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Autor Thema: Schmerzen - Behandlungsmethoden - Schmerzkliniken- u.Therapeuten; Links/Infos  (Gelesen 107123 mal)

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Offline RalleGA

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Fibromyalgie

rätselhafte Schmerzen

Fibromyalgie ist eine tückische Krankheit.

Nicht nur wegen der Symptome, sondern vor allem, weil sie nur schwer zu diagnostizieren ist.
Ein Allheilmittel gibt es ebenfalls nicht.
Stattdessen müssen Betroffene lernen, auf sich selbst zu hören.

Starke Schmerzen, Schlafstörungen, körperliche und geistige Erschöpfung.
Die Symptome des Fibromyalgie-Syndroms (FMS) sind vielfältig.
Und die Krankheit zu erkennen ist alles andere als einfach.
Es gibt keinen spezifischen Bluttest und keine Röntgenuntersuchungen für die Diagnose FMS,
erklärt Winfried Häuser von der Klinik für Innere Medizin 1 am Klinikum Saarbrücken.
Um Fibromyalgie festzustellen, müssen sich Mediziner die Vorgeschichte des Patienten gründlich ansehen und eine komplette körperliche Untersuchung sowie mehrere Labortests machen.

Wörtlich übersetzt bedeutet Fibromyalgie Faser-Muskel-Schmerz

Die Patienten leiden z.B. unter langandauernden Schmerzen, Ein- und Durchschlafstörungen und Erschöpfung.
Hinzu kommen psychische Probleme:
"So erfüllen etwa 60-80% von ihnen die Kriterien einer depressiven oder Angststörung.
Die Ursachen für die Erkrankung können vielfaltig sein. Experten gehen davon aus, dass eine genetische Veranlagung sowie verschiedene biologische und psychische Faktoren für das Fibromyalgie-Syndrom verantwortlich sind.
Auffällig ist zudem, dass viele Betroffene ähnliche Persönlichkeitsmerkmale haben:
Die meisten Fibromyalgie-Patienten sind sehr sensibel, leistungsbereit und ehrgeizig.

Häufig kommt im Laufe des Lebens eine Überforderung dazu, die Personen geraten an ihre Grenzen -
und dann geschieht etwas, das für sie schwer verständlich ist.
Plötzlich schlafen die Betroffenen nicht mehr gut, sie reagieren empfindlicher auf Reize und haben vegetative Beschwerden, Nervosität etwa.
"Wir gehen davon aus, dass die Körper der Patienten die Reizschwelle herunterfahren, was in stressigen Situationen
evolutionsbedingt ein sinnvolles Verhalten ist", sagt der Mediziner.
Nachts nicht mehr zu schlafen war früher z.B. mal notwendig - als Schutz vor Gefahren.
Den Patienten kann diese Erklärung vielleicht helfen, die Erkrankung zu verstehen.
Die Symptome beseitigt sie nicht.

Zur Behandlung häufig gibt es sehr niedrig dosierte Antidepressiva.
Das soll nicht bedeuten, dass es sich bei Fibromyalgie um eine verkappte Depression handelt,
aber die Mittel haben eine leicht schmerzstillende Wirkung.
Und so schwer es Patienten bei starken Schmerzen und permanenter Erschöpfung oft fällt:
Bewegung kann helfen, Symptome zu lindern.


Erfahrung:

Man war vorher für längere Zeit wegen Rücken- und Muskelschmerzen krankgeschrieben, aber kein Arzt hatte eine Erklärung.
Erst ein dreiwöchiger Klinikaufenthalt brachte mir eine Diagnose Fibromyalgie.   

In einer Reha begann man dann, sich wieder viel zu bewegen.
Man hat mit Nordic Walken und Fahrradfahren begonnen, außerdem bin ich viel geschwommen.
Die Symptome wurden besser und verschwanden schließlich weitgehend. Phasenweise ist sie inzwischen komplett schmerzfrei.
Heute weiß man: Jede/r Patient/in müsse für sich selbst herausfinden, was hilft.

Es ist sehr wichtig, auf sich zu hören und so zu erkennen, was einem guttut.
Wichtig ist es nach Ansicht von Medizinern aber, es bei der Bewegung nicht zu übertreibt.
Training mit mittlerer und hoher Belastung führt bei vielen Patienten zur oft Schmerzzunahme.
Ausnahmen seien nur Personen, die bereits vor Beginn der Erkrankung eine sehr gute Ausdauer hatten. 

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2019
« Letzte Änderung: 10. April 2019, 13:58:34 von RalleGA »
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Rückentraining darf anfangs wehtun

Mit Muskelkater rechnen



Viele Menschen leiden regelmäßig unter Rückenproblemen. Schuld sind oft mangelnde Bewegung oder eine Fehlbelastung.
Mit einem gezielten Training lässt sich der Rücken meist wieder in Form bringen.
Allerdings muss er sich erst daran gewöhnen.

Regelmäßige Bewegung ist eines der besten Mittel gegen wiederkehrende Rückenschmerzen.
Mit dem richtigen Training können Betroffene die Zahl der Schmerzattacken um rund die Hälfte senken. 
Besonders geeignet sind spezielle Trainingsprogramme, die Muskeln rund um den unteren Rücken stärken und stabilisieren.

Trainings-Bewegung(en) bei Rückenschmerzen

noch mehr unter: www.Gesundheitsinformation.de

Tai-Chi, Pilates und Yoga sind ebenfalls gut für den Rücken.
Und selbst Spaziergänge, an jedem zweiten Tag für 30 bis 60 Minuten, können schon eine Hilfe sein.
Die ersten paar Trainingseinheiten sind allerdings oft anstrengend und sogar schmerzhaft.
Denn zu Beginn reagiert der Körper auf die ungewohnte Belastung womöglich mit Muskelkater.
Nach ein paar Wochen sollte diese Gewöhnungsphase aber vorbei sein.

Ernsthaften Schaden kann sinnvolles Training bei Rückenschmerzen in der Regel nicht anrichten.
Denn der Grund für unspezifische, wiederkehrende Rückenschmerzen ist meist eine Mischung verschiedener Faktoren:
Schwache Rückenmuskulatur etwa, Fehlbelastungen,
Stress und andere psychische Belastung

- Bewegung hilft in solchen Fällen nahezu immer.
Darauf verzichten sollten Rückenpatienten daher nur, wenn der Arzt ausdrücklich davon abrät.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2019        
« Letzte Änderung: 14. Mai 2019, 09:13:24 von RalleGA »
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Re: Schmerzen - Behandlungsmethoden - Schmerzkliniken- u.Therapeuten; Links/Infos
« Antwort #122 am: 30. September 2019, 10:04:57 »
"Frozen Shoulder" (schmerzhafte Entzündung) muss früh behandelt werden

Diagnose "Frozen Shoulder":

Die Schmerzen im Oberarm kommen aus dem Nichts, sind aber so heftig, dass an Bewegung oder ruhiges Schlafen nicht mehr zu denken ist. Den Arm jetzt ganz stillzuhalten, ist aber genau falsch. 

Der Arm schmerzt, alltägliche Bewegungen werden zur Qual. Jetzt gilt es, nicht zu lange zu warten,
sondern die Symptome genau abklären zu lassen, raten Experten.
Denn dahinter könnte eine Schultersteife stecken, die "Frozen Shoulder". 

Die Schultersteife läuft in drei Stadien ab: Entzündung, Einfrieren, Abtauen.

Im frühen Entzündungsstadium bestehe häufig eine Verwechslungsgefahr mit anderen Erkrankungen.
Denn zunächst haben die Patienten keinerlei Bewegungseinschränkungen, dafür aber große Schmerzen. 

Schmerzen rauben den Schlaf
Ursache ist eine Entzündung der Schulterkapsel.
Das Kapselgewebe schrumpft und verklebt. Betroffene finden nachts kaum Schlaf, weil sie nicht auf der Seite liegen können.
Dann beginnt der Teufelskreis.
Weil alles weh tut, bewegen die Patienten den Arm kaum noch.
Die Schultersteife setzt ein.
Vor allem eine Drehung nach außen ist dann sehr stark eingeschränkt.
Trotzdem ist es in dieser Phase nicht empfehlen, die Schulter massiv zu reizen, um beweglich zu bleiben.

Cortison ist Mittel der Wahl 
Gängige Schmerzmittel helfen allerdings nur bedingt.
Es ist typisch bei der Schultersteife, dass die Klassiker wie Ibuprofen nicht gut funktionieren.
Besser wirkt Cortison, ob als Spritze oder als Tabletten.
Meist nimmt man es in Tablettenform zwischen 20 und 35 Tage in absteigender Dosierung.

Der unangenehme Druck auf der Schulter und die Entzündung verschwinden relativ schnell.
Meist ist die Bewegungsfreiheit objektiv noch nicht besser, die Patienten empfinden es jedoch so, weil die Schmerzen weg sind.
Das Cortison kürzt aber wahrscheinlich nicht den Verlauf der Erkrankung ab.

Das Einfrieren, also das zweite Stadium, lässt sich mit Medikamenten nicht aufhalten.
Wenn die Schmerzen weniger werden und die Steifheit mehr im Vordergrund steht, ist das der Moment,
wo wir als Physiotherapeuten eingreifen können.

Mit Physiotherapie gegen die Steifheit
Die Übungen sind darauf ausgelegt, die verschiedenen Kapselbereiche zu mobilisieren.
Man kann sich z.B. eine Schlinge basteln, mit der man den Arm bewegt.
Später kommen aktive Übungen dazu, so  z.B. auf den Rücken legen, einen Kleiderbügel in die Hände nehmen
und mit der einen Hand den Arm auf die Gegenseite drücken.

Eine Operation kann bei einer Frozen Shoulder helfen.
Die ist allerdings erst möglich, wenn die Entzündung weg ist.
Ob operiert wird, hängt davon ab, wie leidensfähig der Patient ist. Und wie schnell man wieder beweglich werden will.

Ursache ist ungeklärt
Bis heute ist nicht klar, woher das Phänomen "Frozen Shoulder" kommt.
Bei der primären Form gibt es keine Ursache.
Für die sekundäre Form kann ein Unfall der Auslöser sein.
Manche Patienten entwickeln durch eine lange Ruhigstellung nach einer Operation eine Schultersteife. 
Generell scheinen Stoffwechsel-Patienten wie Diabetiker häufiger zu erkranken.
Frauen im Alter von 40-60 gehören ebenso zur Risikogruppe wie Menschen mit Schilddrüsenproblemen.
Hormonelle Veränderungen könnten hier die Ursache sein. Vorbeugend lässt sich also kaum etwas tun.
Sportlich Aktive können genauso betroffen sein.
Das Risiko, auf beiden Seiten eine Schultersteife zu entwickeln, ist hoch.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2019
« Letzte Änderung: 30. September 2019, 12:26:50 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Antibiotika-Forschung:

Warum Unternehmen aussteigen
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Schmerzen frühzeitig ausschalten

BARMER bietet Versicherten innovative Behandlung

Quälende Rückenschmerzen, die Arbeit und Bewegung nahezu unmöglich machen.
Oder aber der Kopfhämmert, genaue Ursache unbekannt. BARMER-Versicherte, die in einer solchen Misere stecken und nicht mehr weiterwissen, können jetzt von PAIN2020 profitieren.

PAIN steht für Patientenorientiert – Abgestuft – interdisziplinär – Netzwerk – 

Individuelle Therapieempfehlung

Das bundesweite Forschungsprojekt hat sich zum Ziel gesetzt, durch einen neuartigen Behandlungsansatz Schmerzen direkt von Anfang an im Keim zu ersticken. So soll eine Chronifizierung möglichst verhindert werden. Wesentliche Bausteine sind eine umfassende Eingangsuntersuchung durch ein spezialisiertes Team aus Ärzten, Psychologen und Physiotherapeuten.
Denn Schmerzen sind ein vielschichtiges Phänomen, das nie nur allein durch Tabletten oder Spritzen beseitigt werden kann.

Patienten, die sich für PAIN2020 eignen, werden also zur Diagnostik eingeladen
und erhalten eine auf sie persönlich abgestimmte Therapieempfehlung.


Berufsbegleitendes Therapieangebot
Zusätzlich zu der individuellen Standardversorgung bietet PAIN2020 zwei weitere innovative
Behandlungsmodule, die ein zufällig ausgewählter Teil der Studienteilnehmer direkt erproben kann. Die Kandidaten werden intensiv geschult und durchlaufen über zehn Wochen eine ambulante, berufsbegleitende, multimodale Schmerztherapie.
Das ist neu, denn bisher wird eine solche Behandlung nur stationär angeboten.

Im Video erläutert BARMER-Expertin Dr. Ursula Marschall die Vorteile von PAIN2020. barmer-magazin.de

- Teilnehmer gesucht -
SCHMERZ-STUDIE EXKLUSIV FÜR BARMER-VERSICHERTE

Wer an PAIN2020 teilnehmen möchte, muss über 18 Jahre alt und bei der BARMER versichert sein. Interessenten leiden zudem seit mindestens sechs Wochen unter Schmerzen bzw. wurden in den vergangenen zwei Jahren immer wiederkehrend davon geplagt.

Interesse? Dann rufen Sie beim BARMER-Teledoktor an.
Dort werden Sie weiterberaten und an kooperierende Ärzte bzw. Zentren vermittelt.
Die kostenlose Nummer lautet 0800 8484 333.

Fundquelle: Auszug – „Magazin für Versicherte“ – 2/2019 der BARMER
« Letzte Änderung: 24. Oktober 2019, 09:50:53 von RalleGA »
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Schmerzen im Alltag

Belastungen für die Muskeln in Beruf und Freizeit


Viele Beschäftigte, z.B. im Handwerk oder in der Gastronomie, müssen körperlich hart arbeiten.
Sie tragen schwere Lasten, müssen in Fehlhaltungen ausharren oder einseitige Bewegungsabläufe ausführen.
Auch Haus- und Gartenarbeit können die Muskeln überstrapazieren.
Auf der anderen Seite führt wiederum Bewegungsmangel, etwa durch überwiegend sitzende Tätigkeiten, zu Verspannungen,
Schmerzen und ungünstiger Schonhaltung. Der Alltag kann unsere Muskulatur auf unterschiedliche Art und Weise strapazieren.
Um Beschwerden und Schmerz vorzubeugen, ist darum ein entsprechender Ausgleich wichtig.

So sollten Menschen, die viel sitzen, regelmäßig in Bewegung kommen.
Ein Mix aus Ausdauersport und Krafttraining ist hierfür meist sinnvoll, Auch wer bereits körperlich schwer arbeitet,
muss sich dafür fit halten und mit gezielten Übungen gegen Fehlhaltung und Überlastung angehen.

Am besten lässt man sich hier von einem Physiotherapeuten oder einem gut ausgebildeten Fitness-Coach anleiten.
Wenn allerdings plötzlich starke Muskelschmerzen auftreten, deutet dies meist auf eine akute Verletzung hin.
Sie kann schon durch einen falschen Tritt, einen Ausrutscher oder eine ungewohnte Belastung passieren.

In diesem Fall sollte man sofort die PECH-Regel anwenden:

Pause (Aktivität stoppen), Eis, Kompression (Druckverband) und Hochlagern.

Zusätzlich können natürliche Arzneimittel wie „Traumeel Creme" oder „Traumeel Tabletten" die körpereigenen Heilungsprozesse fördern.
Bewährte Inhaltsstoffe wie Arnika (Arnica), Beinwell (Symphytum) und Zaubernuss (Hamamelis) können Entzündungen regulieren,
Schmerzen lindern und die Regeneration beschleunigen.

Bei anhaltenden Schmerzen ist jedoch generell ein Arztbesuch angeraten.
Handelt es sich um eine größere Verletzung, die eine längere Ruhigstellung erfordert, kann der Muskel allerdings schnell an Kraft und Volumen verlieren. Das lässt sich zwar nicht völlig verhindern, aber man kann die Folgen zumindest in Grenzen halten:
So sollte auf eine hochwertige Ernährung mit genügend Proteinen und Aminosäuren geachtet werden.
Weiterhin sollten ein normales Kräftigungstraining und eine Mobilisation der nicht verletzten Strukturen erfolgen.


Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“  - Altmark Juli 2019
« Letzte Änderung: 27. Oktober 2019, 09:54:46 von RalleGA »
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Schmerzmittel

Was ist zu beachten

Ob bei Kopfweh, Regelbeschwerden oder einem quälenden Ziehen am Zahn:
Für Schmerzattacken haben viele ein rezeptfrei erhältliches Mittel aus der Apotheke bei sich zu Hause.
Doch bei Schmerzmitteln, auch Analgetika genannt, können unliebsame Nebenwirkungen auftreten.

Was sollten Schmerzgeplagte bei der Einnahme beachten?

Die wichtigsten Fragen und Antworten im Überblick.

Wie funktionieren Schmerzmittel überhaupt?

Schmerzmittel lindern oder betäuben die Intensität der Beschwerden.
Das ist etwa bei gelegentlichen Kopf-, Zahn- oder Gelenkschmerzen der Fall sowie bei Regelbeschwerden.
Wie stark die Schmerzen gelindert werden, hängt vom Wirkstoff und von der Dosis ab.

Welcher Wirkstoff ist für welche Beschwerden empfehlenswert?
Bei leichteren Beschwerden helfen sogenannte nichtopioide Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Paracetamol oder niedrig dosiertes Diclofenac, Ibuprofen oder Naproxen. Je nach Dosis und Packungsgröße sind verschiedene Medikamente mit diesen Wirkstoffen ohne Rezept in der Apotheke erhältlich. Sind Entzündungen oder entzündlich rheumatische Erkrankungen Auslöser der Schmerzen, dann sind sogenannte nicht steroidale Antirheumatika die richtigen Schmerzmittel. Dazu gehört neben Ibuprofen und Diclofenac in höherer Dosierung z.B. Piroxicam. Für diese Medikamente benötigen Patienten ein Rezept. Bei schweren Schmerzen etwa in Folge von Operationen, Verletzungen oder Krebserkrankungen müssen Betroffene häufig sogenannte Opioide Schmerzmittel einnehmen. Dazu gehören beispielsweise Morphin oder Fentanyl. Solche Präparate muss ein Arzt auf einem speziellen Betäubungsmittelrezept verschreiben.

Gibt es einen Gewöhnungseffekt?
Ja, und das ist echt ein Problem. Nach seinen Angaben greift fast jeder zweite Erwachsene innerhalb von vier Wochen mindestens einmal zu rezeptfreien Schmerzmitteln und das oft zu lange.
Bis zu einem Drittel der Nutzer von Schmerzmitteln kennen deren Anwendungsempfehlungen nicht.

Warum kann man rezeptfrei erhältliche Schmerzmittel nicht unbegrenzt einnehmen?
Klar muss sein: Schmerzen sind ein Warnsignal des Körpers.
Besser ist es, die Ursachen von Beschwerden zu untersuchen und zu behandeln.
Schmerzmittel können zudem unerwünschte Nebenwirkungen auf Magen, Leber, Nieren und das Herz-Kreislauf-System haben.

Wie lange sollte man Schmerzmittel am Stück einnehmen?

Das kommt darauf an. Es macht einen Unterschied, ob man weiß, woher die Schmerzen kommen oder ob einem die Ursachen für die Schmerzen unklar sind.
Bei Schmerzen wie Regelbeschwerden, deren Ursachen klar sind, gilt die Faustregel:
Längstens drei Tage hintereinander und höchstens zehn Tage im Monat ohne ärztlichen Rat.

Was gilt bei Kindern? 
In der Regel raten Experten davon ab, ohne ärztliche Empfehlung Kinder Präparate mit ASS zu geben.
Der Grund: ASS steht im Verdacht, das sogenannte Reye-Syndrom auszulösen.
Dabei nehmen Gehirn und Leber Schaden, die Krankheit kann sogar tödlich verlaufen. Bei älteren Menschen, die eine Nierenschwäche haben oder bestimmte Blutdrucksenker einnehmen, können nicht-steroidalen Antirheumatika die Nieren deutlich schädigen. Auch bei vorhandenen Magenschleimhautreizungen gilt Vorsicht bei solchen Schmerzmitteln, damit es nicht zu Magengeschwüren oder -blutungen kommt.

Was ist bei der gleichzeitigen Einnahme von Schmerzmitteln mit anderen Medikamenten und Alkohol zu beachten?
Der Medikationsplan muss immer auf dem aktuellen Stand sein.
Am besten legen Patienten ihn in der Apotheke vor, wenn sie ein rezeptfrei erhältliches Schmerzmittel kaufen wollen. So kann der Apotheker mögliche Wechselwirkungen erkennen und beurteilen, welches rezeptfreie Schmerzmittel für den jeweiligen Patienten richtig ist.

Und Schmerzmittel und Alkohol?

Eine gefährliche Kombination, die am besten vermieden werden sollte.

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“  - Altmark Oktober 2019
« Letzte Änderung: 30. Dezember 2019, 10:04:44 von RalleGA »
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Schmerzen

Was hilft bei Blasenentzündung?

Nicht auf kalten Flächen sitzen, viel trinken, Cranberry-Säfte oder -Kapseln:
Es gibt zahlreiche Tipps und Mittel, die vor einer Blasenentzündung schützen sollen.
Es ist allerdings wissenschaftlich nicht erwiesen, ob sie das tatsächlich tun.

Mehr unter: IQWIG

Was aber definitiv hilft: Nach dem Sex auf die Toilette gehen - und gegebenenfalls die Verhütungsmethode wechseln.

Der Grund:
Geschlechtsverkehr ist ein Risikofaktor für Blasenentzündungen, denn dabei können Bakterien in die Harnröhre gelangen.
Beim Toilettengang nach dem Sex werden diese wieder herausgespült.
Spermienabtötende Verhütungscremes und -gele sowie ein Diaphragma können eine Blasenentzündung zudem begünstigen.
Die Experten raten daher, stattdessen z.B. Kondome zu benutzen.
Eine Blasenentzündung ist keine Seltenheit, vor allem bei Frauen:
Weil ihre Harnröhre kürzer ist,
trifft es sie deutlich häufiger als Männer.


In vielen Fällen ist die Entzündung zwar unangenehm, aber auch unkompliziert -
in der Regel heilt sie dann innerhalb von einer Woche, oft ganz ohne Antibiotika.
Komplikationen sind allerdings nicht ausgeschlossen, vor allem bei Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder Nierenschäden.
Hier kann es passieren, dass sich neben der Blase auch das Nierenbecken entzündet. Dann ist schnelle Hilfe nötig.
Betroffene sollten daher einen Arzt aufsuchen, wenn neben den regulären Symptomen der Blasenentzündung noch andere Beschwerden hinzukommen - Fieber, Übelkeit und Erbrechen oder Schmerzen in der Nierengegend etwa.

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“  - Altmark November 2019
« Letzte Änderung: 26. Januar 2020, 09:44:16 von RalleGA »
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Schmerzmittel:

Fluch und Segen zugleich (1)

SCHMERZEN Wichtiges Signal


Ob Zahnweh oder Prellung, Schnittwunde oder Sonnenbrand: Schmerzen sind ein Warnsignal und überlebenswichtig.
Brennend, stechend, bohrend oder reißend weisen sie auf Wunden, Reizungen oder Verletzungen hin -
ein lebenserhaltendes, biologisches Frühwarnsystem, über das alle höher entwickelten Lebensformen verfügen, vor allem Wirbeltiere.

Wie Hitze und Kälte, Hunger und Durst gehören Schmerzen zu den frühesten und eindrücklichsten Erfahrungen
in der Entwicklung des Menschen.
In den USA kostet die Opioid-Krise jedes Jahr Zehntausende Menschen das Leben.
In Deutschland ist die Situation anders. 
Aber auch hier raten Mediziner zur Vorsicht im Umgang mit starken Schmerzmitteln. 

Eine kleine Pille, ein Glas Wasser, einmal schlucken und bald sind die Schmerzen weg.
Was so einfach klingt, hat den USA die sogenannte Opioid-Epidemie gebracht, die seit 20 Jahren durch das Land rollt.
Durch Tabletten, die Ähnlichkeit mit Opium haben, wurden massenweise Menschen süchtig.
Viele stiegen später auf andere Drogen um, auch auf Heroin.
Irgendwann wurde es so schlimm, dass die Polizei Schockfotos zu twittern begann.
Etwa von Eltern, weggetreten im Koma, während daneben der kleine Sohn hilflos wartete.
Wie ist die Situation in Deutschland?
mehr in Teil 2

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2020 
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Schmerzmittel:

Fluch und Segen zugleich (2)

Wie ist die Situation in Deutschland?

Hier die Antworten die wichtigsten Fragen


Wie viele Packungen Schmerzmittel werden in Deutschland verschrieben und verkauft?
Auch hierzulande werden immer mehr sogenannte Opioid-Analgetika verschrieben:
Seit 2000 sind die Verordnungszahlen um das Zwei- bis Dreifache angestiegen.
2018 waren es 8,8 Mill. Packungen, die Ärzte den Patienten verordnet haben.
Das geht aus Zahlen des Instituts für Medizinische Statistik hervor.
Die Industrie setzte damit 795,8 Millionen Euro um.
Das klingt erstmal viel, aber wenn man auf den Gesamtmarkt blickt, ist es eigentlich doch ein sehr kleiner Teil:
Von den rund 140 Millionen Packungen Schmerzmittel, die in Deutschland pro Jahr verkauft werden,
gehen 105 Millionen ohne Rezept über den Ladentisch der Apotheke.

Nur 35 Millionen werden überhaupt vom Arzt verschrieben - also knapp ein Drittel.
Und von denen fallen eben jene 8,8 Millionen in die Gruppe der Opioide, denen die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen
"ein hohes Suchtpotenzial " zuschreibt.

Werden diese Schmerzmittel bei uns zu oft verschrieben?
Da muss man differenziert sehen. Es geht nicht ums Verteufeln und die ganze Bandbreite betrachten. 
Es gibt Ärzte, die sich vorbildlich verhalten, die über die Risiken aufklären. Und es gibt verheerende Verläufe, wo ohne große Not frühzeitig mit Opioiden behandelt wurde und Menschen in eine schwere Abhängigkeit geraten sind.
Es ist es Segen, dass es diese Medikamente gibt.
Aber sie haben auch diesen Fluch in sich, bringt es ein Sozialmediziner auf den Punkt.


In allen Fällen, wo man Schmerzen auch anders beeinflussen könne, rate er ab, das Opioid-Risiko einzugehen.
"Denn dann haben die Menschen oft ein zweites Problem."
Professor Glaeske von der Uni BREMEN kann "anders als in den USA in Deutschland keinen dramatischen Anstieg erkennen".
Deutschland habe vielmehr Nachholbedarf gehabt, sagt er: "Die Versorgung der Menschen mit Krebserkrankungen oder anderen schweren Leiden - gerade am Ende des Lebens - war schlecht."

Das Schaffen von Sterbe-Hospizen habe auch bei der Schmerztherapie vieles verbessert.
Inzwischen werde manches aber übertrieben: Glaeske kritisiert diese „Überversorgung".
Vor allem die neuen Schmerzpflaster bekämen "zu viele Menschen aus zu wenig guten Gründen", sagt der Pharmakologe.

Wann sind starke Medikamente sinnvoll?
 Es ist gut, dass wir so viele verschiedene Schmerzmedikamente zur Verfügung haben.
Aber wir müssen sorgfältig damit umgehen und die Verordnung immer wieder überprüfen und hinterfragen.
Ins Schmerzzentrum Rhein-Main, in dem die Anästhesiologin arbeitet, kommen Patienten mit chronischem Schmerz,
die oft eine lange Leidensgeschichte mitbringen.
Morphine, die ebenfalls zur Gruppe der Opioide zählen, seien "für viele Menschen ein Segen".

Keine Schmerzmittel zu geben, kann ebenso falsch sein wie zu viele oder die falschen, sagt die Schmerzmedizinerin. "
Wir reden von sehr potenten Medikamenten, die gehören in die Hand von Fachleuten."

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Januar 2020
« Letzte Änderung: 16. März 2020, 09:30:05 von RalleGA »
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Schmerzmittel:

Fluch und Segen zugleich (3)

Sind alle Schmerzmittel gefährlich?

Schmerzmittel ist nicht gleich Schmerzmittel.
Die eine große Gruppe sind Medikamente, die im Körper wirken, aber die Schmerzverarbeitung im Kopf nicht verändern.
Viele davon sind frei verkäuflich.
Das wird leider immer noch unterschätzt: Sie machen nicht abhängig, sind aber doch ziemlich gefährlich,
wenn man sie regelmäßig in hoher Dosis einnimmt.
Sie wirken nicht im Gehirn, aber schädigen z.B. die Nieren.
Für besonders riskant hält er Medikamente, die auf das zentrale Nervensystem wirken.
Benzodiazepine z.B. beruhigen, lockern die Muskeln, beseitigen die Angst.
Fast alle Patienten, die zur Medikamenten-Entwöhnung in die Hartmut-Spittler-Klinik BERLIN kommen,
sind von „Benzos" abhängig.
Trotzdem sind sie die kleinste Patientengruppe:
Nur 1% der Entwöhnungstherapien in Deutschland wird bei reiner Medikamentenabhängigkeit durchgeführt.
In der Hartmut-Spittler-Klinik waren es zuletzt 5 von rund 350.

Welche schweren Probleme können auftreten?
Bei jüngeren Menschen, die körperlich gesund sind, kann es sein, dass das Problem lange Zeit unbemerkt bleibt.
Ein junger Mensch, der ansonsten gesund ist, aber etwa nach einem Unfall Schmerzen hat,
kann mit Opioiden lange Zeit gut zurechtkommen.
Dann aber kommt ein Punkt, an dem es ernst wird.
Zum Beispiel mit dem Alter: Der Stoffwechsel verändert sich, die Substanzen wirken anders, oft stärker.
Oder eine andere Krankheit kommt dazu, der Patient nimmt weitere Medikamente die Wechselwirkungen könnten fatal sein.

Und das Suchtpotenzial?

Für die Deutsche Hauptstelle für Suchtfragen sind Opiate und Opioide "nicht nur die wirkungsvollsten schmerzstillenden Substanzen,
ihnen wird auch gleichzeitig das - noch vor Alkohol - stärkste suchterzeugende Potenzial zugeschrieben".
Der Punkt ist: Wenn das Schmerzmittel zur Sucht geworden ist, geht es um etwas anderes als um den Schmerz:
Die Einnahme zielt dann "auf die euphorisierende Wirkung der Substanzen".
Die WHO definiert Abhängigkeit in ihrem Krankheiten Katalog als ICD-10. Dazu gehören:
starkes Verlangen, die Kontrolle geht verloren.
Man braucht höhere Dosen für die gleiche Wirkung.
Andere Themen werden vernachlässigt.
Der Patient nimmt Schäden bewusst in Kauf.
Von Sucht spricht die WHO: "wenn mindestens drei dieser Kriterien gleichzeitig erfüllt sind".

Für welche Menschen ist das Risiko besonders hoch?
Gefährdet sind die Arbeitstiere. Menschen mit sehr hoher Leistungsorientierung.
Menschen, oft männlich, oft älter. "die ihre Reserven aufgebraucht haben".

Schmerz ist ein Warnsignal - das Signal sagt: Mach mal weniger!


Manche Menschen jedoch, die nicht auf ihren Körper hören, überfahren dieses Signal immer und immer wieder.
Wie kommt man aus einer Abhängigkeit wieder heraus?
Nach dem Absetzen gehen die Menschen durch ein ziemliches Stahlbad der Gefühle.
Der Schmerz kehrt zurück. andere Medikamente wirken nicht so gut.
Viele reagieren erst einmal mit Abwehr, wenn man ihnen die Alternativen aufzeigt.
Nach dem Entzug, der einige Wochen dauert, folgt die Entwöhnungsphase, die mehrere Monate in Anspruch nehmen kann.
Dazu gehört Psychotherapie und Sport. Und vor allem eine andere Einstellung zum Schmerz:
Man muss lernen. dass man den Schmerz nicht ganz beseitigen kann, sondern dass es darum geht, mit dem Schmerz umzugehen.
Die Patienten üben z.B., dass sie trotz Schmerz Dinge genießen und Freude empfinden können.
Aber: Die Rückfallgefahr ist immens hoch.

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« Letzte Änderung: 20. März 2020, 10:00:09 von RalleGA »
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