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Autor Thema: Steuer-Geld-Banktipp 1 - allgem. u. natürlich legaler Art + Erbrecht ab 2010  (Gelesen 60458 mal)

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Steuer
Arbeitszimmer kann besser abgesetzt werden (Teil II)


Wer sich zu Hause ein Arbeitszimmer einrichtet, kann damit unter Umständen seine Steuerlast senken,
denn an den Ausgaben für ein häusliches Arbeitszimmer beteiligt sich möglicherweise auch das Finanzamt.
Das gilt auch, wenn das Arbeitszimmer nicht das ganze Jahr über bestand.     

Unter gewissen Voraussetzungen werden die Kosten als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung berücksichtigt.
Möglich ist dies, wenn das häusliche Arbeitszimmer den Mittelpunkt der gesamten beruflichen Betätigung bildet oder aber kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht.
Für den letztgenannten Fall ist allerdings die Begrenzung des Werbungskostenabzugs auf 1.250 € im Jahr zu berücksichtigen.
Oft kommt es vor, dass ein Arbeitszimmer nicht ganzjährig bestand, z.B. weil es auf grund eines neuen Jobs erst im Laufe des Jahres eingerichtet wird. Für den steuerlichen Abzug der Kosten ist dann zu beachten, dass nur diejenigen Kosten als Werbungskosten angesetzt werden dürfen, die in der Zeit der beruflichen Nutzung des Arbeitszimmers entstanden sind.
Die Kosten während des übrigen Zeitraums sind keine Werbungskosten.

Wichtig hierbei:
Der Höchstbetrag von 1.250 € muss nicht zeitanteilig gekürzt werden, wenn das Arbeitszimmer nicht ganzjährig bestand.
Diese Begrenzung gilt immer in voller Höhe.

Beispiel:
Bei einer angestellten Lehrerin fallen für das Arbeitszimmer zu Hause monatlich Kosten von 300 € an.
Zum 1. Juni geht die Lehrerin in den Mutterschutz und richtet das Zimmer als Kinderzimmer ein.
Für die ersten fünf Monate der beruflichen Nutzung entstanden insgesamt Kosten von 1.500 € (5 Monate x 300 €).
Da das häusliche Arbeitszimmer hier aber nicht den Mittelpunkt der beruflichen Betätigung bildet,
können also insgesamt maximal 1.250 € geltend gemacht werden.
Eine Begrenzung auf fünf Zwölftel von 1.250 € ist nicht vorzunehmen. 

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Dezember 2017
« Letzte Änderung: 29. März 2018, 08:13:22 von RalleGA »
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Kein Negativzins für Kleinsparer

Eine Bank darf Kunden bei bestehenden Verträgen nicht nachträglich Negativzinsen aufbürden.
(Landgericht Tübingen Az. 4 O 187/17)   

Entsprechende Klauseln verstießen gegen Grundgedanken der gesetzlichen Regeln.
Zugleich deuten die Richter aber auch an: Für grundsätzlich unzulässig halten sie Negativzinsen für Privatanleger nicht.

Konkret geht es um die Volksbank Reutlingen, die ihre Kunden im Sommer darüber informiert hatte, dass bei bestimmten Anlageformen negative Zinsen - sprich: Kosten fällig werden können.
Die hat die Bank zwar nie von jemandem verlangt, die von der Verbraucherzentrale geforderte Unterlassungserklärung wollte sie aber auch nicht abgeben. Dass Banken über solche Zinsen nachdenken, liegt am Niedrigzinskurs der EZB.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2018

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Re: Steuer-Geld-Banktipp 1 - allgem. u. natürlich legaler Art + Erbrecht ab 2010
« Antwort #122 am: 29. September 2018, 09:37:01 »
Finanzamt macht Fehler:

Bescheid darf nicht geändert werden


Auch im Finanzamt (FA) passieren Fehler.
Nicht immer dürfen diese im Nachhinein korrigiert werden.
Das gilt vor allem dann, wenn der Steuerzahler alles richtig gemacht hat.

Nicht nur Steuerzahler müssen beim Ausfüllen der Steuererklärung sorgfältig sein.
Das FA muss die Angaben ebenso sorgfältig prüfen.

Tut es das nicht und die Einnahmen werden infolgedessen zu niedrig erfasst, kann der Fehler im Nachhinein nicht mehr ohne weiteres korrigiert werden. BFH (Az.: VI R 41/16).     

In dem verhandelten Fall war die Klägerin im Streitjahr nacheinander bei 2 Arbeitgebern beschäftigt.
Das Einkommen erklärte sie in ihrer auf Papier eingereichten Steuererklärung auch richtig.
Das FA berücksichtigte lediglich den Arbeitslohn aus einem Arbeitsverhältnis.
Nach Bestandskraft des Einkommensteuerbescheids stellte die Behörde fest, dass der andere AG erst im Nachhinein die richtigen Lohndaten übermittelt hatte und diese im Bescheid nicht enthalten waren.
Das FA erließ deshalb einen Änderungsbescheid.

Zu Unrecht:
Nach Ansicht des BFH lag hier keine offensichtliche Unrichtigkeit vor, denn die Klägerin hatte ihren Arbeitslohn zutreffend erklärt.
Das FA hatte diese Angaben aber ignoriert, weil es darauf vertraute, dass die vom AG elektronisch übermittelten Daten zutreffend waren.
Kommt es bei dieser Vorgehensweise zu einer fehlerhaften Erfassung des Arbeitslohns, liegt laut BFH ein Ermittlungsfehler des FA vor.
Eine spätere Berichtigung ist dann nicht möglich.

Nicht zu berücksichtigen war hier die seit Januar 2017 geltende Regelung, wonach ein Steuerbescheid aufzuheben oder zu ändern ist,
wenn an die Finanzbehörden übermittelte Daten bei der Steuerfestsetzung nicht oder nicht zutreffend berücksichtigt wurden.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2018
« Letzte Änderung: 29. September 2018, 09:41:01 von RalleGA »
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Steuer: Selbst getragene Krankheitskosten nicht immer Sonderausgaben

Privat Krankenversicherte können ihre Beiträge selbst beeinflussen


Tragen sie einen Teil ihrer Krankheitskosten selbst, um dadurch die Voraussetzungen für eine Beitragserstattung zu schaffen und bekommen unter Umständen so Beiträge erstattet.
Das hat allerdings auch steuerliche Folgen. In diesem Fall ist es allerdings nicht möglich, diese selbst getragenen Krankheitskosten steuerlich als Sonderausgaben geltend zu machen. BFH- Urteil (Az.: X R 3/16).
Denn steuerlich abziehbar können nur solche Ausgaben sein, die im Zusammenhang mit der Erlangung des Versicherungsschutzes stehen.   

Im dem Fall waren der Kläger und seine Ehefrau privat krankenversichert.
Um in den Genuss von Beitragserstattungen zu kommen, hatten sie angefallene Krankheitskosten nicht bei ihrer Versicherung eingereicht. In der Steuererklärung machte der Kläger die Krankenversicherungsbeiträge als Sonderausgaben geltend.
Dabei kürzte er diese Beiträge zwar um die erhaltenen Erstattungen, verrechnete aber die selbst getragenen Krankheitskosten.
Weder das Finanzamt noch das Finanzgericht wollten das akzeptieren.             

Zu Recht, wie der BFH befand:

Ähnlich wie Selbst- bzw. Eigenbeteiligungen sind selbst getragene Krankheitskosten keine Beiträge zu einer Versicherung.
Denn der Versicherte trage die Ausgaben nur, um die Beitragserstattungen zu erhalten.
Insofern gehe es bei diesen Ausgaben nicht darum, den Versicherungsschutz als solchen zu erlangen.
Ob die Krankheitskosten als außergewöhnliche Belastungen anzuerkennen seien, musste der BFH hier nicht entscheiden.
Die Ausgaben lagen in dem Fall unter der für die Kläger geltenden zumutbaren Eigenbelastung.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2018                       
« Letzte Änderung: 31. Oktober 2018, 09:31:48 von RalleGA »
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Finanzamt darf Steuerbescheid nicht nachträglich ändern   

Fehler sind menschlich und passieren auch in Finanzämtern (FA).

Eine Korrektur darf aber nicht dazu führen, dass Steuerzahler Nachzahlungen leisten müssen.
Ein bereits erteilter Bescheid kann nicht ohne weiteres geändert werden.  BFH-Urteil (Az.: II R 52/15) 

Auch FA müssen sich an Regeln halten.
So kann die Behörde einen bereits erteilten Bescheid nicht einfach zum Nachteil eines Steuerzahlers ändern.
Das gilt insbesondere, wenn der Steuerpflichtige zuvor seinen Mitwirkungspflichten nachgekommen ist.
Hat der Steuerzahler die vom FA gestellten Fragen zutreffend und vollständig beantwortet, bleibt dem FA in einem solchen Fall eine Änderung verwehrt, selbst wenn es später Kenntnis von steuererhöhenden Tatsachen erlangt. 

In dem Fall waren die Kläger zu drei gleichen Teilen Erben, unter anderem von verschiedenen Miet- und Geschäftsgrundstücken,
die für die spätere Festsetzung der Erbschaftsteuer bewertet werden sollten.
Das zuständige FA forderte die Kläger auf, nähere Angaben zu den Grundstücken zu machen.
Dieser Aufforderung kamen diese umfassend nach.
Im Rahmen einer Außenprüfung wurden später aber weitere Tatsachen bekannt, die zu einer höheren Wertfeststellung führten.
Daraufhin änderte das FA den Feststellungsbescheid.

Zu Unrecht:

Der bestandskräftige Bescheid durfte nicht geändert werden, so der BFH.
Nach ständiger Rechtsprechung ist dies ausgeschlossen, wenn dem FA die nachträglich bekannt gewordenen Tatsachen bei ordnungsgemäßer Erfüllung der behördlichen Ermittlungspflicht nicht verborgen geblieben wären.
Dasselbe gilt, wenn die Behörde gegenüber dem Steuerpflichtigen ausdrücklich auf die Abgabe einer förmlichen Erklärung verzichtet und ihn stattdessen zu bestimmten Angaben auffordert.
Beantwortet der Steuerpflichtige die gestellten Fragen zutreffend und vollständig,
kann das FA den Bescheid im Nachgang nicht mehr ändern.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2018 
« Letzte Änderung: 15. November 2018, 10:05:41 von RalleGA »
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Geld vom Fiskus 

Pflege-Belastungen werden neu bewertet 


Viele Steuerzahler in Niedersachsen könnten bald erfreuliche Nachrichten vom FA erhalten.
Wer in seiner Steuererklärung außergewöhnliche Belastungen durch Kosten für Krankheitsfälle oder Pflege
geltend gemacht hat, könne auf grund eines neuen Berechnungsmodells nachträglich Geld zurückbekommen.

Betroffen seien die, Empfänger von etwa 550. 000 vorläufigen Einkommenssteuerbescheiden, die vor Juni 2017 verschickt wurden.
Die Erstattung betrage pro Fall eine 2-3stellige Eurosumme. Die Betroffenen erhielten das Geld automatisch.     
Hintergrund ist ein Urteil des BFH (Az.: VI R 75/14) vom Januar 2017.

Darin urteilten die Bundesrichter, dass Steuerzahler die sogenannten außergewöhnlichen Belastungen, die ihnen etwa durch eine von der Sozialversicherung nicht getragene Kur oder Kosten für Pflege entstanden sind, in größerem Umfang als bisher geltend machen können. Bei allen erstmalig erlassenen und geänderten Steuerbescheiden berücksichtigen die Finanzämter diese Regelung seit Mai vergangenen Jahres bereits.   

Fundquelle: Auszug – „GENARAL-ANZEIGER“  - Altmark November 2018
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Fiskus nimmt zu hohe Zinsen

Bundesfinanzhof (BFH) kritisiert Steuerpraxis 


Erst braucht das Finanzamt (FA) Jahre, um den endgültigen Steuerbescheid auszufertigen.
Dann fordert der Fiskus nach - und schlägt Zinsen auf, weil er das Geld erst später bekommt.
Soweit legal.
Aber diese Zinsen sind zu hoch, meint nun der  Bundesfinanzhof. 

Worum ging es in dem Fall?
Ein FA NRW hatte einem Ehepaar 2011 für das Jahr 2009 einen Einkommenssteuerbescheid über 159.139 Euro geschickt.
Nach einer Prüfung änderte das FA in 11/2017 den Steuerbescheid und forderte eine Nachzahlung von 1,985 Millionen Euro -
und oben drauf noch Nachzahlungszinsen in Höhe von 240.831 Euro.

Kann das jedem passieren?

Happige Nachzahlungen drohen eher Unternehmen.
Denn anders als bei AN gibt es für Selbstständige und Unternehmen vom FA oft geänderte Steuerbescheide für weit zurückliegende Jahre – z.B. wie in diesem Fall nach einer Außenprüfung. Der BFH betonte, Nachzahlungszinsen seien keine Säumniszinsen für eine verspätete Steuerzahlung. Denn bei verspäteter Zahlung kommt 1% hinzu. 

Was hat der BFH entschieden? 
Er setzte den Vollzug der Zinsforderung aus.
Bei einer ersten, überschlägigen Prüfung kamen die Richter des 9. Senats zu der Auffassung, der Zinssatz von monatlich 0,5% der Steuerschuld ei .realitätsfern" und verstoße gegen das Grundgesetz - erst recht angesichts der äußerst niedrigen Zinsen, die Banken schon seit längerem zahlen.
Sollten sie auch im Hauptsacheverfahren bei ihrer Auffassung bleiben, müsste der Große Senat des BFH entscheiden.   
Wenn der Große Senat des BFH die Zinsen für verfassungswidrig halten würde, müsste er die Frage dem Bundesverfassungsgericht (BVG)  in Karlsruhe vorlegen.

Was muss die Politik tun?
Nichts. Der 9. Senat kritisierte, dass der Gesetzgeber den Zinssatz seit 1961 unverändert gelassen habe,
obwohl die EZB schon lange für Niedrigzinsen sorgt.
Das spült viel Geld in die Kassen.

Was bedeutet das für Steuerzahler?
Am besten ist es, Einspruch einzulegen, wenn man einen Steuerbescheid mit Nachzahlungszinsen erhält.
Dabei sollten Steuerzahler auf die relevanten Verfahren vor dem BFH (IX B 21/18) und dem BVG (1 BvR 2237/14 und 1 BvR 2422/17) hinweisen.
Man muss die Zinsen erst einmal zahlen, hat dann aber eine Chance, sie zurückerstattet zu bekommen.
Wer schon gezahlt habe, ohne Einspruch einzulegen, habe wenige Aussichten auf Rückerstattung.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Mai 2018
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Finanzgericht hat entschieden

Auch auf Arbeitszimmer fällt bei Hausverkauf keine Steuer an


Wenn ein Privathaus verkauft wird, muss der Gewinn aus dem Verkauf nicht versteuert werden.
Doch wie verhält es sich, wenn sich in dem verkauften Haus ein steuerlich absetzbares Arbeitszimmer befand?
Das gilt selbst dann, wenn sich in dem Haus ein häusliches Arbeitszimmer befand, das in den Vorjahren von der Einkommensteuer abgesetzt wurde. Finanzgericht Köln. (Az.: 8 K 1160/15).

Verlangt das Finanzamt in diesen Fällen Spekulationssteuer, sollte Einspruch eingelegt werden. 
Im konkreten Fall hatten die Kläger eine selbst bewohnte Eigentumswohnung besessen.
Einen Raum nutzten der Lehrer und die Journalistin als häusliches Arbeitszimmer, das sie entsprechend in ihren Einkommensteuererklärungen ansetzten.

Nach rund neun Jahren verkaufte das Paar die Wohnung mit Gewinn.
Diesen beurteilte das Finanzamt grundsätzlich als steuerfrei, da die Wohnung zuvor zu privaten Wohnzwecken genutzt wurde.   
Für den Veräußerungsgewinn der anteilig auf das Arbeitszimmer entfiel, verlangte das Finanzamt hingegen Spekulationssteuer,
weil die zehnjährige Spekulationsfrist noch nicht abgelaufen war.     
Zu Unrecht, wie das Finanzgericht Köln entschied.
Das Arbeitszimmer sei Teil der Privatwohnung und könne deshalb
nicht als selbstständiges Wirtschaftsgut besteuert werden.   


Gegen die Entscheidung hat das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof in München eingelegt (Az.: IX R 11/18).
Dennoch können sich auch andere Steuerzahler auf das Verfahren berufen und Einspruch einlegen,
wenn das Finanzamt den Gewinn aus dem Hausverkauf anteilig für das Arbeitszimmer versteuert.
So bleibt der eigene Steuerfall bis zu einer Entscheidung des Gerichts offen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2018

« Letzte Änderung: 06. Januar 2019, 14:57:18 von RalleGA »
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Erhaltungsaufwand für Baudenkmal auch nachträglich absetzbar

Die Instandsetzung eines denkmalgeschützten Hauses kostet viel Geld.

Die Ausgaben können von der Steuer abgesetzt werden.

Aber funktioniert das auch noch dann, wenn die nötige Bescheinigung der Denkmalschutz-Behörde verspätet eingereicht wird?

Immobilienbesitzer, die in einem Baudenkmal wohnen, dürfen den Erhaltungsaufwand als Sonderausgabe bei der Einkommensteuererklärung absetzen.


Zum Nachweis ist grundsätzlich eine Bescheinigung vom Amt für Denkmalschutz erforderlich.

Fehlt die Bescheinigung, wird das Finanzamt die Denkmalabschreibung nicht berücksichtigen.
Kann die Bescheinigung später nachgereicht werden, so sind die Steuerbescheide aber zu ändern, urteilte das Finanzgericht Köln. Denn Verzögerungen bei der Denkmalschutzbehörde gehen nicht zu Lasten der Denkmalbesitzer.

In dem verhandelten Fall bewohnten die Kläger ein denkmalgeschütztes Haus. In den Jahren 2008 bis 2010 steckten sie 29.000 Euro in die Erhaltung des Hauses. Allerdings erhielten die Kläger erst im Jahr 2014 eine Bescheinigung vom Amt für Denkmalschutz und machten die Sonderausgaben daher nachträglich geltend. Das Finanzamt lehnte die Änderung der Steuerbescheide ab (Az.: 6 K 726/16).

Das sah das Finanzgericht Köln anders. Dass die Verfahren bei den Denkmalbehörden erfahrungsgemäß lange Zeit in Anspruch nehmen, dürfe nicht zu Lasten der Hausbesitzer gehen, so das Gericht. Gegen das steuerzahlerfreundliche Urteil hat das Finanzamt Revision beim Bundesfinanzhof (BFH) eingelegt, sodass eine abschließende Entscheidung noch aussteht (Az.: X R 17/18).

Ebenfalls betroffene Immobilienbesitzer können von dem laufenden Verfahren profitieren. Sie sollten die Bescheinigung des Denkmalamtes beim Finanzamt nachreichen und eine Änderung des Steuerbescheides beantragen. Folgt das Finanzamt dem nicht, weil die Bescheinigung des Denkmalamtes zu spät kam, kann Einspruch eingelegt werden. Schließt sich der Bundesfinanzhof dem Kölner Urteil an, kann man davon noch profitieren und gegebenenfalls seine Steuern mindern.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2018
« Letzte Änderung: 11. Januar 2019, 10:10:54 von RalleGA »
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Finanzamt an Kosten für den Winterdienst beteiligen

Gerade bei lang anhaltendem Schneefall ist das Räumen der Gehwege für viele Hausbesitzer eine große Last.
Mit einem Winterdienst können sie sich den Aufwand jedoch ersparen. Die Ausgaben sind sogar absetzbar.

Die Ausgaben für einen Winterdienst vor der Haustür können die Steuerlast mindern.
Ein Teil der Rechnung ist als haushaltsnahe Dienstleistung bei der Einkommensteuer anrechenbar.
Jedes Jahr erkennt das Finanzamt bis zu 4.000 € steuermindernd an.
Berücksichtigt werden Lohn-, Maschinen- und Fahrtkosten zu 20%.
Wichtig ist aber, dass das Finanzamt nur Überweisungen akzeptiert, nicht jedoch Barzahlungen.
Der Steuerbonus gilt dabei nicht nur für das Streuen und Räumen auf dem eigenen Grundstück,
sondern auch auf öffentlichen Gehwegen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2019

« Letzte Änderung: 17. Januar 2019, 13:25:26 von RalleGA »
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Wohnen/Haus

Entschädigung bleibt steuerfrei   


Der Bundesfinanzhof (BFH) in München hat einem Immobilienbesitzer im Streit mit dem Finanzamt Recht gegeben.
Einmalige grundbuchrechtlich abgesicherte Entschädigungen für eine neue Hochspannungsleitung über einem Grundstück unterliegen nicht der Einkommensteuer. (Az.: IX R 31/16) 
Es handle sich nicht um Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung oder sonstige Einkünfte.

In dem Fall ging es um eine Entschädigung, die ein Netzbetreiber dem Grundstückseigentümer und Hausbesitzer im Gegenzug für dessen Erlaubnis zahlte, seinen Besitz mit einer Hochspannungsleitung zu überspannen.
Die Höhe der Entschädigung bemaß sich an der Verkehrswertminderung.
Mit dem Finanzamt kam es anschließend zum Streit über die Versteuerung.

Nach Einschätzung der obersten deutschen Finanzrichter handelt es sich nicht um Einkünfte durch Vermietung oder Verpachtung.
Es werde keine befristete Nutzung des Grundstücks vergütet, sondern eine "zeitlich unbefristete dingliche Belastung des Grundstücks" und die damit verbundene "Aufgabe eines Eigentumsbestandteils".
Es handle sich rechtlich außerdem nicht um Einkünfte aus sonstigen Leistungen, entschied das Gericht.
Dabei handle es sich um Verkaufsvorgänge.
Zu berücksichtigen sei in diesem Rahmen auch, dass der Mann bei einer Weigerung vermutlich zumindest teils zwangsenteignet worden wäre. Wer einer drohenden Enteignung zuvorkomme, erbringe keine sonstige Leistung im Sinne der Vorschrift.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  September 2018

« Letzte Änderung: 05. Februar 2019, 14:51:46 von RalleGA »
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