Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Impfen - wann und wogegen u.a. Tipps bei chronischen Bronchitis, Auslandsreisen  (Gelesen 43507 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.742
  • Ich bin: : selbst betroffen
Impfen

Leberschäden durch Hepatitis

Durch Hepatitis-Viren ausgelöste Leberentzündungen gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten.
Sie können organische Schäden auslösen. Mediziner unterscheiden fünf Virus-Haupttypen.
Sie werden mit den Buchstaben Hepatitis A, B, C, D und E bezeichnet.
Die Annahme, dass eine Virushepatitis immer mit einer Gelbfärbung der Haut und Augen einhergeht, ist medizinisch überholt.
In vielen Fällen verlaufen akute Infektionen sogar nahezu ohne Symptome.
Aber es gibt leider auch Patienten, bei denen eine Virus-Hepatitis zu Leberkrebs oder einem akuten Leberversagen führt.
Sorgen bereitet den Ärzten die seit einigen Jahren wachsende Zahl von Hepatitis-E- Fällen.

Übertragen werden diese Viren in Deutschland oftmals durch unzureichend gegartes, infiziertes Fleisch von Haus- und Wildschweinen
(z.B. Hackepeter, Bratwurst).
Im Unterschied zu Hepatitis A und B gibt es bislang in Deutschland noch keine zugelassene Schutzimpfung gegen Hepatitis E.
In vielen Fällen verläuft die Erkrankung unbemerkt.

Die durchgemachte Infektion fällt erst bei zufälligen Blutuntersuchungen auf.

Bei schweren und chronischen Verläufen ist eine medikamentöse Behandlung möglich.
Als Vorsorgemaßnahme empfehlen Ärzte und Lebensmittel-Hygieniker vor allen älteren Menschen, Schwangeren und Menschen mit einem geschwächten Immunsystem (Organtransplantatempfänger, Krebs- und HIV-Patienten) insbesondere in den Sommermonaten keine rohen Schweinefleischprodukte, sondern nur gut durchgegarte Innereien, Fleisch- und Fleischerzeugnisse zu verzehren.

Auf Reisen auf Empfehlungen achten
Auf Urlaubsreisen in ferne Länder sollten die generellen Hygiene-Empfehlungen von Reisemedizinern beachtet werden.
Wenn die Leberentzündung chronisch verläuft, Hepatitis-Viren - insbesondere die Typen B und C - können chronische Entzündungen der Leber hervorrufen und langfristig Krebs verursachen.
Mediziner schätzen die Zahl der in Deutschland allein von der Hepatitis C betroffenen Menschen auf etwa 250.000 Menschen.
Dabei ist die Dunkelziffer hoch, denn die Leber kann lange stumm leiden.
Frühsymptome wie Abgeschlagenheit, Müdigkeit, Oberbauchschmerzen und Übelkeit werden oftmals nicht mit einer kranken Leber in Verbindung gemacht. 
Und nicht selten bleiben solche Warnzeichen auch ganz aus. Kontrollen auf erhöhte Leberwerte werden nicht ernst genug genommen,
so dass ein Großteil der chronischen Infektionen oft lange Zeit unentdeckt bleibt.

Kosten für Behandlung variieren
Die Leberspezialisten aus Sachsen-Anhalt schließen sich daher der weltweiten Initiative „Hepatitis: Findet die fehlenden Millionen!“
an und empfehlen, dass mehr Menschen ihre Leberwerte testen lassen und bei einem Virus-Nachweis frühzeitig eine Therapie beginnen. Die Erfolgsraten der antiviralen Behandlungen mit modernen Medikamenten sind sehr hoch. Ein Problem sind leider die ebenfalls hohen Kosten.

Die Kosten können je nach Behandlungsdauer (zwischen acht und 12 Wochen) zwischen 27.000 und 60.000 Euro liegen.
Sie werden von den Krankenkassen auf Antrag bezahlt.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2019

« Letzte Änderung: 29. Oktober 2019, 10:00:10 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.742
  • Ich bin: : selbst betroffen
Hepatitis-B-Impfung schützt auch vor Hepatitis D   

A, B, C, D und E - den Hepatitis-Virus gibt es in fünf klassischen Varianten.

Was Sie über die Übertragungswege, Risiken und Impfmöglichkeiten wissen sollten.


Gegen die Hepatitis-Varianten A, B und D schützen Impfungen.
Und eine Hepatitis-B-Impfung beugt auch gegen die D-Variante der Leberentzündung vor.
Letztere könne nämlich nur gemeinsam mit einer Hepatitis B auftreten.

Für Hepatitis C gibt es derzeit keine zugelassene Impfung.
Hepatitis-Viren verursachen unterschiedlich schwere Entzündungen der Leber.
Diese können entweder spontan ausheilen oder teils chronisch werden - dann mit der Gefahr von schweren Folgeerkrankungen wie Leberzirrhose. Laut WHO können bei einer akuten Infektion wenige oder sogar keine Symptome auftreten. Mögliche Anzeichen sind eine Gelbfärbung der Haut und der Augen, dunkler Urin, extreme Müdigkeit, Übelkeit, Erbrechen sowie Bauchschmerzen.

Hepatitis A und E werden in der Regel durch den Verzehr von verunreinigtem Essen oder Wasser verursacht.
Bei den Varianten B, C und D ist der Hauptübertragungsweg hingegen der parenterale Kontakt mit infizierten Körperflüssigkeiten,
also unter Umgehung des Darmtraktes etwa durch Injektionen oder Infusionen.
Das schließt aber auch ungeschützten Geschlechtsverkehr ein. Kondome bieten in solchen Fällen guten Schutz.

Info`s zu Hepatitis

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  September 2019
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.742
  • Ich bin: : selbst betroffen
Der Ruf nach einer Impfpflicht wird lauter 

Es geht um nicht weniger als 25 Millionen Menschen weltweit.
So viele Leben könnten im nächsten Jahrzehnt gerettet werden, wenn Eltern ihre Kinder impfen lassen würden.
Das hat die WHO ausgerechnet.
Diese Zahlen waren es, die beim Weltimpfgipfel für flammende Appelle sorgten.
"Jede Minute, die Wir zögern, uns für Impfungen einzusetzen, kostet Kinder ihre Gesundheit oder sogar ihr Leben",
 so EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis.
"Es kann nicht angehen, dass in einer so hoch entwickelten Welt wie der unseren noch immer Menschen an Krankheiten sterben,
die schon seit Langem hätten ausgerottet sein sollen"
, betonte Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker.

Doch genau das ist der Fall, belegte die Konferenz:
Der seit Anfang 2018 verzeichnete Anstieg an Masernerkrankungen (damals waren es 84462 Fälle europaweit im ganzen Jahr) hat sich fortgesetzt - auf nun deutlich mehr als 90.000 nur in der ersten Jahreshälfte. Zwischen 2016 und 2019 gab es 84 Todesfälle.

Doch die Skepsis vieler Eltern sei groß.   :-[
Daher wird der Ruf nach staatlicher Impfpflicht inklusive Strafandrohung lauter.
Gesundheitskommissar Andriukaitis sagte: "Wenn Eltern die Gefahr nicht verstehen, müssen wir uns fragen, wer die Verantwortung übernimmt. Natürlich sind das das Parlament und die Regierung." 

Belege dafür gibt es.
„In der Ex-DDR war das Tagesgeschäft, es gab kein Entkommen“ (außer bei med. begründbaren "Problemen“).
Ungarn führte 1998 eine Impfpflicht ein.
Wer sich entzieht, muss mit Bußgeld oder sogar dem Schulausschluss rechnen.


Laut dem Kinderhilfswerk UNICEF sind inzwischen 99% der Kinder in Ungarn geimpft - eine der höchsten Raten in der EU. Doch die Unterschiede bleiben groß: Frankreich hatte bis 2018 nur Impfungen gegen drei Erreger vorgeschrieben.
Fazit: Lediglich 78% der Kinder unter zwei Jahren waren z.B. vor Masern geschützt.
Das ist zu wenig, um den Virus auszurotten.
Dazu ist laut WHO eine Impfrate von mindestens 95%  nötig.

Inzwischen hat die Regierung in Paris eine Impfpflicht gegen elf Erreger eingeführt.
Die Bundesregierung brachte in diesem Jahr einen Gesetzentwurf auf den Weg, der eine Impfpflicht gegen Masern ab 1. März 2020 vorsieht.
"Impfungen sind eine der wichtigsten Erfindungen in der Geschichte der Menschheit", sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus. Diese Botschaft müsse auch von dem Treffen in Brüssel ausgehen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  September 2019
« Letzte Änderung: Heute um 09:38:25 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.