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Autor Thema: Psyche und Depressionen - öffentlicher Austausch + Informationen  (Gelesen 21084 mal)

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Offline RalleGA

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- Depression –

früh erkannt lässt sie sich gut behandeln (1)


Depressionen sind die häufigste psychische Erkrankung.
Nach Schätzungen des Bundesgesundheitsministeriums leiden in Deutschland rund vier Millionen Menschen an der Krankheit.
Wie der Fußball-Nationaltorhüter Robert Enke, der sich das Leben nahm, sind viele von ihnen suizidgefährdet.

Der Duisburger Facharzt für Psychotherapie, Psychiatrie und Psychosomatik, Albert-Franz Ernst, schätzt die Zahl der Selbsttötungen depressiv Erkrankter auf 13.000 im Jahr.
Selbsttötungsversuche seien allerdings nirgendwo detailliert erfasst.
In Europa erkranken 9% der Männer und 17% der Frauen ein Mal in ihren Leben an einer Depression.
Die EU schätzt die dadurch entstehenden Kosten auf rund 120 Milliarden Euro.
Obwohl Depressionen weit verbreitet sind, erkennen die Betroffenen und Angehörigen sie oft nicht oder wollen sie nicht erkennen.
Nur etwa 10% der depressiven Erkrankungen werden erkannt.
Auch Hausärzte diagnostizieren nach Untersuchungen des Leipziger Kompetenznetzes Depression häufig falsch.
Dabei lässt sich die Krankheit mit Therapien und mit Medikamenten gut behandeln.
Wichtig dafür ist nach Angaben von Medizinern die frühzeitige Entdeckung.

Gedrückte Stimmung länger als zwei Wochen
Die Merkmale einer Depression charakterisiert sich folgendermaßen:
Liegen neben einer ausgeprägten gedrückten Stimmung eine Reihe weiterer Krankheitszeichen vor -
und zwar mindestens über einen Zeitraum von zwei Wochen - deutet dies auf eine behandlungsbedürftige Depression hin.

Dazu zählten zum Beispiel eine tiefsitzende Unfähigkeit, Freude zu empfinden, bleierne Schwere und Kraftlosigkeit, Schlafstörungen, übertriebene Schuldgefühle und Grübelzwang.
Auch unterschiedliche körperliche Beschwerden oder Appetitstörungen mit Gewichtsverlust könnten Anzeichen einer Depression sein.
Die Erkrankung ist oft mit einer Zeit des Rückzugs, Passivität und Ängsten verbunden.                                                                               

Fundquelle: Auszug -  „VOLKSSTIMME“ 13.11.2009       
                         
« Letzte Änderung: 17. Januar 2015, 20:13:21 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #1 am: 09. November 2011, 11:29:37 »
Depression –

früh erkannt lässt sie sich gut behandeln (2)


Zur Ausbreitung von Depressionen tragen nach Ansicht von Fachleuten der Stress in der Gesellschaft,
das Leben in Single-Haushalten sowie der Wegfall von familiären Strukturen bei.
Alarmierend ist für Mediziner, dass immer mehr junge Leute erkranken.
Besonders junge Frauen zwischen 14 und 29 Jahren seien betroffen.

Aber auch viele Senioren erkranken. Jeder vierte Mensch ab 60 Jahren leidet unter seelischen Beschwerden.
Diese Gruppe ist überdurchschnittlich suizidgefährdet.
Besonders bei Männern über 75 Jahren ist die Gefahr der Selbsttötung fünfmal höher als im Bevölkerungsdurchschnitt.
Als positiv werten Ärzte, dass die Offenheit gegenüber psychischen Erkrankungen in den vergangenen Jahren zugenommen hat.
"Noch vor zehn Jahren wollten die Patienten nicht, dass ich sie krankschreibe, sondern der Hausarzt,
damit der Arbeitgeber oder die Kollegen nicht wissen, was los ist.
Das ist heute nicht mehr so", hat der Duisburger Facharzt und Psychotherapeut Ernst beobachtet.
Das gilt allerdings längst nicht für alle Betroffenen.
So hat auch Robert Enke das Ausmaß seiner Krankheit jahrelang vor seiner Umgebung verborgen,
ehe er seinem Leben mit 32 Jahren ein Ende setzte.

Internet-Adressen:
www.kompetenznetz-depression.de ,
www.buendnis-depression.de ,
www.deutsche-depressionshilfe.de   
   
   

Buch-Tipp:
Der Ratgeber "Depressionen überwinden" der Stiftung Warentest listet eine Vielzahl von Behandlungsverfahren auf,
die der Krankheit eine gute Prognose geben.
Das Buch wendet sich an Betroffene, Angehörige, Freunde oder Kollegen, die sich mit der Situation auseinandersetzen müssen.
Die vierte überarbeitete Auflage ist im Oktober 2008 erschienen und im Buchhandel für 19,80 € erhältlich.                                                                   

Es kann auch bestellt werden unter: www.test.de/shop.
Die Zeitschrift "Focus" hat die Depressionen jüngst zum Titelthema gemacht                             
(Ausgabe Nr. 45 vom 2. November 2009), das Heft ist im Zeitschriftenhandel erhältlich.

Fundquelle: Auszug -  „VOLKSSTIMME“ 13.11.2009   
                                   
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #2 am: 11. Februar 2012, 13:47:52 »
Depression –

früh erkannt lässt sie sich gut behandeln (3)


Weglaufen hilft nicht – Urlaub kann Depressionen weiter verschlimmern sowie
Urlaub kann eine bestehende Depression noch weiter verschlimmern.
Wer im Arbeitsalltag erste Anzeichen der psychischen Erkrankung an sich beobachtet, sollte auf keinen Fall in den Urlaub fahren, denn die Depression reist mit, und man erlebt den Zustand noch schmerzlicher, wenn man irgendwo in der Ferne ist.

Depressive litten oft unter einem Gefühl sehr großer Erschöpfung und wollten einfach nur tief schlafen,
um morgens erholt aufzuwachen.
Aber Schlaf und Urlaub wirkten ganz im Gegenteil oft nur depressionsverstärkend.

Psychische Krankheiten wie Depressionen oder Angststörungen sind der Hauptgrund
für das unfreiwillige vorzeitige Ausscheiden aus dem Berufsleben.
Das zeigen neue Zahlen der Deutschen Rentenversicherung.
Berufstätige sollten deshalb besonders auf erste Signale achten.
Neben dem drängenden Wunsch nach Schlaf könnten auch Hoffnungslosigkeit und  das Gefühl,
das Arbeitspensum  nicht zu schaffen, erste Anzeichen für eine Depression sein.
Körperliche Beschwerden wie Ohrgeräusche oder Kopf-  und Rückenschmerzen könnten ebenfalls zu den Symptomen zählen.
Dem Arzt sollten  Patienten deshalb neben diesen körperlichen unbedingt auch ihre psychischen Beschwerden schildern.
Eine Depression macht alle bestehenden körperlichen Beschwerden unerträglich,
auch wenn man sie sonst immer als Teil des normalen Lebensalltags akzeptiert hat.
Nach der Diagnose sollten Erkrankte neben der Therapie den Beruf aber nicht aufgeben.
Viele Patienten sind froh, wenn sie - bei einem deutlich reduzierten Arbeitspensum - im Räderwerk des normalen Berufsalltags bleiben können, denn nur selten sei Arbeitsüberforderung der Auslöser für eine Depression.

Auslöser sind oft Änderungen im Lebensgefüge.
Das könnte ein Verlust sein, aber auch scheinbar positive Dinge wie ein Urlaubsantritt oder bestandene Prüfungen.
Manchmal gibt es aber auch einfach gar keinen Auslöser.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“ 19.11.2011                        
« Letzte Änderung: 11. Februar 2012, 13:49:46 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #3 am: 20. August 2012, 09:06:57 »
Ängste von Depressiven nicht kleinreden

Außenstehenden fällt es häufig nicht leicht zu erkennen, warum ein Angehöriger unter Depressionen leidet -
vor allem, wenn kein Anlass zum Gram offensichtlich ist.
Denn Betroffenen brauchen statt Beschwichtigungen vor allem Beistand.

Angehörige oder Freunde von Menschen mit Depressionen sollten die Ängste der Betroffenen nicht kleinreden.
Es bringt also wenig, ihnen etwa zu sagen, dass ihre Sorgen unbegründet seien.
Den Depressiven so zu akzeptieren, wie er ist, sei ein erster Schritt, um ihm helfen zu können.
Neben einem respektvollen Umgang mit der Person sei aufmerksames Zuhören wichtig.
Auf seinem Portal www.Gesundheitsinformation.de  rät das IQWiG davon ab, Betroffenen Schuldgefühle auszureden oder als grundlos darzustellen.
Sie würden oft als real erlebt. Wichtig sei es, ruhig und ehrlich zu bleiben, auch wenn das Gespräch schwierig wird oder die Person ärgerlich reagiert.
Dem Kranken helfe es, wenn Freunde oder Familie ihm beim Vereinbaren von Arztterminen oder beim Beratungs- oder Therapiegespräch zur Seite stehen.
Außerdem gilt: Selbstmordgedanken unbedingt ernst nehmen und spätestens dann professionelle Hilfe suchen.

Weitere Tipps für Angehörige und Freunde   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“ Juli 2012
           
     
« Letzte Änderung: 20. August 2012, 09:10:27 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #4 am: 21. August 2012, 17:02:46 »
Psychisch krank -

Wie Versicherungen mit Depressionen umgehen


Immer mehr Menschen werden aufgrund psychischer Erkrankungen berufsunfähig.
Oft reicht dann das Geld nicht mehr.
In solchen Notfällen soll die Berufsunfähigkeitsversicherung einspringen.
Doch wie gehen die Assekuranzen mit Depression und Burnout um?

Stress am Arbeitsplatz, in der Familie, das Gefühl überfordert und kräftemäßig am Ende zu sein.
Immer mehr Menschen brechen mit Burnout und Depressionen zusammen.
Zur Erkrankung kommt für die meisten die Sorge um die Existenz hinzu.
Denn viele können - zumindest vorübergehend - nicht mehr arbeiten:
In 2010 zählte die Bundesregierung 53,5 Millionen Krankentage allein aufgrund psychischer Erkrankungen.
Sie haben längst Rücken- und Herz- und Kreislaufleiden als Auslöser von Berufsunfähigkeit abgelöst.

Dann soll eigentlich die Berufsunfähigkeitsversicherung (BU) einspringen.
Doch die tut sich manchmal schwer mit der Anerkennung des Leidens und damit mit dem Auszahlen der vereinbarten Leistungen.
Neu beobachtet:
Beschwerden zur Berufsunfähigkeitsversicherung stehen nicht selten im Zusammenhang mit psychischen Erkrankungen.
Man weiß von "besonderen Schwierigkeiten", wenn es um Erschöpfung, depressive Verstimmungen z.B. im Zusammenhang mit einem Trauerfall, der Pflege kranker Angehöriger oder Mobbing als Grund von Berufsunfähigkeit geht.
Zahlen nennt ein Ombudsmann zwar nicht.
Dafür aber der Bund der Versicherten mit Sitz in Henstedt-Ulzburg bei Hamburg.

Die Verbraucherorganisation geht davon aus, dass die privaten Assekuranzen nur bei etwa jedem
400. BU-Vertrag Rente auszahlen.
Im Jahr 2011 gab es nach Angaben des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) 16,9 Millionen BU-Verträge.
Weitere Probleme tauchen auf, wenn bereits Erkrankte eine BU abschließen wollen.
Sie müssen damit rechnen, dass ihr Antrag abgelehnt wird.

Wenn das Leiden schon festgestellt ist, werden Sie keinen Versicherer finden.

Alternativen sind höhere Beiträge, abgespeckte Tarife oder der Ausschluss bestimmter Leistungsursachen,
auch bei Gesunden.
Von dieser letztgenannten Möglichkeit ist nichts zu halten.
Weil niemand "in der heutigen Lebenssituation davor gefeit ist, einmal an Burnout oder Depression zu leiden und in der Folge berufsunfähig zu werden, sollte ein BU-Vertrag diesen Leistungsfall enthalten.

Im Internet finden Interessierte ein siehe auch:
Merkblatt zur Berufsunfähigkeitsversicherung   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“ Juli 2012
« Letzte Änderung: 21. August 2012, 17:07:26 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #5 am: 29. November 2012, 18:10:00 »
Depressive Menschen, benötigen Hilfe

Dennoch gelingt es nicht immer sofort, die optimale Therapie zu finden


Fallbeispiel:
Aber auch bei einer Therapieresistenz gibt es Hilfe in Sachsen-Anhalt -
in einer neuen Spezialambulanz der Neurologischen Uniklinik Magdeburg.
Eigentlich müsste die Frau jetzt aufstehen.
Sie weiß es, doch sie kann es nicht.
Daran ändern weder die flehenden Bitten ihrer Kinder, noch die Appelle ihres Mannes
und ihrer besten Freundin etwas.
Der Arzt hat ihr Tabletten verschrieben.
Sie sollen gegen die Schmerzen helfen, deren organische Ursache nicht zu finden ist.
Aber das Medikament scheint keine Wirkung zu haben.
Schon seit Wochen fühlt die Frau sich emotional ausgebrannt - sie ist gefangen in einem tiefen Loch,
aus dem es scheinbar kein Entrinnen gibt.
So oder ähnlich kann sich eine Depression äußern.

"Die Depression ist ein Oberbegriff für Störungen der Gemütslage, die mit Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, Interessenverlust sowie Energie- und Antriebslosigkeit einhergeht",
sagt Privatdozent Dr. Martin Walter von der Uniklinik für Neurologie.
Vorausgegangen sein können beispielsweise ein Herzinfarkt, eine Tumorerkrankung,
psychische Belastungen wie der Tod eines nahen Angehörigen oder soziale Beziehungskrisen.

5 – 10% der Patienten nehmen sich das Leben
Nicht selten stehen im Gespräch mit dem Arzt die körperlichen Beschwerden im Vordergrund.
Ein guter Mediziner weiß das im Rahmen der Diagnostik zu berücksichtigen.
Dennoch ist selbst eine erkannte Depression nicht immer leicht zu behandeln.
Diese Menschen sehen aus ihrem "seelischen Loch" keinen anderen Ausweg als den "Selbstmord".
Zwar gibt es inzwischen zahleiche Medikamente, die der Arzt bei Depressionen verordnen kann.
Sie wirken aber individuell unterschiedlich und zudem meist auch erst mehrere Wochen nach Beginn der Therapie.
Hinzu kommt, dass es nicht selten Vorbehalte gegenüber der Einnahme von Medikamenten gibt,
die die Stimmung beeinflussen.
Aus medizinischer Sicht erschwert das die "Compliance" - ein Begriff,
mit dem die Mediziner die Zuverlässigkeit der Arzneimitteleinnahme durch den Patienten beschreiben.
Depressive Patienten, die auf die Standarddosis von zwei unterschiedlich wirkenden Antidepressiva nach einer Behandlungsdauer von 6-8 Wochen nicht ansprechen, gelten gemeinhin als therapieresistent.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“ Oktober 2012

Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #6 am: 30. November 2012, 15:15:28 »
Depressionen gelten als Hauptgrund für Suizide -

im Volksmund als Selbstmorde bezeichnet


Gegen die scheinbare Zwangsläufigkeit wendet sich das "Bündnis gegen Depression" in Sachsen-Anhalt.
Im Verbund von Krankenkassen, Kassenärztlicher Vereinigung, Ärztekammer, der Arbeiterwohlfahrt (AWO)
und klinischer Einrichtungen wie dem Magdeburger Uniklinikum werden Angebote entwickelt,
um den betroffenen Patienten zu helfen.
Die Magdeburger Auftaktveranstaltung des Bündnisses fand am 10. Oktober 2012 im
Gesellschaftshaus in Magdeburg (Schönebecker Straße 129) statt.

Weitere Informationen zum Bündnis gegen Depressionen:
www.buendnis-depression.de
;
AWO-Mitarbeiterin Kathrin Rose Sebert, Tel.: 0391 – 627 9117 oder
buendnis-gegen-depression@AWO-LSA.de

Kontakt für Betroffene und deren Angehörige:
Uniklinik für Neurologie
,
Tel: 0391 – 611 7530, von 7.30 Uhr bis 16 Uhr, oder
spezialambulanz@canlab.de .

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“ Oktober 2012
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Offline Sushi

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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #7 am: 01. Dezember 2012, 14:34:38 »
Hallo Ralf,
Ich finde es echt wichtig und interessant, sich mit diesem oft ausgeschwiegenen Thema auseinander zu setzen.

Die Schwierigkeit ist einfach
 :), man findet keinen Psychtherapeuten der einen Kassenpatienten aufnimmt.  :),

Ich bemühe mich seit Wochen für meinen Mann einen zu finden. Per Mail, per Anrufbeantworter.
Alles ohne Ergebnis.
Nun werde ich die Krankenkasse um Unterstützung bitten.
Ich weiß aber auch aus dem Bekanntenkreis, dass man bis zu 12 Wochen auf Termine wartet.
Bis dahin hat sich der Betroffene leider das Leben genommen.
Das sind Zustände, die einfach nicht in Ordnung sind!!!!!

Lg susanne
« Letzte Änderung: 01. Dezember 2012, 15:07:46 von RalleGA »

Offline RalleGA

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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #8 am: 06. Dezember 2012, 16:47:19 »
Depressionen sind durchaus erfolgreich behandelbar

Neues Aktionsbündnis in Sachsen-Anhalt klärt über Hilfsmöglichkeiten für Betroffene und deren Angehörige auf

Fragen + Antworten

Frage 1:
Wo können Menschen mit schweren Depressionen bzw. deren Angehörige unkompliziert Hilfe finden?

Antwort 1:
Weil schwere depressive Erkrankungen sehr verschiedenartige Ursachen haben können, bedürfen sie einer intensiven diagnostischen Abklärung und werden je nach Ursache auch unterschiedlich behandelt.
Die ersten Ansprechpartner für Patienten mit schweren seelischen Belastungen sollten die niedergelassenen Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie sein.
Für den Fall, dass eine ambulante Diagnostik und Behandlung nicht mehr ausreicht oder zeitnah nicht möglich ist, können sie eine Einweisung zur ambulanten oder stationären Weiterbehandlung in einer Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie vornehmen.
Als Notfälle können Patienten dort auch direkt vorsprechen.
Neurologische Kliniken sind nicht für die Behandlung von depressiven Patienten zuständig.

Frage 2:
Wann sollte man sich an die neue Spezialambulanz des Magdeburger Uniklinikums wenden?

Antwort 2:
Patienten, die seit längerem an ausgeprägten depressiven Symptomen leiden und sich durch bisherige Behandlungen nicht besserten, können durch ihren Hausarzt oder Nervenarzt eine Überweisung in die Ambulanz der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Universitätsklinikums erhalten.
Die Kontaktstelle der Psychiatrischen Institutsambulanz hat die Telefonnummer 0391 - 671 34 83
Kliniksekretariat: susanne.petersen@med.ovgu.de .
Notfälle können in der Klinik auch direkt stationär aufgenommen werden.

Frage 3:
Wann ist eine stationäre Klinikaufnahme zum Schutz eines depressiven Patienten notwendig?

Antwort 3:
Wenn eine lebensbedrohliche Situation aufgrund akuter Suizidalität vorliegt, ist eine Klinikeinweisung unumgänglich.
Fast alle Patienten distanzieren sich von ernsthaften Selbstmordabsichten innerhalb weniger Tage nach stationärer Behandlung und sind dann dankbar, dass eine solche Maßnahme erfolgte.
Auch schwere behandlungsresistente Depressionen, bei denen keine Suizidgefährdung erkennbar ist,
unter denen die Patienten doch sehr leiden, sollten eine umfangreichere stationäre Diagnostik und Behandlung erhalten.
Die Depressionsbehandlung ist oft eine langwierige Angelegenheit; manchmal tritt eine Besserung auch bei optimaler medikamentöser und psychotherapeutischer Behandlung erst nach Wochen oder Monaten auf.
Die Langzeitprognose ist bei den allermeisten Patienten aber gut.

Mehr Hinweise unter:
www.buendnis-depression.de/magdeburg-halle-sachsen-anhalt

andere regionale Anbieter z.B. in AACHEN, DRESDEN, DUISBURG, WÜRZBURG oder auch in der SCHWEIZ und ÖSTERREICH findet ihr gleich links auf dieser Startseite

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“ Oktober 2012

« Letzte Änderung: 06. Dezember 2012, 16:56:28 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #9 am: 20. Juni 2013, 09:53:36 »
Depressionen

Wege aus dem Tal


Nichts macht mehr Spaß - nur - noch tiefe Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.
Rund 4 Millionen Deutsche leiden unter einer klinischen Depression.
Durch bessere Aufklärung und Diagnose erhalten aber immer mehr Betroffene eine professionelle Behandlung.

Niedergeschlagen
Die "Gemütskrankheit" habe nur selten eine einzige Ursache.
Erbliche Veranlagung und Persönlichkeit spielten eine Rolle, aber auch psychische Belastungen
wie Konflikte in Familie oder Partnerschaft.
Ebenso könnten körperliche Erkrankungen, etwa der Schilddrüse, eine Depression auslösen oder auch soziale Faktoren wie beispielsweise der Verlust des Arbeitsplatzes.
Zudem gehen Mediziner davon aus, dass bei Frauen die Hormone eine wichtige Rolle spielen.
Östrogen erhöht die Konzentration von stimmungsaufhellenden Botenstoffen im Gehirn.
Ein Mangel an Östrogen kann somit eine traurige Grundstimmung verursachen.
All diese Dinge verändern den Stoffwechsel im Gehirn.
Die Botenstoffe Serotonin und Noradrenalin sind aus dem Gleichgewicht, sodass die Übertragung zwischen den Nervenzellen im Gehirn gestört wird.

Die Folge:
Schlafstörungen, Appetitlosigkeit, Niedergeschlagenheit, Kopfschmerzen, Depressionen.
Die Betroffenen fühlen sich "innerlich leer", können sich zu nichts aufraffen und sich nicht mehr konzentrieren und ziehen sich nach und nach zurück.

Geduldig
Behandelt werden häufig nur die körperlichen Beschwerden und nicht die Depression.
Gerade leichte Depressionen würden oft nicht erkannt.
Viele halten das für ein vorübergehendes Stimmungstief, das jeder Mal hat.
Nach außen könnten die Betroffenen ein unauffälliges Leben führen.
Doch es koste sie enorme Anstrengungen, ihr Tagespensum zu schaffen.
Phasen schwerer Depressionen seien von völliger Gefühlsstarre und Hoffnungslosigkeit geprägt.
Die Patienten sind dann wie gelähmt.
Wer bei sich eines oder mehrere Anzeichen entdeckt, müsse nicht an einer Depression leiden.
Aber er sollte mit dem Hausarzt darüber sprechen - vor allem, wenn die Probleme länger als zwei Wochen anhalten.
Denn es lohne sich, einen Arzt zu konsultieren.
Über 80% der depressiven Erkrankungen ließen sich erfolgreich behandeln.
Oft sind die Betroffenen auch beruflich überlastet oder haben andere Sorgen.
Dann ist die Gefahr groß, die Symptome den Problemen zuzuordnen.
Durchhalte-Appelle oder wohlmeinende Ratschläge wie "Mach doch mal Urlaub" seien naheliegend,
aber schädlich, denn sie verstärkten nur die Schuld- und Versagensgefühle.
Die Angehörigen sollten geduldig an der Seite des Erkrankten stehen, ohne ihn dabei unter Druck zu setzen.

Kombiniert
Es hat sich bei der Behandlung von Depressionen viel getan.
Heute ist es möglich; Therapieformen miteinander zu kombinieren.
Während bei leichten Depressionen eine Psychotherapie die Patienten wieder in die Lage versetzen kann,
ihr Leben zu gestalten, wird bei mittelschweren und schweren Fällen zunächst mit Psychopharmaka,
das heißt mit stimmungsverändernden Medikamenten, behandelt.
Sie bringen den Stoffwechsel im Gehirn wieder ins Gleichgewicht.
Sie machen nicht abhängig und verändern auch nicht die Persönlichkeit.                                           

www.deutsche-depressionshilfe.de
www.depressionsliga.de

« Letzte Änderung: 29. Mai 2014, 09:29:26 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #10 am: 03. Oktober 2013, 17:48:15 »
Der Ursache von Depressionen auf der Spur

Viele Antidepressiva zeigen zumindest bei Mäusen eine bislang unbekannte Wirkweise


Wissenschaftler haben einen neuen Ansatz zur Behandlung von Depressionen entdeckt:
Ein Begleiteffekt vieler gängiger Antidepressiva könnte für eine der Hauptwirkungen verantwortlich sein.
Viele gängige Medikamente gegen Depressionen mindern nebenbei auch den Gehalt des fettähnlichen Stoffes Ceramid in Nervenzellen.
Doch genau dieser Effekt scheint in Wirklichkeit eine zentrale Rolle zu spielen,
um wieder in eine positive Stimmung zu kommen.

Wie die Wissenschaftler bei Mäusen herausfanden, hemmt Ceramid die Bildung neuer Nervenzellen in einem besonderen Bereich des Gehirns, dem Hippocampus - eine bislang völlig unbeachtete Wirkung.
Werde Ceramid reduziert, könnten sich neue Nervenzellen bilden und die Stimmung bessere sich wieder.
Lassen sich die Aussagen bestätigen, hätten die Forscher zugleich eine neue Ursache der Krankheit entdeckt.

Annahme ist, dass es bei Depressionen zu viel Ceramid gibt.
Auch Stress könne die Neubildung von Nervenzellen verhindern.
Bislang sei man davon ausgegangen, dass in erster Linie eine reduzierte Signalübertragung
im Gehirn Depressionen auslöse.
Die stimmungsaufhellende Wirkung vieler gängiger Medikamente wurde deshalb sogenannten Botenstoffen zugeschrieben, die diese Blockade lösen.
Botenstoffe wirken aber schnell; eine Verbesserung müsste somit innerhalb weniger Stunden einsetzen.

Tatsächlich wirkten Antidepressiva aber erst nach mehreren Wochen.
Das war schon ein Hinweis auf weitere Wirkmechanismen.
Ihre Studie haben die Forscher unter Leitung von Kornhuber und Erich Gulbins von der Universität Duisburg-Essen im Fachblatt "Nature Medicine" veröffentlicht.
"Das ist eine Tipptopp-Arbeit", sagte der Direktor des Max-Planck-Instituts für Psychiatrie in München,
Professor Florian Holsboer.
Da nicht alle Depressiven in gleicher Weise auf die gängigen Medikamente reagierten,
müsse man auch in viele Forschungsrichtungen gehen.
„Kornhuber hat den Mut, etwas Originelles zu tun."
Das Team habe einen weiteren Mosaikstein dafür geschaffen, wie Antidepressiva wirken könnten.

Die bislang im Tierversuch erprobte Therapie soll in einem nächsten Schritt auf Menschen übertragen werden.
"Wir sind da sehr zuversichtlich", sagte Kornhuber.
Bei neuen Medikamenten könne die Begleitwirkung nun zur Hauptwirkung gemacht werden.
Bis ein neues Mittel genehmigt werde, vergingen allerdings mehrere Jahre.
Holsboer schließt sich an:
"Wir haben schon viele Enttäuschungen bei der Übertragung von der Maus auf den Menschen erlebt,
aber ich hoffe, dass es diesmal gelingt."

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“  August 2013

« Letzte Änderung: 03. Oktober 2013, 17:51:52 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #11 am: 23. Februar 2014, 10:04:31 »
Da geht was„FEDIO“ gegen Depression

10% aller Jugendlichen zwischen 12 – 17 Jahre leiden unter Depressionen – das sind etwa 2 aus jeder Klasse.

Hier eine Info – Angebot:
www.fideo.de
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #12 am: 29. Mai 2014, 09:33:50 »
Hunderttausende schwer Depressive ohne angemessene Therapie

Depressionen sind eine Volkskrankheit
-
doch viele Betroffene wollen nicht darüber sprechen.

in der Versorgung klaffen Lücken:
Eine angemessene Behandlung ist selbst bei schweren Fällen nicht die Regel.

Hunderttausende Patienten mit einer schweren Depression in Deutschland erhalten keine angemessene Therapie.
Das geht aus einer veröffentlichten Studie der Bertelsmann Stiftung hervor.
Viele scheuen sich demnach auch davor, über ihre Krankheit zu sprechen.
Auf der anderen Seite gibt es aus Expertensicht auch viele Fälle, in denen Ärzte
z. B. normale Trauer als psychisches Leiden werten.

56% der schwer Depressiven werden laut Studie unzureichend behandelt,

also nur mit Antidepressiva oder einer Psychotherapie, aber nicht mit einer Kombination aus beidem.
Insgesamt leiden der Stiftung zufolge neun Millionen Deutsche an einer behandlungsbedürftigen Depression -
mindestens 15% von ihnen sind schwer krank.
18 % dieser Schwerkranken werden nach der Erhebung gar nicht behandelt.
Nur 26%  bekämen - wie in Leitlinien vorgesehen - eine kombinierte Behandlung mit Medikamenten und Therapie
oder eine Behandlung in einer Klinik.
Bei rund drei von vier Betroffenen werden Depressionen laut einer weiteren WIdO-Studie hingegen zunächst in leichten und unspezifischen Formen diagnostiziert.
Ein Grund sei die oft schwierige Diagnosestellung.
Zwischen angemessenen Gefühlsreaktionen und krankhaften Störungen zu unterscheiden, sei nicht einfach. Temporäre Belastungssituationen oder Trauerreaktionen können schnell mit einer Depressionsdiagnose einhergehen.

Auch die AOK-Studie zeigt Mängel bei der Versorgung.
So würden auch schwere Depressionen zu rund 38% vom Hausarzt allein behandelt.
58% der Patienten bekämen Hilfe von Fachleuten wie Psychiatern oder Nervenärzten.
Wünschenswert wäre, dass Behandlungen planmäßig in mehreren Stufen stattfinden -
entsprechend dem Schweregrad der Erkrankung.
Einen möglicher Grund für die oft nicht angemessene Behandlungsleitlinie sehen die Autoren der Bertelsmann-Studie im Mangel an Psychotherapeuten in vielen Regionen.
Die Wartezeit für die Patienten betrage im Schnitt 17 Wochen.  :?]

Vorschläge der gesetzlichen Krankenkassen

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März  2014

« Letzte Änderung: 29. Mai 2014, 09:42:20 von RalleGA »
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #13 am: 11. Juni 2014, 09:35:47 »
Alpträume nach einem Unglück

Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)
betreibt gemeinsam mit den Berufsverbänden und anderen Fachgesellschaften im Bereich Neurologie, Psychiatrie und Psychotherapie das Internetangebot „Neurologen und Psychiater im Netz“.

Informationsangebot für Laien
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Re: Depression – früh erkannt lässt sie sich gut behandeln
« Antwort #14 am: 26. September 2014, 09:18:44 »
Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Symptome depressiver Erkrankungen unterscheiden sich 


Die Entstehung von depressiven Erkrankungen wird als multifaktoriell angesehen, daher als ein Zusammenspiel von Veranlagung, Belastungen im Lebensumfeld und innerpsychischen Konflikten.
Die Symptome depressiver Erkrankungen bei Kindern und Jugendlichen unterscheiden sich oft stark von der "klassischen" Depression des Erwachsenalters.

Alarmzeichen:
• vermehrte Traurigkeit, häufiges Weinen
• vermehrte Ängstlichkeit, starke Anhänglichkeit oder Trennungsangst, Verlustängste, Zukunftsängste
• erhöhte Irritierbarkeit und Reizbarkeit
• Spielunlust und verminderte Aktivität, aber auch getriebenes und aggressives Verhalten
• psychosomatische Beschwerden wie Kopfschmerzen oder Bauchschmerzen
• Selbstzweifel
• Annahme zu stören, ungeliebt zu sein oder als Spielpartner nicht gewollt zu sein
• Schlafstörungen
• Rückzug von Kontakten zu anderen Menschen (Freunde, Familie), Aufgeben von Hobbys und alterstypischen
  Aktivitäten
• Konzentrationsstörungen, Merkschwäche und Leistungsabfall in der Schule
• Appetitstörungen
• ausgeprägtes selbststimulierendes Verhalten, selbstverletzendes Verhalten,
• Lebensunlust

Es ist grundsätzlich wichtig, mit Kindern und Jugendlichen, die auffälliges Verhalten zeigen, ein vertrauensvolles und ruhiges Gespräch zu suchen, in welchem die Bezugs-personen ihre Sorge um das Kind oder den Jugendlichen ansprechen.

Wenn nach einem Gespräch der Verdacht auf eine psychische Störung wie eine depressive Erkrankung bestehen bleibt, sollte professionelle Hilfe in Anspruch genommen werden.
Die Diagnose muss durch einen Arzt erfolgen:
Sie beinhaltet den Ausschluss körperlicher Ursachen der depressiven Symptome, die Untersuchung hinsichtlich begleitender psychischer Störungen sowie die Erfassung bedeutender psychosozialer Belastungen.

Erste Anlaufstelle für Eltern ist meist der Kinder- oder Hausarzt, der das Kind und die Familie schon länger kennt und Veränderungen gemeinsam mit der Familie einordnen kann.
Er kennt auch Spezialisten, die weiterhelfen können.
Die Behandlung berücksichtigt stets, die individuelle Lebens- und Entwicklungssituation des Kindes,
daher Alter und Entwicklungsstand sowie schulische und familiäre Situation.
Daraus leitet sich auch der individuelle Therapieansatz ab.
Immer wieder erfolgt auch die enge Zusammenarbeit mit den Lehrern oder den Fachkräften von Jugendhilfemaßnahmen wie der sozialpädagogischen Familienhilfe.
Bei schweren depressiven Erkrankungen kann die Behandlung in Tageskliniken oder vollstationären Angeboten von entsprechenden Fachkliniken erforderlich sein.
Auch bei Kindern und Jugendlichen kann abhängig vom Schweregrad der Depression eine Behandlung mit Medikamenten sinnvoll und notwendig sein.
Die Behandlung muss unbedingt von- einem kinder- und jugendpsychiatrisch erfahrenen Arzt vorgenommen werden.

Fundquelle: Beilagen Auszug – „ALTMARK - ZEITUNG“  Juli 2014
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.