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Autor Thema: Phobischer Schwankungsschwindel und/oder Schwindel bei Beschwerden der HWS  (Gelesen 34682 mal)

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Offline RalleGA

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Phobischer Schwankungsschwindel

alles unter Kontrolle


Menschenansammlungen, weite Flächen, hohe Brücken, oder nur die Schlange an der Kasse im Supermarkt -
nicht wenige Menschen überkommen in derartigen Situationen Schwindelanfälle.
Es zieht ihnen buchstäblich den Boden unter den Füßen weg.
Sie leiden unter phobischem Schwankschwindel. Diese Form von Schwindel ist nach dem gutartigen,
attackenweise auftretenden Lagerungsschwindel die zweithäufigste Diagnose in einer Schwindelambulanz.
Die Attacken haben nichts mit dem Gleichgewichtssinn zu tun - der ist bei den Betroffenen in Ordnung.
Vielmehr ist die jeweilige Situation der Auslöser, häufig verbunden mit Angstzuständen.
Das kann so weit führen, dass die Betroffenen die entsprechenden Situationen meiden.
Typischerweise bessern sich die Symptome während sportlicher Aktivität oder nach leichtem Alkoholgenuss.
Gefährdet sind in erster Linie Menschen, die sich selbst sehr genau beobachten und unter Kontrolle haben wollen.
Das zentrale Problem ist der Versuch die Balance bewusst zu kontrollieren,
was schließlich in einer "Selbstbeobachtungsspirale" mündet.
Das kann so weit gehen, dass eigene Körperbewegungen als Fremdbewegungen wahrgenommen werden.
Für die Therapie ist es wichtig, dass der Betroffene versteht,
dass sein Problem nicht auf organischen Ursachen basiert.
Der Schwankschwindel lässt sich bessern, indem der Patient bewusst Situationen aufsucht,
die den Schwindel auslösen, und sich sozusagen daran gewöhnt.
Regelmäßiger, leichter Sport bessert die Beschwerden.
Greifen die Maßnahmen nicht, ist eine Psychotherapie sinnvoll.

Mehr Info`s unter:
www.schwindelambulanz-muenchen.de
           
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2012, 09:08:44 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Phobischer Schwankungsschwindel
« Antwort #1 am: 26. September 2012, 09:33:04 »
Spirale im Kopf

Schwindel ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom


„Bis zur Diagnose haben viele Betroffene eine wahre Ärzte-Odyssee hinter sich“
Zitat: Prof. Dr. Michael Strupp – Leiter der Schwindelambulanz des Universitätsklinikums München

Der Boden schwankt, vor den Augen dreht sich alles, Übelkeit steigt auf - Schwindel ist ein verbreitetes Phänomen.
Etwa 20-30%  müssen im Laufe ihres Lebens damit rechnen, an Schwindelattacken zu leiden.
Dabei handelt es sich nicht um ein eigenständiges Krankheitsbild,
sondern um ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen.
Viele Betroffene haben eine wahre Odyssee vom Hausarzt über HNO- und Augenarzt,
Neurologen bis hin zum Orthopäden hinter sich, bis sie eine korrekte Diagnose erhalten.
Sie fallen sozusagen zwischen die Stühle der verschiedenen Fachrichtungen.
Die häufigste Form - vor allem im höheren Alter - ist der gutartige, attackenweise auftretende Lagerungsschwindel.
Dabei handelt es sich um Sekunden bis wenige Minuten lang dauernde Drehschwindelattacken,
die durch bestimmte Bewegungen, z.B. beim Umdrehen im Bett, beim Hinlegen, Aufrichten aus dem Liegen,
Vornüberbeugen oder durch Hochschauen ausgelöst werden.
Typischerweise treten diese Drehschwindelattacken morgens nach dem Aufwachen auf.
Beim ersten Aufrichten im Bett dreht sich alles vor den Augen.
Häufig werden die Attacken von Unwohlsein und Übelkeit, gelegentlich von Erbrechen und Sehstörungen mit Wackelbildern begleitet.
Außerdem kann es im Stehen und beim Gehen zu einem leichten Schwankschwindel kommen.
Die Schwindelattacken treten über einen Zeitraum von mehreren Tagen, manchmal auch Wochen bis Monaten auf und können im Laufe des Lebens mehrfach wiederkommen.
Störende Steinchen im Innenohr  Ursache des Lagerungsschwindels ist eine mechanische Störung im Gleichgewichtsorgan im Innenohr.
Es besteht aus zwei Vorhofsäckchen und drei Bogengängen.
In den Säckchen (Utriculus und Sacculus) befinden sich kleine Ohrensteinchen.
Geraten diese Kristalle in einen der Bogengänge, reizen sie bei Kopfbewegungen die Sinnesfühler,
die sich dort befinden.
Diese interpretieren die Reizung irrtümlich als Bewegung.
Da andere Sinnesorgane wie beispielsweise Augen, Ohren oder Haut aber keine Bewegung an das Gehirn melden,
kommt es zum Schwindelgefühl.
Rutschen diese Ohrensteinchen spontan oder mit Hilfe eines Lagerungsmanövers wieder an ihren Ursprungsort zurück, lösen sie keine weiteren Schwindelattacken mehr aus.
Warum sich diese Ohrensteinchen verlagern, lässt sich bei etwa 90 der Betroffenen nicht genau klären.
Auffallend oft tritt diese Form von Schwindel aber nach einem Schädelhirntrauma auf sowie bei Menschen,
die aufgrund einer anderen Erkrankung seit längerer Zeit bettlägerig sind.
Um andere Ursachen für den Schwindel auszuschließen, führt der Arzt eine körperliche Untersuchung durch.
In einer Lagerungsprobe wird der Schwindel provoziert und an den Augenbewegungen festgestellt,
welche Seite (rechts oder links) und welcher der drei Bogengänge betroffen ist.
Die Behandlung des Lagerungsschwindels ist einfach und effektiv.
Mit bestimmten Lagerungsübungen, die man bei spezialisierten Ärzten erlernen und dann selbstständig zu Hause durchführen kann, werden die Ohrsteinchen aus dem Bogengang heraus und an ihren Ursprungsort zurückbefördert.
Dort lösen sie keine Schwindelattacken mehr aus.
Die Drehschwindelattacken sind bei richtiger Durchführung der Übungen in den meisten Fällen nach wenigen Tagen vorbei, jedoch kann der begleitende Schwankschwindel noch einige Tage länger anhalten.
Die Aussicht auf Heilung liegt bei 95%.

Mehr Info`s unter:
www.schwindelambulanz-muenchen.de  
« Letzte Änderung: 26. September 2012, 09:37:41 von RalleGA »
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Offline sophia65

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Re: Phobischer Schwankungsschwindel
« Antwort #2 am: 27. September 2012, 06:46:21 »
Hallo Ralf,

du beschreibst den gutartigen Lagerungsschwindel (benigner paroxysmaler Schwindel) sehr schön. Mittlerweile hatte ich das schon dreimal und kann die Übungen zur Behandlung. Was anderes (außer, dass man was gegen Übelkeit nehmen kann & mir wird SEHR übel  ;-)) gibt es ja nicht. Die Übungen werden recht gut auch im Internet erklärt.

Mir wurde gesagt, dass das gern wiederkommt, aber eben gutartig ist. Und: je sorgfältiger man die Übungen macht, desto schneller ist alles wieder weg. Leider wird mir bei den Übungen auch immer schlecht bis zum Er... Da muss ich mich dann echt zwingen!

Liebe Grüße von Sophia

Offline RalleGA

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Re: Phobischer Schwankungsschwindel
« Antwort #3 am: 29. September 2012, 09:56:07 »
Spirale im Kopf

Schwindel ist keine eigene Krankheit, sondern ein Symptom

Wenn der Boden unter den Füßen wankt


Ebenfalls häufig sind Schwankschwindel und Gangunsicherheit.
Häufigste Ursache ist ein beidseitiger Ausfall der Gleichgewichtsorgane.
Die Folge ist eine Gangunsicherheit, die im Dunkeln oder auf unebenem Grund stärker wird.
Bei Bewegungen kann es zu Sehstörungen mit Wackelbildern vor den Augen kommen.
Betroffene sehen beispielsweise beim Gehen unscharf, können Straßenschilder nicht mehr lesen oder Gesichter entgegenkommender Menschen nicht mehr sicher erkennen.                           
Am Anfang der Erkrankung können auch Minuten bis Tage anhaltende Dreh- oder Schwankschwindelattacken vorkommen.
Typisch ist, dass die Probleme nur bei Bewegungen auftreten.
Die Ursachen für diese Form von Schwindel sind vielfältig.
Häufig ist ein Ausfall beider Gleichgewichtsorgane Folge einer Therapie mit stark wirksamen Antibiotika,
einer Hirnhautentzündung oder einer so genannten Meniereschen Erkrankung.
Seltener sind Tumoren, rheumatische Erkrankungen oder andere Erkrankungen des Nervensystems der Grund.
Bei der Hälfte der Patienten lässt sich trotz ausführlicher Untersuchungen keine Ursache finden. 

Gangtraining schult das Gleichgewicht   
                                               
Neben einer körperlichen Untersuchung überprüft der Arzt mittels einer Ohrspülung mit warmem und kaltem Wasser die Funktion der Gleichgewichtsorgane.
Gegebenenfalls ist eine Kernspintomografie des Kopfes sinnvoll.
Unabhängig von der Ursache der Erkrankung steht bei Defiziten der Gleichgewichtsfunktion die physikalische Therapie mit regelmäßigem Gang- und Gleichgewichtstraining im Mittelpunkt der Behandlung.
Der Ausfall der Gleichgewichtsorgane lässt sich nur selten rückgängig machen.
Jedoch können andere Teile des Gleichgewichtssystems im Gehirn die Funktion ausgleichen.
Darüber hinaus kann abhängig von der Ursache vereinzelt eine medikamentöse Therapie zum Beispiel bei der akuten Entzündung eines Gleichgewichtsnerven, der Schwindelmigräne und dem Morbus Meniere zu einer Erholung der Gleichgewichtsorgane führen.

Weitere Infos unter:
 www.schwindelambulanz-muenchen.de
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Offline RalleGA

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Re: Phobischer Schwankungsschwindel
« Antwort #4 am: 02. Oktober 2012, 09:07:38 »
Schwindel bei Beschwerden der Halswirbelsäule

Hilfe zur Selbsthilfe: Übungen und Tipps


Sie haben bei sich festgestellt und Ihr Arzt hat es Ihnen bestätigt, dass Ihre Schwindelbeschwerden von der Halswirbelsäule, kurz HWS, ausgehen.
Vermutlich führen Muskelverspannungen und Blockaden in diesem Bereich zu einer Irritation Ihrer Gleichgewichtsorgane im Innenohr.
Ihre Schwindelbeschwerden lassen sich durch gezielte Halsmuskelübungen und die Vermeidung von Fehlhaltungen bzw. Überlastungen positiv beeinflussen.

Allgemeine Empfehlungen
- Egal was Sie tun, vermeiden Sie eine Überstreckung und Überlastung der Halswirbelsäule!
- Vermeiden Sie Verspannungen indem Sie bei Tätigkeiten wie Computerarbeit, Lesen,
   Handarbeiten, Fernsehen und Autofahren öfter eine Pause machen.
- Vermeiden Sie abrupte Drehbewegungen des Kopfes. Drehen Sie besser den ganzen Körper.
- Arbeiten Sie nicht über Kopfhöhe, sondern benutzen Sie eine Tritt- oder Klappleiter.
- Nehmen Sie beim Laufen das Kinn herunter und stellen Sie Ihren Lenker beim Radfahren hoch.
- Setzen Sie sich im Theater oder Kino nicht in die vorderen Reihen, sondern wählen Sie einen Platz in den
  hinteren Reihen.
- Anstatt aus der Dose oder Flasche zu trinken, sollten Sie besser ein Glas oder
  einen Strohhalm benutzen.
- Waschen Sie Ihre Haare unter der Dusche im Stehen und nicht im Waschbecken.
- Nehmen Sie beim Schlafen möglichst keine Bauchlage ein, sondern liegen Sie
  bevorzugt auf dem Rücken.
- Legen Sie beim Schlafen ein kleines Kissen in den Nacken oder benutzen Sie ein
   spezielles Nackenkissen aus dem Fachgeschäft.
- Vermeiden Sie Zugluft und tragen Sie einen Schal oder einen hohen Kragen.
- Fragen Sie Ihren Arzt bzw. bei ihrer Krankenkasse, ob für Sie zur Entspannung auch ein   
  Tai-Chi-Kurs oder Yoga-Übungen in Frage kommen.

Tägliche Halsmuskelübungen

Führen Sie die folgenden Übungen, natürlich, in Absprache mit Ihrem Arzt oder Therapeuten regelmäßig 3-mal täglich durch und verharren Sie dabei jeweils 10 Sekunden in der Endposition, bevor Sie sich wieder völlig entspannen.
- Als Ausgangsstellung neigen Sie den Kopf vor und nehmen das Kinn herunter.
- Legen Sie Ihre linke Hand seitlich an den Kopf und drücken Sie Ihren Kopf gegen die aufgelegte Hand.
  Dabei spannen sich die linken Halsmuskeln an.
- Wiederholen Sie diese Übung mit der auf der rechten Seite aufgelegten Hand.                                   
  Dabei spannen sich die rechten Halsmuskeln an.
- Verschränken Sie Ihre Hände hinter dem Kopf und drücken Sie Ihren Hinterkopf gegen die Hände.
   Dabei spannen sich die hinteren Halsmuskeln an.                             
- Legen Sie beide Handflächen gegen die Stirn und drücken Sie Ihre Stirn gegen die Hände.
  Dabei spannen sich die vorderen Halsmuskeln an.                                                                             

Wichtig:
Machen Sie nach jeder Übung eine kurze Pause und entspannen Sie Ihre Halsmuskeln wieder vollständig.

Noch mehr Übungen
« Letzte Änderung: 02. Oktober 2012, 09:12:51 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Den Drehwurm loswerden -

Schwindelursache abklären lassen         
                   

Schwindelgefühle sind unangenehm: Alles kreist, man kann sich kaum senkrecht halten.
Das kann gefährliche Folgen haben, Stürze zum Beispiel.
Betroffene sollten die Beschwerden spätestens dann abklären lassen, wenn sich die Attacken häufen.

Plötzlich schwankt der Boden unter den Füßen, alles dreht sich.
Schwindelattacken gehören Fachleuten zufolge zu den häufigsten Beschwerden, mit denen Patienten zum Arzt kommen.
Gerade im Alter kann ein höheres Risiko für Stürze die Folge sein, und die Ursachen sollten geklärt werden.
Tritt der Schwindel zusammen mit deutlichen Sprach-, Schluck- oder Sehstörungen oder Lähmungen auf,
dann ist dies Alarmzeichen für einen Schlaganfall.
Eigentlich klappt das mit dem Gleichgewichtssinn alles automatisch, wir müssen nicht groß darauf achten beim Gehen oder Stehen.

Doch was tun, wenn sich lästige Schwindelgefühle einstellen?
Sie sollten Ihrem Hausarzt ausführlich über Dauer, Art und Weise des Schwindelgefühls berichten und auch in welchen Situationen dieser auftritt.
Denn dann ergibt sich in der Mehrheit der Fälle ein Anhaltspunkt, welche Ursache dahinter stecken könnte,
teils handelt es sich um Nebenwirkungen von Medikamenten."

Viele Organe und Strukturen im Körper sind beteiligt, damit Menschen Rad fahren oder balancieren können.
Wir brauchen dafür die Augen und die Innenohren mit den Gleichgewichtsorganen.
Auch die Verarbeitung von Nervenreizen im Gehirn und Rückenmark muss klappen.
Da mag es schon ausreichen, wenn nur eines deutlich oder mehrere dieser Systeme leichte Probleme machen,
um Schwindel auszulösen."

Ganz charakteristisch sind die Symptome bei der häufigsten Ursache für Schwindel:

dem gutartigen, anfallsartigen Lagerungsschwindel. Menschen wachen morgens früh auf, drehen sich im Bett um,
und ganz plötzlich befällt sie ein heftigster Schwindel mit Übelkeit, der sich nach 30 Sekunden wieder legt.
Dann steckten vermutlich kleine Kristalle dahinter, die sich in den Bogengängen des Innenohrs verirrt haben und die Sinneszellen dort reizen.

HNO-Ärzte werden zum Beispiel zurate gezogen, wenn Patienten über heftigsten Drehschwindel mit Übelkeit und Erbrechen klagen.
Entdeckt wird dann zum Beispiel an den Morbus Menière, das ist eine Erkrankung des Innenohrs durch zu viel Flüssigkeit und Überdruck, dabei haben die Patienten in der Regel auch Ohrgeräusche und hören schlechter.
Die Beschwerden hielten etwa 20 Minuten bis 24 Stunden an und überfielen die Patienten anfallsartig.
Eine Ursache sei noch nicht bekannt.
Mit Medikamenten könnten die Patienten den Anfällen vorbeugen.

Tritt Schwindel mit massiver Übelkeit ganz plötzlich ohne andere Beschwerden auf, kann es sein, dass das Gleichgewichtsorgan ausgefallen ist, als Ursache werden Virusinfektionen oder Durchblutungsstörungen diskutiert.
Wenn HNO-Ärzte keine Ursache im Ohr fänden, würden spätestens dann Neurologen hinzu gezogen.
Mit bildgebenden Verfahren werde nach Ursachen wie einem Schlaganfall, Tumoren oder Entzündungen im Gehirn gesucht.

In etwa 15 – 20%  aller Schwindelfälle findet sich kein körperlicher Grund.
Dann könnte es sich um einen phobischen Schwankschwindel mit psychischen Ursachen handeln.
Viele berichten von immer wiederkehrenden Schwindelattacken beispielsweise im Supermarkt,
beim Autofahren oder in großen Menschenansammlungen. Sie erzählen von einem Gefühl der Benommenheit.
Diese Form des Schwindels trete häufiger auch bei jüngeren Menschen auf.
Wichtig ist dann, den Patienten die Angst vor diesen Situationen zu nehmen.
Daher setzen  Experten oft eine Verhaltenstherapie ein und in bestimmten Fällen auch Antidepressiva.

Deutsches Schwindel-Zentrum München

pdf - Broschüre zum Thema Schwindel   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2013 
« Letzte Änderung: 19. April 2013, 17:41:49 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Hinter Schwindel kann Angststörung stecken

Wenn sich ständig alles dreht oder man wie benommen ist, kann dies auch einen psychischen Hintergrund/Ursachen haben. Das zu wissen, hilft vielen schon.
Aber auch den Gang zum Arzt sollte man nicht scheuen.

Unsicher auf den Beinen oder als hätte man den Kontakt zum Boden verloren:
Schwindel kann sich ganz unterschiedlich äußern.

Er kann körperliche Ursachen haben, aber auch im Rahmen einer Angststörung auftreten.
Darauf weist der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) in einer Pressemeldung hin. Betroffenen hilft es oft schon, über die psychischen Ursachen des Schwindels Bescheid zu wissen.

Wichtig ist auch der Umgang damit: In dem Bemühen um eine willentliche Kontrolle des Gleichgewichts neigen Betroffene zu einer intensiven Selbstwahrnehmung und Selbstbeobachtung.
Diese Selbstbeobachtungsspirale kann den Schwindel aufrechterhalten und verstärken.

Zunächst müssen körperliche Ursachen des Schwindels ausgeschlossen werden.
Dafür kann der Besuch verschiedener Ärzte erforderlich sein:
zunächst zum Hausarzt und dann gegebenenfalls zum HNO oder zum Neurologen.


Wird keine körperliche Ursache gefunden, wendet man sich am besten an einen Nervenarzt oder Psychiater. Nicht selten beginnt der Schwindel mit besonderen psychischen Belastungen etwa in der Partnerschaft,
im Job oder in der Familie.

Den Schwindel empfinden Menschen mit Angststörung oft gerade deshalb als bedrohlich, weil sie körperliche Ursachen dahinter vermuten - Erkrankungen der Halswirbelsäule, Durchblutungsstörungen, und/oder
Herz-Kreislauf-Probleme.
In ihrer Wahrnehmung ist der Schwindel der Auslöser der Angst, obwohl es eigentlich umgekehrt ist.
Neben dem Wissen um die Ursache kann eine Verhaltenstherapie helfen.
Auch Medikamente wie Antidepressiva kommen unter Umständen infrage.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2016
« Letzte Änderung: 18. Februar 2016, 09:32:56 von RalleGA »
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DER SINN FÜR ALLE FÄLLE -

Störungen behandeln  - Der Gleichgewichtssinn

hilft uns, schwindelfrei durchs Leben zu kommen und nicht ständig den Halt zu verlieren.
Störungen lassen sich zum Glück gut behandeln.     

Man nennt ihn auch den sechsten Sinn. Und er hat es in sich.
Denn anders als die übrigen fünf Sinne lässt der Gleichgewichtssinn sich nicht einem einzigen Körperteil zuordnen,
sondern besteht aus einem komplexen System: den Augen
sie registrieren die dreidimensionale Umgebung und signalisieren dem Gehirn, wo oben, unten, rechts und links ist; unzähligen Messfühlern in Muskeln und Gelenken - sie erfassen, ob ein Untergrund rutschig, sandig, weich oder hart ist; dem Gleichgewichtsnerv,
der bis ins Gehirn führt. Und aus dem Gleichgewichtsorgan, das hinter dem Trommelfell sitzt.

Dieses erbsengroße Organ ist gewissermaßen die Steuerungszentrale des Gleichgewichtssinns;
es besteht aus zwei Kammern und drei Bogengängen.
Beide Bereiche sind mit Flüssigkeit gefüllt und enthalten feine Sinneshärchen, die in elastische Gelkissen eingebettet sind. Diese Sinneshärchen registrieren jede Bewegung und geben sie über den Gleichgewichtsnerv an das Gleichgewichtszentrum im Gehirn weiter.
Nur wenn dieses Zusammenspiel funktioniert, behält der Mensch den Halt in seinem Leben:
Er steht gerade, sieht seine Umwelt nicht verwackelt und weiß, wo oben, unten, vorn und hinten ist.


Das Vertrackte:

Ist irgendein Baustein dieses Systems defekt oder kurzzeitig verändert, kommt der Mensch aus dem Gleichgewicht.
Das muss nicht einmal eine Krankheit sein, das passiert auch im Alltag.
Folgt ein Beifahrer im Auto mit seinen Blicken nicht der Straße, sondern liest in einem Buch, erhält das Gehirn widersprüchliche Reize:
Die Augen registrieren Stillstand, das Gleichgewichtsorgan im Innenohr aber meldet Bewegung.
Die Folge: Übelkeit. Ein paar Gläser Wein oder Bier bringen das Gleichgewicht ebenfalls aus der Balance.
Über die Blutbahnen gelangt Alkohol auch in die Kammern des Gleichgewichtsorgans.
Dort verändert er die Zusammensetzung der Flüssigkeit.
Und prompt stimmen die Angaben nicht mehr, die ans Gehirn weitergegeben werden.
Die Folge: Der Mensch torkelt. Liegt ein Defekt im Gleichgewichtssinn vor, ist Schwindel ein typisches Symptom - und eines der häufigsten Volksleiden nach Kopf- und Rückenschmerzen.
Etwa 20-30% der Erwachsenen erleben mindestens einmal im Leben so eine Attacke.

Das Karussell im Kopf

Drei verschiedene Schwindelarten gibt es. Den Schwankschwindel, bei dem man das Gefühl hat, als stehe man auf einem schwankenden Schiff. Den Drehschwindel: Hier dreht sich alles um einen, als fahre man Karussell.
Und den Benommenheitsschwindel bei diesem fühlt man sich, wie der Name sagt, ganz benommen.
Er tritt z.B. Nebenwirkung von Medikamenten auf.
Manchmal dauern solche Attacken nur wenige Sekunden oder Minuten, manchmal Stunden.
Manchmal treten sie nur bei bestimmten Kopfhaltungen auf - etwa im Liegen oder beim Drehen des Kopfes.
Manchmal zeigen sie sich in bestimmten Situationen:
in einer großen Menschenmenge oder beim Gassi gehen mit dem Hund.
Häufig kommen noch weitere Symptome dazu, etwa Kopfschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Ohrgeräusche oder Doppelt-Sehen.
Je nachdem, wo genau der Fehler liegt.
Und jedes Mal steckt eine andere Krankheit dahinter.
Die häufigste Schwindelerkrankung überhaupt, mit etwa 17%, ist der gutartige Lagerungsschwindel.
Bei diesem haben sich winzige Kalziumkristalle gelöst, die auf den Sinneshärchen sitzen, und sind in einen Bogengang gerutscht.
Bei jeder Bewegung purzeln diese Kristalle durch die Gänge und senden dadurch falsche Signale ans Gehirn.
Und jedes Mal dreht sich alles für einen kurzen Augenblick.
Meist ist der Lagerungsschwindel eine Alterserscheinung.
Er kann aber auch von einem plötzlichen Stoß ausgelöst werden.
Durch bestimmte Übungen kann man die Kristalle wieder auf die Härchen zurückschleudern, der Schwindel ist vorbei.

Die Balance trainieren
Beim phobischen Schwankschwindel (mit 15% die zweithäufigste Schwindelursache) fühlen sich die Patienten,
als schwanke der Boden unter ihnen.
Eine solche Attacke dauert oft nur wenige Minuten, bisweilen jedoch Stunden.
Sie kommt oft in bestimmten Situationen vor, wie im Kaufhaus unter vielen Menschen.
Das Gute daran: Organisch ist alles in Ordnung - es sind psychische Faktoren, die diesen Schwindel auslösen.
Manchmal ging ihm eine organische Krankheit voraus.
Danach steckt der Patient in einem Teufelskreis aus Selbstbeobachtung und ständiger Angst vor neuen Attacken
- die dann prompt eintreten.
Eine besondere Erregbarkeit bestimmter Hirnareale des Gleichgewichtssystems ist Ursache für eine weitere häufige Schwindelerkrankung: die vestibuläre Migräne.
Sie zeigt sich oft zusammen mit Licht- und Lärmempfindlichkeit, Kopfschmerzen und Übelkeit.
Etwa 10% der Erkrankten leiden an Morbus Menière.
Hier staut sich die Flüssigkeit, mit der die Kammern und Bogengänge gefüllt sind, und der Druck im Ohr nimmt zu.
Der Patient leidet unter Drehschwindel, der 20 Minuten oder gar mehrere Stunden dauert.
Oft kommen noch Symptome im Ohr dazu, etwa Geräusche oder schlechteres Hören.
Sobald jemand zum ersten Mal eine Schwindelattacke erleidet, sollte er unbedingt zum Arzt gehen.
Doch zu welchem?
Zum Augenarzt wegen der Doppelbilder?
Zum Hausarzt wegen der Übelkeit?
Gar zum Orthopäden?


Erster Ansprechpartner bei Schwindel ist der Neurologe.
Kommen Hörstörungen dazu, etwa Druckgefühl auf dem Ohr oder schlechteres Hören, dann können Sie zum Hals- Nasen-Ohren-Arzt gehen.
Ein Orthopäde dagegen sollte bei Schwindel niemals die erste Anlaufstelle sein:
Bis die Halswirbelsäule einen Schwindel auslöst, ist absolut selten.

Wenn Hausärzte und Fachärzte nicht mehr weiterwissen, sind Spezialisten gefragt,  wie z.B. das Schwindelzentrum in München. 
All diese Schwindelerkrankungen lassen sich behandeln.
Mit Medikamenten - und mit Übungen.
Die sind nicht nur wirksam, wenn man unter Erkrankungen des Gleichgewichtssinns leidet, sie helfen auch vorbeugend.
Denn im Alter werden die Härchen in den Bogengängen weniger und die Nerven leiten Signale langsamer an das Gehirn weiter.
Deshalb stolpern und stürzen ältere Menschen leichter.
Fünf bis zehn Minuten Gleichgewichtsübungen jeden Tag sind ideal.
Gern auch mehrmals am Tag.
Und den Schwierigkeitsgrad steigern: Wer sein Gleichgewicht schult, hat seinen sechsten Sinn länger beisammen.
« Letzte Änderung: 06. Oktober 2018, 10:19:35 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline Rejiko

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Danke für die Empfehlung!