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Autor Thema: Billig-Brustimplantate: Mediziner raten zu Entfernung  (Gelesen 2095 mal)

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Offline RalleGA

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Billig-Brustimplantate: Mediziner raten zu Entfernung
« am: 08. Januar 2012, 10:18:08 »
Billig-Brustimplantate:

Mediziner raten zu Entfernung
     

Frauen mit Billig-Brustimplantaten des französischen Herstellers PIP sollten diese vorsorglich entfernen lassen.
Das raten mehrere medizinische Fachgesellschaften in einer gemeinsamen Erklärung.
Die Empfehlung geht auf die französische Expertenkommission zurück, die eine "Entfernung ohne Eile"
empfohlen hatte.
In Deutschland raten die Deutsche Gesellschaft der Plastischen, Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (DGPRÄC), die Deutsche Gesellschaft für Senologie (DGS) und die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) zu einer Entfernung.

Die Kommission habe klargestellt, "dass Frauen, die keine vorsorgliche Entfernung durchführen lassen, zukünftig mit einer Rissgefahr, der Gefahr einer falschen Sicherheit beim Bildgebungsverfahren sowie mit dem Risiko eines komplizierten erneuten Eingriffs leben müssen".

Außerdem bestehe die Gefahr, dass das in den Implantaten verwendete,
minderwertige Silikon-Gel giftig sein könnte.

Nach Angaben der DGPRÄC gibt es außerdem Anzeichen dafür, dass die Implantate verstärkt "ausschwitzen".
Das heißt, dass Silikon aus der Hülle hindurch in den Körper austritt.

"Sollte sich dieser Verdacht bestätigen, wäre die in jedem Fall angeratene halbjährliche Prüfung des Implantates zwecklos und die Indikation zur Entfernung noch stärker gegeben", erläutert der Präsident der DGPRÄC.
Allerdings sollten betroffene Patientinnen gemeinsam mit ihrem Arzt bei vertretbarem Risiko die weitere Analyse und Ermittlungen des Bundesinstitutes für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und die Reaktion der Krankenkassen abwarten, um eventuell die Kosten für die Entfernung erstattet zu bekommen.

mehr Info`s = siehe hier: inoffizielle Übersetzung der französischen Empfehlung   

Fundquelle: Auszug - „VOLKSSTIMME“  Januar 2012



eingefügt am 19.04.2012



FAQ-Liste zu minderwertigen Brustimplantaten:
www.barmer-gek.de/127366

Informationen beim BfArM:
www.bfarm.de

« Letzte Änderung: 19. April 2012, 13:16:37 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Billig-Brustimplantate: Mediziner raten zu Entfernung
« Antwort #1 am: 25. April 2019, 08:32:49 »
Patientin muss kaputtes Brustimplantat mitfinanzieren

Einige Frauen entscheiden sich aus ästhetischen Gründen für Brustimplantate.
Sie müssen sich aber auch an den Kosten beteiligen, wenn eines von ihnen reißt.
Das liegt an den Grenzen des Solidarprinzips von Krankenkassen.
Eine Patientin mit gerissenem Brustimplantat muss sich an den Kosten der notwendigen Nachbehandlung beteiligen.
LSG Niedersachsen-Bremen (Az.: L 16 KR 324/18)

Sie hatte die schönheitschirurgische Operation als Privatbehandlung durchführen lassen.
Das Solidarprinzip der Krankenversicherung sei nicht grenzenlos.
Die Krankheitsursache habe in willkürlichen Veränderungen des eigenen Körpers gelegen.
Sechs Jahre nach dem Eingriff war es nach Rissen an einem Implantat zu einer Brustentzündung gekommen.

Die Frau ließ daraufhin ihre Implantate durch neue ersetzen, die sie ebenfalls privat bezahlte.
Die Kosten für die Entnahme der alten Implantate in Höhe von 6.400 € trug zunächst die Krankenkasse.
Diese forderte aber von der Frau 1.300 €, weil das Gesetz eine Kostenbeteiligung bei Folgeerkrankungen nach ästhetischen Operationen zwingend vorsehe.
Das hielt die 46-Jährige für verfassungswidrig: Brustimplantate seien völlig normal, argumentierte sie.
Es sei ästhetischer Standard, sich hübsch, sexy und begehrenswert zu präsentieren.

Urteil: Das sahen die Richter in Celle anders.
Der Gesetzgeber habe entsprechende Ausnahmen bei ästhetischen Operationen, Tätowierungen und Piercings geregelt.
Entscheidend sei allein, dass die Behandlung medizinisch nicht erforderlich sei.
Dies sei verfassungsrechtlich zulässig, um die Solidargemeinschaft vor unsolidarischem Verhalten Einzelner zu schützen.
Notwendige Operationen etwa nach Krebserkrankungen seien davon nicht betroffen.                             

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2019
« Letzte Änderung: 25. April 2019, 08:35:44 von RalleGA »
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Offline Regina Reinhold

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Re: Billig-Brustimplantate: Mediziner raten zu Entfernung
« Antwort #2 am: 10. Oktober 2019, 08:49:57 »
Würde mir nie billige Brustimplantate einsetzen lassen. Von denen hab ich schon so oft gehört dass die dann womöglich platzen und das Silikon in die Brust rinnt.