Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Demenz - Diagnose, Überforderung, Hilfe, gutes Pflegeheim? Leistungen, Tipps+Rat  (Gelesen 36300 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Demenz 
viel mehr als nur Vergesslichkeit


Wer wünschte sich nicht ein langes Leben, um auch die Enkel und Urenkel aufwachsen zu sehen?
Die gute Nachricht der Statistiker ist, dass die Lebenserwartung der Bundesbürger zunimmt.
Allerdings wächst nach dem Eintritt ins Rentenalter im steigenden Maße auch die Zahl der Menschen, die unter dem Verlust ihrer geistigen Fähigkeiten leiden. Beeinträchtigt der Abbau sogenannter kognitiver Leistungen die Bewältigung des alltäglichen Lebens, sprechen Mediziner von Demenz.
Dabei handelt es sich um einen Sammelbegriff für verschiedene Erkrankungen, von denen die häufigste Form die Alzheimer-Demenz ist.

Welche Symptome können darauf hinweisen?
Was unterscheidet die Alzheimer-Demenz von anderen, in der Öffentlichkeit weniger bekannten Demenz-Formen?
Welche medikamentösen Therapien gibt es und welche sind aktuell in der Entwicklung?
Und was kann jeder selbst tun, um möglichst lange fit im Kopf zu bleiben?


nachlassender Geruchssinn
Die Suche nach verlegten Gegenständen in der Wohnung oder dem eigenen Auto auf dem Parkplatz ist noch kein hinreichender Grund,
gleich an eine Demenz zu denken.
Anders sieht es aus, wenn zusätzlich weitere Probleme auftreten, z.B. bei Orientierungsstörungen im Wohnviertel,
bei einem zunehmend gestörten Sprachfluss, bei Interessenverlusten, unerklärlichen Stimmungs- und Verhaltensänderungen oder dem Nachlassen der Geruchs- und Geschmackssinne.
Auf solche Auffälligkeiten sollte der Hausarzt hingewiesen werden.

Der Arzt kann dann neuropsychologische Tests und andere Untersuchungen veranlassen.
Ziel ist es, möglichst frühzeitig den Grund für die Veränderungen herauszufinden.
Das können unter Umständen auch Vitamin-Mangelerscheinungen, hormonelle Veränderungen oder erhöhter Hirndruck (Hydrozephalus) sein – Probleme, die vergleichsweise gut zu behandeln sind.

Heilen lassen sich auch diese Demenz-Formen nicht, aber symptomatisch behandeln.

Bei der sogenannten vaskulären Demenz bedeutet das insbesondere die Risikofaktoren zu reduzieren
(u.a. Bluthochdruck).

Die Vorträge können hier nachgelesen werden.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2017
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2020, 16:34:50 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Ortungsgerät für Demenzkranke

"Wo ist Opa?"


Was sich für viele anhört, wie ein lustiges Spiel am Nachmittag, ist leider keines.
Denn immer häufiger verlaufen sich Demenzkranke im Alltag und finden nicht mehr den Weg zurück nach Hause oder ins Pflegeheim.
Für die pflegebedürftigen Personen bedeutet das Hilflosigkeit, Unsicherheit und teilweise Lebensgefahr -
vor allem bei eisigen Temperaturen im Winter.
Für Familienangehörige und Betreuer ist das Verschwinden von Demenzkranken mit Sorgen und Angst um die Liebsten verbunden.     

Die neue "iNanny" von LEOWORX und VODAFONE soll den Alltag für Demenzkranke jetzt sicherer und für Angehörige sorgenfreier machen. Sie ist ausgestattet mit einer speziellen IoT SIM-Karte.
Trägt ein pflegebedürftiger Mensch das kleine Ortungsgerät mit sich, überträgt dieses im Internet der Dinge regelmäßig aktuelle Standort-Daten an das "iNanny-Portal". Taucht eine erkrankte Person nach einem Spaziergang nicht wieder auf, können zuvor festgelegte Familienangehörige oder Betreuer den Vermissten per Ortung ausfindig machen.
Dank der IoT-Plattform von Vodafone sind die Daten extra geschützt vor dem Zugriff von außen.
Denn die Übertragungstechnik für das Internet der Dinge ist unabhängig vom sonstigen Telefonverkehr.             
Um den Ernstfall vorzubeugen, können über das iNanny-Portal Sicherheitsbereiche festgelegt werden.         
Verlässt die erkrankte Person diesen Sicherheitsbereich, werden bis zu vier berechtigte Personen per SMS benachrichtigt und können sich nach dem Rechten erkunden.
Denn über eine neue Telefonfunktion können pflegebedürftige Personen mit der „iNanny" sogar telefonieren.
Befindet sich eine Person zwar im zuvor festgelegten Sicherheitsbereich, findet sich aber plötzlich nicht mehr zurecht oder leidet unter Unwohlsein, können Angehörige per Notruf-Taste schnell alarmiert werden.      

Die Akkulaufzeit des gerade einmal 77 Gramm schweren Ortungsgerätes beträgt bei aktiver Nutzung bis zu -48 Stunden.
Der Akku-Ladevorgang funktioniert bei der neuen "iNanny" kabellos mit einer Docking-Station.     

Ausgestattet mit spezieller IoT SIM-Karte und Zugang zum "iNanny-Portal" kostet das Ortungsgerät 110 € im Jahr.
Als Treiber für das Internet der Dinge vernetzt. Vodafone weltweit bereits 62 Millionen Gegenstände per Mobilfunk.
Erst kürzlich startete Vodafone unter dem Namen .V by Vodafone" den Verkauf erster IoT-Produkte für Privatkunden.   
   
Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“ April 2018
« Letzte Änderung: 26. Oktober 2018, 01:46:56 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Demenzkranke können Anspruch auf stationäre Reha haben

Sind bestimmte Voraussetzungen erfüllt, dann können auch Menschen mit fortgeschrittener Demenzkrankheit einen Anspruch auf eine stationäre Reha-Maßnahme haben. In diesem Fall muss die Krankenkasse die Kosten übernehmen.

Auch bei einer fortgeschrittenen Demenzerkrankung ist eine positive Prognose für eine stationäre Reha möglich.
Sind die individuellen Reha-Ziele erreichbar, etwa das Fortschreiten der Krankheit zu verlangsamen und Körper und Geist zu aktivieren, muss die Krankenkasse die Maßnahme zahlen. Urteil des Landessozialgerichts Baden-Württemberg (Az.: L 11 KR 1154/18)

Fall:
Eine 78-jährige Frau leidet an Alzheimer.
Ihre Fachärzte beantragten eine stationäre Reha in einem auf Alzheimer-Patienten ausgerichteten Therapiezentrum.
Dadurch könne der Krankheitsverlauf voraussichtlich günstig beeinflusst werden.

Als Rehabilitationsziele nannten sie: körperliche und geistige Aktivierung und eine Hilfe zur teilweisen Selbsthilfe.
Die Patientin sei auch rehabilitationsfähig.
So lägen eine ausreichende physische und psychische Belastbarkeit, die erforderliche Mobilität und eine ausreichende Motivation vor.
Der von der Krankenkasse eingeschaltete MDK notierte jedoch lediglich stichwortartig,
dass keine Reha-Fähigkeit und keine positive Reha-Prognose bestehe.
Dabei ging der MDK weder auf das Krankheitsbild der Versicherten noch auf die von den Ärzten genannten Ziele ein.
Die Krankenkasse lehnte die Gewährung der Reha-Maßnahme ab.
Das Sozialgericht in Mannheim folgte der Ansicht der Krankenkasse.   

Die Versicherte absolvierte die Reha dennoch.
Sie verbrachte vier Wochen in dem Therapiezentrum.
Abzüglich des Selbstbehalts entstanden Kosten von rund 5.600 €.
Diese verlangte sie im Berufungsverfahren vor dem LSG von der Krankenkasse.   

Urteil: Die Frau hatte Erfolg.
Das LSG verpflichtete die Krankenkasse zur Übernahme der Kosten. Die Ablehnung der Kostenübernahme sei rechtswidrig gewesen.
Sie habe nicht die individuellen Verhältnisse, Art und Schwere der Erkrankung und die für die Versicherte möglichen und wichtigen Behandlungsziele ausreichend geprüft und gewürdigt.
Sie habe sich vielmehr nur auf die unzureichende, ablehnende Stellungnahme des MDK gestützt.   

Der Anspruch auf Rehabilitation setze Behandlungsbedürftigkeit, Rehabilitationsfähigkeit und eine positive Rehabilitationsprognose voraus.
Alle drei Voraussetzungen hätten vorgelegen.
Dies ergebe sich nicht nur aus den Stellungnahmen der behandelnden Ärzte, sondern auch aus dem Entlassungsbericht der Reha-Einrichtung.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2018
« Letzte Änderung: 23. Januar 2019, 09:56:21 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Ratgeber

"Ein gutes Leben mit Demenz"


Derzeit leben in Deutschland rund 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Jährlich kommen 300.000 Neuerkrankte hinzu, Tendenz steigend.
Die Diagnose ist nicht nur für die Erkrankten, sondern auch für ihr soziales Umfeld ein dramatischer Einschnitt.
Der Arzt Cornelius Weiß hat nun einen Ratgeber verfasst, der einen stressfreieren Weg zum Umgang mit Demenzerkrankten aufzeigen soll. Einmal soll das Buch anschaulich und leicht verständlich Fachwissen rund um die Demenz vermitteln, zum anderen werden Betroffenen pragmatische Handlungsempfehlungen für ihre neue Lebenssituation an die Hand gegeben.

"Das Wissen über die Erkrankung des Angehörigen und der richtige Umgang damit ist die Grundvoraussetzung zur Stressreduktion und für eine verbesserte Lebensqualität aller Beteiligten", sagt der Autor.
Angehörige und Pflegende sollen in die Lage versetzt werden, Situationen besser einzuordnen
und neue Lösungswege zu beschreiten.


In seinem Ratgeber greift Weiß auf den neusten Stand der Forschung aus Psychoedukation, Pädagogik und Neurodidaktik zurück.
Anhand des Beispiels einer betroffenen Familie veranschaulicht der Autor die Phasen der Erkrankung.
Er gibt zudem präventive Tipps und zeigt verschiedene Therapiemöglichkeiten auf Dass der Leser Symptome,
Zusammenhänge, Therapieansätze besser begreifen und gewonnene Erkenntnisse in den Alltag einbringen kann, dafür sorgen auch zahlreiche Abbildungen und Infografiken.

Zum Weiterlesen:
"Ein gutes Leben mit Demenz" von Cornelius Weiß, 112 Seiten, 24,80 €

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2019
« Letzte Änderung: 10. April 2019, 09:07:32 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Demenz 

Wenn Vergessen zum Alltag gehört  


Mit Demenz wird alles anders. Die Krankheit verändert nicht nur die Betroffenen selbst - sondern häufig auch ihr Umfeld.
Denn wo Gedächtnis, Sprache, Orientierung und Lernfähigkeit zunehmend und unwiederbringlich verloren gehen, sind es häufig der Partner, die Geschwister oder das Kind, die sich für den erkrankten Angehörigen aufopfern.

Unter den Begriff Demenz fallen rund 50 Krankheitsbilder.
Die häufigste Form ist die Alzheimer-Krankheit
, sie tritt etwa in 70% der Fälle auf. 
In einer Klinik für Geronto-Psychiatrie ist man mit der Diagnose Demenz richtig. Doch es wird auch Aufklärungsarbeit geleistet:
Unter dem Motto "Was die Psyche bewegt" setzt das Fachklinikum die inzwischen bewährten  Gespräche um.

Was ist im Umgang mit Demenz zu beachten?
Woran merke ich, dass ein Familienmitglied an Demenz erkrankt ist und wie zeigt sich das für Außenstehende?   

Aufmerksam sollte man werden, sobald jemand seine sozialen Kontakte vernachlässigt, misstrauisch und irritierbar erscheint.
Vergesslichkeit, Stimmungsschwankungen und Schlafstörungen sowie Orientierungs- und Sprachprobleme können ebenso auftreten wie körperliche Unruhe und Unsicherheit bei alltäglichen Handlungen.
Prinzipiell sollte man bei Eigenheiten und Fehlleistungen jeglicher Art möglichst bald hinterfragen,
ob eine krankheitsbedingte Störung vorliegt.
Das gilt vor allem, wenn die Persönlichkeitsveränderungen so gar nicht zum früheren Wesen des Betroffenen passen.
Wenn der stets liebevolle und gutmütige Vater z.B. nur noch grantig und argwöhnisch reagiert.
Doch längst nicht hinter jeder Verwirrtheit steckt eine Demenz-Erkrankung.                 

Auf welche Weise nehmen Betroffene ihre eigene Erkrankung wahr?   
Eine Alzheimer-Demenz beginnt meistens schleichend. Frühe Symptome, wie fein beeinträchtigtes Kurzzeitgedächtnis, Antriebsarmut und Stimmungsschwankungen, werden von Betroffenen durchaus wahrgenommen. Sie merken meist eher als andere, dass mit ihnen etwas nicht stimmt. Oftmals versuchen diese Menschen aber lange, ihre Probleme zu überspielen, zu kaschieren und einfach nur dem Alterungsprozess zuzuschreiben.     

Woran liegt es, dass manche Betroffenen ihr Umfeld nicht mehr erkennt?   

In den mittleren und späten Stadien einer Demenz ist zumeist auch das Langzeitgedächtnis betroffen.
Dann können sich die Patienten immer weniger an wichtige Ereignisse und Bezugspersonen aus ihrem Leben erinnern. Manchmal blitzen noch frühe Erinnerungen aus Kindheit und Jugend auf, aber die zeitliche und räumliche Orientierung in der Gegenwart schwindet.     

Was kann und sollte ein Angehöriger unternehmen, um den Betroffenen zu unterstützen?   

Zunächst sollte man sich eingehend mit der Krankheit, den Begleiterscheinungen und möglichen Hilfen beschäftigen.
Informierte Angehörige sind Co-Therapeuten, deren Bedeutung nicht hoch genug bewertet werden kann.
Im Alltag helfen dem Betroffenen strukturierte Tagesabläufe und Rituale, sich besser zu orientieren. Denkbar ist z.B. ein gemeinsamer Spaziergang, der jeden Tag zur selben Uhrzeit eingeplant wird.
Hilfreich wäre auch die Einbeziehung in alltägliche Pflichten und einfache Aufgaben, bei denen sich der Kranke nützlich fühlt und seine Fähigkeiten trainiert. Gemeinsame Erinnerungen an frühere Ereignisse oder nahestehende Personen können Freude stiften. Sofern es die Sicherheit nicht gefährdet, ist also alles erlaubt, was gut tut. Ein betreutes Wohnen oder ein Seniorenheim ist sicher immer dann die beste Lösung, wenn der Kranke allein lebt und ambulante Hilfen nicht reichen.     

Was ist sonst noch wichtig über Demenz zu wissen? 

Leider ist eine Demenz bisher nicht heilbar. Doch mit der richtigen und frühzeitigen Behandlung kann der Verlauf oft über Jahre hinausgezögert, Symptome abgemildert und Lebensqualität gewonnen werden.
Wichtig für Bezugspersonen ist es, sich immer wieder in die Situation des Kranken zu versetzen.
Wenn Vergangenheit und Gegenwart durcheinandergebracht werden, helfen Widerspruch oder gutes Zureden nicht.
Vielmehr sollten Angehörige versuchen, sich auf die Wahrnehmungen des Kranken einzulassen und ihn ernst zu nehmen.
Aufmerksamkeit, Bestätigung, liebevolle Zuwendung und Berührungen werden wichtiger. 

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Woche“  Februar 2019
« Letzte Änderung: 26. April 2019, 09:38:35 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Demenz und Alzheimer sind nicht das Gleiche

Immer wieder erreicht die gemeinnützige Alzheimer Forschung Initiative e.V. (AFI) die Anfrage,
wo der Unterschied zwischen einer Demenz und der Alzheimer-Krankheit liegt.   

Der Begriff »Demenz« stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinngemäß »ohne Geist«.
Über 50 verschiedene Störungen der Gehirnleistung werden darunter zusammengefasst.
Demenz ist also ein Überbegriff und nicht gleichzusetzen mit der Alzheimer-Krankheit.

Dabei ist Alzheimer mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste Form der Demenz.
Weitere Demenzformen sind beispielsweise die Vaskuläre Demenz, die Frontotemporale Demenz,
die Lewy-Körperchen Demenz und die Demenz bei Parkinson.   

Ein Überblick über die häufigsten Demenzformen bietet der AFI-Ratgeber »Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen«.
Beleuchtet werden jeweils die Risikofaktoren, die Symptome, der Krankheitsverlauf sowie die Diagnose und Behandlung.

»Die Alzheimer-Krankheit und andere Demenzen« kann kostenfrei bestellt werden
bei der Alzheimer Forschung Initiative e.V., Kreuzstr. 34, 40210 Düsseldorf, Tel. (0211) 86 20 660

oder unter:
www.alzheimer-forschung.de/alzheimer-und-andere-demenzen
« Letzte Änderung: 03. September 2020, 07:22:59 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Demenz

Spielerisch gegen Demenz

Geistige Herausforderungen tun dem Hirn gut. Spaß statt Zwang sollte dabei aber die Devise sein.   
Jeder wünscht sich, dass das Gehirn noch bis ins hohe Alter gute Dienste leistet.
Anders gesagt: Dass man geistig fit bleibt.

Doch kann man den Kopf trainieren?
Ja!
Und man sollte es sogar: Indem man sein Gehirn fordert, schafft man eine Art Reserve, die es widerstandsfähiger macht,
wenn es mit Krankheiten konfrontiert ist.
Deshalb ist es gut, wenn man das Hirn fordert – auch im Alter Das Gehirn leicht trainieren.
Es geht um Gedächtnis, Wissen, Kombinationsgabe. Das kann man auf leichtfüßige Weise trainieren.
Auch Wortratespiele regen den Geist an.
Etwa, indem immer mit dem zweiten Teil eines Wortes ein neues gebildet werden muss.
Der eine sagt: Hundehütte. Der nächste sagt dann: Hüttenkäse. Und so weiter.

Schach als klassischer Denksport eignet sich eher dann, wenn man es früher schon gespielt hat.
Dies im hohen Alter zu lernen, ist schwierig, weil die Regeln etwas komplex sind.
Aus seiner Sicht empfehlenswerter und simpler: Mühle. 

Lernen hat positive Effekte
Und auch wenn das Lernen von neuen Dingen mit fortschreitendem Lebensalter schwieriger wird –
die Mühe kann sich lohnen. Die Auseinandersetzung mit Neuem ist grundsätzlich gut und schädlich ist geistige Herausforderung nie.   
Fatal sei eher, wenn man denkt: Ich strenge mich lieber nicht an, da schone ich mein Gehirn.
Allerdings gibt es eine Einschränkung: Geistiges Training klingt immer auch nach Zwang.
Genau das sollte es aber nicht sein.       

Besser ist: Man nimmt etwas, was man wirklich gerne macht, und trainiert das Gehirn damit.
Denn sonst kann die Tätigkeit, die das Hirn fördern sollte, das Gegenteil bewirken.
Man beginnt etwa, eine neue Sprache zu lernen, nimmt aber nichts auf – und dann bekommt man Angst:
Bin ich dumm oder habe ich bereits Demenz?

Das Problem ist:
Man kann sich eine schlechte Hirnleistung auch einreden.   :-[
Und besonders im hohen Alter könne das tatsächlich zu einem geistigen Abbau beitragen.

Viele geistige Fähigkeiten fordern     
Sie rät generell, nicht nur Denkspiele und Rätsel zu machen.
Also Schach und Sudoku – gerne! Aber nur, wenn es Spaß bringt und man das mit anderen Aktivitäten kombiniert, die nicht wie geistiges Training wirken. Zum Beispiel neue Gerichte in der Küche ausprobieren oder im Garten arbeiten.
Um Krankheiten wie Demenz vorzubeugen, sei Training für das Hirn generell nur eine Säule der Vorbeugung.

Körperliche Bewegung, gute Ernährung sowie soziale Kontakte und das allgemeine Wohlbefinden seien mindestens ebenso wichtig.   
Bei allem Gedächtnistraining auf eigene Faust gilt: Wer den Eindruck hat, vergesslich zu werden,
sollte umgehend zu einem Neurologen oder Altersmediziner gehen. Dies müsse abgeklärt werden.

Die Expertinnen und Experten kennen zudem geeignete, kognitive Trainingsprogramme, die ganzheitlich ansetzen. 

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juni 2020
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2020, 16:33:26 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 6.168
  • Ich bin: : selbst betroffen
Hilfe für Demenzkranke

Viele Demenzkranke kommen laut Studien gut mit digitalen Helfern zurecht.
Angehörige können daher Geräte wie Tablets dazu nutzen. um die Gefühle des Patienten anzusprechen, etwa durch Singen mit den Enkeln.   
Spiele spielen oder Fotos anschauen.
Dabei geht es zunächst darum zu akzeptieren, dass der Kranke zunehmend in seiner eigenen Realität lebt.     

Anstatt ihn zu korrigieren und ihm damit seine Defizite vor Augen zu führen, kann es vor allem bei beginnender Demenz besser sein ihn mit Merkhilfen zu unterstützen, wie z.B. Arzttermine oder Geburtstage an die Kühlschranktür zu heften; das gibt ihm Sicherheit.

Im frühen und mittleren Stadium der Krankheit tun den Patienten oft wohldosierte geistige Anregungen gut -
etwa Vorlesen, Würfelspiele oder Mandalas zum Ausmalen.
Regelmäßige Tagesaktivitäten und Bewegung helfen dem Demenzkranken dabei, in der Nacht gut durchzuschlafen.
Beim Einschlafen kann ruhige Musik helfen.

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“  - Altmark Juni 2020
« Letzte Änderung: 21. November 2020, 09:11:24 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.