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Autor Thema: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?  (Gelesen 7248 mal)

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Offline Schneewittchen

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Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« am: 22. Juli 2007, 12:07:30 »
hallo ihr lieben,

das oben genannte thema wurde schon im forum für HNPCC- patienten aufgegriffen.
ich beschäftige mich aber momentan sehr mit dem thema und wüßte gerne, wie es euch
mit der behinderung ergangen ist?

ich leide an HNPCC, hatte im Nov. letzten jahres ein dickdarcarcinom.  :(
jetzt steht mir in 2 wochen eine weitere op bevor. entfernung des dickdarms bis auf das rektum (die letzten 10 cm vor dem schließmuskel) mit entfernung der gebärmutter..

mir wurde gesagt, dass ich damit schon eine behinderung beantragen kann und wohl auch locker über die 50% komme.

ich habe allerdings angst, dass ich dann schwierigkeiten im berufsleben bekommen werde.

was habt ihr denn da so für erfahrungen gemacht?
wäre euch echt über ein paar tipps und info` s dankbar.
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Offline busymouse

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #1 am: 23. Juli 2007, 11:23:18 »
Hi Yvonne,

ich mache durchaus die Erfahrung, dass in dem Moment, in dem ich meine Schwerbehinderung offenlege ein qualifizierterer Bewerber da war, der mir vorgezogen wird, auch wenn es vorab so aussah als würde man mich nehmen wollen ...

 ??? Grüssi Birgit
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Offline Monsti

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #2 am: 28. Juli 2007, 15:45:10 »
Hallo Yvonne,

ob sinnvoll oder nicht, hängt sehr von der individuellen Situation ab. Für mich selbst lohnt sich der Behindertenausweis (habe einen GdB von 90 und zwei Vermerke). Z.B. erhält man nur mit einem Behindertenausweis den sog. Euro-WC-Schlüssel bzw. darf offiziell Behinderten-WCs benutzen. Für mich als Ileostomaträgerin war dies schon einige Male sehr hilfreich.

Auch jemand, der eine feste berufliche Anstellung hat, profitiert von einem Behindertenausweis.

Liebe Grüße aus Tirol

Angie
Bejahe den Tag, wie er dir geschenkt wird, statt dich am Unwiederbringlichen zu stoßen.
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Offline RalleGA

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #3 am: 04. Juni 2008, 23:26:48 »
Was heißt ob es sich lohnt oder nicht?
Antwort: Ohne Antrag läuft nichts - zumindest in Deutschland und auch Nachbarstaaten.

Schau mal bitte unter Info`s  von Behinderter für Behinderte - es gibt eine Masse Nachteilsausgleiche - eventuell ist da was auch für Dich dabei ...?
schau mal unter: www.knochentaxe.de so weißt Du bzw. kannst Di Dir ausrechnen welchen GdB Du bekommst - Vorraussetzung die Damen und Herren der Kommission für Entscheidungen haben den Namen - geschweige die Auswirkungen der entsprechenden Krankheit schön gehört und die ist in der Kartei schon aufgeführt.  Toll wäre es natürlich - eher unwahrscheinlich - das eben "die Kommission" schon was davon gehört hat und auch die Auswirkungen entsprechend einschätzen vermark.
Merke:
Also ein Bescheid einer Behörde ist dafür da, dass ich fristgerecht in Widerspruch gehe.....
Bei einem Widerspruch gegen einen Bescheid, muss sich von Amtswegen einen andere "höherangesiedelte Stelle" mit dem Fall befassen .

Wenn auch dieser Bescheid nicht in "Deinem Sinne" Sinne ist musst Du Klage beim zuständigem Sozialgericht einlegen. HIer wird oftmals der Bescheid der Behörde "angeglichen" und Man(n) bzw. Frau verlässt etwas glücklicher den Getrichtssaal - warum nicht gleich so?

Verfahren vor Gerichten der Sozialgerichtsbarkeit sind nach § 183 SGG (Sozialgerichtsgesetz) gerichtskostenfrei.

also viel Erfolg  - mit `ne bisschen Glück ? Na Klar... und nicht  :), hängen lassen....

RalleGA

i
« Letzte Änderung: 18. Juni 2008, 16:04:22 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #4 am: 22. Juli 2010, 10:26:01 »
Jeder 14. Sachsen-Anhalter ist schwerbehindert.

Nach Angaben des Statistischen Landesamtes in Halle vom Mittwoch lebten Ende des vergangenen Jahres 171 293 schwerbehinderte Menschen im Land, das waren 361 oder 0,2 Prozent weniger als zur vorhergehenden Erhebung im Jahr 2007.
Mehr als die Hälfte waren älter als 65 Jahre.
Fast ein Fünftel gehörte der Altersgruppe zwischen 55 und 65 an.
Der Anteil der Männer und der Frauen war mit etwa 50 Prozent gleich.
Als schwerbehindert gelten Menschen, denen eine Behinderung von 50 Prozent und mehr zuerkannt wurde.   

mehr unter:                                                                                     
www.statistik.sachsen-anhalt.de/Internet/Home/Veroeffentlichungen/Pressemitteilungen/2010/07/86.html   

Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline borio

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #5 am: 10. August 2010, 09:23:03 »
Ich denke auch, das hat nichts mit sinvoll oder nicht zu tun.
Man muss es zuerst einmal beantragen und wenn man ihn dann bekommt, steht er einem zu.

Wie schon erwähnt, kann ein Behindertenausweis recht hilfreich sein und man muss ihn ja auch nicht bei jeder Kleinigkeit vorzeigen, aber in manchen Situationen ist er eben wichtig.
Leider gibt es nach wie vor Arbeitgeber, die Probleme mit behinderten Menschen haben bzw. eine bestimmte Behinderung nicht richtig einschätzen können.  :doz :guckstdu :so
« Letzte Änderung: 24. Juli 2018, 09:30:53 von RalleGA »

Offline RalleGA

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #6 am: 24. Juli 2018, 09:27:47 »
mehr schwerbehinderte Menschen

7,8 Millionen Menschen mit Handicap


Fast jeder zehnte Deutsche gilt offiziell als schwerbehindert.

Zum Jahresende 2017 gehörten so nach Angaben des Statistischen Bundesamts rund 9,4% Menschen bundesweit zu dieser Gruppe.  Sozialverbände forderten eine umfassende gesetzliche Pflicht für Barrierefreiheit.

Wie das Statistikamt in Wiesbaden mitteilte, waren vor allem ältere Menschen betroffen.
Etwa ein Drittel der Schwerbehinderten war älter als 75 Jahre, nahezu die Hälfte war zwischen 55 und 74 Jahre alt.
Im Vergleich zu 2015 stieg die Zahl der Schwerbehinderten in Deutschland um 2% oder 151 000.
Als schwerbehindert gilt in Deutschland, wem Versorgungsämter einen Behinderungsgrad von mindestens 50 zuerkennen.

Fundquelle: Auszug – „Wochen-Anzeiger“ Stadt Wittingen + Isenhagener Land Juni 2018
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Offline Rejiko

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Re: Behindertenausweis sinnvoll oder nicht?
« Antwort #7 am: 11. März 2019, 19:26:57 »
Hi Yvonne,

ich mache durchaus die Erfahrung, dass in dem Moment, in dem ich meine Schwerbehinderung offenlege ein qualifizierterer Bewerber da war, der mir vorgezogen wird, auch wenn es vorab so aussah als würde man mich nehmen wollen ...

 ??? Grüssi Birgit

Da kann ich dir zustimmen!