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Autor Thema: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation  (Gelesen 23230 mal)

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Offline eulenauge

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Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« am: 21. Februar 2015, 18:04:18 »
Hallo,suche Leidensgenossen mit Erfahrung.
Ich bin vor einigen Jahren am Darm operiert worden. Das Erste mal wegen Divertikel am Dünndarm. Danach hatte ich eine Op wegen eines Darmverschlusses (Sigma). Bei beiden OP`s wurde mir jeweils ein Teil vom Darm entfernt. Bei der letzten op musste ich für ein halbes Jahr einen Ausgang haben. Dieser wurde aber nach einem halben Jahr wieder zurück verlegt. :jippi
Aber seit dieser Zeit, und das sind jetzt schon fast 4 Jahre, quäle ich mich immer wieder mit wässriegen Durchfällen herum (täglich).
Wer kann mir einen Rat geben? Wer ist in der gleichen Lage wie ich? An Medikamenten nehme ich Quantalan, ein Pulver das den Stuhl andicken soll.

Über Nachrichten von Euch würde ich mich sehr freuen.
Eulenauge
« Letzte Änderung: 24. Februar 2015, 11:15:20 von RalleGA »

Offline busymouse

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach darm op
« Antwort #1 am: 21. Februar 2015, 19:04:34 »
Hallo @eulenauge  :welcome

Wenn mein Stoma zurückgelegt worden wäre, wäre das bei meinen 20 cm Rest-Dickdarm mein persönlicher Alptraum gewesen... immer in Konähe sein müssen... roter Pavianhintern... schmerzende Puperze... Das ist nicht schön. >:(  :trost3

Wieviel Rest-Dickdarm hast du noch? Welchen Teil vom Dünndarm haben sie dir denn weggenommen, dass du jetzt Quantalan bekommst? Wurde ein Stück Dickdarm mit entfernt?

Einige andere Betroffene haben gute Erfahrungen mit Flohsamenschalen gemacht und einige machen eine Dauertherapie mit Immodium oder Loperamid.

An diesem Beitrag hängen übrigens unten ein paar gute Links mit dran.

 ;) Liebe Grüße Birgit
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
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Offline eulenauge

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach darm op
« Antwort #2 am: 22. Februar 2015, 18:57:31 »
Hallo Birgit,
erst einmal vielen lieben Dank für deine schnelle Antwort.
Deine Frage wie viel Darm bei mir entfernt worden ist, kann ich dir leider nur zum Teil beantworten.
Bei der ersten Op, Divertikelim Dickdarm sprachen die Ärzte von 30 cm.
Danach kam der Darmverschluss im Dünndarm, 40 cm.
Während dieser op wurde eine Darmspigelung gemacht und dabei wurde der Dickdarm verletzt.
4 Tage nach der Op stellten die Ärzte diese Verletzung erst fest.
Ich mußte dann wieder unters Messer.
Das verletzte Stück Darm wurde enfernt, wieviel weiß ich bis heute nicht zu erfahren.
Man legte mir dann einen Ausgang, an der Stelle wo der Dünn- in den Dickdarm übergeht.
Diese Maßnahme war dazu gedacht, dass der Dickdarm ruhig gestellt war und abheilen konnte.
Kurz und gut,es lief nicht alles so wie es sollte. :kae
Aber das kann ich ja jetzt auch nicht mehr ändern.
Es war ein langer Genesungsweg.
Nun aber noch mal zu den Durchfällen.
Du schreibst von einer Therapie mit Imodium, ist das nicht zu gefährlich?
Ich wäre schon froh, wenn es ein Mittel gäbe, dass ich ab und zu mal nehmen könnte,
denn manchmal vergehen Wochen, ehe ich das Haus mal verlassen kann.

Übrigens ist eure Seite echt toll :applaus:

Liebe Grüße und schon mal Danke  Eulenauge
« Letzte Änderung: 22. Februar 2015, 19:29:48 von RalleGA »

Offline busymouse

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach darm op
« Antwort #3 am: 23. Februar 2015, 19:32:56 »
Hallo eulenauge,

schade, dass du nicht weißt, wie viel Dickdarm weg ist. Wenn es nur die 40 + 30, also 70 cm, wären, wäre die Hälfte noch da. Damit solltest du nicht ständig flüssigen Stuhlgang haben. Wenn dann allerdings nochmal ein halber Meter abhanden gekommen sein sollte...  :pfeiff:

Deine Durchfälle können aber natürlich auch ganz andere Gründe haben. Spontan fällt mir dazu Folgendes ein:

1. Möglichkeit: Der Hefepilz Candida albicans fühlt sich bei dir wohl
Dabei spreche ich aus eigener Erfahrung. Ich hatte auch so einige Komplikationen und mein Immunsystem war in einem desolaten Zustand. Hätte ich meinen Arzt nicht darum gebeten, einen Abstrich auf diesen Pilz zu untersuchen, wäre ich den wohl nicht losgeworden.

2. Möglichkeit: Bakterielle Fehlbesiedlung des Dünndarms
Das wäre nach einer Darm-OP durchaus nicht selten. Geht oft mit Blähungen einher. Ich habe dazu eine Dissertations-Kurzfassung an der Heidelberger Uni gefunden. Zitat:
Zitat
...Somit ist die Diagnostik einer bakteriellen Fehlbesiedlung bei Patienten mit Verdacht auf Reizdarmsyndrom vom Meteorismustyp und vom Diarrhöe-Typ gerechtfertigt....

Und nein, Imodium/Loperamid ist nicht zu gefährlich. Es wird von einigen Ärzten auch so verschrieben. Zitat aus der Apotheken Umschau:

Zitat
"Imodium Kapseln" enthält den Wirkstoff Loperamid, ein Arzneimittel aus der Gruppe der sogenannten Antidiarrhoika (Mittel gegen Duchfall) und Motilitätshemmer.
Loperamid vermindert einerseits die Darmperistaltik (Darmbewegung) und reduziert damit die Stuhlentleerungsfrequenz. Zusätzlich kommt es zu einer Änderung der Stuhlkonsistenz durch Verminderung der Ausscheidung von Wasser und Elektrolyten. ... Eine langfristige Anwendung bedarf der ärztlichen Verlaufsbeobachtung.

Letzteres ist klar. Langfristige Einnahme eines Medikamentes bedarf immer einer ärztlichen Verlaufsbeobachtung.

Hier im Stoma-Forum gibt es übrigens einen Thread, in dem sich die User darüber unterhalten. Wenn du dort die Suche bemühst, findest du noch Unmengen ähnlicher Beiträge.

Wenn es wirklich am zu kurzen Darm liegt und du mit Flohsamenschalen keinen Erfolg verbuchen kannst, dann ist Imodium möglicherweise das Mittel der Wahl. Spreche doch mal mit deinem Arzt darüber.

 ;) Liebe Grüße Birgit
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Offline eulenauge

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach darm op
« Antwort #4 am: 23. Februar 2015, 23:34:54 »
Liebe Birgit

Danke für deine Nachricht.Du hast mir ein wenig neuen Mut gemacht.
Morgen werde ich zu meinem Doc gehen und mit ihm über das Medikament,Loperamid, sprechen.
In eurem Forum habe ich gelesen wie viele diese Tabl. nehmen,
dann werden sie mir ja auch nicht gleich schaden.  :?]
Ich werde es ausprobieren.
Außerdem werde ich eine Blutuntersuchung in Angriff nehmen, denn nach allem was ich jetzt hier gelesen habe,denke ich das ich doch so einige Mangelerscheinungen habe. :muede :muede :muede :schwitz :schwitz :schwitz :( :( :(

Liebe Grüße, melde mich bald wieder, eulenauge.
« Letzte Änderung: 24. Februar 2015, 11:17:38 von RalleGA »

Offline busymouse

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« Antwort #5 am: 24. Februar 2015, 18:58:46 »
Bin gespannt, was dein Doc dazu sagt, @eulenauge  :abklatsch:
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Offline eulenauge

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« Antwort #6 am: 25. Februar 2015, 18:13:34 »
Hallo liebe Birgit
 
War heute bei meinem Doc.
Von Imodium war er als Dauertherapie nicht :nd : sehr begeistert.
Nur im äusersten Notfall,wenn ich mal irgendwo hinfahren möchte,auf keinen Fall mehr wie 2 Tabl. pro WOCHE.
Perenterol forte,soll ich jetzt mal ein paar Tage nehmen um die Darmschleimhaut etwas aufzubauen.
Meine Blutergebnisse:keine Mangelerscheinungen hinsichtlich B12 oder Zink use..

Aber meine Leberwerte und Bauchspeicheldrüsenwerte waren erhöht.Ich werde in 4 Wochen die Werte noch
mal kontrollieren lassen.Mal sehen was dann dabei heraus kommt.
Vor einem Jahr wurde an meiner Leber eine Fiebrose festgestellt.
Bei einer Gewebeprobe ist aber nichts festgestellt worden :-\
Bin ein bißchen traurig,hatte mir besseres erhofft.
Na ja mal sehen wie die nächsten Tage mit Perenterol verlaufen.

Melde mich wieder.

Liebe Grüße Eulenauge
« Letzte Änderung: 25. Februar 2015, 20:24:04 von RalleGA »

Offline busymouse

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« Antwort #7 am: 25. Februar 2015, 18:52:46 »
Hallo @eulenauge

Ich vermute: Entweder kennt dein Doc Imodium nicht als Mittel zur Langzeitanwendung oder er hat Bedenken wegen deiner Leberwerte. Hast du ihn nach einer Begründung gefragt?

Aber Perenterol...  :shock .... Das ist doch diese Arzneihefe, die bei schweren Magen-Darm-Grunderkrankungen, bei geschwächtem Immunsystem etc. nicht genommen werden darf, oder? Nur weil es das rezeptfrei in der Apotheke gibt, ist es ja nicht zwingend harmlos.  >:D

Ich glaube, ich würde mir an deiner Stelle noch eine zweite Meinung einholen. Sage mal, was war denn nun mit den Flohsamenschalen? Hattest du das schon mal versucht?

 ;) Liebe Grüße Birgit
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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« Antwort #8 am: 26. Februar 2015, 18:55:12 »
Hallo Birgit

Den Flohsamen habe ich lange Zeit nach meiner op genommem.
Er hat mir aber nicht geholfen.
Ich habe beschlossen mal ein paar Tage dieses Perenterol zu nehmen.
Dann werde ich nächste Woche einfach mal mit Imodium beginnen.
Ich fange mal mit 1 am Tag an.
Zieh das mal ein paar Tage durch.
Mal sehen wie ich sie vertrage.

Übrigends meine Lipase Werte:107    Amylase: 167
Kannst du mir dazu etwas sagen?
Sind die Werte bedenklich?
Und was ist eigentlich : Y-GT Wert ,der ist bei mir 75 .
Wäre schön wenn du mir damit weiter helfen könntest.
Sage dir jetzt schon mal wieder  :thx2

Liebe Grüße Eulenauge
« Letzte Änderung: 27. Februar 2015, 09:11:35 von RalleGA »

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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« Antwort #9 am: 26. Februar 2015, 19:21:59 »
Hallo @eulenauge

Die Referenz-, bzw. Norm- oder Anhaltswerte, findest du hier in der Wikipedia.

Als so genannte Normalwerte werden die Ober- und Untergrenzen des Bereichs angegeben,
in dem sich 95 % aller Messwerte bei Gesunden befinden.
Ein Wert außerhalb des Normalbereichs bedeutet deshalb nicht automatisch, dass die entsprechende Person krank ist. Die Referenzwerte sind nur als Anhaltswerte zu verstehen. Für die Bewertung von Laborbefunden ist immer auch eine persönliche ärztliche Interpretation erforderlich.

Und auf netdoktor.at erklären sie recht gut, worum es geht und unter welchen Voraussetzungen ein Laborwert zu hoch oder zu niedrig sein kann: http://www.netdoktor.at/laborwerte

Die Referenzwerte sind in Österreich, glaube ich, anders als in Deutschland.Auf der Seite netdoktor.de gibt es eine ähnliche Aufstellung. Ich persönlich mag die massenhafte Werbung in dem Portal aber nicht und schaue deshalb lieber bei unseren Nachbarn.

Viel Erfolg mit Perenterol und Imodium!

 :dd Liebe Grüße Birgit
« Letzte Änderung: 27. Februar 2015, 09:12:21 von RalleGA »
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Re: Kurzdarmsyndrom (Durchfälle) nach Darm-Operation
« Antwort #10 am: 26. Februar 2015, 19:40:47 »
Noch ein Nachtrag für dich @eulenauge :

Das y vor dem GT ist ein Gamma-Zeichen.
Du musst auf netdoktor unter Gamma-Glutamyl-Transferase schauen.
Das ist übrigens ein Wert, der sich seit meiner Darm-OP bei mir auch nie wieder erholt hat.
Ich soll als Frau laut der Referenzwerte unter 38 liegen, pendel aber beständig um die 60 herum... mal ist es mehr, mal ist es weniger, aber nie unter 50 oder gar im Referenzbereich.

Liebe Grüße Birgit
« Letzte Änderung: 27. Februar 2015, 09:13:01 von RalleGA »
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