  November 2018
« Letzte Änderung: 01. März 2019, 10:03:32 von RalleGA »
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