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Autor Thema: Staat muss besser informieren - Veränderte Impfempfehlung  (Gelesen 3437 mal)

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Offline RalleGA

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Staat muss besser informieren - Veränderte Impfempfehlung
« am: 08. Oktober 2008, 18:13:04 »
Veränderte Impfempfehlung:
Staat muss besser informieren


BSG-Urteil: Der Staat muss stärker auf Änderungen bei Impfempfehlung hinweisen.
Kassel - Änderungen bei den staatlichen Impfempfehlungen müssen nach einem Urteil des Bundessozialgerichts deutlich bekanntgemacht werden.
Das geht aus einem Urteil der Kasseler Richter hervor.

Nach Ansicht der Kasseler Richter genügt es nicht, einfach die aktuelle Empfehlung von einem Serum zum anderen zu ändern, um Laien ausreichend Orientierung zu geben.
Ansonsten könnten sich bei Impfschäden die Opfer auf den sogenannten Rechtsschein berufen,
heißt es in dem am Donnerstag (2. Oktober) gesprochenen Urteil.
Gerade wenn es sich um eine weit verbreitete und noch dazu lange beworbene Impfung handelt, müsse eine "besondere Wachsamkeit und Informationspflicht der Behörden angenommen werden"
(Az.: 9/9a VJ 1/07 R).

 
Im konkreten Fall hatte sich ein junger Mann aus Dernbach im Westerwald im Dezember 1998 gegen Kinderlähmung impfen lassen.
Das verwendete Mittel war vom Robert-Koch-Institut des Bundes empfohlen worden
("Schluckimpfung ist süß, Kinderlähmung grausam")
- allerdings nur bis Anfang des Jahres.

Dann wechselte die Empfehlung von der Schluckimpfung mit Lebendviren zur Injektion mit Totviren.
Der heute 30 Jahre alte Mann führt psychische Störungen auf den nicht mehr empfohlenen Wirkstoff zurück.
Unter anderem leidet er laut seiner Anwältin unter starken Halluzinationen.

Das rheinland-pfälzische Versorgungsamt lehnte den Anspruch des Mannes auf eine staatliche Rente ab,
weil das Serum ja zum Zeitpunkt der Impfung nicht mehr empfohlen worden war.

Die Klägeranwältin sagte hingegen, dass sich der Laie auf die jahrzehntelang beworbene Impfung verlasse.

Dem folgten die Richter.
"Gerade bei öffentlich empfohlenen Impfungen, bei denen zudem nur der Impfstoff ausgewechselt wird, liegt der Rechtsschein nahe", hieß es in der Urteilsbegründung.

Allerdings ist das Kasseler Urteil, von dem noch zahlreiche ähnliche Fälle betroffen sind,
keine Entscheidung über die angestrebte Rente.
Zu klären ist nach wie vor, ob die Erkrankungen des Mannes überhaupt auf den Wirkstoff zurückgeführt werden können.

Bundessozialgericht in Kassel: www.bundessozialgericht.de
« Letzte Änderung: 25. Juni 2022, 06:40:50 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Staat muss besser informieren - Veränderte Impfempfehlung
« Antwort #1 am: 24. Juli 2017, 09:58:13 »
Ex-Partner darf Kinder impfen lassen 

Streiten getrennte Eltern darüber, ob ihr Kind geimpft werden soll oder nicht, kann der Familienrichter dem Befürworter zur Durchsetzung verhelfen. BGH-Beschluss (Az. XII ZB 157/16)
Die Entscheidung über den Impfschutz habe für das Kind erhebliche Bedeutung, heißt es zur Begründung.

In dem Fall aus Thüringen hat die Mutter, bei der das Kind lebt, Angst vor Impfschäden.
Der Vater will, dass seine Tochter alle offiziell empfohlenen Impfungen bekommt.
Die obersten Zivilrichter hatten zu klären, ob Impfungen zu den alltäglichen Angelegenheiten gehören oder von erheblicher Bedeutung sind. In Alltagsfragen wie über die richtige Ernährung oder die tägliche Zeit vor dem Fernseher kann der Elternteil allein entscheiden, bei dem das Kind lebt.
Bei bedeutsamen Entscheidungen brauche es Einigkeit. Können sich die Eltern nicht verständigen,
bestimmen die Gerichte, wessen Position im Sinne des Kindes ist.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2017
« Letzte Änderung: 24. Juli 2017, 10:01:18 von RalleGA »
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Offline Hygeia

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Re: Staat muss besser informieren - Veränderte Impfempfehlung
« Antwort #2 am: 03. August 2018, 19:24:58 »
Wenn ich diese ganzen Anti-Impf-Fanatiker demonstrieren sehe, werde ich echt wütend.  :-[ >:D >:(

Da war neulich ein Artikel im Spiegel (leider finde ich den nicht mehr) über die Impf-Verneiner und wie diese junge Eltern manipulieren
und vom Impfen ihrer Kinder abhalten.
Eine riesige Schande ist das.
Vor nicht allzu langer Zeit sind die Menschen noch Reihenweise an ganz normalen Krankheiten gestorben
gegen die man glücklicherweise heutzutage impfen kann.
Aber das Gedächtnis des Menschen reicht anscheinend nicht allzu lange zurück. :nd
« Letzte Änderung: 04. August 2018, 10:49:46 von RalleGA »
Wer ohne Leid, der ist auch ohne Liebe,
Wer ohne Reu', der ist auch ohne Treu',
Und dem nur wird die Sonne wolkenfrei,
Der aus dem Dunkel ringt mit heißem Triebe.

(Gottfried Keller)

Offline RalleGA

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Re: Staat muss besser informieren - Veränderte Impfempfehlung
« Antwort #3 am: 25. Juni 2022, 06:36:37 »
Antibiotika könnten Impfwirkung bei Kindern verringern

Lebensretter mit Nebenwirkungen


Bekommen Kleinkinder Antibiotika verschrieben, könnten verschiedene Impfungen schlechter wirken.
Das legt eine US-amerikanische Studie nahe, deren Ergebnisse im Fachblatt „Pediatrics" veröffentlicht wurden.
Wie die Mediziner vermuten, könnte ein durch die Antibiotika aus dem Gleichgewicht geratenes Darmmikrobiom den Impferfolg beeinträchtigen - eine Argumentation, die deutschen Experten zufolge schlüssig ist.

Das Zusammenspiel von Mikroorganismen im Darm ist unter anderem für die Verdauung wichtig aber auch für das Immunsystem. Tatsächlich wurde in einer Studie von 2019 bereits beschrieben, dass Antibiotika die Wirkung von Impfungen bei Erwachsenen verringern können.

Nun wertete ein Team um die Mediziner Timothy Chapman und Michael Pichichero vom Rochester General Hospital Research Institute Blutproben von 560 Kindern in einem Zeitraum von 6 bis 24 Lebensmonaten aus. Die Proben waren im Rahmen mehrerer Vorsorgeuntersuchungen sowie bei Auftreten einer akuten Mittelohrentzündung entnommen worden. 342 Kinder aus dieser Kohorte hatten insgesamt fast 1700 Einheiten Antibiotika in den ersten 24 Lebensmonaten erhalten, während 218 Kinder keine bekamen.   

Die Forschenden analysierten dann die Antikörperlevel der Kinder für die Impfungen gegen Diphtherie, Tetanus, Polio, Keuchhusten, Influenza und Pneumokokken. Das Ergebnis: Bei den mit Antibiotika behandelten Kindern waren die Antikörper1evel im Durchschnitt geringer als bei denjenigen, die keine Antibiotika erhalten hatten.
Bei jenen Kindern, die Antibiotika zwischen dem neunten und zwölften Lebensmonat oder wiederholt bekamen,
lagen diese Levels besonders häufig unter den Konzentrationen, die für einen Immunschutz als relevant angesehen werden.

"Damit hätten sie ein erhöhtes Risiko, an Infektionen zu erkranken, die durch die Erreger, gegen die geimpft wurde, ausgelöst werden". (erläutert in einer unabhängigen Einschätzung)  

Ein differenzierterer Blick auf die Ergebnisse zeigt, dass etwa das Antibiotikum Amoxicillin allein keinen Effekt hatte,
in Kombination mit Clavulansäure aber schon.
Solche Kombinationspräparate werden aufgrund ihres erweiterten antibakteriellen Wirkungsspektrums verschrieben.
"Auch ist interessant, dass die Kombination aus Amoxicillin und Clavulanate nach fünf Tagen einen geringeren Effekt auf die Antikörperproduktion hatte als nach einer Gabe für zehn Tage". "Kürzer Antibiotika zu geben scheint also besser zu sein."   

Der Experte betont indes auch, dass der Einfluss der Krankheiten, wegen derer die Antibiotika gegeben wurden,
auf die Antikörperbildung nach der Impfung unabhängig von der Antibiotikagabe analysiert werden müsste.

Das würde bedeuten, Kinder mit ähnlichen Erkrankungen zu untersuchen, die keine Antibiotika erhielten.
Zudem seien Antikörper nur ein Teil der immunologischen Antwort auf einen Impfstoff.
"Das T-Zellvermittelte Immungedächtnis wurde in der Studie zwar nicht untersucht, wird aber nach begründetem Verständnis auch induziert worden sein und somit eine Schutzwirkung vermitteln können."
Wie die Autoren darüber hinaus selbst schreiben, hatten sie keine Stuhlproben von den Kindern genommen.
Diese seien aber nötig, um die Auswirkungen der Antibiotika auf das Darmmikrobiom festzustellen.

Antibiotika, die in der frühen Kindheit oft gegen eine Mittelohrentzündung verschrieben werden, greifen nicht nur die gefährlichen Bakterien im Ohr an, sondern auch die nützlichen Bakterien des Darmmikrobioms" den zugrundeliegenden Zusammenhang.
"Die Balance der Bakterien mit unserem Immunsystem wird dadurch gestört und es ist denkbar,
dass Impfungen dadurch nicht mehr ihre volle Wirkung zeigen, was zu einem verminderten Immunschutz führen kann."

Jener Zusammenhang bleibe in der aktuellen Studie theoretisch, da das Darmmikrobiom eben nicht untersucht worden sei.
Möglicherweise könnte eine Einnahme von Probiotika zum Schutz des Darmmikrobioms den in der Studie beobachteten Effekt reduzieren.
Das müsse allerdings noch erforscht werden.
Ebenso wenig lasse sich derzeit sagen, ob die mit Antibiotika behandelten Kinder nachgeimpft werden sollten.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  April 2022
« Letzte Änderung: 25. Juni 2022, 06:39:14 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.