Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Thematik: Herz-Kreislauf - Herzrhythmusstörung vorbeugen und vieles mehr  (Gelesen 2992 mal)

0 Mitglieder und 1 Gast betrachten dieses Thema.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.201
  • Ich bin: : selbst betroffen
Immer im Takt ? -

Herzrhythmusstörung vorbeugen


Wie schnell und wie regelmäßig das eigene Herz schlägt, darüber machen sich gesunde Menschen wenig Gedanken - und das ist auch gut so.
Umso größer die Furcht, wenn beim EKG oder beim Gesundheitscheck herauskommt,
dass die „Pumpe“ ab und zu ins Stottern gerät."
Herzrhythmusstörungen, die nebenbei bemerkt würden, seien aber in den meisten Fällen harmlos,
beruhigt ein Kardiologe und vergleicht sie mit gelegentlichen Fehlzündungen eines Motors.
Wenn der Puls gelegentlich zu rasen scheint, sei das nicht gleich ein Grund zur Sorge.
Jeder ist mal aufgeregt, sei es aus Freude oder aus Ärger.
Dass das Herz dann schneller oder eben sprichwörtlich „höher“ schlägt, ist völlig normal.
Ebenso treibt körperliche Anstrengung den Puls hoch, nicht nur beim Sport,
sondern auch beim Treppensteigen oder Tüten schleppen.
Schlägt das Herz dabei jedoch so heftig, dass den Betroffenen schwindelig oder übel wird,
sollten sie das unbedingt ärztlich untersuchen lassen.
Alarmiert sollte man auch sein, wenn das Herz - tagsüber oder auch nachts -
scheinbar völlig aus dem  Nichts heraus zu rasen beginnt.
Ab und zu sind solche Störungen Folge einer bislang unbemerkten Herzkrankheit.

Vorhofflimmern
Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das sogenannte Vorhofflimmern,
von dem laut Deutscher Herzstiftung hierzulande rund eine Million Menschen betroffen sind.
Die Vorhöfe ihrer Herzkammern ziehen sich unkontrolliert zusammen, sodass die Blutströmungen durcheinandergeraten und schlimmstenfalls Gerinnsel bilden können.
Gelangen diese ins Gehirn, können sie dort einen Schlaganfall verursachen.

Dank moderner Medikamente und Methoden der Rhythmuskontrolle ist das heute aber weitgehend vermeidbar.
Durch Bluttests und Untersuchungen per Ultraschall, Herzkatheter oder Kernspin-Tomographie (MRT) lasse sich herausfinden, ob die Rhythmusstörungen Folge einer Grundkrankheit sind, die zügig behandelt werden sollte:
z.B. Bluthochdruck, Herzklappenfehler, verengte Herzkranzgefäße oder Schilddrüsenüberfunktion.

Risikofaktoren ausschalten
Ist dies nicht der Fall, bräuchten Herzrhythmusstörungen überhaupt nicht behandelt werden,
weder mit Rhythmusmedikamenten noch durch operative Eingriffe.
Es sei denn, sie sind so heftig, dass sie die Gefahr eines plötzlichen Herztodes oder eines Schlaganfalls mit sich bringen oder das Wohlbefinden des Patienten stark belasten, etwa durch häufigen Schwindel, Herzrasen oder Abbau der Kondition.
Nicht nur Krankheiten, auch äußere Einflüsse können Herzrhythmusstörungen auslösen dazu zählt er Kalium- oder Magnesiummangel, Alkohol, Koffein, Nikotin, Schlafmangel und Übergewicht.
All diese Faktoren könnten für sich genommen zwar keine Herzrhythmusstörungen verursachen.
Aber sie bewirkten, dass sich die Spannung der Vorhofwand erhöht, sodass es je nach Veranlagung schneller zu Vorhofflimmern komme.
Vorbeugung:
ein gesunden Lebensstil, der Ruhe und Bewegung sowie Belastung und Entspannung ins Gleichgewicht bringt.
« Letzte Änderung: 06. Oktober 2012, 13:19:14 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.201
  • Ich bin: : selbst betroffen
Immer im Takt ? -

Herzrhythmusstörung vorbeugen

Infomaterial rund um das Thema Herzrhythmusstörungen finden Sie hier: Internet

unter www.Herzstiftung.de bietet die Deutsche Herzstiftung umfangreiche  Informationen  rund um das Thema Herz und Herzrhythmusstörungen, darunter auch ein ausführliches  medizinisches Lexikon.

Literatur:

Deutsche Herzstiftung: "Herzrhythmusstörungen heute".
Die 132 Seiten umfassende DIN A 4- Broschüre mit Beiträgen namhafter Herzspezialisten ist gegen 3 € in Briefmarken zu beziehen bei der Deutschen Herzstiftung,
Vogtstraße 50,
60322 FRANKFURT/M.
• Manfred Scholz: "Ratgeber Herzrhythmusstörungen. Erkennen, Verstehen, Behandeln",
   Steinkopff  Darmstadt, ISBN-13: 978-3-7985-1414-0 
« Letzte Änderung: 10. Oktober 2012, 08:52:55 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.201
  • Ich bin: : selbst betroffen
Herzinfarkt

das passiert


Verstopft eines der drei großen Herzkranzgefäße, kann das Blut nicht mehr richtig zirkulieren
und Herzmuskelgewebe in der Folge absterben. Lebensgefahr!
Sachsen-Anhalt ist das Bundesland mit der höchsten Sterblichkeit an Herzinfarkten.
Bezogen auf 100.000 Menschen sterben hierzulande mehr als 100 an den Folgen, knapp ein Drittel von ihnen vor dem Eintreffen des Arztes. Deshalb zählt jede Minute. Je später die Therapie beginnt, desto mehr Gewebe stirbt unwiderruflich ab.
Die Wahrscheinlichkeit für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen und andere Komplikationen steigt.
Also: Beim geringsten Verdacht sofort die 112 wählen!

Infarkt-Ursachen

Herzkranzgefäße oder auch Koronararterien versorgen das Herz mit Blut und Sauerstoff.
Damit der "Motor" des Körpers gut arbeiten kann, braucht er pro Minute ein Liter Blut, das durch die Herzkranzarterien fließt. Kalkablagerungen in den Koronararterien können das beeinträchtigen.
Fachleute sprechen dann von Arteriosklerose.
Sie kann ein Gefäß einengen, so dass weniger Blut in den Herzmuskel fließen kann und der betroffene Bereich seine Arbeit einstellt.
Die Herzleistung wird herabgesetzt.

Symptome
Schwere, lang andauernde Schmerzen im Brustkorb, die in Arme, Bauch, Unterkiefer, Hals und Oberbauch ausstrahlen können. Schmerzen sind auch zwischen den Schulterblättern möglich.     
Brennen im Brustkorb, Engegefühl  Erbrechen, Übelkeit, Luftnot fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß plötzlicher Kreislaufzusammenbruch

Vorbeugung
Gesunde Ernährung mit Vollkornprodukten, Kartoffeln, Obst, Gemüse, wenig Wurst, Fleisch und Zucker.   
Viel Flüssigkeit (mind. 1,51 Wasser), ungesüßter Tee, wenig Alkohol, kein Nikotin.   
Übergewicht sollte vermieden und Cholesterinspiegel beobachtet werden.     
Drei- bis viermal wöchentlich für mindestens eine halbe Stunde Bewegung.     
Tägliche Entspannungsübungen können helfen, Stress abzubauen.

Fundquelle: Auszug – "Aktiv & Gesund" Ausgabe März 2018

« Letzte Änderung: 23. April 2018, 07:35:23 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

  • Global Moderator
  • *****
  • Beiträge: 5.201
  • Ich bin: : selbst betroffen
Schleichende Gefahr

Bluthochdruck


Warum eine Hypertonie unbedingt behandelt werden muss.   
Mit zu hohem Blutdruck ist nicht zu spaßen.
Unbehandelt kann er einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder schwere Nierenerkrankungen auslösen.
Wie man ihn erkennt und was man dagegen tun kann – ein Überblick:

1. Wie wird Blutdruck überhaupt gemessen?

Angegeben wird er in der Regel mit zwei Werten: dem systolischen und diastolischen Blutdruck.
Um Blut in den Kreislauf zu pumpen, zieht sich das Herz zusammen.
Der obere – systolische – Wert gibt den Druck zu dem Zeitpunkt an, an dem sich das Herz maximal zusammengezogen hat.
Der untere – diastolische – Wert gibt den Druck im Moment der Entspannung an.

2. In welchem Bereich sollten die Werte liegen?
Momentan gehen Ärzte in Europa davon aus, dass der obere Wert unter 140 Millimeter Quecksilbersäule (mmHg) liegen sollte.
Ideal sind um die 120 mmHg. Der untere sollte 90 mmHg nicht überschreiten, am besten liegt er bei rund 80 mmHg.
Alle Werte, die bei 140/90 mmHg oder höher liegen, gelten als Bluthochdruck.
In den USA sind die Grenzwerte noch strenger.
Ob Europa diesem Vorbild folgt, wird im Sommer 2018 entschieden.

3. Woran merkt man, dass man einen zu hohen Blutdruck hat?
Gar nicht. Das ist Teil des Problems. Oft bleibt ein Hochdruck lange unerkannt.
In dieser Phase schädigt er das Herz, die Blutgefäße, das Gehirn oder die Nieren, ohne dass jemand gegensteuert.
Das kann lebensbedrohliche Krankheiten wie einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zur Folge haben.
Je früher Bluthochdruck behandelt wird, desto weniger kommt es zu Schäden.

4. Warum bekommt jemand Bluthochdruck?

Bluthochdruck ist oft erblich bedingt. Aber auch der persönliche Lebensstil spielt eine wichtige Rolle.
Zu wenig Bewegung, ungesunde Ernährung, Übergewicht und Stress fördern Bluthochdruck.

5. Wie wird Bluthochdruck festgestellt?
Um zu einer sicheren Diagnose zu kommen, muss der Blutdruck an verschiedenen Tagen zu verschieden Uhrzeiten gemessen werden.
Ein einmal erhöhter Blutdruck bedeutet noch nicht, dass man krank ist.
So ist in Stresssituationen oder nach dem Sport der Blutdruck höher als während eines ruhigen Abends mit einem guten Buch.
Über mindestens eine Woche wird der Blutdruck deshalb 2x morgens und 2x abends gemessen, um zu verlässlichen Werten zu kommen. Wer bei sich selbst mehrfach erhöhte Werte misst, sollte sich von einem Arzt untersuchen lassen.

6. Wann wird gesenkt – und wie?
Gesenkt wird der Blutdruck ab einem Wert von 140/90 mmHg.
Dabei sind aber Medikamente nicht das erste Mittel der Wahl.
Vielmehr versucht der Arzt zunächst, den Patienten zu einer gesunden Lebensweise zu animieren.
Dazu gehört, Übergewicht abzubauen, auf Nikotin zu verzichten und Alkohol nur mäßig zu trinken.
Schon hiermit können bei leichtem Bluthochdruck oft normale Werte erreicht werden.
Immer klappt das aber leider nicht.
Erblich bedingter Bluthochdruck ist eben keine Frage des Lebensstils.

7. Welche Rolle spielt Ernährung?

Ideal ist eine mediterrane Kost mit viel frischem Obst und Gemüse sowie kaltgepressten Ölen.
Tierische Fette sollten Betroffene nur sparsam zu sich nehmen.
Wichtig ist auch, sich kochsalzarm zu ernähren, da Salz den Blutdruck in die Höhe treiben kann.
Ein Erwachsener sollte täglich nicht mehr als sechs Gramm Kochsalz zu sich nehmen.
Dabei ist einzukalkulieren, dass Salz bereits etwa in Wurst, Käse oder Brot enthalten ist.

8. Was ist mit Bewegung?

Regelmäßige körperliche Bewegung trägt ebenfalls dazu bei, dass der Blutdruck sinkt.
Optimal ist 3-4x pro Woche ein 30-minütiges Ausdauertraining.
Das kann etwa Radfahren, Schwimmen oder Joggen sein.
Sinnvoll sind zum Stressabbau auch Entspannungstechniken wie etwa Autogenes Training.

9. Ab wann werden Medikamente verordnet?

Patienten, die einen schweren Bluthochdruck haben, bekommen sofort Medikamente.
Bei Betroffenen mit leicht oder mäßig erhöhten Werten und einem ansonsten niedrigen Risiko für Herz- und Gefäßerkrankungen kann der Arzt 3-6 Monate lang beobachten, ob die Änderung des Lebensstils dazu beiträgt, den Blutdruck zu normalisieren.
Ist dies nicht der Fall, dann müssen sie ebenfalls Medikamente einnehmen – oft ein Leben lang.

10. Was ist, wenn der Blutdruck zu niedrig ist – ist das harmlos?

In der Regel ja. Aber trotzdem sollte man sich auf Ursachensuche begeben.
Denn bei niedrigem Blutdruck kann auch die Schilddrüse gestört sein oder eine Herzmuskelschwäche vorliegen.
Stellt der Arzt fest, dass der Patient gesund ist, dann können gegen niedrigen Blutdruck Bewegung und Wechselduschen helfen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2018
« Letzte Änderung: 10. November 2018, 10:12:38 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.