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Autor Thema: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?  (Gelesen 6707 mal)

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Offline Stineg

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Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« am: 09. November 2011, 13:46:13 »
Hallo, ich bin noch ganz neu hier und gerade dabei, mich durch eure verschiedenen Topics zu fuchsen. Einen Threat zum Thema medizinisches Cannabis hab ich darunter noch nicht entdeckt, deswegen eröffne ich diesen hier jetzt einmal ganz tollkühn.
Ich bin Angehörige (Schwester) eines Narkoleptikers mit ebenfalls diagnostizierter Epilepsie. Da mein Bruder gleichzeitig von zwei Anfallsleiden betroffen ist, und er nicht auf alle Medikamente im gewünschten Rahmen anschlägt, hat er sich selber schlau gemacht und ist auf Cannbinoide als Medikation gestoßen. Ich würde jetzt gerne wissen, ob jemand hier schon Erfahrungen mit (verschriebenem) Cannabis hat. Es ist in Deutschland ja eigentlich illegal, aber es gibt wohl auch Ausnahmeregelungen. Weil sein behandelnder Neurologe ihm das nicht verschreiben kann/will, zieht er sich jetzt seine eigenen Planzen. Mir wäre es natürlich lieber, er würde es verschrieben bekommen, aber er meint, dass sei wenig aussichtsreich. Und einfacher ist es tatsächlich, im Internet Cannabis Samen zu bestellen.
Was für die Behandlung spricht, ist die Tatsache, dass sich seine Epilepsieanfälle stark reduziert haben.
Wenn hier jemand ist, der sich damit auskennt, wäre ich für jeden Tipp und Kommentar dankbar.

LG, Stine
« Letzte Änderung: 24. November 2011, 10:38:23 von Stineg »

Offline busymouse

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #1 am: 09. November 2011, 18:00:57 »
Hallo Stine,

wieso tollkühn..? Das ist bei uns ein völlig legitimes Thema. Wenn nicht hier, wo denn dann? Außerdem ist Cannabis-Extrakt (Extrakt, der aus Pflanzen und Pflanzenteilen der zur Gattung Cannabis gehörenden Pflanzen gewonnen wird) in Zubereitungen, die als Fertigarzneimittel zugelassen sind, nicht (!) illegal. So wird beispielsweise Dronabinol als verkehrs- und verschreibungsfähiges Betäubungsmittel in der Anlage III des Betäubungsmittelgesetzes aufgeführt.

Da das Medikament sehr teuer ist, sprengt es allerdings das zulässige Budget der meisten Ärzte. Das bedeutet nun wiederum, dass man im Zweifel (mit einem Statement des Arztes in der Tasche) mit seiner Krankenkasse sprechen muss, die dann möglicherweise auch noch ein längerwährendes Begutachtungsverfahren einleitet. Im Zweifel lohnt sich bei abschlägigem Bescheid auch noch ein Widerspruch. Wenn es das letzte Mittel der Wahl ist, kann die Kasse (wenn ich da richtig informiert bin) die Verordnung auch extrabudgetär - also außerhalb des normalen Praxisbudgets - genehmigen. Dann geht es nicht zu Lasten des Arztes.

Zum Thema Praxisbudget solltest du wissen, dass das keine böswillige Entscheidung des Arztes ist, wenn er die Behandlung mit einem sehr teuren Medikament ablehnt, so lange es "vertretbare" Alternativen gibt. Ärzte, die ihr zugestandenes Budget überschreiten, werden heutzutage einem ätzenden Prüfungsverfahren unterzogen und müssen damit rechnen, dass sie für Budgetüberschreitungen in Regress genommen werden, das also letztlich aus eigener Tasche zahlen müssen. Das bedeutet auch, dass sie mitunter abwägen müssen, ob sie jetzt einem einzelnen Patienten ein teures Medikament verschreiben oder ob sie statt dessen 30 anderen Patienten mit günstigeren Medikamenten helfen. Mich macht diese Gesetzeslage echt sauer. >:(  Bezahlen müssen immer die dafür, denen es eh schon am schlechtesten geht.

Ich persönlich habe viel Verständnis für die Ärzte. Sie sind mit dieser Regelung genauso wenig einverstanden wie wir und fühlen sich mit Recht in ihrer Handlungsfähigkeit beschnitten. Schade finde ich nur, dass die meisten Ärzte sich nicht trauen, die Problematik ihren Patienten gegenüber zum Ausdruck zu bringen. Redet offen mit dem Arzt. Dann habt ihr für die Krankenkasse sicherlich auch seine volle Unterstützung.

Wir haben zu dem Dronabinol auch etwas im Forum. ;D Schau doch mal hier:

 ;) Liebe Grüße Birgit

Nachtrag: Ich habe die Links noch schnell überarbeitet.  ;-)
« Letzte Änderung: 09. November 2011, 20:14:52 von busymouse »
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Offline Stineg

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #2 am: 11. November 2011, 12:07:23 »
Ich bin da auch noch nicht so firm in der ganzen Thematik.

Aber Cannabis als Medikament wird in einigen Ländern auch nicht ganz so streng gehandhabt -
und das scheint zu funktionieren.
Ich finde es nur so grausam, wie Cannabinoide gesellschaftlich geächtet werden, obwohl sie klar eine medizinische Bedeutung haben - anders als Zigaretten und Schnaps! Bekannte meiner Eltern haben total verstört reagiert, als meine Mutter irgendwie erwähnte,
dass mein Bruder Cannabissamen zur Selbstbehandlung anbaut und konsumiert.
Aber das ist vielleicht eine andere Diskussion.

Danke jedenfalls für deine ausführliche und offensichtlich sachkundige Antwort.  :abklatsch:
Es ist ganz erfrischend, mal eine sachliche und unvoreingenommene Meinung,
ohne blöde Kifferkommentare, zu hören.

LG,
Stine
« Letzte Änderung: 27. März 2018, 15:46:11 von RalleGA »

Offline busymouse

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #3 am: 11. November 2011, 18:53:12 »
Hallo Stine,

nicht jeder Mensch ist über die medizinischen Wirkungen gut informiert. Was man vom Hörensagen oder aus einem Schundblatt weiß, wird doch immer am lautesten vertreten. Wären alle Menschen gut informiert, dann müssten viele auch den Inhalt ihres eigenen Medikamentenschrankes in Zweifel ziehen:
  • Die Schmerzmittel Tilidin, Tramadol usw. gehören zur Klasse der Opioide, die bei Einnahme über einen längeren Zeitraum abhängig machen.
  • Übrigens ist auch das Durchfallmittel Loperamid (einer der vielen Handelsnamen ist "Immodium® akut") ein Opioid, allerdings eines, das normalerweise nicht die so genannte Blut-Hirn-Schranke überwinden kann. Es gibt allerdings andere Medikamente, die als Wechselwirkung genau dieses außer Kraft setzen. Auch hier ist also Vorsicht angeraten, zumal es das rezeptfrei im Handel gibt und kaum jemand auf die Wechselwirkungen im Beipackzettel achtet.... Aber was kann denn auch schon schädlich an einem Medikament sein, das im Fernsehen beworben wird...
  • Dann gibt es noch das Feld der vielen verschiedenen Schlafmittel, die allesamt (!) abhängig machen.
  • und und und... 

Nicht umsonst schreibt die Bundesärztekammer zum Thema Medikamentenmissbrauch:

"Bei einer Repräsentativerhebung in der erwachsenen Bevölkerung zeigten sich bei 4,3 % der Befragten Hinweise auf einen problematischen oder bereits abhängigen Medikamentengebrauch."

Das sind also ca. 3,5 Mio. Menschen in Deutschland... Um das mal zu vergleichen: Laut Epidemiologischem Suchtsurvey 2010 zeigen ca. 2 Mio. Deutsche Bundesbürger einen problematischen Umgang mit Alkohol und ca. 1,3 Mio. sind abhängig. (Wobei es deutlich mehr gibt, die einen riskanten Umgang mit Alkohol haben. Das dürfte aber vermutlich für die Medikamente ebenfalls gelten.)

Was eure Bekannten wohl alles in ihrem Medikamentenschrank haben? Nicht, dass sie versehentlich eine Drogenkarriere beginnen... oder vielleicht auch schon begonnen haben... :?]  ;-)

Liebe Grüße Birgit
« Letzte Änderung: 11. November 2011, 19:34:29 von busymouse »
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Offline RalleGA

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #4 am: 18. November 2011, 08:08:39 »
Cannabis als Medikament stößt auf große Zustimmung                                                               

Ein Großteil der Deutschen befürwortet laut einer aktuellen Umfrage Cannabis als Medikament.
Eine generelle Legalisierung lehnen die meisten hingegen ab.
Cannabis als Medikament stößt in Deutschland laut einer Umfrage auf Zustimmung:
So finden 81%  die seit Mai geltende Gesetzesneuregelung gut, wonach cannabishaltige Medikamente in Deutschland hergestellt und Schmerzpatienten ärztlich verordnet werden dürfen.
Die Mehrheit der Deutschen (60%) lehnt eine generelle Legalisierung von Cannabis aber ab.
Ein hoher Anteil von ihnen hält es für eine Einstiegsdroge (73%), die psychisch abhängig macht (61%)
und zu psychischen Schäden führen kann (54%).
Von den 40%, die sich für eine Legalisierung aussprechen, nennen die meisten (63%) die schmerzstillende Wirkung als Grund. Ein Großteil von ihnen (60%) äußert auch die Erwartung,
dass dadurch die organisierte Kriminalität zurückgehen würde.
Ähnlich viele (57%) nennen den Wunsch nach Selbstbestimmung darüber, ob man Hanf in irgendeiner Form zu sich nehmen möchte oder nicht.
Befragt wurden 1.000 Bundesbürger ab 16 Jahren.

Fundquelle: Auszug - „VOLKSSTIMME“ November 2011                              
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Offline RalleGA

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #5 am: 07. März 2015, 09:45:46 »
Debatte um Cannabis-Freigabe

Trend-Umkehr bei Cannabis - der Konsum nimmt nicht mehr ab, sondern steigt wieder an


Sollte man es also gleich freigeben?
Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung schaltet sich in die Debatte ein.
Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler (CSU) wirft den Fürsprechern einer Cannabis-Legalisierung gefährliche Verharmlosung vor. Prominente wie Thomas D haben einen enormen Vorbildcharakter.
Daher sollten sie sich gut überlegen, wie sie sich zu illegalem Drogenkonsum äußern.
Das Kleinreden der Cannabis-Gefahren sei verantwortungslos.

Zuletzt sagte Thomas D von den "Fantastischen Vier" der "Welt":
"Ich bin stark dafür, Cannabis zu legalisieren."

Mortler stützt sich auf eine neue Zusammenstellung von Daten zum Rauschmittelkonsum,
die von der deutschen Beobachtungsstelle für Drogen und Drogensucht (DBDD) vorgelegt wurde.

Cannabis ist nach wie vor die mit Abstand am häufigsten konsumierte illegale Droge, heißt es in dem Bericht.
0,5% der Erwachsenen seien abhängig von Cannabis oder missbrauchten die Substanz.
Viele Betroffene suchen Hilfe.
Bei Menschen, die erstmals in Sucht-Behandlung waren, stand Cannabis vergangenes Jahr an erster Stelle.
Der Anteil stieg binnen eines Jahres von 58,4 auf 59,5%. Mortler sagte:
"Eine Legalisierung von Cannabis wäre ein völlig falsches Signal und würde diesen Trend noch verstärken."

Der Deutsche Hanfverband wirbt derzeit in Filmspots für eine Freigabe.
Dabei argumentiert er, dass kriminellen Drogenhändlern das Handwerk gelegt werden solle.
Konsumenten würden kriminalisiert.
In Deutschland ist der Besitz geringer Mengen straffrei.

Mortler warf dem Hanfverband vor, auf schäbige Art und Weise mit den Ängsten der Menschen zu spielen.
"Dahinter steckt offenbar das schlechte Gewissen dieses Unternehmens."
Denn auch der Inhaber, Georg Wurth, wisse sehr genau, dass Cannabis gerade bei jungen Menschen häufiger Auslöser gesundheitlicher Probleme bis hin zu Psychosen sei.

Thomas D erläuterte, für ihn sei Alkohol die schlimmste Droge.
"Wenn ich sehe, was Alkohol aus Menschen macht und trotzdem legal ist, dann kann ich nicht Marihuana verbieten, ein Kraut, das eindeutig beruhigt, was entspannt, was aber auch egal macht", sagte er.

Der Rausch sei im Übrigen die Braut des Künstlers.
Freigabe-Befürworter sehen sich durch entsprechende Entwicklungen in Teilen der USA ermutigt.
Zahlreiche Suchtforscher plädieren für einen pragmatischen Umgang.
Doch warnen Experten zugleich vor erheblichen Schäden für die Gesundheit und das soziale Leben starker Konsumenten.

Mortler verwies auf eine aktuelle Erhebung der BzgA unter 12- bis 25-Jährigen.
7,8% der Jugendlichen zwischen 12 und 17 Jahren haben demnach schon Cannabis genommen.
5,6% konsumierten es in den letzten zwölf Monaten, 1,3% regelmäßig.
Der Trend zur Abnahme des Cannabiskonsums der vergangenen Jahre scheine sich umzukehren.
Mortler sagte: "Gerade für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis etwa 25 Jahre hat Cannabis ein großes Gefahrenpotenzial."
Dies werde leider oft unterschätzt und verharmlost.
DBDD-Leiter Tim Pfeiffer-Gerschel wies darauf hin, dass auch der Konsum neuer Substanzen aufmerksam zu beobachten sei - etwa von "Crystal Meth".
Aber auch die Zahl der Alkoholabhängigen in Deutschland stieg innerhalb weniger Jahre deutlich an -
auf zuletzt rund 1,8 Millionen.
Das ging aus einer zu Jahresbeginn veröffentlichten Erhebung des Instituts für Therapieforschung in München hervor.
Weitere 1,6 Millionen Erwachsene trinken sehr viel, gelten aber nach den offiziellen Kriterien nicht als abhängig.
Insgesamt 7,4 Millionen Bundesbürger trinken mehr als die von Experten empfohlene Höchstmenge.

Interview mit Thomas D

Im Beitrag wird aber leider mit keiner Silbe von Schmerzpatienten gesprochen,
welche mit der Gabe von Opiaten aber Lebensqualität erlangen könnten.
 


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2014
« Letzte Änderung: 07. März 2015, 09:50:34 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #6 am: 16. März 2015, 09:30:59 »
"Gras" auf Rezept:

Überfällige Reform oder riskanter Hype?


Schwerkranke Patienten sollen ab nächstem Jahr Cannabis auf Rezept erhalten können,
die Krankenkassen sollen die Kosten übernehmen.
Das ist inzwischen Konsens in der Bundesregierung.

Bei Schmerzmedizinern sind diese Pläne umstritten: Viele begrüßen, dass es bald leichter wird,
Hanf zur Schmerzlinderung zu verschreiben.
Andere warnen, dass es für "Gras" keine ausreichenden Studien gibt.
Das Thema wird auf dem Deutschen Schmerz- und Palliativtag (4. bis 7. März) in Frankfurt diskutiert.

Im Februar kündigte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) an,
eine Neuregelung auszuarbeiten.
Ein entsprechendes Gesetz könnte schon 2016 in Kraft treten.
Derzeit können chronisch kranke Schmerzpatienten, die etwa in der eigenen Wohnung Hanfpflanzen anbauen, rasch ins Visier von Ermittlern geraten: Besitz, Anbau und Handel sind verboten.

Gehen sie den legalen Weg, müssen sie beim Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Ausnahmegenehmigung beantragen.
Die haben derzeit nur rund 370 Patienten.
Zudem sind Cannabis-Präparate aus der Apotheke teuer, und die Kosten werden zurzeit in der Regel nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
2014 erlaubte das Verwaltungsgericht Köln drei Patienten mit chronischen Schmerzen,
als "Notlösung" in ihren Wohnungen Hanf anzubauen.

Cannabis ist die meistkonsumierte illegale Droge in Deutschland - aber auch Basis für Medikamente.
Den beiden Hauptwirkstoffen Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) wird eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.
"Es ist eine effektive, gut verträgliche Substanz und eine Bereicherung im Spektrum eines Schmerztherapeuten und Palliativmediziners", sagt der Wiesbadener Schmerztherapeut Thomas Nolte.

Vorteile seien die gute Verträglichkeit und die lange Wirksamkeit.

"Wegen des speziellen Wirkmechanismus können wir damit Effekte erzielen,
die wir mit anderen Pharmaka nicht erreichen können."
Nolte sieht keinen Grund, warum Mediziner und Patienten darüber nicht ebenso verfügen dürfen wie über andere Schmerzmittel.
Die Internationale Arbeitsgemeinschaft für Cannabinoidmedikamente nennt eine ganze Reihe
möglicher Einsatzgebiete:

Übelkeit und Erbrechen während der Chemotherapie, Appetitlosigkeit und Abmagerung bei Aids,
Krämpfe bei multipler Sklerose, aber auch Epilepsie, Juckreiz oder Tourette-Syndrom
.


In Deutschland gibt es ein einziges Fertig-Arzneimittel aus Cannabis:
Das Spray Sativex ist zugelassen für Multiple-Sklerose-Patienten.

Wir brauchen einen unverkrampfteren Umgang mit Cannabinoiden.
Aber man warnt vor einem "Hype", der dazu führt, Hanf als Allheilmittel zu sehen.
Cannabis könne z.B. Psychosen auslösen.
Forderung: für alle Medikamente strenge Studien und strengste Zulassungsregelungen -
das alles gibt es bisher für Medizinalhanf überhaupt nicht.
Bisher sei der medizinische Einsatz auf wenige Indikationen beschränkt, in diesen begrenzten Einsatzgebieten sei die positive Wirkung von Cannabis unstrittig und belegt.
Aber für einen allgemeinen Einsatz fehlt einfach die Datengrundlage.
Würde man an Hanf die gleichen Kriterien anlegen wie an Opiate, sagt Müller-Schwefe, würde es Jahre dauern, bis ausreichend Studien vorlägen.
Das Problem: An Hanf verdient niemand, daher investiert auch niemand in die Forschung.

Mit Spannung erwarten die Fachleute, wie die Neuregelung im Detail aussehen wird.
Man hofft, dass es nicht in Richtung Selbstanbau geht.
Das wäre unkontrollierbar.
Zu diesem Aspekt passt auch ein weiteres Schwerpunktthema des diesjährigen Kongresses:
Die Schmerzmediziner suchen den Dialog mit Suchtmedizinern.
Da gibt es nämlich viele gegenseitige Vorurteile und wenig Wissen.

Arbeitsgemeinschaft Cannabis in der Medizin

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2015
« Letzte Änderung: 16. März 2015, 09:37:23 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline kaintz11

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #7 am: 03. März 2016, 01:05:20 »
super das ich diesen thread gefunden habe,  :anbet

ich beschäftige mich nämlich auch mit medizinischen Cannabis
hatte bis jetzt viele Fragen  ???, jetzt sind es jedoch weniger. danke
« Letzte Änderung: 03. März 2016, 10:27:56 von RalleGA »

Offline busymouse

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #8 am: 11. März 2016, 19:15:23 »
Hallo @kaintz11

vielleicht ist dieser aktuellere Artikel noch ganz interessant:


Cannabis auf Rezept

Gruß Birgit
« Letzte Änderung: 11. März 2016, 20:27:49 von RalleGA »
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
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Offline RalleGA

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #9 am: 18. März 2016, 09:17:21 »
Bietet Cannabis neue Hoffnung im Kampf gegen Krebs?

Seit Jahren hoffen Forscher, dass Cannabinoide wie THC das Wachstum von Krebszellen hemmen könnten. In Zellkulturen und bei Mäusen ist das mehrfach gelungen – ein Anlass zu vorsichtigem Optimismus.
Cannabis kann Studien zufolge Krebszellen töten:
Dieser Satz ist nicht ganz falsch, aber er ist leider auch nicht ganz richtig.


Menschen, die an Krebs erkrankt sind, können leider nicht auf Heilung durch Kiffen hoffen.
Es gibt dafür jedenfalls keinen einzigen wissenschaftlichen Beleg.
Es gibt kein einziges Medikament aus den Inhaltsstoffen der Cannabispflanze, das gegen irgendeine Form von Krebs eingesetzt werden kann.
Es gibt noch nicht einmal die Vorstufe zu einem solchen Medikament.
Bisher jedenfalls.

ausführlich und Fundquelle:
"Die WELT" vom 19.02.2016  
« Letzte Änderung: 05. März 2017, 10:18:08 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #10 am: 05. März 2017, 10:20:50 »
Cannabis jetzt auf Rezept -

Der Staat macht es sich nicht leicht


Cannabis als Medizin - in Deutschland dürfte das für Tausende Patienten bald zum Alltag gehören.
Unter dem Gesetz zu Cannabis auf Rezept fehlt nur die obligatorische Unterschrift des Bundespräsidenten.
Dann können Ärzte den Stoff ohne weitere Umstände verschreiben - und unter staatlicher Aufsicht wird er angebaut.

Wie ist die Lage bei Cannabis als Medizin bisher?
Ca.1.000 Patienten haben eine Sondergenehmigung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Bezahlen müssen sie das Cannabis in der Regel selbst.
Zwei Patienten wurde eine Erlaubnis für den Eigenanbau erteilt.
Die Sondergenehmigungen sollen noch drei Monate gültig bleiben, so dass die Betroffenen genug Zeit haben,
sich mit einem Rezept auszustatten und es einzulösen.

Wie viel Cannabis wird angebaut?

Voraussichtlich mindestens 365 Kilogramm.
Soviel ist nach BfArM-Schätzung nötig, um die 1.000 Patienten bisher zu versorgen.
Und die Zahlen sollen steigen. Beim BfArM schätzt man grob, dass mehr als 10.000 Cannabis pflanzen nötig werden.

Wie wird der Stoff eingenommen?
Das BfArM rät wegen Nebenwirkungen vom Rauchen ab.
Schließlich lassen sich die Cannabis-Wirkstoffe auch über ölige Lösungen und Tropfen inhalieren oder schlucken.
Doch die Patienten können es auch rauchen.
Nicht vorgesehen sind bislang besondere Bescheinigungen für Cannabispatienten, sodass sie z. B. nicht des illegalen Rauschgiftbesitzes beschuldigt werden, wenn sie es in der Öffentlichkeit konsumieren.
Hauptwirkstoff ist Tetrahydrocannabinol (TBC), das je nach Pflanzensorte in unterschiedlicher Konzentration vorkommt.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  März 2017
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Offline AnL.

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  • chronische Periaortitis (Morbus Ormond, Retroperit
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  • Krankheit: chronische Periaortitis (Morbus Ormond, Retroperitonealfibrose).
Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #11 am: 27. März 2018, 17:50:32 »
Hallo zusammen ;)

Hat jemand von euch Erfahrung mit dem medizinischen Hanf bzw. Cannabis  :?]

War es schwer da ran zu kommen  :?]

Benebelt es so wie in "alten Zeiten "  :pfeiff:

Überhaupt:
Wie geht ihr mit den Schmerzen um  ???
« Letzte Änderung: 27. März 2018, 17:55:03 von RalleGA »

Offline cune67

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Re: Erfahrungen mit medizinischem Cannabis?
« Antwort #12 am: 09. November 2018, 23:54:06 »
Hallo,

ich bin auf deine Frage aufmerksam geworden und ich würde dir gerne helfen.
Hast du dich schon über Cannabis informiert?
Falls nicht dann habe ich einen Vorschlag für dich.

Vor kurzem wollte ich auch mehr über Cannabis erfahren, um zu sehen, ob die aus ihnen gewonnene Medizin was bringt.
Also fing ich im Netz nach Informationen zu suchen.
Und dort fand ich auch die Seite https://spirit-online.de/cannabidiol-ausgeglichenheit-und-wohlbefinden-aus-der-natur.html.
Sie lieferten mir alle Informationen, die ich brauchte.
Und seit dem nehme ich nur noch Medikamente, die aus Cannabis hergestellt wurden.
Besuch doch mal ihre Homepage.

Mit lieben Grüßen!
« Letzte Änderung: 12. November 2018, 14:50:38 von RalleGA »