Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Links-Thema Behinderung, Hilfe zur Selbsthilfe,Tipps,Ratschläge,Urteile usw.  (Gelesen 56621 mal)

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Offline RalleGA

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Handicap macht Förderung möglich

Frage:

Mein Mann hat mit zwei künstlichen Kniegelenken einen GdB von 30,
ist aber nicht mit normalen Arbeitnehmern gleichgestellt.
Nun hat ihn sein Arbeitgeber, eine Zeitarbeitsfirma, entlassen.
Das Arbeitsamt hat ihm empfohlen, in Rente zu gehen.
Kann er das, mit gerade mal 51 Jahren?

Antwort:
Nein, bei dem GdB nicht.
Das Arbeitsamt hätte ihm zunächst einmal den Hinweis geben müssen, einen Antrag auf Gleichstellung zu stellen. Weiterhin sollte sich Ihr Mann an die Rentenversicherung wenden, um von dieser einen Antrag auf Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben (LTA) zu erhalten.
Damit wird die Wiedereingliederung ins Berufsleben erleichtert.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2015

« Letzte Änderung: 29. September 2015, 09:47:12 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Handicap macht Förderung möglich

Frage:

Ich bin 59 Jahre alt und nach einem Nervenzusammenbruch derzeit arbeitsunfähig geschrieben.
Vorher war ich über eine Zeitarbeitsfirma Hausmeister.
Obwohl der Arbeitgeber von meiner Schwerbeschädigung weiß, soll ich nun nicht mehr in meiner ursprünglichen Aufgabe tätig sein, sondern Treppen wischen und die Grünanlagen pflegen.
Das kann ich aber aufgrund meiner Krankheit nicht.
Darf mich der Arbeitgeber einfach so in einer anderen Position einsetzen?
Das Integrationsamt hat dem auch schon zugestimmt.

Antwort:

Wenn Sie die Aufgaben nicht erfüllen können, sprechen Sie auf jeden Fall nochmal mit Ihrem Arbeitgeber und dem Integrationsamt.
Wir vom IFD können hier auch vermitteln. Sollte sich der Arbeitgeber querstellen, können Sie für insgesamt 78 Wochen arbeitsunfähig geschrieben bleiben und beziehen danach Arbeitslosengeld.
Mit 61 Jahren könnten Sie als Schwerbehinderter dann frühzeitig in Rente gehen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2015
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Handicap macht Förderung möglich

Frage:

Ich bekomme nach einem Schlaganfall volle Erwerbsunfähigkeitsrente.
Das ist mir aber zu wenig.
Kann ich mir nebenbei etwas dazu verdienen?

Antwort:

Grundsätzlich besteht hier die Möglichkeit, dass Sie sich geringfügig etwas dazu verdienen können.
Die Suche nach dem Nebenjob obliegt dabei aber Ihnen allein.
Das Arbeitsamt ist hier nicht zuständig.
Wie viel Sie individuell verdienen dürfen, kann Ihnen die Rentenversicherung beantworten.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2015

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Frage:

Ich habe aufgrund einer Erkrankung der Atemwege einen GdB von 50 und
bin gelernter Verkäufer im Einzelhandel.
Bei Probearbeiten hatte ich nie Probleme mit meiner Behinderung.
Nur, als die Arbeitgeber davon erfuhren, hieß es am Ende nur „wir melden uns dann“.
Sollte ich meine Behinderung beim nächsten Bewerbungsgespräch einfach verschweigen?

Antwort:

Wenn sicher ist, dass ihre Behinderung sich nicht negativ auf Ihre Tätigkeit im Unternehmen auswirken wird,
müssen Sie den Arbeitgeber nicht darüber informieren, auch nicht auf Nachfrage.
Trotzdem gehört es zu einem gesunden Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitnehmer und Arbeitgeber,
dass man ehrlich zueinander ist.
Sie könnten im Gegenzug den Arbeitgeber aber auch auf staatliche Fördermöglichkeiten aufgrund ihres Handicaps sowie eine Beratung durch den IFD hinweisen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2015
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Frage:

Ich bin 53 Jahre alt und sehbehindert.
Der Grad der Behinderung (GdB) liegt bei 40 und ich suche eine neue Stelle.
Die Rentenversicherung hat mir empfohlen, mich zur medizinischen Schreibkraft umschulen zu lassen.
Die Knappschaft verweigert jedoch die Finanzierung.
Begründung: Ich sei zu alt und würde in dem Job sowieso keine Stelle finden.

pers. Anm: Begründung mit 25 Jahre, zu jung und keine Berufserfahrung, oder ???  :)))

Wer kann mir nun weiterhelfen  :?]

Antwort:
Die Begründung ist nicht ganz abwegig.
Zumal, wenn Sie über keinerlei Kenntnisse in diesem Beruf verfügen.
Sie können sich aber von uns oder anderen Trägern beraten lassen.
Wir haben gute Vermittlungsquoten und große Erfahrung.
Auch könnten als Anreiz für potenzielle Arbeitgeber Fördermöglichkeiten des Integrationsamts greifen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2015
« Letzte Änderung: 07. Oktober 2015, 09:27:24 von RalleGA »
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Die ABC-Beratungsbroschüren des BSK

(Bundesverband Selbsthilfe Körperbehinderter e. V)


geben Menschen mit Behinderung und deren Angehörigen wichtige Tipps und Ratschläge zu verschiedenen Themen rund um das Thema Behinderung.

Bestellen können Sie unsere Broschüren gegen eine Schutzgebühr in unserem Shop
www.bsk-ev.org/shop/

oder über unsere Bestell-Hotline unter:
Tel: 06294 – 428 170     Fax: 06294 – 428 179 

ABC-barrierefreies Bauen
Beratungsbroschüre für öffentliche Einrichtungen, Architekten und private Häuslebauer mit praktischen Tipps und Ratschlägen zum Barrierefreien Bauen Wie breit muss eine Tür sein?

Was bedeutet Barrierefreiheit in Zentimetern?
Antwort auf diese und mehr Fragen gibt es in der Beratungsbroschüre  ,,ABC barrierefreies Bauen".

Auf über 130 Seiten werden Begriffe der DIN-Norm 18040-1 anhand leicht verständlicher Grafiken und Beispiele erklärt.
Ob öffentliche Einrichtungen, Architekten oder private Häuslebauer:
jeder kann anband des Ratgebers Lebensräume gestalten, die ohne fremde Hilfe zugänglich und nutzbar sind.
Auch in der Vielzahl von Finanzierungsmöglichkeiten gibt die Broschüre Aufschluss darüber,
wer Fördermittel erteilt und welche für den Leser in Frage kommen.
Außerdem gibt es weitere Broschüren zu den Themen Rehabilitation, Pflegeversicherung und Heilmittelrichtlinie.
« Letzte Änderung: 15. Februar 2017, 09:59:08 von RalleGA »
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Anforderungen an die Beratungspflicht des Sozialhilfeträgersbei deutlich erkennbarem Beratungsbedarf in einer wichtigen rentenversicherungsrechtlichen Frage

Mitarbeiter der Sozialträger müssen auch über den Tellerrand schauen und auf mögliche Ansprüche gegenüber anderen Trägern hinweisen.
Unterbleibt dies, können Betroffene Anspruch auf Schadenersatz haben.

(BGH-Urteil: Az.: III ZR 466/16)


Danach muss das Sozialamt des Landkreises Meißen einem behinderten Menschen vermutlich mehrere zehntausend Euro bezahlen.
Der heute 34-jährige Kläger hatte eine Förderschule für geistig Behinderte besucht und anschließend an berufsbildenden Maßnahmen in einer WfbM teilgenommen.   

Anschließend war er nicht in der Lage, seinen Lebensunterhalt deckende Einkünfte zu erzielen.
Beim Sozialamt des Landkreises Meißen beantragte seine auch zur Betreuerin bestellte Mutter daher Grundsicherungsleistungen wegen Erwerbsminderung.
Dies wurde ihm ab November 2004 bewilligt. 2011 wurde eine neue Sachbearbeiterin zuständig.
Diese wies die Mutter darauf hin, dass ihr behinderter Sohn vermutlich Anspruch auf eine Erwerbsunfähigkeitsrente habe.
Diese wurde dann auch ab August 2011 bewilligt.

Von dem Sozialamt verlangte die Mutter für ihren Sohn nun Schadenersatz in Höhe von gut 50. 000 €.
Die Behörde hätte schon 2004 auf die Möglichkeit einer Rente hinweisen müssen.
Weil dies unterblieben sei, müsse sie die Differenz zwischen Sozialhilfe und Rente ausgleichen. 

Urteil vom 2. August 2018 – III ZR 466/16 

« Letzte Änderung: 07. August 2018, 14:31:50 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Extrem Übergewichtigen steht stationäre Reha zu

Eine stationäre Therapie kann Menschen mit extremen Übergewicht helfen, das Körpergewicht zu reduzieren.
In vielen Fällen übernehmen Krankenkassen die Kosten.
Doch welchen Anspruch haben Patienten, wenn die Maßnahme fehlschlägt?   
Wer extrem übergewichtig ist, hat einen Anspruch auf eine stationäre medizinische Reha.
Auch wenn ein Patient nach der ersten Reha wieder 25 Kg zunimmt, muss die Krankenkasse ihm weitere stationäre Aufenthalte gewähren.  SG Mannheim (Az.: S 9 KR 138/17)

Fall:
Ein Mann hatte lange Zeit extremes Übergewicht. Er machte eine Reha, um sein Gewicht zu reduzieren.
Im August 2015 wog er bei einer Größe von 1,88 m 206 Kg.
Die Krankenkasse bewilligte ihm eine weitere Reha.
Der Mann konnte bis Mitte März 2016 sein Gewicht auf 157 Kg reduzieren.
Die Krankenkasse erklärte auf Grundlage einer Einschätzung des MDK, dass die stationäre Rehabilitation nun nicht mehr notwendig sei. Der Mann habe in knapp sieben Monaten erlernen können, worauf es bei der Gewichtsreduktion ankommt.
Im April 2016 beantragte er eine weitere Reha.
Diesen Antrag lehnte die Krankenkasse ab.
Dagegen klagte der Mann.

Urteil:

Die Richter entschieden, dass die Krankenkasse eine weitere stationäre Reha gewähren muss.
Diese sei medizinisch dringend notwendig. Dem Mann sei es nicht gelungen, die ihm vermittelten Bewältigungsstrategien in den Alltag zu integrieren. Dies zeige eine zwischenzeitliche Gewichtszunahme von 25 Kg.
Wegen der besonderen Komplexität des Krankheitsbildes seien eine engmaschige Überwachung der Kalorienzufuhr, eine internistische Behandlung, Sport- und Bewegungsangebote sowie eine intensive Psychotherapie erforderlich. Die ambulante psychotherapeutische Behandlung im Anschluss an die Reha sei nicht erfolgreich gewesen. Daher sei eine erneute stationäre Behandlung dringend erforderlich.

Im Berufungsverfahren vor dem LSG in Stuttgart schlossen die Beteiligten einen Vergleich.
Die Krankenkasse bewilligte dem Mann eine psychosomatische Reha von mindestens vier Wochen.             

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2018
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Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB) 

Was macht die EUTB?

Sie unterstützt und berät Menschen mit Behinderungen, von Behinderung bedrohte Menschen, aber auch deren Angehörige unentgeltlich bundesweit zu Fragen der Rehabilitation und Teilhabe. Wie berät die EUTB? -sagt Ihnen, wo Sie Geld bekommen können -sagt Ihnen, was Sie dafür machen müssen -hört Ihnen zu -hilft Ihnen, selber zu entscheiden -findet heraus, was wichtig für Sie ist hilft Ihnen, sich zurecht zu finden - arbeitet auch mit anderen Beratern zusammen Es helfen Ihnen andere Menschen mit Behinderungen. Vor Gericht hilft die EUTB nicht.

Wo ist eine EUTB?   
Siehe unter: www.teilhabeberatung.de           
Sie können auch anrufen: 030 – 221 911 006

Wenn sie nicht oder nicht gut hören können: Fax: 030 – 221 911 017

Info.gehoerlosen@bmas.bund.de

gebärdentelefon@sip.bmas.buergerservice-bund.de

Kurzfilm über die Ergänzende unabhängige Teilhabeberatung (EUTB)                                                                                
« Letzte Änderung: 27. März 2019, 14:57:45 von RalleGA »
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Ein sinnvoller Ratgeber

Das persönliche Budget

aus der Schriftenreihe des Kompetenzzentrums Selbstbestimmt Leben NRW,

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Publikationsverzeichnis - Pflege

schaut auch in den Anhang:

Publikationsverzeichnis des BMG = 2 x
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2019, 08:03:06 von RalleGA »
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Petition für einheitliche Umsetzung der Sozialgesetze

Kobinet-Nachrichten 23.07.2020

ZITAT: ... "Als Betroffene haben wir den Eindruck, dass für viele Sachbearbeiter*innen in den zuständigen Behörden Kosteneinsparungen und nicht Unterstützung im Vordergrund stehen. 

Deshalb fordern wir:  barrierefreie Behörden, einheitliche Umsetzung der Sozialgesetze.
Ein funktionierendes Beschwerdesystem für Menschen mit Behinderung oder psychischen Krankheiten"...
ZITATENDE

PETTITION

Reha-Kids
« Letzte Änderung: 30. Juli 2020, 10:36:56 von RalleGA »
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