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Autor Thema: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation  (Gelesen 28007 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation
« Antwort #45 am: 08. August 2013, 18:07:48 »
medizinische Rehabilitation

Begleitperson = Rechtsgrundlage (§ 11 Abs. 3 SGB V)

Danke nochmals an rainer123.
Er hat mich mit dieser wichtigen Frage "belästigt" und tolle Zuarbeit geleistet.  :supi
Ich wünschen beiden Dortmundern, dass die Kur von Erfolg gekrönt :dd
ist und das Rainer auf Grundlage diese gesetzlichen Möglichkeit nicht noch seine eigene Unterkunft
(nicht in der Reha-Klinik) selbst bezahlen muss,
da er ja als "Diener der Krankenkasse" zum Dienst fährt und 24 h am Tag Montag - Sonntag.  :schwitz

Die Kasse macht Freitagmittag dicht.  :muede  :muede  :muede
In der Woche am Abend aber selbstverständlich auch.   :-X

Aber Rainer darf als Begleitperson arbeiten und noch sein eigenes Quartier bezahlen.   :vnb
Ich glaub ich bin im falschen Film..... :frech
« Letzte Änderung: 08. August 2013, 18:22:46 von RalleGA »
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Re: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation
« Antwort #46 am: 26. September 2013, 10:19:53 »
Mitnahme einer Begleitperson bei einem Kur – oder Krankenhausaufenthalt

Schwerstpflegebedürftige Patienten haben einen erhöhten Pflegebedarf.
Krankenhäuser und Kureinrichtungen sind immer seltener dazu in der Lage, die Pflege dieser Personen in vollem Umfang mit dem vorhandenen Personal in der erforderlichen Qualität zu erbringen.
Daraus resultiert die Notwendigkeit, eine Begleitperson aus dem eigenen Umfeld mitzunehmen.
Allerdings war die Kostenfrage bisher immer wieder umstritten und sollte nach Möglichkeit endgültig geklärt werden.

Auf Nachfrage hat sich der Vorstandsvorsitzende der AOK Sachsen-Anhalt Herr Ralf Dralle wie folgt geäußert.
Dies möchte ich ihnen hier kurz zusammenfassen.

Der §2 Abs.2 Nr.3 im Krankenhausentgeldgesetz regelt diese Problematik.
Es gehört zu den allgemeinen Krankenhausleistungen aus medizinischen Gründen eine Begleitperson stationär mit aufzunehmen, wenn dies vom Arzt als notwendig eingeschätzt wird.
Die Kosten für die Begleitperson werden mit der Abrechnung des stationären Aufenthaltes der Krankenkasse in Rechnung gestellt.
Die nachträgliche Prüfung bleibt der Krankenkasse vorbehalten, findet aber nur zwischen Krankenhaus und Krankenkasse statt.
Wird die Kostenübernahme im Vorfeld beantragt, prüft die AOK im Einzelfall ggf. unter Einschaltung des MDK der Krankenkassen die Medizinische Notwendigkeit.
Bei einer stationären Rehabilitationsmaßnahme besteht eine Genehmigungspflicht vor Antritt der Maßnahme.
Im Allgemeinen wird von Herrn Dralle eingeschätzt, dass Kostenübernahmeanträge der Versicherten bzw. stationären Einrichtungen in medizinisch begründeten Einzelfällen durch die AOK Sachsen-Anhalt entsprochen wird.
Daniela Eisewicht –
Landesverband Sachsen-Anhalt der Deutschen Gesellschaft für Muskelkranke e.V.


Anmerkung der Redaktion:
Wir danken Frau Eisewicht für diese Informationen und hoffen,
dass der Abdruck vielen unserer Leserinnen und Leser hilft.
Ergänzend möchten wir darauf hinweisen, dass auch schwerbehinderte Patienten die keine private Hilfsperson mit in ein Krankenhaus mitnehmen können, dort ihren Bedürfnissen entsprechend gepflegt werden müssen.
Aus dem Recht sich eine persönliche Pflegeperson mitzunehmen, darf nicht die Pflicht werden,
Pfleger selbst mitnehmen zu müssen.

Es handelt sich hier nicht um ein Sparprogramm für Krankenhäuser oder -kassen.

Fundquelle: „Normal“ – Zeitschrift des Behindertenbeirates Sachsen-Anhalt

« Letzte Änderung: 26. September 2013, 10:21:29 von RalleGA »
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Re: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation
« Antwort #47 am: 14. März 2014, 07:01:23 »
Kein Urlaub für Kur mit Kind

Arbeitnehmer müssen für eine vom Arzt verordnete Mutter-Vater-Kind-Kur keinen Urlaub nehmen.
Der Arbeitgeber ist verpflichtet, sie für die Dauer der Kur freizustellen.
Hinweis des Müttergenesungswerks:
Dabei muss der Chef nach § 9 EntgFG (Entgeltfortzahlungsgesetz) das volle Gehalt zahlen.

Eine Kur sei eine vom Arzt verordnete Maßnahme, die rechtlich ähnlich zu bewerten sei wie ein Krankenhausaufenthalt.
Damit der Vorgesetzte den Ausfall des Mitarbeiters bei der Personalplanung berücksichtigen kann,
sollte er jedoch möglichst früh informiert werden.
Hinweis: den  Arbeitgeber in Kenntnis setzen, sobald die Krankenkasse die Kur genehmigt hat.
Nach der Genehmigung der Kasse haben Angestellte im Schnitt vier Monate Zeit, sie anzutreten.
Pro Jahr stimmen die Krankenkassen rund 80.000 Mutter- Vater-Kind-Kuren zu,
davon nimmt etwas mehr als die Hälfte (44.000) an Kuren des Müttergenesungswerks teil.
Anspruch auf eine Kur hat jeder Vater und jede Mutter, der oder die droht, krank zu werden
oder bereits erkrankt ist.


Fundquelle: Auszug - „ALTMARK-ZEITUNG“ – Januar 2014

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Re: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation
« Antwort #48 am: 02. Mai 2014, 09:59:28 »
Reha-Antrag für Kinder bei Rentenversicherung stellen         

Anders als Mutter-Kind-Kuren müssen Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche nicht bei der Krankenkasse beantragt werden.
Dafür ist der Rentenversicherungsträger der Eltern zuständig.
Reha-Maßnahmen für Kinder und Jugendliche müssen beim Rentenversicherungsträger der Eltern beantragt werden.
Welcher Träger das genau ist, können die Eltern ihrem Rentenbescheid entnehmen.
Sie können sich beim Stellen des Antrags von ihrem Kinder- und Jugendarzt unterstützen lassen. Dieser muss nicht die Zusatzbezeichnung "Rehabilitationswesen" aufweisen oder einen besonderen Kurs absolviert haben. Das sei anders, wenn ein Erwachsener für sich einen Reha-Antrag stellt oder eine Mutter-Kind-Kur beantragt.

Sinnvoll kann eine Reha-Maßnahme zum Beispiel für chronisch kranke Kinder und Jugendliche mit Asthma, Neurodermitis, Allergien, oder Krebs sein.
Die 4 - 6wöchige Kur soll dazu beitragen, dass das Kind wieder gesund wird oder es ihm zumindest besser geht.
Auch durch die Krankheit verursachte spätere Schäden lassen sich damit möglicherweise vermeiden.
Die Rentenversicherung finanziert Verpflegung und Unterkunft des Kindes sowie Reisekosten.
Außerdem kommt sie für die Nebenkosten auf, wenn eine Begleitperson mitreisen muss.
Vor Ort stehen Lehrer zur Verfügung, damit die kleinen Kurgäste keinen Schulstoff versäumen.
                                                                                         
Kinderärzte im Netz

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2014 
« Letzte Änderung: 02. Mai 2014, 10:03:44 von RalleGA »
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Re: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation
« Antwort #49 am: 05. September 2014, 08:04:05 »
Richtige Antragstelle

Krankenkasse zuständig für Mutter(Vater)-Kind-Kur


Einen Antrag für eine Mutter(Vater)-Kind-Kur sollten Frauen nur bei ihrer Krankenkasse einreichen,
nicht beim Rentenversicherungsträger (DRV).
Denn eine Mutter-Kind-Kur ist laut Müttergenesungswerk eine medizinische Leistung,
für die ausschließlich die Kasse zuständig ist.
Oft landen die Anträge aber bei der DRV und werden dann abgelehnt. Manchmal komme es vor,
dass Frauen von ihrer Krankenkasse selbst an die DRV verwiesen werden.
In diesem Fall sollten Mütter die Versicherung darüber informieren,
dass sie ausdrücklich eine Kur für sich selbst oder mit ihrem Kind beantragen.
Denn sonst wird ihr Antrag in Bezug darauf geprüft, ob sie so stark belastet sind, dass sie nicht arbeiten können.
Bei der Mutter-Kind-Kur geht es nur um die Gesundheit und die Belastung der Mutter.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK - ZEITUNG“  Juli 2014
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Thematik Kur = medizinisch stationäre Rehabilitation
« Antwort #50 am: 16. Januar 2019, 14:52:30 »
DRV lehnt Reha für trauernde Familie ab   

Es ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann:
Tanja und Marco Busi verlieren 2017 ihren zehnjährigen Sohn Paul.


Um ihre Trauer bewältigen zu können und mit ihrem kleinen Sohn Jarno wieder so weit wie möglich in den Alltag zurückzufinden,
möchte die Familie eine sogenannte" Verwaisten-Reha" in einer Klinik machen, die speziell auf diese Problematik ausgerichtet ist.

Die DRV lehnt die Maßnahme allerdings ab - bis der SoVD in Niedersachsen Widerspruch einlegt.
Paul ist sechs Jahre alt, als seine Krebsdiagnose das Leben von Familie Busi aus Osnabrück auf den Kopf stellt.
Er hat ein sogenanntes Neuroblastom - einen bösartigen Tumor, der von der Nebenniere ausgegangen ist.
Vier Jahre lang kämpfen die Ärzte um sein Leben, doch trotz zahlreicher Behandlungen in Köln, Greifswald und Münster verstirbt der Junge im Mai 2017. Familie leidet schwer unter Verlust Tanja und Marco Busi versuchen gemeinsam mit Pauls kleinem Bruder Jarno,
den Schmerz und die Trauer zu bewältigen, wieder zurück in den Alltag zu finden.
Doch es ist schwer.
Alle drei leiden unter der psychischen Belastung, Vater Marco hat zusätzlich auch körperliche Schmerzen.
Sie merken: Trotz Unterstützung und ärztlicher Behandlung ist es schwer, mit dem Verlust des Kindes und Bruders zurechtzukommen.

Deshalb beantragen die Osnabrücker als Familie eine "Verwaisten-Reha" bei der DRV.
Gerne möchten sie die Reha in der Nachsorgeklinik TANNHEIM im Schwarzwald  machen,
die auf Trauerarbeit bei Eltern und Geschwisterkindern spezialisiert ist.

Den gemeinsamen Antrag schicken sie im April 2018 an die DRV Bund.
Eine Woche später erhalten die Busis Post von der DRV: Die Reha für Tanja Busi wird genehmigt, allerdings nicht in der Klinik in TANNHEIM.
Vater und Sohn erhalten eine Absage.

Erwerbsfähigkeit laut DRV nicht beeinträchtigt
Diese begründet die DRV damit, dass die festgestellte Gesundheitsstörung, die "Trauerreaktion nach Verlust des Kindes",
keine erhebliche Gefährdung oder Minderung der Erwerbsfähigkeit bei Marco Busi zur Folge habe.

Dieser ist schockiert:
"Natürlich habe ich nach dem Tod meines Sohnes versucht, mich zusammenzureißen.
Aber nur, weil ich funktioniere, heißt das noch lange nicht, dass es mir nicht schlecht geht.
Davon zu sprechen, dass meine Erwerbsfähigkeit nicht gefährdet sei, finde ich in dem Zusammenhang zynisch."

SoVD kritisiert unpersönliches Schreiben

Familie Busi wendet sich schließlich an den So VD in Osnabrück. Auch dort ist man empört.
"Kein persönliches Wort und keine Beileidsbekundung, stattdessen nur nüchterne Textbausteine.
Die DRV sollte dringend ihre Anschreiben überarbeiten", sagt SoVD-Beraterin Kristina Rosenwinkel.


Doch das ist nicht das einzige Problem, sondern offensichtlich gab es schon im Antragsverfahren Schwierigkeiten:
Da die DRV Bund für Marco und für Jarno Busi, jedoch die DRV Braunschweig-Hannover für Tanja Busi zuständig ist,
haben die bei den Behörden den Familienantrag aufgeteilt und nicht mehr als solchen behandelt.

Widerspruch bringt zunächst Teilerfolg

Die SoVD-Beraterin legt schließlich im Namen der Familie Widerspruch ein und kann zumindest einen Teilerfolg erzielen:
Die Reha wird für alle drei genehmigt - allerdings nicht zusammen.   :-[

"Frau Busi sollte nach Bad Kissingen, Herr Busi und sein Sohn nach Bad Kreuznach.
Das war überhaupt nicht Sinn des Antrags.   :guckstdu
Damit es der Familie besser geht, müssen sie gemeinsam in einer Therapie ihren Verlust aufarbeiten und versuchen,
ihre Trauer zu bewältigen", betont Kristina Rosenwinkel.   

Hinzu käme, dass Vater Marco nur eine ambulante Maßnahme zuerkannt worden sei, die er in einer anderen Klinik als sein Sohn absolvieren sollte. Er wäre also nur nachts bei Jarno gewesen.

SoVD bewegt Behörde zum Einlenken

Es folgen zahlreiche Telefonate mit der jeweiligen DRV in Braunschweig-Hannover und Bund.
Die Behörde in Hannover lenkt schließlich ein und genehmigt die Reha für Tanja Busi in der Wunschklinik, ihr Mann und ihr Sohn fahren als Begleitpersonen mit. "Dafür mussten wir den Widerspruch in Berlin zurückziehen, ansonsten hätte die DRV in Hannover das Verfahren nicht übernehmen können", erläutert Rosenwinkel.

Mittlerweile hat die Familie die Zusage für die Maßnahme, Ende Januar 2019 geht es los.
"Eigentlich hatten wir schon viel früher einen Platz.
Da uns aber die Zusage fehlte, müssen wir jetzt noch warten", so Marco Busi.

Verhalten der DRV macht Vater fassungslos
Natürlich sei er froh, dass es jetzt doch noch geklappt habe, das Verhalten der DRV mache ihn aber fassungslos:
"Wenn man den ganzen Verwaltungsaufwand gegenrechnet, der durch das Hin und Her entstanden ist,
hätten wahrscheinlich mittlerweile zwei Familien eine Reha machen können"
, sagt Marco Busi.  >:D
Und seine Frau ergänzt: "Mich haben vor allem die Briefe der DRV sprachlos gemacht.
Ganz oft habe ich gedacht: „Ich will das nicht mehr.“
Wir kamen uns oft vor wie Betrüger, die sich eine Reha erschleichen wollen."
Auch die SoVD-Beraterin Kristina Rosenwinkel ist von dem Verhalten der DRV schockiert.  :verdacht


"Mit trauernden Eltern sollte man anders umgehen", findet sie.

Fundquelle: Auszug – Sozialverband Deutschland (SOVD)  Nr.: 1 – 2019

« Letzte Änderung: 16. Januar 2019, 15:05:45 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.