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Autor Thema: Wohnen - rechtzeitig barrierefr planen+ Fördermittel+ Rieser-Rente noch schöner  (Gelesen 37208 mal)

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Offline RalleGA

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barrierefreie Bauplanung

Beim Hausbau ans Alter denken   


Schon bei der Bauplanung ist ein Gedanke ans Alter nicht verkehrt - etwa, wenn es um den Hauseingang geht.
Hier gibt es häufig Treppenstufen, die später einmal zur Qual werden könnten.
Hinweis: bei der Bauplanung abzuwägen, ob ein späterer Umbau möglich sein wird.
Denn die meisten Vorgärten bieten dafür nicht ausreichend Platz.

Rechenbeispiel:

Ein Gefälle von 6% beim Ersatz einer 16 Zentimeter hohen Eingangsstufe würde eine Rampenlänge von rund 2,67 m zur Folge haben.
Viele Häuser haben aber 2-3 Stufen.
Außerdem für den privaten Bereich gibt es keine Regelungen zur Steigung, allerdings seien die im öffentlichen Bereich
maximal zulässigen 6% bereits recht steil. Eine Rampe mit mehr Komfort müsste also noch länger sein.
Daher nochmals: den Verzicht auf Stufen am Hauseingang abzuwägen.
Zwar seien diese üblich, aber nicht nötig.

Die Baufirmen verlegten den Eingang und das Erdgeschoss gerne etwas in die Höhe,
um somit auch die Abdichtung des Kellers höher ziehen zu können.
Das soll Feuchteschäden vermeiden.
Eine alternative Lösung dafür müsste also bei der Bauplanung auch bedacht werden.   

Fundquelle: Auszug – „GENARAL-ANZEIGER“  - Altmark Mai 2018
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2018, 09:01:51 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Die passende Dusche finden

Bodennah und mit Wellness-Faktor


Eine kalte Dusche wirkt manchmal Wunder - eine warme Dusche ist eine Wohltat. Weil es Duschen mittlerweile wie Sand am Meer gibt,
ist die Planung eines Bad-Neubaus oder Umbaus mittlerweile eine komplizierte Sache.

Duschwanne oder ebenerdige Dusche?

Eine bodenebene Dusche möchte jeder haben.
Aber ob man eine ebenerdige Dusche einbauen kann hängt von Boden und Bausubstanz ab:
Denn eine solche Konstruktion braucht ein Gefälle und ein System über das Wasser auch in großen Mengen ablaufen kann.
Ansonsten droht eine Überschwemmung im Badezimmer - nicht nur wenn der Abfluss verstopft ist.
Besonders leistungsstark sind Duschrinnen mit Doppellauf, denn sie garantieren eine Gesamtablaufleistung von bis zu einem Liter pro Sekunde.  Auch auf den Belag sollte man achten: Sind bodenebene Duschen gefliest, können sich in den Fugen Kalk und Schmutz ablagern. Damit sind sie aufwendiger zu reinigen als Duschwannen.

Regendusche oder Handbrause?

Keine Frage: Regenduschen verwandeln die Dusche in ein kleines Spa.
Durch die Beimischung von Luft wird der Wasserschwall in dicke, einzelne Tropfen zerteilt und sorgt so
für eine leichte Massage auf der Haut. Regenduschen lassen sich an Wand oder Decke montieren.
Es gibt sie in verschiedenen Größen, mit Spezialeffekten wie Licht und unterschiedlichen Wasserdruck-Systemen. 
Auch die Technik hat sich hier weiterentwickelt: Bei manchen Handbrausen könne man zwischen bis zu 7 verschiedene Strahlarten auswählen. Angefangen von einem leichten Monsun über kräftigen Regen bis hin zu einem pulsierenden Strahl mit richtig Power dahinter.
Mit Blick auf die Reinigungsfreundlichkeit gibt es für Wischmann aber kein, Entweder - Oder:
Denn selbst wenn man eine Regendusche fest installiert, sollte man auf eine Handbrause nicht verzichten.

Einhebelmischer oder Thermostat?
Die Bedienung eines Thermostats ist recht einfach:
Über einen Regler stellt man die exakte Wassertemperatur ein, über einen weiteren reguliert man die Wassermenge.
Dieses Prinzip, bei dem dem kalten Wasser konstant die gleiche Menge heißes Wasser hinzugefügt wird, hat einen entscheidenden Vorteil: Die Temperatur bleibt die gesamte Zeit über gleich - auch wenn jemand woanders in der Küche einen Wasserhahn auf- oder man selbst das Wasser abdreht. Die voreingestellte Temperatur ist exakt dieselbe wie vorher, und somit besteht ein optimaler Verbrühschutz -
ideal auch für Familien mit Kleinkindern. Aber ein Thermostat ist oft teurer als eine Einhebelarmatur.
Der kann es aber dabei helfen, die Wasserkosten zu senken.

Fundquelle: Auszug – „GENARAL-ANZEIGER“  - Altmark Mai 2018
« Letzte Änderung: 29. November 2018, 13:37:11 von RalleGA »
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Tipps für den altersgerechten Neu- und Umbau

Hürden beseitigen


An manches denkt man beim Hausbau oder einem Umbau einfach nicht - und ärgert sich dann Jahre später. Denn dann zeigt sich z.B.,
dass im Alter und bei Bewegungseinschränkungen zu hohe Stufen und Küchenmöbel oder zu enge Türen zum Problem werden.

Bis ins hohe Alter zu Hause wohnen – das wünschen sich viele.

Doch der Lebensabend kann beschwerlich sein, wenn das Eigenheim nicht mehr zu den Bedürfnissen der Bewohner passt.
Für einen Rollstuhlfahrer werden schon ein paar Stufen zur Haustür zum unüberwindlichen Hindernis.   

Und es gibt noch andere typische Tücken im Haus, die lange unbemerkt bleiben - im Alter oder bei einer Behinderung die Bewohner aber vor Probleme stellen. Aber das kann vermieden werden.
Das ist oft möglich, ohne die Baukosten nennenswert zu erhöhen.
Auch Komfort und Ausstrahlung der Wohnung müssen nicht darunter leiden.   

Stufen am Eingang:
Stufen am Eingang oder im Garten können zu Hindernissen werden.
Sollen sie zur rollstuhlgerechten Schräge umgebaut werden, kommt ein Problem dazu: Im Vorgarten reicht der Platz dafür nicht aus.
Der VPB rechnet vor:
Ein Gefälle von 6% beim Ersatz einer 16 cm hohen Eingangsstufe hätte eine Schräge von rund 2,67 Metern zur Folge.
Viele Häuser haben aber zwei oder drei Stufen.
Tipp: grundsätzlich von vornherein Schrägen statt Stufen einzuplanen.
Und, wo es geht, möglichst ebenerdig bauen.   

Enge Türen:
Türen sollten so breit sein, dass ein Rollstuhl durchkommt.
Das Idealmaß sind 90 cm, aber auch mit schmaleren Türen kann man mit geeigneten Rollstühlen zurechtkommen.
Umsichtige Bauherren planen vor allen Türen im Haus eine Fläche von 1,50 x 1,50 m ein - für das Rangieren des Rollstuhls.
Die Türen müssen sich zum größeren Raum hin öffnen. 

Steile Treppen:

Enge, steile Treppen sind schon für jüngere Leute nicht einfach zu bewältigen, vor allem,
wenn sie etwas hinauf- oder heruntertragen müssen.
Im Alter ist das noch beschwerlicher, und es besteht Sturzgefahr.
Statt einer schicken Wendeltreppe ist es ratsam, eine einfache und ausreichend breite Treppenform zu wählen und sie blendfrei auszuleuchten. Ein griffiger Handlauf an beiden Seiten gibt zusätzliche Sicherheit.

Zu wenige Steckdosen:

Ältere Häuser haben meist zu wenige Steckdosen.
Ihre Anzahl wurde für den Bedarf vor 20, 30 Jahren konzipiert. Wer heute ein Haus baut oder modernisiert, sollte auch die Entwicklung bedenken - und an jedem Wandabschnitt mindestens eine Doppelsteckdose anbringen lassen.
Und es ist besser, eine Steckdose mehr einzuplanen als zu wenig.
In Zukunft werden eher mehr als weniger Elektroanschlüsse benötigt, eine Folge der Vernetzung von Computern und Hausgeräten.
Assistenzsysteme wie für die Überwachung des Herdes, der Heizung und von Elektrogeräten oder das automatische Türöffnen benötigen zusätzliche Anschlüsse. All diese Systeme sind mit dem elektrischen Leitungsnetz der Wohnung verbunden, das auf die Bedürfnisse der Bewohner ausgelegt sein muss.
Um für zukünftige Anwendungen gerüstet zu sein, empfiehlt sich, auch genügend Leerrohre zu verlegen.
Darin können dann nachträglich Leitungen verlegt werden, ohne die Wände aufstemmen zu müssen.   

Küchenschränke:

Eine Küche tauscht man nicht so oft aus. Wer sich dem Alter nähert, sollte daher bedenken, dass man mit einem Rollstuhl oder einem Rollator in einer herkömmlichen Küche oft nur schwer zurechtkommt und Küchenschränke, Herd und Arbeitsplatte nur bedingt erreicht.
Höhenverstellbare Küchenschränke, Arbeitsflächen, an denen man im Sitzen arbeiten kann,
ein absenkbares Kochfeld – auf solche Features sollte man beim Küchenkauf achten.
Dann müsste im Fall der Fälle keine neue Küche angeschafft werden.                                 

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2018
« Letzte Änderung: 04. Januar 2019, 09:59:18 von RalleGA »
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Barrierefreie Badezimmer helfen in vielen Situationen

Die Altersstruktur in Deutschland ändert sich zunehmend


2030 wird bereits jeder zweite Bundesbürger sein 50. Lebensjahr vollendet haben.
Der demografische Wandel stellt die Gesellschaft vor neuen Herausforderungen, insbesondere beim Bedarf nach altersgerechten Wohnungen. Vor allem die Nachfrage nach barrierefreien Badlösungen ist in den letzten Jahren sprunghaft gestiegen. Schließlich nimmt das Badezimmer für ein selbstständiges Wohnen im Alter eine Schlüsselrolle ein.

Barrierefreies Bauen richtet sich aber keineswegs nur an Menschen
mit Behinderungen oder pflegebedürftige Personen - sondern
grundsätzlich an alle Menschen in allen Lebenssituationen.


Ein barrierefreies Bad kann schließlich richtig chic aussehen und technisch auf dem neuesten Stand sein.    

Barrierefreiheit kann sich auf viele Bereiche im Bad beziehen:
auf die Türen, auf Boden- und Wandbeläge, auf den Waschtisch, die Dusche,
die Badewanne und den WC-Bereich.


Wer eine entsprechende Modernisierung plant, sollte vorher einen Fachhandwerker mit der Prüfung beauftragen, der erstellt dann ein schlüssiges Gesamtkonzept erstellen.
Besonders geschulte Handwerksbetriebe findet man beispielsweise unter www.wasserwaermeluft.de  im Bereich Sanitär barrierefreies Bad. Hier gibt es auch zehn praktische Tipps zum Thema.   

Um die Tür mit Hilfsgeräten sicher passieren zu können, darf es z.B. keine Schwelle geben.
Die Türen sollten mindestens 90 cm breit sein und sich nach außen öffnen.
Beim Thema Helligkeit etwa wird eine starke Beleuchtung empfohlen:
Licht aus mehreren Quellen wirft keine Schlagschatten.
Und vor allem bei der Dusche sollte man auf Ebenerdigkeit achten.

Bei den Planungen für ein barrierefreies Badezimmer müssen stets die individuellen Anforderungen der Nutzer berücksichtigt werden. Zudem sollte es zukunftstauglich und individuell anpassbar sein, schließlich können sich Bedürfnisse ändern.

In ihrer "Checkliste Barrierefreie Bäder" hat die "Aktion Barrierefreies Bad" z.B. neben allgemeinen Informationen und Empfehlungen auch die Wichtigsten Anforderungen für Sanitärräume von Wohnungen laut der entsprechenden aktuellen DIN-Norm zusammengetragen.
Sie kann dem privaten Bauherrn Anhaltspunkte und Orientierungen für den Bau oder Umbau von barrierefreien Bädern liefern.
Ob es für den Umbau zum barrierefreien Bad Geld vom Staat gibt, erfährt man wiederum auf www.aktion-barrierefreies-bad.de .
Hier sind alle Informationen zum KfW-Zuschussprogramm 455 „Altersgerecht umbauen" erhältlich.

Fundquelle: Auszug – „GENARAL-ANZEIGER“  - Altmark Juli 2018
« Letzte Änderung: 13. Januar 2019, 13:09:49 von RalleGA »
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Nicht mit Rollstuhl die Treppe hoch…   :-[

Die Firma Allgood Trio fand, dass sich das ändern muss.    :so

Deshalb hat sie eine geniale Lösung entwickelt,
um sicherzustellen, dass Menschen im Rollstuhl Treppen an öffentlichen Orten leicht hoch- und wieder herunterkommen.

Diese Erfindung ist wirklich eine sehr praktische und günstige Lösung, besonders wenn Sie nicht das Geld für einen hochmodernen elektrischen Rollstuhl haben.
Diese Frau kam mit ihrem Rollstuhl nicht die Treppe hoch.

Warten Sie ab, was passierte, als sie DIESEN Knopf
HIER drückte.
« Letzte Änderung: 10. Februar 2019, 09:32:40 von RalleGA »
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Wohnen

dürfen Eigentümer eine Wohnung an Feriengäste vermieten?


Eine Frau möchte ihre Wohnung an Feriengäste vermieten - aber die Nachbarn machen dagegen geschlossen Front.
Sie wollen nicht ständig neue Leute im Haus. Gestritten wird längst vor Gericht.
Seit 14.2.2019 beschäftigt der Fall aus Papenburg im Emsland in letzter Instanz den Karlsruher BGH.
Ihr Urteil wollen die Richter Mitte April verkünden.

Worum genau geht es?

In der Wohnungseigentümergemeinschaft (WEG) sind kurzzeitige Vermietungen ausdrücklich erlaubt - bis zum 29. März 2017:   ???
An diesem Tag beschließt die Eigentümerversammlung mit Dreiviertel-Mehrheit, dass die acht Wohnungen künftig nicht mehr täglich oder wöchentlich wechselnden Feriengästen überlassen werden dürren, auch nicht anderen Leuten, die nur kurz in der Gegend sind.
Die Klägerin will das nicht akzeptieren.

Welche Spielregeln gelten unter Eigentümern?
Das wichtigste Dokument ist die sogenannte Teilungserklärung.
Sie ist gewissermaßen die Verfassung der WEG.
Üblicherweise wird sie ganz am Anfang vereinbart.
Änderungen müssen grundsätzlich alle zustimmen.
Weil das sehr unflexibel ist, enthalten viele Teilungserklärungen aber Öffnungsklauseln.
Darin steht, dass bestimmte Regelungen auch schon mit einer festgelegten Mehrheit verändert werden dürfen.
So eine Klausel haben sich die Ferienwohnungsgegner zunutze gemacht.

Warum könnte das problematisch sein?
Der BGH hat 2010 in einem ähnlichen Streit aus Berlin entschieden, dass die Eigentümer einem der ihren das Vermieten an Touristen und Geschäftsreisende nicht einfach so verbieten können.
Bis dahin war umstritten, ob dies noch - zulässige - Wohnnutzung oder gewerbliche Nutzung ist.

Die Richter entschieden sich für die erste Lesart: Die Wohnung diene ja auch den Gästen als Unterkunft.
Grundsätzlich kann jeder Eigentümer laut Urteil seine Wohnung nutzen wie er will - solange er die anderen damit nicht beeinträchtigt.

Was geht noch, was nicht?
Dass zu Kurzzeit-Gästen keine persönliche Beziehung entsteht und im Haus fremde Leute ein- und ausgehen,
ist nach dem Urteil von 2010 kein Hindernisgrund.

So etwas könne einem auch mit anderen Nachbarn passieren.
Es sei auch nicht unbedingt gesagt, dass Touristen mit der Anlage weniger pfleglich umgehen.

Wann das Maß überschritten sein kann, zeigt eine Entscheidung von 2012:
Damals sprach der BGH Berliner Mietern Mietminderung zu (Az V ZR 112/18) weil in dem Haus in immer mehr Wohnungen junge Touristen wohnten, die nachts Partys feierten, an den Wohnungstüren klingelten, den Fahrstuhl blockierten und das Treppenhaus vermüllten.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Februar 2019
« Letzte Änderung: 17. Februar 2019, 06:44:19 von RalleGA »
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