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Autor Thema: Neues zur Darmkrebsvorsorge  (Gelesen 2659 mal)

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Offline busymouse

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Neues zur Darmkrebsvorsorge
« am: 04. Februar 2009, 15:17:52 »
03.02.2009
Darmkrebs-Früherkennung: Vorstufen per Immuntest sicherer entdecken

Heidelberg (dkfz) - Die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Darmkrebs. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun, dass einige immunologische Tests dem gebräuchlichen enzymatischen Verfahren (HaemOccult) deutlich überlegen sind. Allerdings stellten sie große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Tests verschiedener Anbieter fest.

Ein Großteil der rund 73.000 Fälle von Darmkrebs, die jährlich in Deutschland festgestellt werden, ließe sich vermeiden: Werden die Krebsvorstufen – als Adenome bezeichnete Veränderungen an der Darmschleimhaut – frühzeitig entdeckt und entfernt, so kommt der Krebs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum Ausbruch.

Daher bieten die Krankenkassen in Deutschland allen Versicherten vom 50. Lebensjahr an einen kostenfreien Test auf verborgenes („okkultes“) Blut im Stuhl an, der Hinweise auf Vorstufen von Darmkrebs geben kann. Darüber hinaus haben die Versicherten ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre einmal Anspruch auf eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Darmspiegelung, Koloskopie).

Eine Koloskopie entdeckt Darmkrebsvorstufen mit großer Sicherheit von über 90%. Dennoch nehmen, hochgerechnet auf die 10-Jahres-Spanne zwischen den zwei kostenlosen Darmspiegelungen, nur etwa 30 Prozent aller Berechtigten daran teil, weil sie die Untersuchung scheuen. „Die einfachen Labortests auf okkultes Blut im Stuhl sind daher trotz allem wichtig, um auch diejenigen zu erreichen, die keine Darmspiegelung wahrnehmen“, erklärt Professor Hermann Brenner, der im Deutschen Krebsforschungszentrum die Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung leitet.

Der gebräuchliche und von den Kassen erstattete HaemOccult-Test hat jedoch entscheidende Nachteile: Er ist wenig empfindlich, außerdem kann das Testergebnis, das auf einem enzymatischen Nachweis des Blutfarbstoffs beruht, durch Nahrungsbestandteile – etwa Fleisch oder Vitamin C – verfälscht werden. Immunologische Nachweisverfahren dagegen beruhen auf einem sehr spezifischen Nachweis von Blutbestandteilen durch Antikörper.

Um die Aussagekraft verfügbarer Tests zu vergleichen, hat Brenners Team eine groß angelegte Studie durchgeführt. Die Epidemiologen untersuchten Stuhlproben von 1319 Menschen, die sich zu einer normalen Vorsorge-Endoskopie angemeldet hatten. Alle Proben wurden mit dem HaemOccult-Verfahren sowie mit sechs verschiedenen immunologischen Tests untersucht. Bei den untersuchten Verfahren handelte es sich um sogenannte Schnelltests, deren Ergebnis ohne aufwändige Laboranalytik in jeder Praxis direkt ermittelt werden kann. Die Testergebnisse wurden anschließend mit den Resultaten der Darmspiegelung abgeglichen.

Die Forscher fanden heraus, dass die immunologischen Tests dem HaemOccult-Verfahren eindeutig überlegen waren, was das Aufspüren von Krebsvorstufen betrifft. So entdeckten sie durchweg einen mehr als doppelt so hohen Anteil der Darmkrebsvorstufen. Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den Immuntests, ein Teil der Tests gab zu häufig „falschen Alarm“. Für die Früherkennung eignen sich solche Tests am besten, die eine hohe Entdeckungsrate haben und gleichzeitig bei unauffälligem Befund zuverlässig Entwarnung geben.

„Angesichts der Häufigkeit von Darmkrebs könnte eine konsequente Früherkennung hier einen bedeutenden Beitrag zur Krebsprävention leisten“, sagt Hermann Brenner. „Trotz des Angebots der kostenfreien Darmspiegelung hat die Untersuchung auf okkultes Blut weiterhin einen hohen Stellenwert, etwa auch in Ländern, die nicht über die Ressourcen verfügen, allen Menschen eine Koloskopie anbieten zu können. Daher ist es entscheidend, dass die besten verfügbaren Tests eingesetzt werden, um die Stuhluntersuchung in ihrer Aussagefähigkeit zu verbessern. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre es wünschenswert, dass die immunologischen Tests als Kassenleistung übernommen werden, auch wenn sie etwas teurer sind als der herkömmliche enzymatische Test.“

Pressemeldung des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ)
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Offline RalleGA

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Re: Neues zur Darmkrebsvorsorge
« Antwort #1 am: 27. Juni 2019, 10:06:31 »
Künftig Darmspiegelung für Männer ab 50   

Zur Darmkrebsvorsorge können Männer künftig bereits ab 50 Jahren auf Kosten der gesetzlichen Krankenkassen eine Darmspiegelung vornehmen lassen. Zuvor sei die Untersuchung gesetzlich Versicherten erst ab 55 Jahren angeboten worden.

Offiziell startet das Angebot am 19. April 2019, weil der Beschluss des zuständigen Gremiums vor sechs Monaten in Kraft trat.
Ab 1. Juli könnten die Kassen zudem damit beginnen, Einladungen zur Teilnahme am Darmkrebs-Screening herauszusenden,
berichtete der Gemeinsame Bundesausschuss von Ärzten, Kassen und Kliniken (G-BA).

Mit der gesenkten Altersgrenze werde der Tatsache Rechnung getragen, "dass das Erkrankungsrisiko bei Männern bereits ab 50 deutlich ansteigt". Bei Frauen bleibt die Schwelle bei 55 Jahren.
Bei besonderen Risiken oder Beschwerden können nach wie vor unabhängig davon Darmspiegelungen erfolgen.   

Für beide Geschlechter gilt: Nach mindestens zehn Jahren besteht Anspruch auf eine zweite Darmspiegelung.
Nimmt man das Angebot erst ab 65 Jahren wahr, hat man nur Anspruch auf eine derartige Untersuchung.
Ab 75 wird Darmkrebsvorsorge laut Burda-Stiftung nicht mehr empfohlen.

Frauen und Männer können zwischen 50 und 54 Jahren jährlich einen Test auf verstecktes Blut im Stuhl durchführen lassen.
Auffällige Befunde können dann ebenfalls mit einer Darmspiegelung (Koloskopie) abgeklärt werden.
Sie ist nach Angaben der Burda-Stiftung die effektivste Methode, um Darmkrebs frühzeitig zu erkennen.   

Das sind die Risikofaktoren
Laut dem Zentrum für Krebsregisterdaten wurde Darmkrebs hierzulande 2014 rund 61.000-mal diagnostiziert, rund 25.000 Patienten starben. Darmkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten. Rauchen, Übergewicht, ballaststoffarme Ernährung, Bewegungsmangel und regelmäßiger Konsum von rotem Fleisch und Alkohol sind Risikofaktoren.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2019
« Letzte Änderung: 27. Juni 2019, 10:08:04 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.