Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Steuer-Geld-Banktipp 1 - allgem. u. natürlich legaler Art + Erbrecht ab 2010  (Gelesen 61493 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Steuer:

Fragen und Antworten

Frage:

Ich bin Seniorin und habe keinen Computer.
Dass die Einkommensteuererklärung jetzt elektronisch eingereicht wird, macht mir Angst.
Darf ich denn nach wie vor auch die herkömmlichen Papierformulare ausfüllen?               
                                                                   
Antwort:
Aber natürlich.
Sie können Ihre Steuererklärung wie gewohnt machen, keine Sorge.
Die elektronische Form ist für Privatpersonen bisher nur ein zusätzliches Angebot.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2013
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Steuer: 

Fragen und Antworten

Frage:

Kann ich die Kosten für den Sportverein, den Musik- und den Tanzunterricht für meine Kinder absetzen?

Antwort:
Nein, leider nicht. Absetzungsfähig sind nicht die Kosten für die Freizeitgestaltung,
sondern lediglich die Betreuungskosten für Ihre Kinder, also für Kindertagesstätte oder Hort.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2013
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Steuer:

Fragen und Antworten

Frage:

Ich bin Lehrerin und arbeite viel zu Hause in meinem Arbeitszimmer, um den Unterricht vorzubereiten
und Schülerarbeiten zu korrigieren.
Was kann ich geltend machen und in welcher Höhe?
Wenn ich die Erklärung elektronisch mache, muss ich trotzdem Belege einreichen?

Antwort:
Ein Arbeitszimmer kann nur steuerlich berücksichtigt werden, wenn Ihnen Ihr Arbeitgeber
keines zur Verfügung stellt.
Als Werbungskosten abzugsfähig sind maximal 1.250 € im Jahr.
Das heißt, die anteiligen Kosten für Miete, Strom, Gas und Wasser und weiteres.
Ihre Arbeitsmittel, wie die Abschreibungen für Möbel oder Fachliteratur, können Sie zusätzlich,
ebenfalls im Bereich Werbungskosten, absetzen.
Ob Sie Ihre Erklärung elektronisch abgeben oder nicht, hat keinen Einfluss auf Ihre Belege.
Sie müssen nicht alle Belege einreichen, aber für den Zweifelsfall bereithalten,
falls das Finanzamt um Einsicht bittet. 

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2013
« Letzte Änderung: 31. Juli 2013, 10:23:14 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Steuer:

Fragen und Antworten

Frage:

Mein Kind (19) hat im vergangenen Herbst ein Studium in einer anderen Stadt begonnen
und ich unterstütze es finanziell.
Kann ich dies in meiner Steuererklärung geltend machen?

Antwort:

Für volljährige Kinder, die sich in einer Ausbildung befinden und auswärtig untergebracht sind,
können Eltern einen Ausbildungsfreibetrag in Höhe von 924 € für den entstandenen Sonderbedarf abziehen.
Voraussetzung für diesen Freibetrag ist aber, dass ein Anspruch auf Kindergeld oder Kinderfreibetrag besteht.
Neu ist, dass ab dem Veranlagungszeitraum 2012 der Freibetrag unabhängig von den eigenen Einkünften und Bezügen des Kindes gewährt wird.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2013
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Scheidungskosten komplett bei der Steuer angeben

Eine Scheidung ist für die Betroffenen eine außergewöhnliche emotionale wie finanzielle Belastung.
Deshalb hat der Gesetzgeber besondere Vorkehrungen getroffen.
Laut Finanzgericht Düsseldorf können Geschiedene alle entstandenen Gerichts- und Anwaltskosten steuerlich geltend machen (Az.: 10 K 2392/12 E).
Was als außergewöhnliche Belastung berücksichtigt wird, hängt jedoch immer von der Höhe der Einkünfte,
dem Familienstand und der Zahl der Kinder ab.
Deshalb unterscheidet es sich von Fall zu Fall, in welcher Höhe die Belastungen angerechnet werden.

Im Fall
hatte der geschiedene Ehepartner insgesamt 8.195 € Gerichts- und Anwaltskosten für die Scheidung bezahlt.
Die Kosten betrafen nicht nur die Scheidung, sondern auch die Aufwendungen für den Versorgungsausgleich und den nachehelichen Unterhalt.
Diese wollte er von der Steuer absetzen.
Das Finanzamt erkannte aber nur die Kosten für Scheidung und Versorgungsausgleich an -
nicht jedoch die Aufwendungen für den Vermögensvergleich und die Unterhaltsansprüche.

Urteil:
Das Finanzgericht entschied jedoch, dass der Mann die gesamten Kosten als außergewöhnliche Belastung steuerwirksam geltend machen kann.
Eine Scheidung könne nur gerichtlich und mit Hilfe eines Rechtsbeistandes erfolgen.
In dem Verfahren müssten auch der Versorgungsausgleich, der Zugewinn und die Unterhaltsansprüche
geregelt werden.
Den dadurch entstehenden Kosten könnten sich die Ehepartner nicht entziehen.
Dabei spiele es keine Rolle, dass eine Scheidung zum Teil nur durch ein Urteil, zum Teil hingegen
auch durch einen Vergleich zwischen den Eheleuten geregelt werden könne.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2013
« Letzte Änderung: 16. August 2013, 15:33:54 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Einkommensteuer:  Fahrtkosten eines Kindes im Rahmen einer Berufsausbildung (BFH)

Mehr Geld für Azubis Fahrtkosten zum Berufsfortbildungswerk jetzt voll absetzbar


Kürzlich hatte der Bundesfinanzhof (BFH) entschieden (BFH-Urteil vom 18.9.2012, Aktenzeichen VI R 65/11, betrifft die Rechtslage bis 31.12.2011), dass eine Bildungseinrichtung nicht als regelmäßige Arbeitsstätte anzusehen sei.
Dies auch dann nicht, wenn das Bildungsinstitut über einen längeren Zeitraum hinweg zum Zwecke eines Vollzeitunterrichts oder -studiums aufgesucht wird.
Diese Rechtauffassung hat der BFH nun konsequent weiterverfolgt.

Nunmehr sind auch Fahrten eines Kindes zu einem Berufsfortbildungswerk nicht nur mit der Entfernungspauschale, sondern mit den tatsächlichen Kosten nach Dienstreisegrundsätzen zu berücksichtigen.
Denn das Fortbildungswerk kann - wie eine Universität - schon deshalb keine regelmäßige Arbeitsstätte sein,
da es sich nicht um eine "betriebliche Einrichtung des Arbeitgebers handelt.
Wie oft das Bildungswerk aufgesucht wird, ob dort theoretischer oder praktischer Unterricht stattfindet,
ist dabei unerheblich.

Je na eh der Entfernung und der Anzahl der Fahrten zum Fortbildungswerk können Auszubildende oder Berufsanfänger jetzt durch höhere Mobilitätskosten mehr absetzen oder einen höheren Verlustvortrag für die Folgejahre, in denen mehr Arbeitslohn erzielt wird, vom Finanzamt feststellen lassen.

Fundquelle: Auszug -  „ALTMARK-ZEITUNG“ – Mai 2013
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Rentner können in ihrer Steuererklärung auch Werbungskosten geltend machen

Die Werbungskostenpauschale für Rentner beträgt 102 € pro Jahr.
Wenn höhere Ausgaben entstanden sind, lohnt es sich,
diese in der Anlage R der Steuererklärung einzeln nachzuweisen.
Absetzbar sind unter anderem Gewerkschaftsbeiträge, Renten- oder Versicherungsberatungskosten oder
Ausgaben für Rechtsberatung und Prozesskosten im Zusammenhang mit dem Rentenantrag.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2013 
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Fachbücher für die Arbeit von der Steuer absetzen

Rechner, Büromaterial und Co. können als Ausgaben für Arbeitsmittel von der Steuer abgesetzt werden.
Haben Berufstätige keine größeren Aufwendungen getätigt, kann eine Pauschale von 110 € angesetzt werden.

Was Verbraucher dabei beachten sollten

Aufwendungen für Arbeitsmittel wie Computer können als Werbungskosten geltend gemacht werden.
Das gilt, wenn sie zur Erledigung beruflicher Aufgaben dienen und so gut wie ausschließlich für die Arbeit genutzt werden.
Zu den typischen Arbeitsmitteln gehören beispielsweise Fachbücher oder Fachzeitschriften, Berufsbekleidung und deren Reinigung, Computer, Mobiliar, Büromaterial sowie das Telefon.

Wenn keine größeren Anschaffungen wie Mobiliar, Computer oder Ähnliches getätigt wurden, kann es günstig sein, die Arbeitsmittelpauschale von 110 Euro in der Einkommensteuererklärung anzusetzen.
Hierbei handelt es sich um eine sogenannte Nichtbeanstandungsgrenze.

Das heißt, Aufwendungen bis zu dieser Höhe müssen nicht durch einzelne Belege nachgewiesen werden.
Allerdings wird diese Pauschale nicht automatisch, wie z.B. der Arbeitnehmerpauschbetrag von 1.000 €, vom Finanzamt berücksichtigt, sondern nur, wenn in der Einkommensteuererklärung eine entsprechende Angabe erfolgt.
Wichtig zu wissen ist auch, dass diese Pauschale nicht neben weiteren nachgewiesenen Kosten,
zum Beispiel Telefonkosten, angesetzt werden kann.
Entweder werden alle Kosten einzeln mit entsprechenden Belegen abgerechnet,
oder es wird nur die Pauschale angesetzt.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2013
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
STEUER:

Ausbildungskosten absetzen Steuererklärung auch für AZUBIS interessant


An den Kosten für ein Erststudium oder die Erstausbildung beteiligt sich das Finanzamt nur eingeschränkt.
Studenten oder Auszubildende können jährlich 6.000 € als Sonderausgaben geltend machen.
Der Nachteil davon: Die Ausgaben sind nur mit steuerpflichtigen Einnahmen desselben Jahres verrechenbar.
Anders ist es, wenn Steuerzahler bereits eine Ausbildung absolviert haben und dann studieren oder eine weitere Ausbildung beginnen.
Dann können die Ausgaben als Werbungskosten abgesetzt werden.
In diesem Fall ist es außerdem möglich, diese Ausgaben als Verluste in jedem Jahr festzustellen und auf spätere Jahre zu übertragen.
Auf diese Weise kann die Steuerlast beim Berufseinstieg gemindert werden.
Als Erstausbildung gilt dabei bereits der Bachelor-Abschluss.
Das heißt: Das Master-Studium ist als Zweitstudium steuerlich voll abzugsfähig.
Die Rechtsprechung geht sogar noch weiter.

Als Erstausbildung werden nach Auffassung des Bundesfinanzhofes (BFH) in München auch die Ausbildung als Rettungssanitäter (Az.: VI R 52/10) und der sechsmonatige Lehrgang zum Flugbegleiter (Az.: VI R 6/12) akzeptiert.
Auch als freiwilligem Wehrdienst können junge Steuerpflichtige bereits eine Erstausbildung absolvieren.
Dies ist der Fall wenn beim Wehrdienst der Ausbildungscharakter im Vordergrund steht,
etwa wenn die Lizenz zum Berufskraftfahrer erworben wird.
So befanden zumindest das Niedersächsische Finanzgericht (Az.: 15 K 60/12) und der BFH (Az.: VI R 72/11).

Fundquelle: Auszug - „ALTMARK-ZEITUNG“ – Januar 2014     

« Letzte Änderung: 23. September 2014, 10:01:32 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Doppelte Haushaltsführung:

Familienheimfahrten absetzbar


Zwei Wohnungen in zwei verschiedenen Städten gehen ins Geld. Manchmal lässt sich das aus beruflichen Gründen nicht verhindern.
Dann lassen sich die Kosten für die zweite Wohnung steuerlich absetzen.
Und auch die für Fahrten nach Hause.                                                                                               
Müssen aus beruflichen Gründen zwei Wohnungen unterhalten werden, sind die Kosten für die zweite Wohnung steuerlich absetzbar.
Auch Kosten für eine Fahrt pro Woche nach Hause können Berufstätige beim Finanzamt geltend machen.
Für die Wohnung können pro Monat Aufwendungen von maximal 1.000,- € angesetzt werden.
Für die sogenannte Familienheimfahrt gilt die Entfernungspauschale von 30 Cent je Entfernungskilometer.
Steuerlich begünstigt ist dabei nicht nur die Fahrt des Beschäftigten zu seiner Familie, sondern unter Umständen auch der umgekehrte Weg.
Wenn es dem Betreffenden aus beruflichen Gründen verwehrt wird, die Heimfahrt zur Familie anzutreten,
kann die Familie auch zu ihm kommen, und die Kosten können steuerlich abgesetzt werden.                                     
Wichtig zu beachten:
Dabei handelt es sich um eine Ausnahmeregel, entschied das Finanzgericht Münster (Az.: 12 K 339/10 E).

Sie greift nur, wenn die Familie aus beruflichen Gründen zum Ort des Zweitwohnsitzes kommt und nicht aus privaten.
Also z. B., wenn der Arbeitnehmer aus beruflichen Gründen nicht nach Hause fahren kann und deshalb seine Familie zu ihm kommt.
Es gilt nicht, wenn die Familie sich einfach nur die Stadt ansehen möchte.                                                                                                                                           
Für das Beantragen der Kosten in der Einkommensteuererklärung ist es hilfreich, wenn die berufliche Veranlassung nachgewiesen werden kann, z.B. mit einer Bescheinigung vom Chef, aus der hervorgeht, dass man aus beruflichen Gründen am Firmenstandort bleiben sollte.               
Aber selbst in dem Fall ist der Steuerspareffekt noch nicht endgültig gesichert:
Denn das Finanzamt will die steuerzahlerfreundliche Rechtsprechung nicht anerkennen und hat beim Bundesfinanzhof (BFH) Revision eingelegt (Az.: VI R 22/14).
Betroffene sollten Einspruch gegen den Steuerbescheid einlegen und auf das Verfahren vor dem BFH verweisen, falls das Finanzamt diese Kosten nicht anerkennen sollte.
Folgt der BFH der steuerzahlerfreundlichen Rechtsprechung, kommt es dann zu einer Erstattung der Steuersumme.                                 

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2014   
« Letzte Änderung: 05. Februar 2015, 09:45:45 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Scheidungskosten können doch steuerlich absetzbar sein

Sind Scheidungskosten absetzbar?


Diese Frage ist umstritten.
Denn seit einer Gesetzesänderung werden Prozesskosten nur noch unter strengen Voraussetzungen anerkannt.
Das Finanzgericht Rheinland-Pfalz stellt sich jetzt auf die Seite der Steuerzahler (Az.: 4 K 1976/14).
Nach Ansicht der Richter ist die Trennung einer zerrütteten Ehe ein "elementares menschliches Bedürfnis". Die Kosten der Ehescheidung, die nur durch einen zivilgerichtlichen Prozess herbeigeführt werden könne,
seien daher für den Betroffenen aus tatsächlichen Gründen zwangsläufig und damit abzugsfähig.
Gegen die Entscheidung kann Revision vor dem Bundesfinanzhof eingelegt werden.

Seit Sommer 2013 können Prozesskosten für private Rechtsstreitigkeiten nicht mehr steuerlich abgesetzt werden. Grund ist eine Änderung des Paragrafen 33 Einkommensteuergesetz (EStG).
Die Finanzämter sind seither angehalten, Prozesskosten nur noch als außergewöhnliche Belastung anzuerkennen, wenn der Rechtsstreit die Existenz des Steuerzahlers gefährdet.
Die einst als außergewöhnliche Belastungen absetzbaren Kosten einer Scheidung wären demnach entfallen.

In dem konkreten Fall wollte ein Steuerzahler die Anwalts- und Verfahrenskosten in Höhe von 2.400 € für seine Scheidung geltend machen.
Zum einen hatte er Anwaltskosten von 1.594 €, die allein für das Scheidungsverfahren anfielen.
661 € berechneten die Anwälte für die Vertretung ihres Mandanten bei Fragen des Kindsunterhalts. Außerdem hatte der Steuerzahler 144 € für beglaubigte Kopien geltend gemacht.
Diese Kosten wurden vom zuständigen Finanzamt aber nicht anerkannt.

Zu Unrecht, wie das Finanzgericht nun entschied:
Die im neuen Gesetzestext formulierte Voraussetzung, dass die Existenzgrundlage des Betroffenen bedroht sein müsse, damit Prozesskosten absetzbar seien, dürfe nicht zu streng interpretiert werden.
Es könne nicht nur um Leben oder Tod gehen.
Auch die geistig-seelische Verfassung des Menschen zähle zur Existenzgrundlage, so die Begründung.
Absetzbar seien aber nur jene Kosten, die unmittelbar durch das Scheidungsverfahren entstünden.
Vermögens- und Unterhaltsfragen müssten nicht zwangsläufig von einem Gericht entschieden werden und führten daher auch nicht zu außergewöhnlichen Belastungen im steuerrechtlichen Sinne.

Tipp:
Steuerzahler, die 2013 eine Scheidung durchlebt haben, sollten die Kosten in der Steuererklärung anzugeben.
Sollte das Finanzamt die Übernahme ablehnen, sollte Einspruch erhoben werden.
Dabei beziehen sich betroffene Steuerzahler am besten auf das o.g. aktuelle Urteil des FG Rheinland-Pfalz.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2014
« Letzte Änderung: 18. Februar 2015, 08:57:16 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Staat soll sich an Erstausbildung beteiligen

Der Staat muss sich nach Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) an den Kosten der Erstausbildung beteiligen.
Der gesetzliche Ausschluss dieser Kosten von den Werbungskosten sei verfassungswidrig,
entschied der BFH (5 U 337/09).

Er legte dem Bundesverfassungsgericht mehrere Streitfälle zur Prüfung vor.
Wer also Ausbildung oder Studium begonnen hat, sollte damit beginnen, Belege zu sammeln.

Die obersten Finanzrichter verwiesen zur Begründung ihrer Entscheidung auf das aus dem Gleichheitssatz abgeleitete "verfassungsrechtliche Gebot der Besteuerung nach der finanziellen Leistungsfähigkeit".
Als Folge können Steuerpflichtige ihr zu versteuerndes Einkommen um Ausgaben mindern,
die zur Erzielung dieser Einkünfte notwendig waren, etwa die Kosten für die Fahrten zum Arbeitsplatz.

Werbungskostenabzug auch für Weiterbildung
Ein solcher sogenannter Werbungskostenabzug ist auch für die Kosten einer Weiterbildung möglich.
Die Kosten einer Erstausbildung hat der Gesetzgeber dagegen ausdrücklich von den Werbungskosten ausgenommen.
Kosten der Erstausbildung gelten demnach nur als Sonderausgaben, gedeckelt auf derzeit 6.000 € pro Jahr.
Diese wirken sich steuerlich aber nur aus, wenn auch im laufenden Jahr entsprechende Einkünfte bestehen.
Werbungskosten dagegen könnten auch noch mit späteren Einkünften verrechnet werden.

Genau dies wollten mehrere Piloten und ehemalige Studenten mit ihren Klagen erreichen.
Die Piloten hatten jeweils rund 70.000 € für ihre Ausbildung bezahlt,
die Studenten teils hohe Studiengebühren.
Der BFH stimmte ihnen zu.

Die Ausbildungskosten seien eine "notwendige Voraussetzung" für die spätere Berufstätigkeit.
Daher seien sie auch "als Werbungskosten einkommensteuerrechtlich zu berücksichtigen".

Nur der Werbungskostenabzug stelle in diesen Fällen auch die Verrechnung mit späteren Einkünften sicher.
Tipp:
Von einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts könne nur profitieren,
"wer einen offenen Steuerfall hat".

Studenten müssten dafür eine Steuererklärung mit Werbungskosten abgeben.
Dazu gehören z.B. Semesterbeiträge, Studiengebühren, Fahrtkosten, Ausgaben für PC und Bücher.

Stünden diesen Ausgaben keine entsprechenden Einkünfte gegenüber, sei auf dem Mantelbogen das Feld "Erklärung zur Feststellung des verbleibenden Verlustvortrags" anzukreuzen.

Beim Finanzamt Einspruch erheben
Sollte das Finanzamt wegen der noch geltenden Rechtslage den Verlustvortrag ablehnen, müssen Betroffene Einspruch einlegen und mit Hinweis auf die Verfassungsvorlage das Ruhen des Verfahrens beantragen.
Die Frist für die Abgabe einer solchen Steuererklärung beträgt nach Angaben der Steuerberaterkammer vier Kalenderjahre.
Wer Ausbildung oder Studium gerade erst begonnen hat, muss daher zunächst alle Belege sammeln und kann dann später entscheiden, ob es sich lohnt, sie auch einzureichen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2014

« Letzte Änderung: 24. Februar 2015, 11:14:29 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Musterverfahren über Abrechnung bei Dienstwagen-Fahrten

Manche Unternehmer nutzen ihren Dienstwagen nur gelegentlich für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte.
Sie können von einem Gerichtsverfahren vor dem Bundesfinanzhof (BFH) profitieren.
Das oberste deutsche Steuergericht muss entscheiden, ob für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte grundsätzlich ein pauschaler Zuschlag von 0,03% des Fahrzeuglistenpreises pro Monat und Fahrtkilometer berechnet werden muss - oder ob auch eine genaue Abrechnung nach Fahrtagen möglich ist.

Im Streitfall nutzte eine selbstständige Ärztin den Dienstwagen auch für Fahrten zwischen Wohnung und Praxis.
Ein Fahrtenbuch führte sie nicht, so dass 1% des Fahrzeug-Bruttolistenpreises pro Monat als Nutzungsvorteil versteuert wurde.
Für den Weg zwischen Wohnung und Betriebsstätte verlangte die Finanzverwaltung pauschal einen Zuschlag von 0,03% des Fahrzeug-Bruttolistenpreises pro Monat und Entfernungskilometer.
Die Ärztin wollte hingegen Tag genau abrechnen, da sie nur an wenigen Tagen im Monat mit dem Dienstwagen zur Praxis fuhr.
Bei Arbeitnehmern ist eine genaue Abrechnung mit 0,002% des Listenpreises pro Tag und Fahrtkilometer möglich, darauf berief sich die Klägerin.

Das Finanzgericht Düsseldorf wies die Klage ab, ließ aber die Revision zum Bundesfinanzhof zu.
Das Verfahren ist dort unter dem Aktenzeichen III R 25/14 anhängig.


Unternehmer, die den Dienstwagen nur gelegentlich für Fahrten zwischen Wohnung und Betriebsstätte nutzen, sollten sich auf dieses Verfahren beziehen und eine genaue Abrechnung nach Fahrtagen verlangen. Bei weniger als 15 Fahrten pro Monat zum Betrieb ist die genaue Abrechnung nach Tagen günstiger.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Dezember 2014
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Ratgeber

„Steueränderungen 2015“


Auch nach diesem Jahreswechsel müssen sich Steuerzahler auf eine Vielzahl von Änderungen einstellen.
Zudem sei, so der Bund der Steuerzahler, damit zu rechnen, dass es im Frühjahr 2015 weitere Gesetzesänderungen geben werde, ggf. in einigen Punkten auch rückwirkend zum Jahresanfang.
Wichtig sei, sich rechtzeitig zu informieren, um dem Finanzamt nicht unnötig Geld zu schenken.
Daher gibt es den neuen kostenlosen Ratgeber „Steueränderungen 2015“ des Bundes der Steuerzahler.
Er erläutert die wichtigsten Neuerungen leicht verständlich und anhand vieler Beispiele.
Informiert werde unter anderem darüber, welche Änderungen bei Mini- und Midijobs zu beachten seien.
Auch auf Auswirkungen des neuen Mindestlohns auf Minijobs werde eingegangen sowie auf das geänderte Reisekostenrecht. Zudem sei im Bereich der Einkommensteuer der Begriff der Erstausbildung neu geregelt worden, was für viele Steuerzahler steuerliche Auswirkungen haben könne.

Der kostenlose Ratgeber „Steueränderungen 2015“ kann beim Bund der Steuerzahler Baden-Württemberg unter der gebührenfreien Rufnummer 0800 0 – 7677 78 bestellt werden.
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.561
  • Ich bin: : selbst betroffen
Steuer:

Burn-Out
Die Kosten für die Behandlung einer typischen Berufskrankheit können grundsätzlich steuerlich geltend gemacht werden. In einem aktuellen Fall beschäftigen sich die Steuerrichter mit der Frage, ob auch ein Burn-Out darunter fällt. Mit einer Entscheidung darüber ist noch in diesem Jahr zu rechnen.
Die Zahl der Fehlzeiten durch Burn-Out ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen -
die Entscheidung dürfte daher von großer Relevanz sein (Az: VI R 36/13).

Dienstwagen:
Wer von seiner Firma einen Dienstwagen bekommt, den er auch privat nutzen darf, muss sich bei der Auswahl des Autos in der Regel an bestimmte preisliche Obergrenzen halten oder zuzahlen.
Der BFH prüft derzeit, ob die monatlichen Zuzahlungen eines Arbeitnehmers als Werbungskosten abzugsfähig sind - oder aber zu den Kosten der privaten Lebensführung gehören, an denen sich der Fiskus nicht beteiligt (Az: VI R 24/14)

Behinderungen
Kosten für den behindertengerechten Ausbau einer Wohnung können als außergewöhnliche Belastungen in der Steuererklärung angegeben werden.
Die Münchner Steuerrichter gehen derzeit der Frage nach, ob dies auch für andere Lebensbereiche gilt:
Im konkreten Fall will ein querschnittsgelähmter Mann die Kosten für den behindertengerechten Umbau seiner Motoryacht steuerlich geltend machen (Az: VI R 30/14).                           

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2015
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.