Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: BIOLOGIKA – starke Waffen mit Nebenwirkungen  (Gelesen 178 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.201
  • Ich bin: : selbst betroffen
BIOLOGIKA – starke Waffen mit Nebenwirkungen
« am: 28. März 2018, 12:00:45 »
BIOLOGIKA

starke Waffen mit Nebenwirkungen


Biologika werden mit Hilfe von Gentechnik in lebenden Zellen hergestellt.

Sie wirken sehr gezielt und können Menschen mit Rheuma oder Diabetes helfen.
Es gibt aber auch Nachteile. Deswegen kommen sie nicht bei jedem Patienten zum Einsatz.
Die größte Bedeutung haben die therapeutischen Antikörper.
Der Vorteil: Sie wirken viel gezielter als herkömmliche Medikamente.
Dafür sind sie deutlich teurer, und sie haben ihre Nebenwirkungen.         

Auf dem Markt sind Biologika seit rund 20 Jahren. Etwa 180 derartige Wirkstoffe sind in dieser Zeit erschienen.
Typische Einsatzgebiete sind entzündliche Autoimmunerkrankungen, Krebsleiden oder Stoffwechselerkrankungen.   

Den Unterschied in der Herstellung zu herkömmlichen Medikamenten erklärt sich anhand folgenden Beispiels: Während Insulin für Diabetiker früher zunächst aus der Bauchspeicheldrüse von Schweinen gewonnen, im Anschluss chemisch verändert und dann als Arzneimittel beim Menschen zum Einsatz kam, wird für ein Biologikum der entscheidende Genabschnitt des menschlichen Insulins
z. B. in eine Hefezelle eingesetzt, um dort Insulin zu produzieren.     

Noch innovativer als Biologika die fehlende körpereigene Strukturen ersetzen, sind die gentechnisch erzeugte therapeutische Antikörper.
Sie können bestimmte Strukturen spezifisch binden und dadurch hemmen.
Vereinfacht formuliert bedeutet das:
Bei einer Autoimmunerkrankung wie Rheuma legen sie nicht das ganze Immunsystem lahm,
sondern sind auf bestimmte Stoffe programmiert - sie fangen z.B. gezielt Signalstoffe ein, die die Entzündung vorantreiben.


Das bedeutet für Betroffene das im Alltag:
Sie spritzen sich die Medikamente je nach Wirkstoff im Abstand von einer bis vier Wochen.
Manche Mittel werden alle acht Wochen per Infusion verabreicht.


Je nach Erkrankung nehmen sie aber auch ihre bisherigen Medikamente, die sogenannten Basistherapeutika, weiter ein.
Das hat zwei Gründe: Bei rheumatoider Arthritis etwa verstärken sie die Wirkung.
Und sie verhindern die Antikörperbildung gegen das Biologikum.
Biologika sind Eiweißprodukte, gegen die der Körper sich normalerweise zur Wehr setzt.
Das heißt, die Medikamente haben mitunter unerwünschte Wirkungen.
Die Patienten werden z.B. anfälliger für Infektionen.
Außerdem sind allergische Reaktionen oder Unverträglichkeiten möglich.     

Wichtig: bei der Therapie mit einem Biologikum die Dokumentation von Nebenwirkungen.
Patienten sollten ihrem Arzt gegenüber deshalb offen mit unerwünschten Wirkungen oder Problemen umgehen.
Obwohl sie die Therapie verbessern. können, bekommen längst nicht alle Patienten Biologika.
Bei Rheuma kommen sie erst zum Einsatz, wenn die Basismedikation nicht ausreicht.
     
Das habe vor allem ökonomische Gründe: Biologika seien um das 10- bis 100-fache teurer als die Basismedikamente.
Die Kosten liegen bei 50.000 – 100.000 € pro Patient und Jahr.

Etwas günstiger sind die sogenannten Biosimilars.
Das sind die Generika der Biologika.
Diese Mittel haben zwar die gleiche Wirkung wie die Originale, können aber eine abweichende Struktur haben und müssen noch einmal die klinischen Prüfungen zur Zulassung durchlaufen.
Es sind also ähnliche, aber nie dieselben Mittel wie die Biologika.
Die Kosten für die Biosimilars sind ca. 20-30% niedriger als für Biologika, die Qualität sei aber die gleiche. 

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Dezember 2017

« Letzte Änderung: 28. März 2018, 12:07:41 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.