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Autor Thema: Opfer von Straftaten erhalten mehr Rechte -; aber leider nicht immer  (Gelesen 31404 mal)

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Offline RalleGA

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Überfall-Traumata überwinden

Psychologen helfen den Betroffenen bei der Verarbeitung


Dunkelheit wirkt auf viele Menschen bedrohlich.
Insbesondere dann, wenn sie sich alleine auf einsamen Straßen bewegen müssen - etwa auf dem Heimweg.

Unbegründet ist diese Angst nicht:
Der Großteil aller Überfälle auf Personen und Geschäfte findet im Winter statt, nach Einbruch der Dunkelheit.
Frauen und Männer, die überfallen worden sind, haben oft noch Monate lang mit den Folgen des Angriffs gegen sie zu kämpfen.
Auch, wenn sie selbst bei dem Übergriff nicht zu Schaden gekommen sind, kann die Bedrohung spürbar das Leben eines Menschen verändern.
Psychische Probleme können so stark auf die Seele drücken, dass die Betroffenen nicht mehr schlafen,
depressiv werden und ihrer Arbeit nicht mehr nachkommen können.

Ratschlag und Tipp an Betroffene:
möglichst schnell psychologischen Beistand zu holen:
Genauso, wie ein gebrochener Arm am besten heilt, wenn man ihn sofort nach dem Bruch schient,
profitiert auch die Seele davon, wenn man sie möglichst schnell wieder ins Gleichgewicht bringt.

Eigens für Überfälle oder auch Arbeitsunfälle mit traumatischen Folgen geschaffen ist die sogenannte Akut-Intervention.
Diese Maßnahme beginnt so schnell wie möglich nach dem traumatischen Erlebnis und stabilisiert die Opfer.
In mehreren Sitzungen unterstützt ein Psychologe den Betroffenen bei der Verarbeitung des Überfalls.
Dies geschieht durch Gespräche, aber auch durch das Anwenden gezielter Coaching- und Entspannungstechniken.
Stellt sich heraus, dass der Betroffene eine längerfristige Behandlung benötigt, wird die Suche nach einem geeigneten Therapieplatz organisiert.
Die tägliche Praxis zeigt, dass die zeitnahe Akut-Intervention in mehr als 80% der Fälle den Patienten so gut hilft,
dass sie nach den Terminen seelisch stabilisiert und arbeitsfähig sind.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2013

« Letzte Änderung: 13. März 2013, 14:47:26 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Opferentschädigung

Der Bundestag hat das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) beschlossen
.


Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick:
Minderjährigen Opfern sollen bei Strafverfahren nach Möglichkeit Mehrfachvernehmungen erspart bleiben.
Dazu sollen unter anderem Videoaufzeichnungen bei der richterlichen Befragung eingesetzt werden.
Bei besonders sensiblen Vernehmungen vor Gericht kann künftig die Öffentlichkeit leichter ausgeschlossen werden.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“ – März 2013
« Letzte Änderung: 27. März 2013, 07:34:22 von RalleGA »
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Opferentschädigung

Der Bundestag hat das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) beschlossen.

Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick:

Die strafrechtliche Verjährung beginnt künftig erst mit Vollendung des 21. Lebensjahres des Opfers.
Den Betroffenen soll mehr Zeit zur Verarbeitung der Tat gegeben werden.
Die Dauer der jeweiligen Verjährungsfrist orientiert sich an der Schwere der Tat, bzw. an dem im Gesetz angedrohten Strafmaß.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“ – März  2013
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Opferentschädigung

Der Bundestag hat das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) beschlossen.


Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick:

Bei schweren Vergehen, etwa einer Vergewaltigung, kann die Verjährungsfrist bis zu 20 Jahre betragen.
Dies würde bedeuten, dass schwere Sexualdelikte frühestens mit Vollendung
des 41. Lebensjahres des Opfers verjähren.
Die Neuregelung gilt allerdings nicht für bereits verjährte Fälle.
Die zivilrechtlichen Verjährungsfristen für Ansprüche auf Schadensersatz werden
von bisher 3 auf 30 Jahre heraufgesetzt.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“ – März 2013
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BGH: Opferentschädigung

Schmerzensgeld für Missbrauchsopfer nach Verjährung


Traumatisierte Opfer sexueller Gewalt können auch nach Ablauf der Verjährungsfrist Ansprüche
auf Schmerzensgeld geltend machen.
Der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe bestätigte in letzter Instanz eine Entscheidung
 des Osnabrücker Landgerichts.

Der Fall:
Das Landgericht in Osnabrück hatte 2011 einen Mann zur Zahlung von 7.500 € Schmerzensgeld verurteilt.
Er missbrauchte zwischen 1985 und 1990 mehrfach einen mittlerweile 36-Jährigen.
Das Opfer hatte die Taten 15 Jahre lang verdrängt und erst nach Ablauf der Verjährungsfrist zivilrechtlich auf Schmerzensgeld geklagt.
"Ich hoffe, dass dieses Urteil den vielen anderen Betroffenen in Deutschland hilft, nicht aufzugeben und letztlich auch durch ein Gericht anerkannt zu bekommen, dass ihnen Unrecht widerfahren ist", sagte der Opfer-Anwalt.
Strafrechtlich müsse der Täter keine Konsequenzen mehr fürchten.
Hier sei die Tat dauerhaft verjährt.

Das Opfer erinnerte sich erst 2005 bei einer Familienfeier an die Tat.
Auslöser war die Offenbarung seiner jüngeren Schwester, von einem Nachbarn der Familie
missbraucht worden zu sein.
Dadurch kehrte auch bei dem Mann die Erinnerung an den eigenen Missbrauch zurück.
Normalerweise wäre die Verjährungsfrist nach drei Jahren abgelaufen.
Die Revision des Beklagten wurde zurückgewiesen (Az.: VI ZR 217/11).

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2013
 
« Letzte Änderung: 28. März 2013, 17:10:23 von RalleGA »
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Opferentschädigung

Der Bundestag hat das Gesetz zur Stärkung der Rechte von Opfern sexuellen Missbrauchs (StORMG) beschlossen


Die wichtigsten Inhalte auf einen Blick:

Ab 1. Mai startet ein Hilfsfonds.
Insbesondere Opfer sexualisierter Gewalt in Familien sollen mit diesen Mitteln unterstützt werden,
die kein Geld aus ähnlichen Fonds von Kirchen, Heimträgern oder Schulen erhalten.
Der Bund gibt 50 Millionen Euro. Weitere 50 Millionen Euro sollten von den Ländern kommen,
die allerdings außer Bayern die Zahlung verweigert haben.
Sie sehen dafür den Bund allein in der Pflicht.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“ – März 2013

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Opferentschädigung:

Nach Überfall:
Bankangestellten steht Entschädigung zu


Einen Bankraub kennen die meisten nur aus dem Film.
Für Bankangestellte jedoch kann diese Situation zur Realität werden. Ihnen steht eine Entschädigung zu,
wenn sie bei einem Überfall bedroht wurden.
Bankangestellte, die bei einem Raubüberfall bedroht wurden, haben Anspruch auf eine Beschädigtenversorgung nach dem Opferentschädigungsgesetz.
Dabei spielt es keine Rolle, ob der Bankräuber dem Betroffenen lediglich eine ungeladene Schreckschusspistole oder eine scharfe Waffe vorgehalten hat.
Das entschied das Landessozialgericht Baden-Württemberg (Az.: L 6 VG 2210/12) in einem Grundsatzurteil.

Der Fall:
Eine Bankangestellte arbeitete am Kundenschalter, als die Bank überfallen wurde.
Der maskierte Räuber forderte mit den Worten "Geld her, das ist kein Spaß!" die Aushändigung des Kassenbestands.
Dabei bedrohte er die Angestellte mit einer täuschend echt aussehenden, aber ungeladenen Schreckschusspistole.
Nach dem Überfall musste die Frau wegen psychischer Beschwerden behandelt werden.
Ihr Antrag auf Entschädigung wurde allerdings abgelehnt.

Das Urteil:

Die Frau sei Opfer eines tätlichen Angriffs geworden.
Daher habe sie Anspruch auf Entschädigung, erklärten die Richter.
Ein Angriff erfordere zwar in der Regel ein gewaltsames, handgreifliches Vorgehen des Täters.
Ein mit einer Schusswaffenattrappe bedrohtes Opfer sei aber nicht minder schutzwürdig.
Das beklagte Bundesland hatte demgegenüber argumentiert, ein tätlicher Angriff liege nur vor,
wenn das Opfer mit einer scharf geladenen und entsicherten Schusswaffe bedroht werde.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2013

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Opferentschädigung:

Opfer ärztlicher Gewalt


Stellt der an einem Patienten vorgenommene ärztliche Eingriff einen strafbaren tätlichen Angriff dar,
so handelt es sich um eine Gewalttat im Sinne des Opferentschädigungsgesetzes (OFG).
Dabei ist völlig ohne Belang, ob dem Mediziner dabei ein Kunstfehler unterlaufen ist oder nicht.

Für eine staatliche Opferentschädigung kommt es einzig und allein darauf an, dass die am Patienten vorgenommenen Handlungen objektiv gegen sein Wohl gerichtet waren - der Arzt also beispielsweise die gesundheitlichen Belange des Patienten missachtet und nur auf den eigenen finanziellen Vorteil geachtet hat.
Diese Auffassung hat jetzt das BSG vertreten (Az. B 9 VG 1/09 R).

Der Fall:

Eine Frau nach einer schwer misslungenen Schönheitsoperation Versorgungsleistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz beantragt.
Die inzwischen 56-jährige litt schon vor dem Eingriff an erheblichem Übergewicht, Herzschwäche, Bluthochdruck, Lungenschwäche, insulinpflichtiger Zuckerkrankheit und einer Darmerkrankung.
Trotzdem führte ein Gynäkologe zunächst eine erste Fettabsaugung durch und korrigierte einige Monate später eine Fettschürze durch weiteres Absaugen.
Was zu einer erheblichen Verschlechterung des Gesundheitszustandes führte und eine umfangreiche stationäre Behandlung notwendig machte.
Weil auch andere Patienten in ähnlicher Weise betroffen worden waren, wurde der Mediziner wegen vorsätzlicher Körperverletzung zu einer mehrjährigen Freiheitsstrafe verurteilt.

Die Frau aber verlangte jetzt eine Rente nach dem Opferentschädigungsgesetz.
Dem stimmten Deutschlands oberste Sozialrichter zu.

Zwar gelten ärztliche Kunstfehler als sorgfaltswidrige Verstöße gegen die Regel der ärztlichen Kunst, die normalerweise lediglich eine Strafbarkeit wegen fahrlässiger Körperverletzung oder fahrlässiger Tötung begründen.
Doch in diesem Fall hatte der Arzt seine Patientin wider besseres Wissens zuvor nicht über die damit verbundenen Risiken aufgeklärt.
Sonst hätte sie nämlich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht zugestimmt.
Wodurch ihm aber, wie er selbst zugab, das nicht unerhebliche Honorar entgangen wäre.
Zwar stellen ärztliche Eingriffe immer eine in der Natur der Sache liegende Körperverletzung dar.
Doch gewinnen sie ihre Rechtmäßigkeit grundsätzlich durch die Patienten-Einwilligung.
Die aber hatte sich der Mediziner in diesem Fall nur erschlichen.
Damit mutierte der Arzt zum Gewalttäter, der nur noch die eigenen finanziellen Belange im Blick hatte.
Und machte die nicht ihres eigenen Wohls wegen um die körperliche Unversehrtheit gebrachte Patientin zum Gewaltopfer.
« Letzte Änderung: 29. Juli 2013, 15:27:45 von RalleGA »
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Re: Opfer von Straftaten erhalten mehr Rechte -; aber leider nicht immer
« Antwort #23 am: 07. August 2013, 16:30:56 »
Haushaltsgeld nach Autounfall

Dem Opfer eines Verkehrsunfalls, das nicht berufstätig ist und damit kein Arbeitseinkommen hat,
steht Schadensersatz für die eigene Haushaltsführung zu, wenn die bis dahin in seinen Händen lag.
Handelt es sich bei dem Betroffenen um den 2-Personen-Haushalt eines Rentnerehepaars, geht das Landgericht Ulm (Az. 6 O 151/09) für die Schadensermittlung von einer wöchentlichen Haushaltstätigkeit mit 40,5 Stunden aus.
Der zu ersetzende Stundenlohn ist laut dem Richterspruch entsprechend dem Tariflohn einer Hauswirtschafterin mit 8 € anzusetzen.

Der Fall:
Bewohnt das 74-jährige Opfer des schweren Verkehrsunfalls mit seiner selbst in der Mobilität stark eingeschränkten Frau eine 89,25 qm² große 3-Zimmer-Wohnung.
Der Haushalt wurde bis zu dem Malheur, bei dem der Mann sich das rechte Bein brach und aufwendig operiert werden musste, zu 80% von ihm versorgt.
Weil ihn an dem Unfall unbestritten keinerlei Mitverschulden traf, verlangte er von der Versicherung des Verursachers nun einen Lohnausgleich für den Ausfall seiner heimischen Arbeitskraft.

Urteil:

Zu Recht, wie die Landesrichter in der baden-württembergischen Universitätsstadt entschieden.
Sind beide Personen des Haushaltes über 60 Jahre alt und nicht erwerbsfähig, ergeben sich bei einer wöchentlichen Haushaltstätigkeit von 40,5 Stunden täglich 5,8 Stunden, die nach Gruppe 3 des Tarifvertrags des öffentlichen Dienstes zu bezahlen sind - bei einem Bruttolohn von 11,56 € ergibt das runde 8 € netto.
Denn vom Bruttolohn ist ein 30%tiger Abzug wegen der hier entfallenden Lohnsteuer und Sozialabgaben vorzunehmen.
Summa summarum kamen in diesem Fall bei den letztendlich vom Gericht akzeptierten über 900 Haushalts-Stunden immerhin stattliche 7.240 € zusammen.
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Re: Opfer von Straftaten erhalten mehr Rechte -; aber leider nicht immer
« Antwort #24 am: 01. November 2013, 09:37:50 »
Entschädigung vom Staat für Folgen von Gewalttaten

Opfer einer Straftat zu sein, hat viele Folgen. Welche genau, lässt sich nicht immer mit Gewissheit sagen.
Daher muss der Staat bei einer psychischen Störung helfen, auch wenn ein Zusammenhang nicht eindeutig nachgewiesen werden kann.
Opfer von Gewalttaten haben Anspruch auf finanzielle Unterstützung vom Staat.
Das gilt etwa, wenn sie als Folge der Tat krank werden.
Dabei reicht es aus, wenn die Krankheit in engem Anschluss an den belastenden Vorgang ausgebrochen ist.
Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Landessozialgerichts Rheinland-Pfalz (Az.: L 4 VG 11/11).

Der Fall:
Eine Frau war im Alter zwischen 8 und 14 Jahren mehrfach von einem Onkel, einem Großvater und einem Nachbarn sexuell missbraucht worden.
Dadurch entstanden eine posttraumatische Belastungsstörung und weitere Erkrankungen.
Diese verstärkten sich beim Tod des Vaters und der späteren Trennung von ihrem Ehemann.
Zudem durchlebte die Frau belastende Erfahrungen mit einer Sekte.
Das beklagte Land Rheinland-Pfalz sah keinen Zusammenhang zwischen Erkrankung und den Missbräuchen.
Es ging davon aus, dass es sich bei den späteren Ereignissen um sogenannte schädigungsunabhängige Nachschäden handele, die einen eigenständigen Anteil an der bestehenden Krankheit hätten.

Das Urteil:

Die Richter waren anderer Meinung und entschieden, dass die Frau eine entsprechende Versorgung nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) zu erhalten habe.
Bestehen bei Opfern von Straftaten Zweifel, ob schon vor der Gewalttat Krankheitsanzeichen bestanden hätten ("Vorschäden") oder ob andere Ursachen die Krankheit herbeigeführt hätten,
so dürfe dies nicht zulasten der Opfer gehen.
Für einen Anspruch auf Versorgung genüge es, dass die Krankheit in engem Anschluss an den belastenden Vorgang ausgebrochen sei.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Oktober 2013
 
« Letzte Änderung: 01. November 2013, 09:41:28 von RalleGA »
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Hilfen für Opfer von Gewalttaten nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG)

- Anspruchsvoraussetzungen -


Wer in Deutschland durch eine Gewalttat einen gesundheitlichen Schaden erlitten hat, kann nach dem Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG) Versorgungsleistungen erhalten.
Gewalttat im Sinne des Gesetzes ist ein vorsätzlicher, rechtswidriger tätlicher Angriff gegen eine Person, z.B. 
•   vorsätzliche Körperverletzung,
•   Vergewaltigung und sexueller Missbrauch (auch von Kindern),
•   Schäden durch Vergiftung und Brandstiftung,
•   Tötungsdelikte.
Anspruchsberechtigt sind Geschädigte oder Hinterbliebene (Witwen, Witwer, Waisen, Eltern). Geschädigte/r ist auch, wer die gesundheitliche Schädigung bei der rechtmäßigen Abwehr eines vorsätzlichen, tätlichen Angriffs erlitten hat. Staatsangehörige von EU- Mitgliedstaaten haben, wenn sie in Deutschland Opfer einer Gewalttat geworden sind, Ansprüche wie deutsche Staatsangehörige. Bürgerinnen und Bürger anderer Staaten haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf Versorgungsleistungen.

Ausnahmen: Das Gesetz findet keine Anwendung bei Schäden aus einem tätlichen Angriff, die durch den Gebrauch eines Kraftfahrzeuges oder eines Anhängers verursacht worden sind.
In einem solchen Fall kann ein Antrag an den Entschädigungsfonds für Schäden aus Kraftfahrzeugunfällen gerichtet werden: Verkehrsopferhilfe e. V. Glockengießerwall 1 20095 Hamburg
Umfang der Leistungen Geschädigte erhalten Leistungen in entsprechender Anwendung des Bundesversorgungsgesetzes (BVG). Sie umfassen insbesondere
•   Heil- und Krankenbehandlung,
•   medizinische und berufliche Rehabilitation,
•   laufende Renten an Geschädigte (bei einer Minderung der Erwerbsfähigkeit von mind. 25 v. H.)
    und an Hinterbliebene,
•   Bestattungs- und Sterbegeld.
Sach- und Vermögensschäden werden Geschädigten nicht ersetzt. Ausnahmen gelten für am Körper getragene Hilfsmittel wie Brillen, Kontaktlinsen oder Zahnersatz. Ein Schmerzensgeld
wird nicht gezahlt. Versagungsgründe Leistungen nach dem OEG sind zu versagen, wenn Geschädigte die Schädigung verursacht haben oder wenn es aus sonstigen, insbesondere im eigenen Verhalten von Antragstellern liegenden Gründen unbillig wäre, Entschädigung zu gewähren. Die Verwicklung von Antragstellern in die organisierte Kriminalität oder eine aktive Beteiligung an politischen oder kriegerischen Auseinandersetzungen im Heimatstaat führen ebenfalls zum Leistungsausschluss.
Versagt werden können Leistungen auch, wenn Geschädigte es unterlassen haben, das ihnen Mögliche zur Aufklärung des Sachverhaltes und zur Verfolgung der Täter beizutragen.
Antragsteilung Leistungen nach dem OEG müssen beantragt werden. Bei gesundheitlichen Schäden nach einer Gewalttat sollte deshalb umgehend und formlos ein Antrag bei der örtlich zuständigen Außensteile des Niedersächsischen Landesamtes für Soziales, Jugend und
Familie gestellt werden.  Der Antrag kann auch bei allen anderen Sozialleistungsträgern, z.B. den Krankenkasse oder der Deutschen Rentenversicherung abgegeben werden.
Mit dieser Information können nur grundlegende Hinweise zum OEG gegeben werden.

Nähere Auskünfte erteilen die Dienststellen der Niedersächsischen Landessozialverwaltung:
-Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
31108 Hildesheim Tel. 05121 – 3040 Fax 05121 – 304491

-Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
Außensteile Braunschweig Schillstrasse 1  38102 Braunschweig
Tel. 0531 – 70190  Fax 0531 – 7019 199

-Niedersächsisches Landesamt für Soziales, Jugend und Familie
Außensteile Oldenburg  Moslestraße 1 • 26122 Oldenburg
Tel. 0441 – 222 90 Fax 0441 – 2229 3270 

www.soziales.niedersachsen.de


Fundquelle: Flyer vom Niedersächsischen Landesamt für Soziales, Jugend, Familie
« Letzte Änderung: 12. April 2016, 10:17:32 von RalleGA »
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Opferschutz in Sachsen-Anhalt (1) –

Hilfe und Informationen   


Opfer von Straftaten haben ein Recht auf Schutz, Anerkennung und Unterstützung.
Viele Betroffene wissen jedoch nicht, wo sie Hilfe und Unterstützung finden können.

Hier werden Wege aufgezeigt:
Ich will Mut machen, Angebote in Anspruch zu nehmen, sie aufklären und Orientierung geben.
Denn damit Opfer ihre Rechte nutzen können, müssen sie sie kennen.

Hilfe für Opfer, Begleitung für Zeugen - SOZIALER DIENST DER JUSTIZ
Opfer von Straftaten, auch deren Angehörige fühlen sich häufig allein gelassen und unverstanden.
Viele beschäftigt nicht nur das Tatgeschehen, sondern sie schauen auch mit Angst auf das, was kommt:
Wie werden sie das Erlebte verarbeiten können?
Und: Was erwartet sie im Strafverfahren?

Hier setzt der Soziale Dienst der Justiz an: Die Opferberatung unterstützt mit hauptamtlichen Fachkräften durch Information und Beratung, vermittelt Hilfen und bietet Prozessbegleitung an. Der Soziale Dienst der Justiz ist im Rahmen der ambulanten Strafrechtspflege tätig. Hierin sind die Einrichtungen der Bewährungshilfe, Führungsaufsicht, Gerichtshilfe, des Täter-Opfer-Ausgleichs und der Opferberatung, Zeugenbetreuung zusammengefasst.

In Sachsen-Anhalt existieren sechs Dienststellen:

Sozialer Dienst der Justiz

06846 Dessau-Roßlau
Parkstraße 10 
Tel.: 0340 – 202  2403  Fax: 0340 – 202 2400
soz-dienst.de@justiz.sachsen-anhalt.de
www.sd-de.sachsen-anhalt.de

Sozialer Dienst der Justiz
38820 Halberstadt
Große Ringstraße 52 
Tel. 03941 – 573 360    Fax: 03941 – 573 377
soz-dienst.hbs@justiz.sachsen-anhalt.de
www.sd-hbs.sachsen-anhalt.de

Sozialer Dienst der Justiz

06132 Halle/Saale
Willi-Brundert-Straße 4
Tel.: 0345 – 220 1850 Fax: 0345 – 220 1844
soz-dienst.hal@justiz.sachsen-anhalt.de 
www.sd-hal.sachsen-anhalt.de 

Sozialer Dienst der Justiz

39108 Magdeburg
Halberstädter Straße 189
Tel. 0391 – 611 6570 und 0391 – 611 6571 Fax: 0391 – 611 6577
soz-dienst.md@justiz.sachsen-anhalt.de 
www.sd-md.sachsen-anhalt.de 

Sozialer Dienst der Justiz

06618 Naumburg (Saale) 
Domplatz 1a
Tel.: 03445 – 235 342 Fax: 03445 – 235 343
soz-dienst.nmb@justiz.sachsen-anhalt.de
www.sd-nmb.sachsen-anhalt.de 

Sozialer Dienst der Justiz
39576 Stendal
Mönchskirchhof 6
Tel.: 03931 – 659 517 und 03931 – 659 526 Fax: 03931 – 649 530
soz-dienst.sdl@Justiz.sachsen-anhalt.de
www.sd-sdl.sachsen-anhalt.de 

mehr unter: www.opferschutz.sachsen-anhalt.de

« Letzte Änderung: 07. Mai 2016, 07:38:54 von RalleGA »
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Opferschutz in Sachsen-Anhalt (2) –

Hilfe und Informationen
 


Opferschutz als Aufgabe der Polizei in Sachsen-Anhalt - Der polizeiliche Opferschutz ist in der Präventionsarbeit der Polizei in ganz Deutschland verankert und darauf ausgerichtet, die Tatfolgen für das Opfer zu mindern, eine wiederholte Opferwerdung zu vermeiden und eine professionelle Hilfe an das Opfer zu vermitteln.

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord 39104 Magdeburg Sternstraße 12
Tel.: 0391 – 5460  Fax: 0391 – 546 1890 pd-nord@polizei.sachsen-anhalt.de

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Süd 06110 Halle (Saale) Merseburger Straße 6
Tel.: 0345 – 2240  Fax: 0345 – 224 1210 pd-sued@polizei.sachsen-anhalt.de

Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Ost 06846 Dessau-Roßlau Kühnauer Straße 161
Tel.: 0340 – 6000 0 Fax: 0340 – 6000 210 pd-ost@polizei.sachsen-anhalt.de

Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt 39124 Magdeburg Lübecker Straße 53-63
Tel.: 0391 – 2500  Fax: 0391 – 250 1113650 lka@polizei.sachsen-anhalt.de 

WEISSER RING e.V. Wilhelm-von-Klewiz-Strasse 11 06132 HALLE(Saale)
Tel.: 0345 – 290 2520 Fax: 0345 – 4700 755 lbsachsenanhalt@weisser-ring.de

mehr unter:
www.weisser-ring.de  und/oder
www.opferschutz.sachsen-anhalt.de

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Opfer haben Anspruch auf Entschädigung 

Hilfe nach der Tat  


Opfer einer Gewalttat können Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz beantragen.
Dafür müssen Betroffene nicht das Ergebnis eines laufenden Ermittlungs- oder Strafverfahrens abwarten.

Es passiert von jetzt auf gleich. Jeder kann Opfer einer Gewalttat werden - und dabei einen gesundheitlichen Schaden erleiden.
Was Betroffene oft nicht wissen:
Sie haben Anspruch auf Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG).
Voraussetzung ist, dass es sich um einen vorsätzlichen, rechtswidrigen und tätlichen Angriff auf die eigene Person handelt.
Als gesundheitlicher Schaden gelten nicht nur Verletzungen körperlicher Art, sondern auch psychische Beeinträchtigungen.

Nicht nur unmittelbares Opfer hat Anspruch
Ansprüche geltend machen können etwa auch Kinder, die sexuell missbraucht wurden. Menschen, die eine Gewalttat miterleben und dadurch einen Schockschaden erleiden, sind ebenfalls anspruchsberechtigt.
Wer dabei hilft, einen Angriff abzuwehren und verletzt wird, kann ebenfalls Entschädigung beantragen.
Auch Angehörige - Witwen oder Witwer, Waisen, Eltern und Großeltern - können unter bestimmten Voraussetzungen Leistungen erhalten.

Berechtigte müssen Antrag stellen

Leistungen bekommen Betroffene nur auf Antrag. Anlaufstelle ist das Versorgungsamt des Bundeslandes, in dem sich die Tat ereignet hat. Betroffene können ein bundeseinheitliches Antragsformular ausfüllen. Wichtig sind die Angabe von Tatort und Tatzeit, persönlichen Daten und eine Beschreibung des Tathergangs.
Wer Leistungen nach dem OEG beantragen möchte, muss dafür nicht das Ergebnis eines laufenden Ermittlungs- oder Strafverfahrens abwarten.
Nicht einmal eine Strafanzeige ist eine zwingende Voraussetzung, um Leistungen gewährt zu bekommen.

Möglichst frühzeitige Antragstellung

Betroffene sollten einen Antrag auf Entschädigung möglichst frühzeitig stellen.
Denn Leistungen ab dem Zeitpunkt der Tat werden nur bewilligt, wenn der Antrag binnen eines Jahres nach der Gewalttat bei der zuständigen Behörde eingeht.
 Der Tathergang sollte so detailliert wie möglich geschildert werden.
Wird der Antrag bewilligt, bekommt der Betroffene z.B. eine Heilbehandlung bezahlt, die im Vergleich zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung ein Mehr darstellt.
Hat das Opfer bei der Gewalttat etwa mehrere Zähne verloren, wird auch der Anteil gezahlt, für den der Versicherte regulär selbst aufkommen müsste.
Betroffene können sich zudem in einer Trauma Ambulanz behandeln lassen.
Damit soll verhindert werden, dass die psychischen Folgen der Gewalttat sich als Gesundheitsstörung verfestigen.

Vielseitige Hilfestellung
Auch bestehen unter anderem Ansprüche auf Krankengeld, Heil- und Hilfsmittel sowie Rehabilitationsmaßnahmen.
"Diese Leistungen gehen häufig über das hinaus, was die gesetzliche Krankenversicherung zahlt".
Eigenbeteiligungen fallen nicht an, oft gibt es auch keine Leistungsausschlüsse.
Bei Pflegebedürftigkeit hat der Betroffene Anspruch auf finanzielle Hilfen, die ebenfalls über die Grundversorgung der Pflegeversicherung deutlich hinausgehen.
Bei Gesundheitsschäden, die mindestens sechs Monate andauern und einen gewissen Umfang erreichen, gibt es eine einkommensunabhängige Grundrente.

Adressen der Landesversorgungsämter (pdf)

Antragsformular für Leistungen nach OEG (pdf)

Gesetz über die Entschädigung für Opfer von Gewalttaten (OEG)


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juni 2019
« Letzte Änderung: 06. Juli 2019, 09:32:54 von RalleGA »
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