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Autor Thema: Krankenversicherung - Thematik, Richtlinien für Chronisch kranke und mehr Info`s  (Gelesen 24035 mal)

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Offline RalleGA

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Krankenversicherung

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Derzeit zahle ich 600 € monatlich Beitrag in meine private Krankenversicherung.
Als Rentnerin bekomme ich nur eine ganz kleine Rente.
Was kann ich tun, um weniger zu bezahlen?

Wenn Sie schon den Standardtarif haben, ist da nicht mehr viel zu machen.
Sie können noch den Zuschuss der Deutschen Rentenversicherung zur Krankenversicherung beantragen.
Das sind derzeit 7,3% vom Bruttobetrag Ihrer Rente.
Weiterhin ist zu prüfen, ob ein Anspruch auf Grundsicherung besteht.
Wenn ja, dann ist der Basistarif eine Alternative.
Der Beitrag dafür kann halbiert werden oder bei weiterer Bedürftigkeit vom Sozialamt voll übernommen werden.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018

Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Als ehemaliger Selbständiger und jetziger Rentner sitze ich nun auf sehr hohen Beiträgen meiner privaten Krankenkasse,
bei der ich erst mit 52 Jahren versichert worden bin.
Ich habe bereits Leistungen abgespeckt und Selbstbehalt erhöht.
Was kann man noch tun, um zu sparen?

Sie haben bereits die gängigen Spar-Möglichkeiten ausgeschöpft.
Da ist kaum noch etwas zu machen.
Leider fällt Ihnen jetzt die falsche Beratung für den Wechsel in die private Krankenversicherung auf die Füße.
Sich mit 52 Jahren privat krankenversichern zu lassen, bedeutet, dass Sie keine Zeit hatten,
genügend Alterungsrückstellungen aufzubauen.

Das lohnt sich nur, wenn man in jungen Jahren diesen Schritt geht:
Frauen bis Ende 30, Männer Anfang 40.

Und man sollte unbedingt das Geld, was man dann bei Krankenversicherung spart, zurücklegen,
um eventuell damit später als Rentner die Beiträge seiner Versicherung absichern zu können.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018

« Letzte Änderung: 12. Juni 2018, 10:40:36 von RalleGA »
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Meine private Krankenversicherung hat den Beitrag von 876 auf 946 Euro monatlich erhöht.
Das wird mir jetzt als 66-jähriger Rentner zu viel.
Kann ich in die gesetzliche Kasse zurück oder sonst irgendwie sparen?

Der Weg in die gesetzliche Kasse ist Ihnen aufgrund Ihres Alters jetzt verwehrt.

Aber Sie haben Einsparmöglichkeiten innerhalb der privaten Krankenversicherung:
Trennen Sie sich von solchen Luxusbausteinen wie Chefarztbehandlung und Einzelzimmer, erhöhen Sie gegebenenfalls Ihren Selbstbehalt oder nehmen Sie innerhalb Ihres Unternehmens einen Tarifwechsel vor.

Letzte Variante wäre, dass sie in den Standardtarif gehen.
Das geht aber nur, wenn Sie sich beispielsweise bereits vor 2009 versichert haben.
Angebote lassen Sie sich am besten direkt von Ihrem Versicherungsunternehmen geben,
weil da pekuniäre Vertreterinteressen keine Rolle spielen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018

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Meine private Versicherung hat in den letzten beiden Jahren den Beitrag um 20 Prozent erhöht.
Ich bin jetzt 51 und geschäftsführender Gesellschafter einer Handwerker-GmbH.
Wenn die Beitragserhöhungen so weitergehen, würde ich lieber in die Gesetzliche zurück.
Aber da steigen die Beiträge ja auch.
Ich suche nach einem Plan für die Zukunft.

Um eine solchen Plan ohne jegliches Risiko zu schmieden, müsste man in die Glaskugel schauen können.
Richtig ist, dass Sie bis zum 55. Geburtstag in der Lage sind, überhaupt noch in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukehren, wenn Sie kommende Beitragserhöhungen nicht mittragen möchten oder können.
Ganz sicher werden auch die Beiträge in der gesetzlichen Kasse nicht im gleichen Maße steigen wie in der privaten.
Aber Sie wären dann als Rentner freiwillig versichertes Kassenmitglied, und es würden alle Einkommensarten für die Ermittlung der Beitragshöhe berücksichtigt.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018
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Mein privates Versicherungsunternehmen erhöhte jetzt den Beitrag und gleichzeitig den Selbstbehalt.
Dabei wollte ich ja über einen erhöhten Selbstbehalt vom Beitrag runter.
Kann das sein?

Ja, die Versicherungsunternehmen haben diese Steuerungsmöglichkeiten.
Deshalb muss man generell vorsichtig sein bei einer Erhöhung des Selbstbehaltes,
damit sich ein eventuelles Einsparpotenzial nicht ins Gegenteil verkehrt.
Und von einem einmal erhöhten Selbstbehalt kommt man in der Regel nicht mehr runter.

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Da ich mit meiner gesetzlichen Kasse nicht so ganz zufrieden bin, möchte ich wechseln.
Was ist zu beachten?

Ein Kassenwechsel ist grundsätzlich erst nach einer 18-monatigen Mitgliedschaft möglich.
Falls Sie bei Ihrer derzeitigen Kasse einen Wahltarif haben, müssen Sie die sogenannte Bindungsfrist –
je nach Wahltarif sind es ein Jahr beziehungsweise drei Jahre – beachten.
Wenn Sie Ihrer bisherigen Kasse kündigen, beachten Sie bitte die Kündigungsfrist von zwei Monaten zum Monatsende.
Innerhalb dieser Zeit müssen Sie der alten Kasse den Mitgliedsbescheid der neuen vorlegen.
Erst dann wird die Kündigung auch wirksam.

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Ich arbeite als 33-jähriger selbständiger IT-Entwickler und bin gesetzlich versichert.
Da ich ziemlich gut verdiene und noch Mieteinnahmen habe, zahle ich bei meiner gesetzlichen Kasse fast 700 € Monatsbeitrag.
Wenn ich zur privaten Krankenversicherung wechsle, spielen doch beide Einkünfte keine Rolle – oder?

Das stimmt. In der privaten Krankenversicherung spielen Ihre Einkünfte keine Rolle.
Entscheidend für den Beitrag sind der versicherte Leistungsumfang, der Gesundheitszustand und das Alter bei Vertragsabschluss
sowie die Höhe eines eventuellen Selbstbehaltes.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018
« Letzte Änderung: 26. Juni 2018, 09:36:25 von RalleGA »
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Bisher arbeite ich als Selbständiger für einen Geschäftspartner und bin privat versichert.
Jetzt wurde mir eine Festanstellung von ihm angeboten.
Was wird aus meiner privaten Krankenversicherung, wenn ich das Angebot annehme?

Das hängt von Ihrem Bruttogehalt ab. Liegt es über 450 € und unter 4.800 € monatlich, werden Sie gesetzlich pflichtversichert. Ist Ihr Gehalt höher, bleiben Sie entweder privat krankenversichert oder können freiwilliges Mitglied einer gesetzlichen Krankenkasse werden.

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Meine Frau wird demnächst Rentnerin.
Bisher ist sie bei mir noch familienversichert.
Wie geht es nun weiter?

Wie es weitergeht, hängt von den Gesamteinkünften Ihrer Frau ab.
Liegen diese einschließlich der Altersrente unter 425 Euro monatlich, bleibt sie bei Ihnen familienversichert.
Sind die Einkünfte höher, ist zu prüfen, ob sie in die gesetzliche Krankenversicherung der Rentner kann oder ob sie sich als freiwilliges Mitglied versichern muss. Genaue Auskünfte gibt Ihnen Ihre Krankenkasse.

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Ich bin als Angestellter freiwillig gesetzlich versichert, zahle den Höchstbeitrag.
Da das gesetzliche Krankengeld begrenzt ist, möchte ich eine zusätzliche private Krankengeldversicherung abschließen.
Worauf muss ich dabei achten?

Das gesetzliche Krankengeld ist laut Sozialgesetzbuch V tatsächlich limitiert.
Es darf maximal 70% der Bemessungsgrenze ausmachen.
Derzeit entspricht das 101,50 € pro Tag.
Deshalb kann aufgrund Ihres Verdienstes eine Kombination mit einer privaten Krankengeldversicherung sinnvoll sein.
Denn hier kann das volle Netto versichert werden. Eine Begrenzung gibt es nicht.

Sie können also die Differenz vom gesetzlich Krankengeld bis zum tatsächlichen Netto mit einer privaten Zusatzpolice ausgleichen.
Doch bevor Sie sich entscheiden, prüfen Sie bitte, welche Satzungsleistungen oder Wahltarife Ihre Kasse hinsichtlich des Krankengeldes anbietet und wie hoch der Beitrag wird.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2018

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Krankenkasse vermittelt auch Haushaltshilfe

Manche Menschen sind krankheits- oder operationsbedingt auf eine Haushaltshilfe angewiesen.


Unterstützung bekommen sie dabei von der eigenen Krankenkasse - nicht nur in finanzieller Hinsicht.
Wer wegen einer Krankheit oder nach einer Operation eine Haushaltshilfe benötigt, bekommt von der Krankenkasse unter Umständen einen Teil der Kosten erstattet. Die Aufgaben kann ein professioneller Dienst oder auch ein Freund oder Angehöriger übernehmen.

Wer keine geeignete Person an der Hand hat, sollte das unbedingt gleich beim ersten Anruf bei seiner Kasse sagen.
Man kann dann darum bitten, dass die Kasse eine Haushaltshilfe sucht und gleich die Übernahme der Kosten und die Verfügbarkeit klärt. Der Versicherte sollte nur noch die Zeiten mit dem Dienstleister absprechen müssen.
Entscheidet sich jemand für die Hilfe von Freunden oder Verwandten, zahlen die meisten Kassen eine Aufwandsentschädigung von 9,25 € pro Stunde. Dafür müssen allerdings Verdienstausfall oder Fahrtkosten nachgewiesen werden.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Februar 2018
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Arbeitsunfähigkeit auch durch Reha-Arzt feststellbar

Wollen Versicherte Krankengeld erhalten, muss ein Vertragsarzt die Arbeitsunfähigkeit (AU) bescheinigen.
Doch wer darf dieses Attest verlängern?
Für einen Anspruch auf Krankengeld reicht es aus, dass die AU vor Ablauf der letzten Bewilligung erneut festgestellt wird.
Dabei ist es nicht notwendig, dass dies der behandelnde Kassenarzt vornimmt.
Es reicht aus, wenn sich die AU aus dem Entlassungsbericht einer Rehabilitationseinrichtung ergibt.
Urteil LSG Niedersachsen in Celle (Az.: L 5 KR 501/16).

Fall:
Ein Mann arbeitete als Fleischer. Aufgrund dieser Tätigkeit war er krankenversichert mit Anspruch auf Krankengeld.
Im August 2014 wurde er arbeitsunfähig und erhielt Krankengeld.
Sein Arbeitsverhältnis endete im September 2014. Aufgrund fortlaufend bescheinigter AU gewährte die Krankenkasse bis Ende März 2015 Krankengeld. Während des Krankengeldbezugs blieb der Mann aber weiter krankenversichert.

Im Entlassungsbericht stellte der behandelnde Chefarzt des Reha-Zentrums fest, dass eine AU  noch für 3-4 Wochen bestehen werde.
Der Patient wurde in die weitere fachärztliche Betreuung entlassen.
Die Krankenversicherung meinte, dass der Anspruch auf Krankengeld nicht mehr bestehe.
Es liege keine AU-Bescheinigung durch einen Vertragsarzt vor.

Urteil:
Die Klage des Mannes auf Weiterzahlung des Krankengelds war erfolgreich.
Es reiche aus, dass der Chefarzt des Reha-Zentrums die Arbeitsunfähigkeit festgestellt hat.
Durch den Anspruch auf Krankengeld habe auch nicht die Mitgliedschaft des Versicherten geendet.
Im Übrigen hätten an der kassenärztlichen Versorgung teilnehmende Ärzte nach dem Entlassungsbericht aus dem Reha-Zentrum eine Arbeitsunfähigkeit bis Ende November 2015 festgestellt.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2018

« Letzte Änderung: 02. Oktober 2018, 10:06:57 von RalleGA »
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