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Autor Thema: Arthroskopie  (Gelesen 5936 mal)

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Offline busymouse

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Arthroskopie
« am: 17. Mai 2007, 23:01:23 »
Arthroskopie

Eine Arthroskopie, auch Gelenkspiegelung, (von griechisch arthros = Gelenk und skopein = schauen) ist eine minimal-invasive Untersuchung eines Gelenks mit Hilfe des Endoskops (auch: Arthroskop). Das Endoskop wird nach Auffüllen des Gelenks mit Flüssigkeit (Ringer-Lösung, Purisole-Lösung), selten auch Gas (CO2) über eine Stichinzision in Lokalanästhesie oder Narkose eingeführt. Diese Vorgehensweise kann sowohl diagnostisch als auch therapeutisch eingesetzt werden.

Diagnostische Arthroskopie

Darunter versteht man das reine Betrachten eines Gelenkes, z. B. des Kniegelenkes, um eine bereits bestehende Diagnose oder eine Verdachtsdiagnose zu bestätigen.

Therapeutische Arthroskopie

Diese wird bei Verletzungen oder degenerativen Veränderungen in Gelenken angewandt. Man kann damit in das Gelenk hineinschauen und auch z. B. zerfetztes Knorpelgewebe mit einem Shaversystem abtragen.

Weiterhin können auch gerissene Sehnen und Bänder wieder zusammengenäht oder ersetzt werden. Dies geschieht über zwei Öffnungen. In diese werden zwei Geräte (eine Kamera und ein Arbeitsschacht) eingeführt. Über die Kamera sieht man, wie es in dem Gelenk aussieht, und über den Arbeitsschacht kann man weitere Werkzeuge einführen, z. B. einen Shaver oder Nahtmaterial.
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Offline RalleGA

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Re: Arthroskopie
« Antwort #1 am: 10. März 2015, 09:06:59 »
Was ist eine Arthroskopie?

Die Arthroskopie oder Gelenkspiegelung ist eine Untersuchung von Gelenken

(Griechisch: arthros = Gelenk),
bei der über einen kleinen Hautschnitt eine Sonde mit einer Minikamera eingeführt wird.
Diese überträgt Bilder aus dem Inneren des Gelenkes auf einen Bildschirm.
So können die Gelenkstrukturen direkt betrachtet und Schäden feststellt werden.
Häufig können diese noch während des gleichen Eingriffs behandelt werden.
Dafür führt der Arzt über weitere Hautschnitte dünne Arbeitsinstrumente wie Tasthaken, Schere,
Messer oder motorbetriebene Fräsen ein, mit denen er die krankhaften Veränderungen versorgt.

Vor allem Kniegelenke werden häufig einer Arthroskopie unterzogen.

Sie kann aber auch bei Erkrankungen anderer Gelenke wie Schulter-, Ellenbogen-, Hand- oder Sprunggelenk erfolgen.

Wie wird eine Arthroskopie durchgeführt?                                                                          
Die Arthroskopie kann ambulant oder stationär durchgeführt werden.
Sie erfolgt entweder in Vollnarkose oder in Regionalanästhesie,
bei der nur bestimmte Körperbereiche betäubt werden.
Bei Bedarf unterbindet der Untersucher die Blutzufuhr der entsprechenden Gliedmaße.
Das geschieht zum Beispiel durch das Anlegen einer Manschette am Oberschenkel,
um so das Kniegelenk blutfrei zu bekommen.
Das Gelenk wird mit einer speziellen Flüssigkeit ausgespült, gleichzeitig sorgt ein Abfluss für den ständigen Abtransport der Spülflüssigkeit und des abgetragenen Materials, zum Beispiel Knorpelstückchen und Überreste zerfallener Zellen.
Am Ende der Operation vernäht der Arzt die kleinen Hautschnitte und legt einen Verband an.

Welche Vorteile bietet die Arthroskopie?

Die Arthroskopie ersetzt viele Gelenkoperationen, für die früher eine Operation mit großem Schnitt und Gelenkeröffnung notwendig war.
Zudem kann das gesamte Gelenk untersucht und so eventuelle Begleitverletzungen erkannt werden.
Im Vergleich zu einer herkömmlichen Operation ist die Arthroskopie weniger schmerzhaft.
Außerdem können die Patienten das Gelenk früher wieder bewegen und belasten.
Insgesamt verkürzt sich dadurch der Heilungsverlauf im Allgemeinen erheblich.

Die kleinen Wunden erlauben in den meisten Fällen bereits am Tag des Eingriffs den Beginn der krankengymnastischen Nachbehandlung, um die Gelenkfunktionen wiederherzustellen.

Fundquelle: Auszug – „SVZ – Schweriner Volkszeitung“  November 2014
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Offline RalleGA

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Re: Arthroskopie
« Antwort #2 am: 02. März 2016, 09:31:29 »
Kniegelenksspiegelung keine Kassenleistung mehr

Nach einem Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses ist die Arthroskopie bei einer chronischen Arthrose des Kniegelenkes (Gonarthrose) künftig keine Kassenleistung mehr.

Bisher konnten die Ärzte durch Gelenkspülung, Abtragung der Gelenkschleimhaut, Knorpelglättung oder Meniskusentfernung bei Tausenden Patienten jährlich große Schmerzen lindern und die Beweglichkeit des Kniegelenkes erhalten.
Der Behandlungsbaustein werde wohl nur noch Selbstzahlern und Privatpatienten vorbehalten.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Februar 2016
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