Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Urlaub aus einer anderen Sichtweise//Perspektive - oder URLAUB für ALLE  (Gelesen 38754 mal)

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Offline busymouse

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Diese Ferienwohnung ist leider nicht barrierefrei, aber direkt am Rhein, über 100m² groß und wunderschön. Könnt gerne von mir grüßen, wenn ihr da Urlaub machen möchtet. Die Vermieter sind Freunde von mir und echt nett.  :)

Auf der Website von Martina und Walter findet ihr jede Menge Bilder und auch Tipps für den Urlaub in Xanten und Umgebung.

http://ferienwohnung-neiling-niederrhein.de/

Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Offline RalleGA

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u.a. für Rollstuhlfahrer -

individuelle Programmzusammenstellung möglich


Jugendherberge Plau am See                       

Super Informationen zur Urlaubsvorbereitung zusammengestellt; seht hier:
barrierefreie Herberge "Haus Plau am See" GmbH & Co. KG

« Letzte Änderung: 26. Januar 2015, 10:05:30 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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barrierefreies Reisen:

Mit dem Rollstuhl in ferne Länder


Im Rollstuhl auf Weltreise?
Theoretisch funktioniert das.
In der Praxis gibt es für Menschen mit Behinderung aber immer noch große Hindernisse -
egal, ob es nach Thailand oder Mallorca geht.

Fundquelle: WAZ = Wolfsburger allgemeine Zeitung 
« Letzte Änderung: 10. Mai 2015, 10:01:57 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline Saphira

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Ein Hotel, dass wirklich mal barrierfei für alle ist.
Für Rollstuhlfahrer, Hör-oder Sehgeschädigte und auch für Personen, die Anleitung in leichter Sprache brauchen und sonst natürlich auch für alle.

Das Hotel ist in Essen.
Hotel Franz
« Letzte Änderung: 12. Mai 2015, 20:25:03 von Saphira »

Offline RalleGA

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Venedig bei einer rollstuhlgerechten Gondelfahrt erleben

Fundquelle: Bizeps AUSTRIA 13.03.2016

« Letzte Änderung: 03. April 2016, 10:47:30 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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« Letzte Änderung: 05. Mai 2016, 09:35:40 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Streit um wenige Zentimeter -

Kommt Angleichung der Bahnsteighöhen?


Bei dem Treffen der Vertreter von Bund und Ländern heute geht es darum, ob es in Deutschland künftig eine einheitliche Bahnsteighöhe von 76 cm "über der Schienenoberkante" geben soll.

Der Hintergrund:
Viele Menschen mit Behinderung können die Bahn momentan gar nicht nutzen.
Und es geht um Kosten, die noch niemand seriös vorhersehen kann, die sich aber wohl eher in Milliarden als Millionen beziffern werden.
Einige Bundesländer, die schon viel für den barrierefreien Ausbau der Bahnhöfe getan haben, fühlen sich überrumpelt.
"Eines der größten Hindernisse auf dem Weg zu einer zukunftsfähigen Bahn stellt in Deutschland die Bahnsteighöhe an Bahnhöfen und Haltepunkten der Schiene dar", stellte die Bundesregierung vor 20 Jahren fest.
Aber noch immer erschwert ein Durcheinander von Bahnsteighöhen das Reisen.

Das 2017 beschlossene Konzept des Bundes zu Bahnsteighöhen soll die Situation ändern.
Bedenken gibt es etwa in Niedersachsen.
Landesweit gebe es noch rund 150 Bahnhöfe mit niemals modernisierten, maximal 39 Zentimeter hohen Bahnsteigen.
Daher ist es aus Sicht des Landes deutlich wichtiger, diese Bahnsteige zu erhöhen als eine Vereinheitlichung von 76 Zentimeter hohen Bahnsteigen zu fördern.
Das Land werde kein Geld mehr in den Umbau von Haltepunkten investieren, wenn die auf Landesebene getroffenen Vereinbarungen einseitig aufgelöst würden.

Das Bundesverkehrsministerium teilte mit:

"Eine Anpassung bestehender Bahnsteige soll nur dann erfolgen, wenn ein Bahnsteig aus technischen Gründen saniert werden muss. Die Deutsche Bahn AG will sich nicht dazu äußern."
"Das Bahnsteighöhenkonzept ist eine Initiative des Bundes",
heißt es lapidar auf eine schriftliche Anfrage an die Konzernzentrale.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2018
« Letzte Änderung: 09. Mai 2018, 10:10:19 von RalleGA »
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Kommentar - Bahnsteighöhen -

Was für ein Durcheinander 

Wer keine Probleme hat, der macht sich welche.


Zum Beispiel die Verkehrsminister von Bund und Ländern mit der Diskussion über eine deutschlandweit einheitliche Bahnsteighöhe in allen Bahnhöfen. Denn was sich vielleicht beim ersten Hinhören noch recht plausibel anhört, erweist sich schnell als reichlich unsinnig. Einheitliche Bahnsteig höhen wären schließlich nur dann empfehlenswert, wenn alle Personenzüge auf den Strecken auch die gleichen Einstiegshöhen hätten Haben sie aber nicht.

Im deutschen Bahnverkehr herrscht seit Jahren ein großes Durcheinander.
Es gibt Bahnsteige mit einer Höhe von 38 Zentimetern, mal ist der Bahnsteig aber auch 55, dann wieder 76 und manchmal sogar 96 Zentimeter hoch. Und während der Bund für den Fernverkehr verantwortlich zeichnet, ist der Nahverkehr Ländersache.

Doch damit nicht genug....
Neben der Deutschen Bahn sind auf den Schienen unzählige Privatbahnen unterwegs, allein in Niedersachsen und Bremen
z.B. mehr als 20 unterschiedliche Unternehmen mit teilweise auch noch unterschiedlichen Zuggattungen.

Immerhin:

Die meisten Züge im Nah- und Regionalverkehr verfügen über niedrige Einstiege, die für Bahnsteige mit einer Höhe von 55 Zentimetern wie gemacht sind.   :applaus:

Sollte sich der Bund mit seinem Vorhaben durchsetzen und langfristig auf eine Bahnsteighöhe von 76 Zentimetern pochen,  :nd
müssten zahlreiche Bahnhöfe umgebaut werden, die häufig doch gerade erst saniert worden sind.  :-[  >:D
Die Idee dahinter, nämlich für eine größtmögliche Barrierefreiheit zu sorgen, ist zwar lobenswert,
wäre aber dennoch zum Scheitern verurteilt.
Es sei denn, künftig führen auf allen Strecken auch die gleichen Züge.
Die komplette ICE-Reihe aber käme dafür nicht in Frage  - viele dieser Typen haben noch Einstiegstreppen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2018
« Letzte Änderung: 11. Mai 2018, 10:18:58 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Reisen mit Handicap

Laut dem statistischen Bundesamt leben in Deutschland über 7,5 Millionen Menschen mit Behinderung.
Viele Menschen mit eingeschränkter Mobilität sind reisefreudig, scheuen aber wegen befürchteter Strapazen
und Hindernissen Urlaubsreisen zu unternehmen.

Fundquelle: SWR
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Offline RalleGA

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Re: Urlaub aus einer anderen Sichtweise//Perspektive - oder URLAUB für ALLE
« Antwort #54 am: 03. Februar 2019, 18:27:34 »
DVBS sieht Zug in falsche Richtung fahren

Mobilitätszentrale für ALLE gehört der Vergangenheit an


Kobinet-Nachrichten vom 02.02.2019
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Re: Urlaub aus einer anderen Sichtweise//Perspektive - oder URLAUB für ALLE
« Antwort #55 am: 04. Februar 2019, 14:03:03 »
Eine Bahn für ALLE

barrierefreier Tourismus


Rollstuhlfahrer müssen bei vielen Attraktionen draußen bleiben, weil die nicht barrierefrei sind.
In Oberweißbach ist das anders.
Dafür gab es den Thüringer Tourismuspreis.

Seit fast 100 Jahren fährt die Oberweißbacher Berg- und Schwarzatalbahn auf die Höhen des Thüringer Waldes.
Gebaut wurde sie, um die abgelegenen Dörfer dort oben zu versorgen, heute bringt sie Ausflügler in das beliebte Wandergebiet. 

Die denkmalgeschützte, 1,4 km lange Standseilbahn überwindet 323 Höhenmeter bei maximal 25% Steigung.
Damit ist sie die steilste Standseilbahn für normalspurige Eisenbahnwagen weltweit.
Unterwegs bieten sich beeindruckende Ausblicke ins Schwarzatal, in Lichtenhain starten zahlreiche Rundwanderwege.

Nur:
Lange waren Besucher mit Gehbehinderung von diesem Erlebnis ausgeschlossen, die Bergbahn war nicht barrierefrei.
Das hat sich geändert, beim Thüringer Tourismuspreis wurde die Bahn deshalb vom Wirtschaftsministerium und dem ADAC in der Kategorie "Innovative Mobilitätskonzepte" ausgezeichnet.

Tatsächlich hat sich viel getan in Oberweißbach:
Auf der Webseite finden sich alle wichtigen Informationen zum Thema.


Es gibt barrierefreie Parkplätze und Toiletten, Fahrstühle bringen Rollstuhlfahrer auf die Plattform, von der aus die Bergbahn abfährt.
Dank großer Gepäckträger lassen sich Gehhilfe, Rollstühle, Fahrräder oder Kinderwägen mitnehmen.
Auch das „Maschinarium" an der Bergstation, wo Geschichte und Funktion der Bahn erklärt werden,
ist für Rollstuhlfahrer mit Begleitperson zugänglich.

ein Tipp für Kinder:
Im Fröbelwald, benannt nach dem in Oberweißbach geborenen Kindergartenerfinder Friedrich Fröbel, können sie mit dem Wandergesellen Johannes und der Maus Lotte die Geschichte des Schwarzatals erkunden.

Weitere Infos auf:
www.adac.de/hth
« Letzte Änderung: 05. Februar 2019, 09:17:12 von RalleGA »
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Re: Urlaub aus einer anderen Sichtweise//Perspektive - oder URLAUB für ALLE
« Antwort #56 am: 05. Februar 2019, 09:15:32 »
"Barrierefreiheit nützt allen"

Der Thüringer Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee, über die Zukunft des Tourismus

Warum engagieren sie sich für den Tourismuspreis?

Der Preis würdigt Menschen, die mit innovativen Ideen einzigartige touristische Produkte schaffen und Thüringen so als Reiseland attraktiv machen. Viele Preisträger verzeichnen anschließend ein deutlich höheres Besucherinteresse oder erhalten Auszeichnungen auf Bundesebene. So erhöht der Preis das Interesse an vorzeigebetrieben oder Initiativen und steigert die Qualität.

Warum haben Sie erstmals einen Sonderpreis für zukunftsweisende Mobilitätskonzepte ausgeschrieben?

Solche Ideen sind die Basis für einen "Tourismus für alle". Gerade Barrierefreiheit ist mehr als eine nette Ergänzung,
sie ist eine Voraussetzung für den Erfolg. Davon profitieren auch Senioren oder Familien.

Wie wollen Sie den Tourismus in Thüringen stärken?

Indem wir attraktive Angebote schaffen, beim Marketing die Perspektive der Nutzer einnehmen und das Thema Qualität immer wieder in den Fokus rücken. Dazu gehört auch die konzentrierte Vermarktung der vier Leitprodukte Weimar, Wartburg, Rennsteig und Erfurt.
Diese Ziele sind überregional bekannt und können Gäste ins Land locken.

www.thueringen.de

Fundquelle: Auszug – „ADAC-Motorwelt“ 10-2018     
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In Inklusionshotels ist eine Behinderung kein Handicap

Ganz normale Mitarbeiter


Eine Gruppe Münchner Eltern will, dass ihre behinderten Kinder eines Tages einen ganz normalen Job auf dem ersten Arbeitsmarkt haben. Weil das nicht so selbstverständlich ist, wie es klingt, planen sie ein Millionenprojekt. Erfolgreiche Vorbilder gibt es schon. - Martina Köhne macht sich nichts vor: Ihre Tochter wird es auf dem normalen Arbeitsmarkt schwer haben, sehr schwer. So wie Tausende andere Jugendliche, die körperlich, geistig oder lernbehindert sind. Doch Köhne will diesen Zustand nicht als gottgegeben hinnehmen.

Gemeinsam mit anderen betroffenen Eltern verfolgt die Münchnerin deshalb ein großes Ziel:
Sie wollen ein Hotel aufziehen, in dem Behinderte und Nichtbehinderte gemeinsam arbeiten - wirtschaftlich rentabel, professionell geführt.
Was nach einem wagemutigen Projekt klingt, ist in anderen Städten bereits Realität.
"Das ist ein sehr großes und weites Ziel", ist sich Köhne bewusst. Sie ist die Vorsitzende des Vereins Münchner Integrative Arbeitswelt, zu dem sich die engagierten Eltern nach langer Vorbereitungszeit zusammengeschlossen haben. Das offizielle Gründungsfest war Startschuss für den Schritt nach außen, um Fördermittel und Spenden einzuwerben. 70 bis 80 Zimmer schweben Köhne und ihren Mitstreitern nach ersten Marktstudien vor, ein hoher einstelliger Millionenbetrag muss dafür zusammenkommen. In fünf bis sechs Jahren soll die Eröffnung sein. 

Viele Bereiche für Menschen mit Einschränkung
"Der Vorteil von einem Hotel ist: Es lässt sich wirtschaftlich betreiben", erläutert Köhne.
"Man hat einen ganz anderen Umsatz als bei einem Café oder einem Supermarkt.
Und man hat ganz viele Bereiche, in denen Menschen, die eine Lernbehinderung haben,
die geistig oder körperlich eingeschränkt sind, arbeiten können."
Genau aus diesem Grund gibt es deutschlandweit nach Branchenschätzungen zwischen 70 und 80 sogenannte Inklusionshotels, die meisten in der Trägerschaft von Sozialverbänden.
50 Häuser haben sich im Embrace-Verband zusammengeschlossen - vom Jugendgästehaus bis zum 4-Sterne-Superior-Welnesstempel. "Ein Hotel ist ein fabelhafter Ort für die Integration von Menschen.

Hotel ist immer ein Ort der Begegnung", betont Embrace-Vizepräsident Alexander Tränkmann.
Ihm ist eines ganz wichtig: "Wir schaffen Begegnungen auf Augenhöhe.
Der Gast nimmt den Mitarbeiter primär als Mitarbeiter war, so wie der Gast auch Gast ist.
Wir wollen ja keine Sonderwelten schaffen."

Sozialer Mehrwert durch Mitarbeiter mit Behinderung
Auch Martin Bünk, auf Inklusionshotelsspezialisierter Berater und Manager, betont: "Die Gäste kommen, weil sie eine gute Leistung suchen, weil sie ein schönes Hotelzimmer suchen, weil sie ein anständiges Frühstück wollen, oder weil sie eine Tagung machen, die sie professionell organisiert haben wollen." Der soziale Mehrwert, der durch die Wahl eines Hotels mit behinderten Mitarbeitern entstehe, könne zwar aktiv vermarktet werden, reiche aber als alleiniges Qualitätsmerkmal niemals aus.

Spätestens nach fünf Jahren muss sich ein Projekt selbst tragen.
Dann läuft die Anschubfinanzierung aus, die das Inklusionsamt aus den Ausgleichsabgaben zahlt.
Deshalb steht die Wirtschaftlichkeit bei Planung und Betrieb eines Inklusionshotels an oberster Stelle.
"Oft wird erwartet, dass um eine individuelle Person ein bestimmtes Arbeitsumfeld gestrickt wird.
Das funktioniert in der Regel nicht", betont Tränkmann.
"Zuerst gibt es die Aufgabe, die zu erledigen ist." Wichtig sei deshalb auch in der Kommunikation mit den Mitarbeitern, "sich nicht in die Tasche zu lügen, dass jeder Mitarbeiter jede Tätigkeit machen kann".

Spezialisierung je nach Behinderung

So kann ein Rollstuhlfahrer etwa sehr gut an der Rezeption arbeiten, aber schlecht Betten beziehen - was wiederum für Gehörlose ein passender Job sein kann. Autisten können sich auf das komplizierte IT-Reservierungssystem spezialisieren,
während Menschen mit Down-Syndrom im Service gut aufgehoben sind.

Für die Mitarbeiter sei ein ganz normaler, sozialversicherungspflichtiger Job enorm wichtig, betont Tränkmann.
Er gebe ihnen nicht nur ein eigenes Einkommen, Lebenskompetenzen und Selbstbewusstsein.
"Wir sind ganz normale Arbeitgeber.
Für die Mitarbeiter ist es deshalb auch wichtig zu lernen, dass die eigene Befindlichkeit nicht mehr im Vordergrund steht",
berichtet der Gastronomiefachmann - um sofort einzuschränken:
"Aber das gilt gerade bei der jüngeren Generation längst auch für Nichtbehinderte."

MiA e.V.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2019
« Letzte Änderung: 04. Juni 2019, 08:59:08 von RalleGA »
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