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Autor Thema: Thematik: RHEUMA - u.a. Infos zu Rheuma bei Kindern und vieles mehr  (Gelesen 7942 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Thematik: RHEUMA - u.a. Infos zu Rheuma bei Kindern und vieles mehr
« Antwort #15 am: 10. Oktober 2018, 09:50:56 »
Rheuma kommt selten allein
 
Telefonaktion am Weltrheuma-Tag 12.Oktober 2018

0800 – 533 2211  - von 16 – 19 Uhr


Als ob Rheuma allein nicht schon schlimm genug wäre:
Bis zu 80% der Patienten mit einer rheumatoiden Arthritis leiden an mindestens einer Begleiterkrankung.
Besonders häufig sind demnach Herz-Kreislauferkrankungen, Osteoporose und Depression.
Zu den so genannten Komorbiditäten zählen aber auch Erkrankungen der Nieren, der Lunge, des Magen-Darmtrakts
sowie Diabetes und Krebserkrankungen.   
Die Lebensqualität der Betroffenen hängt stark von der Anzahl und Schwere der Begleiterkrankungen ab.

Das gilt auch für die Lebenserwartung:

Komorbiditäten des Herz-Kreislaufsystems zählen zu den häufigsten Todesursachen bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen.
Wie Komorbiditäten erkannt, diagnostiziert und behandelt werden können und was Betroffene 
selbst zur Vorbeugung tun können, dazu informieren Rheumatologen anlässlich des Welt-Rheuma-Tags 2018 am Lesertelefon und im Chat.

Begleiterkrankungen bei Rheuma können verschiedene Ursachen haben:

Zum Teil gehen sie auf dieselben Risiken zurück, die an der Entstehung der rheumatischen Erkrankung beteiligt sind, zum Teil sind sie eine Folge der Nebenwirkungen der medikamentösen Rheuma-Therapie.
Doch die größte Rolle spielen Entzündungsprozesse im Körper, die für rheumatische Erkrankungen ursächlich sind.

Studien zeigen:

Es existiert ein direkter Zusammenhang zwischen der Entzündungsaktivität und dem Auftreten von Herz-Kreislauferkrankungen.
Das heißt im Umkehrschluss: Je besser die Entzündungsaktivität durch die Rheuma-Therapie kontrolliert wird, desto geringer das Risiko von Schlaganfall, Herzinfarkt und Co.

Für die Betroffenen bedeutet dieser direkte Zusammenhang die Chance auf eine höhere Lebensqualität und -erwartung.
Wird das Ziel einer optimalen Krankheitskontrolle mit allen verfügbaren therapeutischen Mitteln verfolgt,
können damit auch Begleiterkrankungen wirksam verhindert oder behandelt werden.
Patienten, deren rheumatische Erkrankung zum Stillstand gekommen ist - medizinisch Remission genannt -
weisen sogar ein niedrigeres Risiko für Herz-Kreislauferkrankungen auf als der Bevölkerungsdurchschnitt.
Voraussetzung dafür sind eine frühzeitige Erkennung von Begleiterkrankungen, die Zusammenarbeit der an der Diagnose und Behandlung beteiligten Ärzte und der Zugang zu modernen Therapieangeboten für alle Rheuma-Patienten.
Als wichtigen Schlüssel zu einer besseren Behandlung von Begleiterkrankungen bei Rheuma betrachtet die Deutsche Rheuma-Liga die Information der Betroffenen.

Wer die Zusammenhänge von Krankheitsursachen, Therapiezielen wie Remission, Krankheitskontrolle und Begleiterkrankungen versteht, kann seine Interessen im Gespräch mit behandelnden Ärzten besser vertreten.
Das betrifft nicht allein Menschen mit rheumatoider Arthritis.
Auch die ankylosierende Spondylitis, die Psoriasis-Arthritis, Kollagenosen und Vaskulitiden zählen zu den Rheumaformen,
die erhöhte Aufmerksamkeit verlangen.
Auch Patienten mit Gicht - eigentlich eine Stoffwechselerkrankung sollten das Thema mit ihrem Arzt besprechen.
Betroffen sind zudem nicht allein ältere Patienten.

Das Thema Komorbiditäten umfasst auch alle Formen der Juvenilen Arthritis.
Eine bessere Information kann zudem die Eigenverantwortung der Patienten fördern, z.B. indem sie ihre Therapie konsequent einhalten und durch Bewegung, Ernährung und eine aktive Zusammenarbeit mit dem Rheumatologen unterstützen.

Nach Einschätzungen der European League Against Rheumatism (EULAR) besteht bei der Prävention,
systematischen Erfassung und Behandlung der Begleiterkrankungen deutlicher Verbesserungsbedarf.

Wenn bis zu 80% der Betroffenen an einer Begleiterkrankung leiden, ist es doch nur eine logische Folge,
dass wir uns auch für die Erkennung und Behandlung von Komorbiditäten einsetzen.
Anlässlich des Welt-Rheuma-Tages 2018 fordern wir deshalb Ärzte und Krankenkassen dazu auf, Begleiterkrankungen bei Rheuma-Patienten mehr Aufmerksamkeit zu widmen und die damit verbundenen Kosten zu tragen.

Außerdem halten wir es für dringend erforderlich, dass Hausärzte und Fachärzte wie Rheumatologen,
Kardiologen oder Nephrologen ihre Zusammenarbeit intensivieren, um Komorbiditäten früher zu erkennen und gemeinsam zu behandeln.

Wer ist besonders vom Risiko einer Begleiterkrankung betroffen?
Was sind frühe Anzeichen einer Begleiterkrankung bei Rheuma?
Wie kann die Rheuma-Therapiedazu beitragen, Begleiterkrankungen zu verhindern?
Was bedeutet das Therapieziel Remission genau?
Was kann ich selbst tun, um Begleiterkrankungen zu vermeiden?


Wie man sich als Rheuma-Patient vor Begleiterkrankungen schützen kann, wie man sie möglichst früh erkennt und welche Behandlungsmöglichkeiten heute existieren, dazu informieren Rheumatologen am Lesertelefon der Deutschen Rheuma-Liga anlässlich des Welt-Rheuma-Tages 2018 so wie in einem Expertenchat.
Die Aktion wird mit Mitteln des Bundesministeriums für Gesundheit gefördert.

Fundquelle: Auszug „General-Anzeiger“ – `Altmark` Oktober 2018
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2018, 09:54:06 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Thematik: RHEUMA - u.a. Infos zu Rheuma bei Kindern und vieles mehr
« Antwort #16 am: 08. Februar 2019, 08:19:10 »
Arbeiten mit Rheuma

mit Förderung einfacher und besser möglich

Rheuma beeinflusst den Alltag von Betroffenen stark.

Das betrifft häufig auch den Job.
Kein Grund aber, den Mut zu verlieren.
Von der Anpassung des Arbeitsplatzes bis zu neuen Positionen im Unternehmen: Es gibt viele Optionen.
Und eine Menge davon wird gefördert.
Schmerzen, Entzündungsschübe in den Gelenken und Erschöpfung:
Rheumatiker müssen damit in ihrem Alltag zurechtkommen.
Das wirkt sich häufig auch auf den Job aus.
Seinen Beruf deshalb zwangsläufig an den Nagel hängen, muss man aber keineswegs.
Oft könne der Arbeitsplatz so umgestaltet werden, dass man seine berufliche Tätigkeit weiterhin ausüben kann.
AG sind sogar gesetzlich verpflichtet, im Rahmen ihrer betrieblichen Möglichkeiten kranken Beschäftigten die Teilhabe am Arbeitsleben zu ermöglichen. Wer etwa im Büro arbeitet und an einer in den Finger- und Handgelenken auftretenden rheumatoiden Arthritis leidet, dem kann eine besondere Computertastatur samt Maus helfen.

Arbeitnehmer mit rheumatischen Beschwerden sollten so früh wie möglich das Gespräch mit ihrem Vorgesetzten suchen. Dabei ist selbstbewusstes Auftreten wichtig.
Tipp: im Gespräch auf die eigenen Stärken hinweisen und gleichzeitig auf berufliche Reha-Möglichkeiten aufmerksam zu machen.
Mitunter sind betriebsgebundene Umbauten wie Auffahrrampen, automatische Türen, Treppenlifte oder barrierefreie Sanitäranlagen nötig, damit ein AN weiterhin seinen Job machen kann.
Oft werden AG für solche Investitionen vom Integrationsamt der jeweiligen Kommune Zuschüsse und Darlehen bewilligt.

Für Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben sind unter anderem die Rentenversicherung, die gesetzliche Krankenversicherung, die gesetzliche Unfallversicherung, die Bundesagentur für Arbeit oder die Träger der Sozialhilfe zuständig.
Diese sogenannten Reha-Träger haben in allen Landkreisen und kreisfreien Städten Ansprechstellen für Rehabilitation eingerichtet.
Rheumatiker können sich dort oder auch in den Landesverbänden der Rheuma-Liga beraten lassen.   

Rheumatiker können z.B. Zuschüsse beantragen, wenn sie dauerhaft ein Auto brauchen,
um ihre Arbeitsstätte zu erreichen - und  es erst gekauft oder behindertengerecht umgebaut werden muss.

Rheuma trifft nicht nur Ältere. Auch viele Jüngere leiden darunter.
Nach Schätzungen der Deutschen Rheuma-Liga gibt es bundesweit 17 Millionen Erkrankte - viele von ihnen stehen mitten im Berufsleben.

Welche Grenzen sind ihnen gesetzt?   
Generell sind nahezu alle Berufe für Rheumatiker geeignet.
Oft sind innerbetriebliche Veränderungen möglich, um die Arbeit zu erleichtern. Idealerweise kann die Tätigkeit möglichst in wechselnden Körperhaltungen ausgeübt werden, also sitzend, stehend oder gehend.
So bleiben die Gelenke in Bewegung - das tut ihnen gut.
Wenig förderlich sind Kälte, Erschütterungen am Arbeitsplatz - etwa als Arbeiter auf einer Baustelle - oder das Heben von Lasten.

Wenn eine Tätigkeit nicht mehr möglich ist, können Beschäftigte oft auf einen anderen Arbeitsplatz innerhalb der Firma wechseln. So kann etwa die Arzthelferin, die ihre Finger nicht mehr so gut bewegen kann und daher Probleme beim Blutabnehmen hat: am Empfang arbeiten.
Oder der Heizungsbauer, der keine schweren Rohre mehr tragen kann, kümmert sich um den Kundendienst.
Allerdings klappt so ein betriebsinterner Wechsel nicht immer.

In solchen Fällen kommt gegebenenfalls eine Weiterbildung oder eine Umschulung infrage.

Mit einer Weiterbildung etwa kann sich ein Bäcker kaufmännische Fähigkeiten aneignen, sodass er in einem Unternehmen seiner Branche im Büro arbeiten kann. Mit einer Umschulung bereitet man sich auf ein völlig neues Tätigkeitsfeld vor. Sowohl Weiterbildung als auch Umschulung werden von der Rentenversicherung oder von der Arbeitsagentur genehmigt und finanziert.

Wer aus gesundheitlichen Gründen in seiner Arbeitsfähigkeit deutlich eingeschränkt ist, hat unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf eine Erwerbsminderungsrente. Aber in vielen Fällen sind Betroffene in der Lage, mithilfe von Medikamenten und gelenkschonender Bewegung in ihrer Freizeit ihre Erkrankung gut in den Griff zu bekommen.

Für Rheumatiker werden von Vereinen häufig spezielle Bewegungsprogramme angeboten.
Auch Sportarten wie Wassergymnastik oder Walken sind zu empfehlen. In Selbsthilfegruppen kann man von den Erfahrungen anderer profitieren - und sieht: Man ist mit seinem Schicksal nicht allein.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Woche“  Oktober 2018
« Letzte Änderung: 08. Februar 2019, 09:39:37 von RalleGA »
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Re: Thematik: RHEUMA - u.a. Infos zu Rheuma bei Kindern und vieles mehr
« Antwort #17 am: 01. April 2019, 09:30:14 »
Rheumatiker sollten auf tierische Fette verzichten 

Doch wie kommen Betroffene dennoch an wichtige Fettsäuren und andere Nährstoffe? 

Rheumapatienten sollten darauf achten, die richtigen Fette zu essen.
Denn tierische Fette befeuern die Entzündung eher, heißt es in der Zeitschrift "Senioren Ratgeber" (Ausgabe 1/2019).   

Schweineschmalz z.B. ist deshalb für Betroffene ungeeignet, Fleisch und Wurst sollten sie nur zweimal pro Woche essen.
Und auch Eier sind bei Rheuma eher ungünstig.

Das sollten Rheumapatienten auch beachten, wenn sie z.B. Nudeln kaufen, und eher zur Variante ohne Ei greifen. 
Fettreicher Fisch dagegen enthält den Angaben nach sogenannte Omega-3-Fette, die entzündungshemmend wirken.
Lachs, Makrele oder Hering dürfen Betroffene daher ruhig zwei- bis dreimal pro Woche essen.
Milchprodukte dagegen sollten bei Rheuma eher fettarm sein.
Vollkornprodukte liefern außerdem wichtige Mineralstoffe, der Kalziumbedarf lässt sich gut mit Gemüse wie Lauch und Brokkoli decken.   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2019
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