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Autor Thema: Mit dem Pflegelotsen zur passenden Pflegeeinrichtung und mehr Tipps  (Gelesen 14386 mal)

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Re: Mit dem Pflegelotsen zur passenden Pflegeeinrichtung und mehr Tipps
« Antwort #15 am: 19. August 2014, 07:47:33 »
Hier ein Tipp von Henriette -

Rehabilitationszentrum in MÜNCHEN
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Mit dem Pflegelotsen zur passenden Pflegeeinrichtung und mehr Tipps
« Antwort #16 am: 19. März 2017, 09:29:55 »
Heime kassieren für nicht vorhandenes Personal

Pflegeheime dürften dem Bericht zufolge beim Personal legal "schummeln", ohne mit finanziellen Konsequenzen rechnen zu müssen. 
Personalunterdeckung werde faktisch toleriert.
Hintergrund ist ein Urteil des BSG aus dem Jahr 2012.

Demnach ist eine Personalunterdeckung in Pflegeeinrichtungen in Höhe von 8%,
ohne dass die Kassen ohne weiteres die Vergütung kürzen können.


Fernsehbeitrag von REPORT Mainz
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Mit dem Pflegelotsen zur passenden Pflegeeinrichtung und mehr Tipps
« Antwort #17 am: 13. März 2019, 10:55:01 »
Wohngruppenzuschlag auch für Zimmer mit Bad und Küche

gilt das schon als eigene Wohnung?


Für Pflegebedürftige, die in einer Wohngruppe wohnen wollen, ist das wichtig.
Denn als Wohngruppe gilt nur eine Gemeinschaftswohnung.

Leben Pflegebedürftige in Wohngruppen, können sie einen Wohngruppenzuschlag erhalten.
Damit will der Gesetzgeber die ambulante Betreuung als Zwischenform zwischen häuslicher und stationärer Pflege unterstützen.
Hierfür müssen mindestens drei Pflegebedürftige in einer Wohnung wohnen.
Anspruch auf einen Zuschlag besteht aber auch dann, wenn die Zimmer mit jeweils eigenem Bad und eigener Kochgelegenheit ausgestattet sind. LSG Nordrhein-Westfalen (Az.: L 5 P 97/17.   

In dem verhandelten Fall bezog ein Mann Pflegehilfe.
Er mietete ein Zimmer mit einer Einbauküche und einem separaten Badezimmer an.
Auch die anderen Zimmer in der Wohnung waren jeweils so ausgestattet.
Sein Antrag auf einen Wohngruppenzuschuss wurde mit der Begründung, eine gemeinsame Wohnung liege nicht vor, abgelehnt. 

Beim LSG bekam der Kläger Recht:
Er hat Anspruch auf den Wohngruppenzuschlag. Es sei eine gemeinsame Wohnung.
Bei der Gemeinschaftsetage handele es sich - im Gegensatz zu den einzelnen Zimmern - um eine Wohnung.
Sie sei ausreichend groß, verfüge über mehrere Räume, sei nach außen hin abgeschlossen und habe einen eigenen Zugang.
Da sowohl Küche als auch Waschküche und Sanitäranlagen vorhanden seien, könne ein selbstständiger Haushalt geführt werden.
Der Charakter einer gemeinsamen Wohnung werde nicht dadurch ausgeschlossen, dass die Bewohner durch die Ausstattung der Zimmer in der Lage seien, dort weitgehend selbstständig zu leben.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2019
« Letzte Änderung: 13. März 2019, 10:58:52 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Mit dem Pflegelotsen zur passenden Pflegeeinrichtung und mehr Tipps
« Antwort #18 am: 17. November 2019, 09:46:54 »
Pflegeheime:

Die Ära der Traumnoten für Deutschlands 13.000 Pflegeheime geht zu Ende


Der bisherige Pflege-TÜV ist zwar übersichtlich:

Pflegebedürftige und ihre Angehörigen können mit einem Klick auf den Suchseiten der Krankenkassen die Gesamtnote eines Heims erkennen.
Trotzdem taugt das System wenig:
Reihenweise gibt es Bestnoten - Unterschiede werden kaum erkennbar.

Die wichtigsten Fragen und Antworten zum alten und neuen System im Überblick:
Wie ist die Qualität der Heime heute?

Insgesamt hat sie sich in den vergangenen Jahren verbessert, wie der jüngste Qualitätsbericht der Pflegekassen vom vergangenen Jahr zeigt. Zehntausende Pflege bedürftige in Deutschlands Heimen werden aber immer noch Opfer mangelhafter Betreuung.
Rund jeder vierte Bewohner, der eine Wundversorgung brauchte, bekam diese zuletzt nicht ausreichend oder unzulänglich.
Bei jedem vierten Bewohner wurde das Gewicht nicht kontrolliert - trotz des Risikos eines Gewichtsverlustes.
In jedem fünften Fall, in dem es nötig gewesen wäre, gab es keine ausreichende Vorbeugung vor Druckgeschwüren.

Wie zeigte sich dies in den Gesamtnoten der Heime?
Kaum.
Deshalb liegen sie in keinem Bundesland aktuell schlechter als 1,6, der Bundesschnitt liegt bei 1,2. Probleme und Missstände in zentralen Bereichen können ausgeglichen werden.
 
Was soll man künftig über die Heime erfahren?
Eine Vielzahl an Informationen: Zunächst wie gut ein Heim abschneidet bei der Versorgung - etwa dem Erhalt der Mobilität,
der Selbstständigkeit, beim Vermeiden von Stürzen oder Druckgeschwüren.
Für jeden einzelnen dieser und weiterer Punkte wird künftig angegeben, ob ein Heim in fünf Stufen von weit über bis weit unter dem Durchschnitt liegt.
Und dann geht es um das Vorhandensein von Qualitätsdefiziten - bei der Unterstützung in Bereichen wie Bewegen,
Essen und Trinken oder Körperpflege, bei der Wundversorgung, der Schmerzbekämpfung und anderem.
Bei diesen und anderen Kriterien gibt es jeweils vier Stufen von keine/geringe bis schwerwiegende Defizite.

Was ändert sich bei den Prüfungen?
Bisher bricht in einem Pflegeheim oft Chaos aus, wenn die Prüfer kommen. Akten müssen zusammengesucht werden, Angehörige müssen ihre Erlaubnis geben. Künftig kommen die Prüfer angemeldet - sie suchen auch das Fachgespräch mit den Pflegekräften.
Es soll weniger um Kontrolle gehen, eher um mögliche Verbesserungen.
In die Bewertungen geht bisher vor allem ein, was an Pflege schriftlich dokumentiert ist.
Künftig sollen die Begutachtungen von jeweils neun repräsentativ ausgewählten Bewohnern im Zentrum stehen.
Die Prüfer kommen alle 14 Monate, bei guten Heimen nur alle zwei Jahre. 
Prüfungen bis Ende 2020 Bis Ende 2020 sollen alle Einrichtungen nach dem neuen Verfahren geprüft sein.
Veröffentlicht werden die Bewertungen wie bisher auf den Seiten der Krankenkassen, etwa dem pflegelotsen der Ersatzkassen oder dem pflege-Navigator der AOKen.
Auch die einzelnen Heime selbst sollen die Informationen vor Ort zur Verfügung stellen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Oktober 2019
« Letzte Änderung: 17. November 2019, 09:51:31 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Mit dem Pflegelotsen zur passenden Pflegeeinrichtung und mehr Tipps
« Antwort #19 am: 21. November 2019, 09:56:02 »
Pflegeheime: Ende einer Lächerlichkeit

Neuer Pflege-TÜV


Der Pflege-TÜV wird reformiert.
Damit nimmt Deutschland endlich Abschied von einem Bewertungssystem, in dem fast alle Heime immer mit "sehr gut" abgeschnitten haben.
Dass diese Lächerlichkeit ein Ende hat, ist gut.

Ob mit dem neuen System aber nun plötzlich alles besser wird, ist gleichzeitig äußerst fraglich.
Die Qualität in den Pflegeheimen werde sich durch die neue Bewertung verbessern, versprechen die Kassen.

Das wäre schön.

Doch letztlich werden es die Heime selbst sein, die ihre eigenen Leistungen beurteilen - auch wenn der MDK stichprobenartig nachkontrolliert.
Und: Das neue System mag zwar aussagekräftiger sein als die bisherigen Pflegenoten, es ist aber auch deutlich unübersichtlicher.

Für Laien ist es deshalb nicht einfach, sich einen Überblick zu verschaffen.

Doch zugegeben:

Das zu kritisieren erscheint etwas seltsam, nachdem es ja gerade das zu simple Notensystem war, das man loswerden wollte.

Das eigentliche Problem bei der Heimsuche ist ohnehin ein anderes: Gerade in den guten Häusern sind freie Plätze Mangelware.
Dazu kommt: Wer in der Realität einen lieben Menschen gut versorgt wissen will, braucht für ihn nicht irgendeinen Heimplatz irgendwo, sondern ein Heim in Wohnortnähe, in dem man selbst regelmäßig nach dem Rechten schauen kann.

Was bringt Angehörigen also der beste TÜV, wenn sie in der Realität oft ohnehin fast keine Auswahl haben?

Kommentar von Sebastian Horsch

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Oktober 2019

« Letzte Änderung: 21. November 2019, 09:57:50 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.