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Autor Thema: Organspende und Blutspende  (Gelesen 20394 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Organspende und Blutspende
« Antwort #30 am: 16. Juli 2017, 09:45:40 »
3. Juni 2017 – Tag der Organspende

www.organspendetag.de                                 
www.organspende-info.de
www.dso.de 
www.bundesaerztekammer.de
www.junge-helden.de 
www.bdo-ev.de
 


Infotelefon ORGANSPENDE 0800 – 90 40 400Mo – Fr   9 – 18 Uhr

Organspende und Patientenverfügung www.bmjv.de Suchbegriff „Patientenverfügung“

„Organspende – Engagement und Profession“

schildert Spende und Transplantationsprozess Schritt für Schritt.
Mehr über die 7-teilige Serie unter:
www.barmer-magazin.de
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Organspende und Blutspende
« Antwort #31 am: 11. April 2018, 10:42:43 »
Organtransplantation 

Nierenlebendspende
 

Medizinische Voraussetzungen:

Zwei gesunde Nieren und ein guter allgemeiner Gesundheitszustand sind maßgebliche medizinische Kriterien, die eine Spenderin oder ein Spender erfüllen muss, um für eine Nierenlebendspende infrage zu kommen. In Voruntersuchungen stellen die Ärztinnen und Ärzte fest, ob die Spenderniere für die Patientin oder den Patienten geeignet ist.

Altersgrenze:

Grundsätzlich gibt es für eine Nierenlebendspende keine Altersgrenze. Generell gilt,
dass die Spenderin oder der Spender gesund sein muss.

Ablauf:
• Vor der Entnahme der Spenderniere wird der Zustand des Organs überprüft.
• Unmittelbar nachdem das Organ entnommen wurde, wird es auf die Empfängerin oder den Empfänger übertragen.
• Die Operation der Spenderin oder des Spenders und der Empfängerin oder des Empfängers finden etwa zeitgleich statt und dauern jeweils zwei bis drei Stunden.
• Nach der Transplantation bleibt die Spenderin oder der Spender in der Regel fünf bis sieben Tage im Krankenhaus.

Risiken:

Wie bei jeder Operation können auch bei einer Nierenlebendspende Komplikationen auftreten.
Dazu zählen vor allem:
• Nachblutungen aus dem Wundgebiet, Wundinfektionen, Venenentzündungen und andere Infekte.
• In seltenen Fällen, Taubheitsgefühl an der Stelle der Operationsnarbe oder Narbenbruch.
• Das Risiko, an einer Nierenentnahme zu versterben, ist sehr gering.

Nierenfunktion nach der Spende:

Langfristig verfügt die verbleibende Niere über eine Funktion von etwa 70% im Vergleich zur Nierenleistung vor der Lebendorganspende. Die Nierenleistung reicht für ein normales Leben aus. Die Spenderin oder der Spender muss weder eine spezielle Diät einhalten noch die Trinkmenge einschränken. Empfohlen sind regelmäßige Untersuchungen der Nierenleistungen, um mögliche Veränderungen frühzeitig erkennen und behandeln zu können.

Erfolgsaussichten:
Die Fünf-Jahres-Transplantationsrate zeigt, dass fast 85% der Transplantate von Lebendspendern funktionieren. Nach der Transplantation von Organen verstorbener Spenderinnen oder Spendern beträgt dieser Wert ca. 70%. Wie lange ein transplantiertes Organ seine Funktion erfüllt, ist von Fall zu Fall unterschiedlich. Neben der Organqualität spielen auch der gesundheitliche Zustand und die Anpassung des Lebensstils der Empfängerinnen und Empfänger sowie mögliche Abstoßungsreaktionen des Körpers eine Rolle.

Fundquelle: Auszug – „SVZ“ (Schweriner Volkszeitung)“ – Dezember 2017
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Organspende und Blutspende
« Antwort #32 am: 13. April 2018, 07:43:25 »
Risiken und Nebenwirkungen von Bluttransfusionen 

Nach einer Bluttransfusion können lebensgefährliche Nebenwirkungen auftreten.
Um das Risiko zu senken, sollen überflüssige Transfusionen vermieden werden.

NDR - Visite - 27.03.2018

Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Organspende und Blutspende
« Antwort #33 am: 13. Dezember 2018, 09:41:06 »
Nach dem Tod Leben retten

Organspende


Organ- und Gewebespenden können Patienten in lebensbedrohlichen Situationen helfen, doch leider gibt es auch in Deutschland zu wenige. Organtransplantationen können Leben retten.
Doch der Bedarf an gesunden Organen ist viel größer als die Zahl der Organspenden.

Seit mehreren Jahren liegt die Zahl der freiwilligen Organspender in Deutschland unterhalb der Bedarfsgrenze.
Es gibt deutlich mehr Menschen, die einen Organersatz benötigen als Transplantationen.


Welche Voraussetzungen müssen Organspender in Deutschland erfüllen?
Voraussetzungen für eine Organtransplantation in Deutschland sind u.a. die fachärztliche Diagnose des Hirntodes und eine Zustimmung zur Organspende. In einem Organspende Ausweis kann man vermerken, ob und wenn ja, welche Organe und welches Gewebe anderen Menschen zugutekommen sollen. Viele Menschen möchten am Lebensende auf eine künstliche Lebensverlängerung durch intensivmedizinische Maßnahmen verzichten. Doch ohne organerhaltende Maßnahmen nach einem Hirntod ist keine Organspende möglich.

Ist das kein Widerspruch?
Wer zu einer Organspende bereit ist, kann in seiner Patientenverfügung festlegen, dass intensivmedizinische Maßnahmen in diesem Fall für einen begrenzten Zeitraum bis zur Organentnahme erlaubt sind. Das sollte eindeutig formuliert werden.

Gibt es Altersbeschränkungen für eine Organspende?
Es gibt keine Altersobergrenze. Manche Patienten kommen mit 80 Jahren noch als Organspender in Frage.
Wichtiger als das biologische Alter ist die medizinische Diagnostik. Gegen die Organspende sprechen beispielsweise bösartige Tumorerkrankungen.

Können auch Jugendliche und Kinder, die nicht volljährig sind, zum Organspender werden?
Ja, es können auch bei Kindern und Jugendlichen Organentnahmen vollzogen werden.
Voraussetzung ist aber die Zustimmung der Erziehungsberechtigten.
Die Gespräche, die Ärzte zuvor mit den nächsten Angehörigen führen, sind auch für Mediziner nicht einfach.
In Deutschland ist eine Organspende ohne Einwilligung nicht möglich.   :-[

Würde eine Widerspruchserklärung die Organspende-Zahlen erhöhen?
In vielen EU-Ländern gilt die Widerspruchsregelung. Dort kann jeder Bürger zum Organspender werden,
sofern dieser nicht zu Lebzeiten der Organentnahme schriftlich widersprochen hat.
Ich meine, dass eine Widerspruchsregelung der bessere Weg wäre.
In Österreich funktioniert das sehr gut. Das Land hat mehr Transplantationen.
In jüngster Zeit haben sich mehrere Fachgesellschaften in Deutschland für eine Widerspruchsregelung ausgesprochen.
Letztlich entscheiden muss der deutsche Gesetzgeber.

Wie gerecht ist die Organvergabe innerhalb der EU?

Bekommen Länder mit mehr Spendern einen Bonus? Deutschland gehört zum Eurotransplant-Verbund.
Die gemeinnützige Stiftung Eurotransplant ist für die Vermittlung aller Organe zuständig, die in Deutschland, Österreich, den Niederlanden, Belgien, Luxemburg, Slowenien, Kroatien und Ungarn verstorbenen Menschen zum Zwecke der Transplantation entnommen werden.
Im Jahr 2017 wurden 434 Organe aus Deutschland in andere Eurotransplant-Länder transplantiert,
609 Organe kamen aus anderen Ländern nach Deutschland.

Müssen deutsche Bürger, die sich in einem EU-Land mit Widerspruchsrecht aufhalten,
damit rechnen, ungefragt zum Organspender zu werden?

Grundsätzlich unterliegt jeder Deutsche, der sich in einem anderen Land aufhält – auch in der EU – den dortigen Gesetzen.
In der Praxis führen Ärzte aber auch in anderen EU-Ländern Gespräche mit den Angehörigen.
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung bietet für Auslandsaufenthalte Organspende-Ausweise in verschiedenen Sprachen an.

In welchen Kliniken Sachsen-Anhalts können Spenderorgane Patienten entnommen werden oder werden Patienten transplantiert?
Alle Kliniken in Deutschland sind verpflichtet, einen Transplantationsbeauftragten zu haben.
Dessen Aufgabe ist es, in Abstimmung mit der DSO, potentielle Organspender zu finden.
Die Organtransplantationen erfolgen nur an medizinischen Zentren, die viel Erfahrung damit haben.
In Sachsen-Anhalt sind das die Universitäten in Halle und Magdeburg.
In Halle hat man sich auf die Transplantation von Nieren spezialisiert.
Die Chirurgie des Magdeburger Universitätsklinikums vollzieht Leber-Transplantationen.
Herz- und Lungentransplantationen erfolgen vor allem an universitären Zentren außerhalb unseres Bundeslandes.

Können Angehörige von Organspendern in irgendeiner Weise über die Transplantation mitentscheiden?
Angehörige haben zwar keinen Einfluss auf die Organvergabe.
Sie können aber anonym erfahren, ob die Transplantation der gespendeten Organe erfolgreich war.

Bekommen Kliniken oder die Angehörigen eines Organspenders eine Gegenleistung?

Ich bin der Meinung, dass Organspenden eine solidarische Leistung an die Gesellschaft bleiben sollten.
Kliniken erhalten dafür eine pauschale Aufwandsentschädigung, die angesichts des medizinisch-technischen und personellen Aufwandes auch gerechtfertigt ist.
Die Pauschalen, die Kliniken für Organspenden erhalten, decken nicht immer den Aufwand.
Bei älteren Menschen oder Organspendern mit Vorerkrankungen werden die Untersuchungen, die zum Schutz der Empfänger notwendig sind, aufwendiger. Wir plädieren daher für eine aufwandsbezogene Erstattung.

Wie können künftig mehr Menschen durch eine Organspende gerettet werden? 

Notwendig ist eine gesellschaftliche Anerkennung der Organspende als Ausdruck von Solidarität.
Spender und deren Angehörige sollten mehr Anerkennung erfahren.
Außerdem sollten erfolgreiche Organspenden ein Qualitätsmerkmal für ein Krankenhaus sein.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juni 2018
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2018, 09:46:21 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Organspende und Blutspende
« Antwort #34 am: 16. Dezember 2018, 09:22:16 »
Organspende

Verantwortung übernehmen

Es geht um Leben und Tod!

Aber viele Bundesbürger verhalten sich erstaunlich widerspruchlich.
Nach einer Umfrage sehen immer mehr eine Organspende positiv.
Auch besitzen mehr Menschen einen Spendeausweis - inzwischen sind es 36%.
Andererseits wurden 2017 nur 2.594 Organe gespendet; die Zahl der Spender sank auf 797 - der niedrigste Stand seit 20 Jahren.   

Die Not vieler Patienten zeigt doch, dass es so nicht weiter gehen kann.

Bundesweit stehen 10.000 schwer kranke Menschen auf der Warteliste für ein Organ.
Täglich sterben im Schnitt 3 davon, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.
Allein 8.000 Menschen brauchen eine neue Niere.
Das sind etwa 4x so viele, wie derzeit Transplantate vermittelt werden können.

Mit Hilfe von Kampagnen sollte zuletzt die Spendenbereitschaft erhöht werden, das ist weitgehend misslungen.
Immer wieder nur an das Verantwortungsgefühl zu appellieren, stößt halt an Grenzen.
Es wird also höchste Zeit, eine gesellschaftliche Debatte über eine Reform zu beginnen.
Immer mehr Politiker und Ärzteverbände sprechen sich bereits für einen grundlegenden Systemwechsel aus -
mit nachvollziehbaren Argumenten. (Sprechen ist das Eine, wann wird endlich gehandelt :?])
Unter anderem in Frankreich, Italien und den Niederlanden gilt bereits die Widerspruchslösung - mit Erfolg.
Vor allem aber kann durch eine entsprechende Gesetzesänderung der starke Hemmnisfaktor Bequemlichkeit umgangen werden.

Das heißt:
Jeder wird im Prinzip Organspender; wer das nicht will, kann widersprechen.
Diesen Weg sollte auch Deutschland beschreiten.
Wir brauchen mehr Chancen, um Leben zu retten.


Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Juni 2018
« Letzte Änderung: 15. Februar 2019, 16:36:58 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Organspende und Blutspende
« Antwort #35 am: 15. Februar 2019, 16:36:17 »
Spende von Organen ist freiwillig 

Widerspruchslösung (in Deutschland) umstritten


Mehr als 10.000 Menschen in Deutschland brauchen ein lebensrettendes Spenderorgan.
Sie warten oft jahrelang - viele vergeblich.
Nach einer Umfrage der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung haben 36% der Deutschen einen Organspendeausweis.
Die vorgeschlagene Widerspruchslösung ist umstritten.

Fragen und Antworten:

Gibt es einen Entscheidungszwang?

Nein, die Entscheidung für oder gegen eine Organspende ist in Deutschland freiwillig.
Es gilt die sogenannte Entscheidungslösung.
Voraussetzung für eine Organ- oder Gewebespende ist, dass ein Verstorbener zu Lebzeiten dem zugestimmt hat.
Wenn nicht, werden die Angehörigen nach dem mutmaßlichen Willen des Verstorbenen gefragt,
was aber sehr belastend sein kann.

Was ist die Widerspruchslösung?

Nach dieser Regelung wird eine Zustimmung zur Organspende vorausgesetzt, wenn ein Mensch zu Lebzeiten nicht ausdrücklich nein sagt.
Das bisher geltende Prinzip wird also umgekehrt.
Bei der einfachen Widerspruchslösung kann nur der Spender selbst einer Organentnahme widersprechen.
Die auch von Spahn favorisierte doppelte Widerspruchslösung räumt auch den Angehörigen
des Verstorbenen noch das Recht zum Widerspruch ein.

Wie viele Menschen warten auf ein Spenderorgan?

Bundesweit stehen nach Angaben der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO)
etwa 10.000 schwer kranke Menschen auf der Warteliste.
Täglich sterben im Schnitt drei davon, weil nicht rechtzeitig ein passendes Organ zur Verfügung steht.
Allein 8.000 Menschen brauchen eine neue Niere.
Das sind etwa viermal so viele, wie derzeit Transplantate vermittelt werden können,
2017 sanken die Organspendezahlen auf den niedrigsten Stand seit 20 Jahren.

Welche Organe können gespendet werden?
Das sind Niere, Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm.
Außerdem lassen sich Gewebe wie z.B. Hornhaut oder Knochen verpflanzen.
Im Spenderausweis können aber auch einzelne Organe ausgeschlossen werden.

Was sind die größten Ängste der möglichen Organspender?

Viele Menschen scheuen sich schlichtweg vor der Auseinandersetzung mit dem eigenen Tod.
Andere hält die diffuse Angst vor möglichem Missbrauch oder Organhandel ab - oder sie fürchten,
dass im Ernstfall nicht mehr alles medizinisch Notwendige für sie getan wird.

Für Laien ist vor allem der Hirntod als Voraussetzung für die Organentnahme oft schwer nachvollziehbar,
weil der Verstorbene zumeist keines der allgemein bekannten Todeszeichen aufweist.


Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Oktober 2018
« Letzte Änderung: 15. Februar 2019, 16:45:12 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.