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Autor Thema: Themen für Blinde/Sehbehinderte u.a. Neuartiges Vorlesegerät "Poet P"  (Gelesen 31910 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Themen für Blinde/Sehbehinderte u.a. Neuartiges Vorlesegerät "Poet P"
« Antwort #45 am: 10. Dezember 2017, 08:52:51 »
Blindenhund auf Rezept

Das LSG Celle-Bremen (Az.: 14/2017) hat entschieden, dass der blinde Kläger von seiner Krankenkasse mit einem Blindenhund und nicht nur mit einem Blindenlangstock versorgt werden muss,
wenn seine Orientierung durch Schwerhörigkeit zusätzlich beeinträchtigt ist.

Fall:

Geklagt hatte ein 50-jähriger Mann, der bis auf ein minimales einseitiges Restsehvermögen erblindet war.
In jüngerer Zeit kam eine Schwerhörigkeit hinzu.
Zur Orientierung außerhalb der Wohnung nahm er bisher die Hilfe seiner Frau in Anspruch.
Als er bei seiner Krankenkasse einen Blindenhund beantragte, verwies diese ihn zunächst auf einen Blindenlangstock nebst Mobilitätstraining.
Dem hielt der Kläger entgegen, dass ein Blindenhund ihm eine viel bessere Hilfe bieten könne.
« Letzte Änderung: 10. Dezember 2017, 08:55:06 von RalleGA »
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Im Dunkeln blind – viele sehen nachts schlecht

Ursache: gestörter Tränenfilm oder mehr


Manche Menschen haben das Gefühl, nachts nicht gut sehen zu können.
Wer nachts nicht so gern Auto fährt, sagt manchmal, er sei wohl ein bisschen "nachtblind".
Gemeint ist in der Regel, dass man im Dunkeln nicht so gut sieht.

Dahinter steckt in den meisten Fällen ein optisches Problem:
ein gestörter Tränenfilm, eine Kurz- oder Weitsichtigkeit oder eine Linsentrübung.


Als Nachtblindheit bezeichnen Augenärzte eine sehr seltene Netzhauterkrankung.
Sie kann entweder erblich bedingt sein oder durch einen Mangel an Vitamin A entstehen.
Die Netzhaut besteht aus Fotorezeptoren.
Sie wandeln vereinfacht gesagt Licht in einen elektrischen Impuls um, der über den Sehnerv an das Gehirn weitergegeben wird.
Unter diesen Rezeptoren sind die sogenannten Zapfen für das Farbsehen am Tag zuständig,
die Stäbchen für das Sehen in der Dämmerung.
Arbeiten die Stäbchen nicht richtig, kann sich das Auge nicht an die Dunkelheit anpassen:
Der Mensch sieht schlecht.


Betroffene haben Probleme, sich an die Dunkelheit anzupassen, laufen manchmal,
nachts gegen Gegenstände oder haben Schwierigkeiten, die Sterne zu erkennen. Nur etwa einer von 22.000 Menschen ist schätzungsweise von der erblich bedingten Nachtblindheit betroffen. 

In der Regel bemerken diese Menschen schon in jungen Jahren, dass sie nachts schlecht sehen.
Bei manchen Patienten kommen ein unwillkürliches Augenzittern, Blendeempfindlichkeit und eine Minderung der Sehschärfe hinzu.
Viel tun kann der Arzt nicht, wenn er eine erbliche Nachtblindheit diagnostiziert.
Die Funktion der Stäbchen lässt sich nicht wieder herstellen.

Trotzdem sollten Patienten schlechtes Sehvermögen bei Nacht immer mit einem Augenarzt besprechen.

Ist der Grund für das Gefühl, nachts nicht mehr so gut zu sehen, nämlich z.B. eine Linsentrübung oder ein gestörter Tränenfilm, ist eine frühe Behandlung entscheidend.
In sehr seltenen Fällen kann eine Nachtblindheit auch durch einen Mangel an Vitamin A bedingt. sein.
Diesen kann man eventuell noch rechtzeitig beheben.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Dezember 2017

« Letzte Änderung: 18. April 2018, 10:16:58 von RalleGA »
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Mehr Tageslicht gegen Kurzsichtigkeit

Wer kurzsichtig ist, sieht nur in der Nähe gut.
Betroffene sollten immer eine passende Brille oder Kontaktlinsen tragen.
Als Ursache machen Forscher vor allem Umweltfaktoren und einen Mangel an Tageslicht aus.
Die Myopie trübt den Blick von Milliarden Menschen.
Bis 2050 könnte jeder zweite Weltbürger von Kurzsichtigkeit betroffen sein.     

In der Nähe ist alles klar, doch ferne Gegenstände verschwimmen. Sie lassen sich bestenfalls mit zusammengekniffenen Augen erkennen. Dazu kommen Kopfschmerzen und matte Augen. Bei diesen Anzeichen empfiehlt sich ein Termin beim Augenarzt.
Es könnte eine Myopie dahinterstecken, besser bekannt als Kurzsichtigkeit.

Wichtige Fragen und Antworten darauf im Überblick.

1. Wie erkennt man, dass man kurzsichtig ist?

Der griechische Begriff „myops“ bedeutet so viel wie blinzeln – ein typisches Anzeichen für Myopie. Betroffene erkennen in der Ferne weniger, sehen aber in der Nähe klar. Augenärzte bezeichnen das nicht als Krankheit, sondern als Abweichung von der Norm. Davon könnte bis zum Jahr 2050 laut Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) jeder Zweite betroffen sein.
Eine unkorrigierte Kurzsichtigkeit kann schwere Folgen wie eine Netzhautablösung nach sich ziehen. Darum sollte sie frühzeitig von einem Augenarzt diagnostiziert werden. Er verwendet dafür spezielle Geräte, die durch den Einsatz von Lichtstrahlen die Brechkraft des Auges messen. Mit einem zusätzlichen Sehtest überprüft der Arzt das Ergebnis – und bestimmt dann, welche Brillengläser oder Kontaktlinsen der Patient für eine klare Sicht benötigt.

2. Was macht ein Auge kurzsichtig?

Kurzsichtigkeit entsteht meist dadurch, dass der Augapfel physikalisch gesehen zu lang ist. Beim Sehen fällt das Licht eines entfernten Gegenstands durch die Augenlinse auf die Netzhaut. Die Augenlinse bricht die Strahlen in einem bestimmten Winkel nach innen.
Der Winkel wird gesteuert von Muskeln, die die Linsenkrümmung und damit die Brennweite der Linse verändern. Diese Muskeln sind bei der Nahsicht angespannt, die Linse ist mehr gekrümmt. Das Bild wird auf der Netzhaut scharf abgebildet. Beim Sehen in die Ferne entspannen sich die Muskeln, die Linse wird flacher und die Brennweite länger. Da der Augapfel eines Kurzsichtigen zu lang ist, wird das Bild kurz vor der Netzhaut abgebildet. So erzeugt ein um 1 Millimeter zu langes Auge beim Erwachsenen eine Myopie von 2.7 Dioptrien.

3. Was sind die Ursachen für Kurzsichtigkeit?
Kurzsichtigkeit entwickelt sich meistens zwischen dem 6. und dem 25. Lebensjahr. Warum der Augapfel bei manchen Menschen zu lang wird, ist bis heute nicht eindeutig geklärt. Veranlagung sei dabei eher nebensächlich, sagt Ian Morgan vom Forschungsinstitut für Biologie an der Australian National University in Canberra. Stattdessen machen Forscher Umweltfaktoren für die Entwicklung verantwortlich.
Heute verbringen Kinder viel Zeit drinnen – beim Lesen und Schreiben in der Schule, mit einem Buch, vor dem PC oder Smartphone zu Hause. Dieses ständige Nahsehen und vielleicht auch der Mangel an Tageslicht scheinen Kurzsichtigkeit zu begünstigen. Warum das allerdings so ist – da tappt die Wissenschaft immer noch im Dunkeln.

4. Kann Kurzsichtigkeit behandelt werden?
Das Fortschreiten der Myopie kann man nur im Schulalter beeinflussen. Kinder sollten so viel wie möglich im Freien spielen und so auch für die Augen einen Ausgleich schaffen. Je früher, desto besser. Eine hemmende Wirkung auf das Fortschreiten der Myopie können  auch Augentropfen mit dem aus der Tollkirsche gewonnenen Wirkstoff Atropin sowie spezielle Linsen haben.

5. Und bei Erwachsenen?
Wenn die Myopie bei Erwachsenen erst mal da ist, bekommt man sie nicht mehr weg. Ab 30 Jahren kann man lediglich etwas gegen die Symptome unternehmen. Betroffene sollten eine passende Brille oder Kontaktlinsen tragen. Angst, dass sie dadurch immer kurzsichtiger werden, müssen sie nicht haben: Dieser Mythos sei mittlerweile widerlegt worden. Wichtig ist aber, dass Betroffene eine von ihrem Augenarzt genau auf ihre Bedürfnisse angepasste Sehhilfe tragen. Für eine regelmäßige Überprüfung der Sehstärke reicht der Besuch beim Optiker, solange keine Beschwerden auftreten.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018

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Re: Themen für Blinde/Sehbehinderte u.a. Neuartiges Vorlesegerät "Poet P"
« Antwort #48 am: 07. Januar 2019, 09:35:34 »
Verbesserungen beim Berliner Blindengeld

Seit dem 1. Januar 2019 gelten zwei wesentliche Änderungen im Berliner Landespflegegeldgesetz, in dem u. a. die Teilhabeleistungen für blinde und sehbehinderte Menschen geregelt sind (Blindengeld).
Die Änderungen bringen mehr Gerechtigkeit für taubblinde und hochgradig sehbehinderte Menschen.


Mehr unter:  Kobinet-Nachrichten 03.01.2019

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Re: Themen für Blinde/Sehbehinderte u.a. Neuartiges Vorlesegerät "Poet P"
« Antwort #49 am: 19. Februar 2019, 09:02:50 »
Augengesundheit im Blick behalten 

Wenn die Sehkraft beeinträchtigt ist oder mit zunehmendem Alter nachlässt, sollten die Augen frühzeitig und regelmäßig überprüft werden. Häufig können Sehhilfen wie Brille oder Kontaktlinsen Fehlsichtigkeit ausgleichen oder zumindest verbessern. Bis auf wenige Ausnahmen hat der Gesetzgeber die Kostenübernahme für Sehhilfen durch die gesetzlichen Krankenkassen aus dem Leistungskatalog gestrichen. Wissenswertes zur Kostenübernahme von Brillen und Kontaktlinsen finden Sie hier

Die häufigste altersbedingte Sehstörung - bis hin zur Erblindung - ist die Makula-Degeneration,
verursacht durch eine Durchblutungsstörung der Netzhaut.
Die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft prognostiziert für das Jahr 2030 rund 5,5 Millionen betroffene Bundesbürger und rät zur regelmäßigen Vorsorgeuntersuchung ab 50 Jahre.
350.822 Menschen in Deutschland waren Ende des Jahres 2017 laut Schwerbehindertenstatistik blind beziehungsweise sehbehindert.


Fundquelle: REHADAT-Statistik


Für die BARMER-Versicherten unter ihnen gibt es das BARMER-Magazin als Hörversion.
Barmer-Magazin 

Amblyopiescreening Im Rahmen des exklusiven Kinder- und Jugend-Programms übernimmt die BARMER die Kosten für ein Amblyopiescreening im Alter vom 5. bis 27. Lebensmonat. Dabei wird untersucht, ob gesundheitliche Risikofaktoren in der Entwicklung des kindlichen Sehens bestehen.

Amblyopiescreening

Online-Kurs Augen- und Seh-Training

Das Fundament des Augen- und Seh-Trainings, das die BARMER anbietet, ist ein ganzheitliches Training, um Sehproblemen präventiv zu begegnen.

Fundquelle: Auszug – „Magazin für Versicherte“ – 2/2018 der BARMER
« Letzte Änderung: 19. Februar 2019, 09:14:05 von RalleGA »
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