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Autor Thema: Ratschläge zur Ernährung = Heilung von Beschwerden  (Gelesen 14671 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Ratschläge zur Ernährung = Heilung von Beschwerden
« Antwort #90 am: 09. Mai 2022, 09:37:35 »
Intervallfasten

Sogar das Herzinfarkt-Risiko sinkt 


Bluthochdruck zählt zu den am weitesten verbreiteten Risikofaktoren für Herzinfarkt.
Nicht nur Stressreduktion beugt diesem vor: Auch Fastenperioden sollen das Herz stärken.
Sie nutzen die Zeit für eine Fastenkur? Das wird nicht nur ein paar Pfunde schmelzen lassen:
Auch der Herzmuskel kann durch Fastenperioden regenerieren.

Wie die Deutsche Herzstiftung weiter informiert, haben STUDIEN gezeigt,
dass Intervallfasten Herz-Risikokrankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck und erhöhtes Cholesterin positiv beeinflusst.

„Somit kann Intervallfasten bei Herzinfarktpatienten dazu beitragen, das Risiko für einen weiteren Infarkt zu reduzieren“,
heißt es in einer Pressemitteilung der Stiftung. „Intervallfasten löst Veränderungen im Zellstoffwechsel aus, die wiederum viele Gemeinsamkeiten mit genau den Zellprogrammen zeigen, die eine Heilung des Herzmuskels und eine Wiederherstellung der Durchblutung und der Pumpfunktion des Herzens begünstigen“,
so Professor Daniel Sedding, Direktor der Uniklinik für Kardiologie in Halle (Saale).

Er und sein Team untersuchen im Rahmen der Studie „Intervallfasten nach Myokardinfarkt“, ob Intervallfasten auch die Regeneration des Herzens nach einem Herzinfarkt unterstützen kann, um so eine Herzschwäche (chronische Herzinsuffizienz) zu vermeiden.

Intervallfasten ist nicht für jeden geeignet:
Vor allem Herzpatienten sollten nicht auf eigene Faust loslegen.


Sie möchten mehr über das Intervallfasten erfahren?
Im Ratgeber „Die Ernährungs-Docs - Gesund und schlank durch Intervallfasten:
Das 16:8-Programm mit Rezepten und Wochenplänen“ (werblicher Link) können Sie H I E R nachlesen,
wie Sie das Intervallfasten ganz einfach in Ihren Alltag einbinden können.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  April 2022
« Letzte Änderung: 09. Mai 2022, 09:46:10 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Ratschläge zur Ernährung = Heilung von Beschwerden
« Antwort #91 am: 17. Mai 2022, 09:44:17 »
Ernährung:

Die Versprechen der Detox-Produkte
 

Ausgelaugt und energielos: So fühlt sich jeder von uns hin und wieder.
Eine Befindlichkeit, die Hersteller von Produkten wie Tees, Kapseln oder Saftkuren aufgreifen.
Unter dem Schlagwort „Detox" versprechen sie Großes: Die Produkte sollen den Körper entgiften.
Die Menschen sollen sich fitter fühlen, kraftvoller, vielleicht sogar das eine oder andere Kilo verlieren.

Ein Marketing-Kniff - oder nutzen die Produkte wirklich?
Schon allein der Begriff Detox sei eine Irreführung.
Dahinter steckt das Wort Detoxifikation, womit Entgiftung gemeint ist. Nur: Um sich zu entgiften, braucht der Körper keine Hilfe.
"Das macht er selbst, und zwar ganz hervorragend", sagt auch der Hamburger Ernährungsmediziner Matthias Riedl.

Vom "Entschlacken" ist die Rede
Schädliche Stoffe jeglicher Art werden über Leber, Darm, Niere und Lunge abgebaut und nach außen abgegeben.
Allenfalls bei akuten Vergiftungen, z.B. durch eine Überdosis an Medikamenten, müsse ein Arzt mit einem Gegengift gegensteuern.     

Zwar könne es vorkommen, dass sich im Fettgewebe zum Beispiel Blei aus Wasserleitungen ansammle.
"Es gibt aber. keinerlei wissenschaftliche Belege, dass sich ein solcher Schadstoff mit einem
Detox-Produkt aus dem Körper aus leiten lässt".
Oft werben die Hersteller der Detox-Produkte auch mit einer "entschlackenden" Wirkung.
Allerdings: So etwas wie "Schlacke" gebe es gar nicht.

Auch die Versprechen; dass man mit Detox-Produkten abnehmen oder sein Immunsystem Boostern könne, sind wissenschaftlich nicht belegt. Urteil: "Frei im Handel erhältliche Produkte mit vermeintlich entgiftender Wirkung sind teuer und unnötig."

Pflaster, die sich dunkel färben

Ein Produkt, das als besonders unseriös beurteilt wird, sind Detox-Pflaster.
Nach Angaben der Hersteller soll man sich das Pflaster abends vor dem Schlafengehen an die Fußsohlen heften.
Färben sich die Pflaster über Nacht dunkel, dann soll dies belegen, dass die Pflaster Giftstoffe aus dem Körper ausgesaugt haben.

Die Dunkelfärbung könnte durch die Verbindung von Wärme unter der Bettdecke entstehen.
Aber sie sei nicht auf eine Entgiftung zurückzuführen, denn auch hierfür fehle der wissenschaftliche Nachweis.    

Bezeichnung für Lebensmittel verboten
Eben weil an den entscheidenden Stellen wissenschaftliche Belege fehlen, ist es Herstellern untersagt,
Produkte mit Detox-Versprechen auf den Markt zu bringen.

Zumindest gilt dies für Lebensmittel, und zwar infolge einer Entscheidung des Bundesgerichtshofs (BGH) aus dem Jahr 2018.
Doch: Einige Hersteller halten sich nicht daran, andere umschreiben ihre Produkte.

Was man allerdings nicht vergessen darf:
In manchen Detox-Produkten stecken durchaus auch gesunde Zutaten wie Kürbiskerne.

Grüner Tee oder Heilerde:
"Sie schaden dem Körper nicht, entfalten aber eben nicht die angepriesene entgiftende Wirkung".


Kürbiskerne als solche seien okay, ebenso grüner Tee als Getränk -
"aber warum sollten es teure Nahrungsergänzungsmittel sein?
"

Von einigen Detox-Produkten sollte man die Finger lassen.
Von entgiftenden Saftkuren, bei denen die Ernährung tagelang nur aus Säften besteht, ist abzuraten.
Denn die Säfte, die aus Früchten und Gemüse bestehen, seien viel zu zuckerhaltig, was die Leber belaste.

Vorsicht ist auch bei entwässernden Produkten geboten: Wer die über einen längeren Zeitraum konsumiert, scheidet vermehrt Mineralstoffe wie Natrium, Kalium, Calcium oder Magnesium aus.
So kann der Elektrolyt-Haushalt des Körpers außer Balance geraten.
Die Folge können Krämpfe oder Muskelstörungen sein.
Gar nicht erst Giftstoffe in den Körper holen

Was also tun, um den Körper wirklich etwas Gutes zu tun - und das ganz ohne Pilaster und Pülverchen? Am besten holt man sich gar nicht erst so viele schädliche Stoffe in den Körper: Nikotin und Alkohol nach Möglichkeit vermeiden.

Ernährungsprofis raten viel Obst und Gemüse auf den Speiseplan zu setzen.
Allerdings: Obst und Gemüse vor dem Verzehr immer gründlich waschen.
Bei Blattgemüse sei es zum Schutz vor Schwermetallen ratsam, die äußeren Blätter und den Strunk zu entfernen.
Bioprodukte enthalten meist weniger Schadstoffe.
Damit die Niere schnell und effektiv Giftstoffe herausfiltern kann, sollte man ausreichend trinken -
etwa zwei bis drei, Liter Wasser und ungesüßte Tees am Tag.

Fasten für die Zellschäden-Reparatur
Ebenfalls vorteilhaft für den Körper: Fasten.
Hilfreich kann etwa das sogenannte Intervallfasten sein.
Dabei wird z.B. zwischen 16 Uhr und 8 Uhr des Folgetages auf Essen verzichtet.
In diesem Zeitfenster gelangt der Körper in einen besonderen Stoffwechselzustand.
Ein bewussteres Essen könne auch dabei helfen, Kilos zu verlieren.
Wer sich dann auch noch viel Bewegung in den Alltag einbaut, am besten an der frischen Luft, tut dem Körper wirklich viel Gutes.

Und das ohne einen Euro für Detox-Produkte auszugeben.   :jippi

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  April 2022
« Letzte Änderung: 17. Mai 2022, 09:49:35 von RalleGA »
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Re: Ratschläge zur Ernährung = Heilung von Beschwerden
« Antwort #92 am: 28. Mai 2022, 09:28:45 »
Buchtipp zur gesunden Ernährung

Die Haferkur für den gesunden Stoffwechsel


Winfried Keuthage

Trias Verlag Stuttgart 2022. 142 S., 17,99 Euro.
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Ratschläge zur Ernährung = Heilung von Beschwerden
« Antwort #93 am: 19. August 2022, 09:44:38 »
Ernährung

Hafer: Arznei im Brei


Der spezielle Ballaststoff Beta-Glucan macht die Flocken zum regionalen Superfood.   :supi

Hafer? Haferschleim?
Spätestens bei dieser Assoziation ist das Getreide für die meisten erledigt.
Ja, da wäre Porridge, die englische und schottische Version einer Arme-Leute-Alltagskost, variabel mit Butter, Sahne, Süßem zu verfeinern.
Viele konfektionierte Müsli-Mischungen enthalten zwar Haferflocken, aber darin hat sich anderer süßer Knusperkram oft durchgesetzt.

Hafer wurde schon häufig verkannt – wie ein Blick in die Geschichte zeigt. 
Hinweise auf die Verwendung des Getreides (botanisch Avena sativa) aus der Familie der Süßgräser
gibt es schon seit mehr als 6.000 Jahren, etwa aus Polen und dem nördlichen Schwarzmeerraum.
Lange galt Hafer vermutlich als eine Art Unkraut, das mit anderen Getreidearten aus Vorderasien nach Mitteleuropa gebracht wurde.
Seine Fähigkeit, auch unter relativ schlechten Bedingungen zu gedeihen, machte ihn im Norden Europas interessant.

Nach Einführung der Kartoffel Anfang des 17. Jahrhunderts war Hafer hierzulande nicht mehr Hauptanbaufrucht.
Immerhin stand er noch bis 1939 auf der Rangliste der am häufigsten angebauten Getreidearten nach Weizen und Mais auf Platz drei.
Heute wird er in den Industrienationen vor allem als Viehfutter verwendet.   

Die Ansprüche des Getreides sind nicht hoch: Er gedeiht in gemäßigtem Klima und kommt mit den meisten Böden klar.
Die Pflanze hat keine Ähren, sondern Rispen, sie wird 60 bis 150 Zentimeter hoch.
Die bis zu zwei Meter tiefen Wurzeln holen Nährstoffe aus tieferen Bodenschichten.
Gegenüber Krankheiten und Schädlingen ist Hafer wenig anfällig.
Er gilt sogar als »Gesundungsfrucht«, denn für viele Erreger von Getreidekrankheiten ist er kein Wirt.

Als Brotgetreide kommt er jedoch kaum zur Geltung: Die Körner enthalten zu wenig Klebereiweiß (Gluten).
Jedoch gelangen verarbei-tete Formen wie Flocken, Grieß oder Mehl durchaus auf den Tisch.
Mehr noch: Hafer boomt als regionales Superfood, nicht zuletzt durch die Nachfrage nach Haferdrinks als Milchersatz.

Die Anbauflächen in Deutschland wuchsen zwischen 2019 und 2021 leicht, aber unter den nennenswerten Getreidearten steht Hafer weiter nur auf dem sechsten Platz. Die größten Produzenten in der EU waren nach der vorjährigen Ernteprognose Polen, Spanien und Finnland.   

Was macht Hafer nun so bekömmlich, dass er unter den Getreidesorten als bislang einzige zur Arzneipflanze des Jahres gekürt wurde?
Der Gehalt an Kohlenhydraten liegt mit knapp6% etwas niedriger als beim Weizen.
Im Hafer sind aber komplexe Kohlenhydrate enthal-ten – wie Stärke oder Polysaccharide.
Deren Zuckerbausteine werden nur verzögert aufgenommen.
Der Blutzuckerspiegel steigt langsamer, das Sättigungsgefühl hält länger.
Das ist ein Teil des gepriesenen Effekts einer Hafermahlzeit am Morgen.
Hinzu kommt, dass in der Stärke ein hoher Anteil von Amylose und Amylopektin enthalten ist, deren besondere Klebereigenschaften beim Erwärmen aufgeschlossen werden.

Am Ende entsteht der typische schleimige Charakter, der die gute Verdauung sichert.
Zur Senkung des Darmkrebsrisikos könnten die Ballaststoffe ebenfalls beitragen – deren löslicher Anteil wird zu kurzkettigen Fettsäuren abgebaut.
Diese bilden eine zähflüssige Schutzbarriere für die Darmschleimhaut, in der schädliche Stoffe gebunden werden.

Hervorzuheben unter den Ballaststoffen des Hafers ist das Beta-Glucan.
Dieser spezielle, wasserlösliche Bestandteil ist nur im Hafer in einer solch hohen Konzentration enthalten;
außerdem findet er sich in Gerste, Bakterien und Pilzen.
Beta-Glucan bindet, wie schon beschrieben, Flüssigkeit im Körper.
Durch die entstehende gelähnliche Substanz wird der Nährstoffabbau im Dünndarm verlangsamt.
Beta-Glucan fördert zudem vermutlich die Ausscheidung von Gallensäuren.
Zur Bildung neuer Gallensäure greift der Körper auf Cholesterin zurück, dessen Spiegel im Blut so gesenkt wird.

Dass Hafermahlzeiten positive Effekte für Gesunde und Kranke haben, wusste schon die Universalgelehrte Hildegard von Bingen im 12. Jahrhundert. Viele spätere Heilkundler empfahlen das Getreide – unter anderem für regelmäßigen Stuhlgang, gegen Durchfälle oder bei Magenleiden.


Aus heutiger Sicht besonders interessant ist die Einführung von Hafertagen zur Behandlung der Zuckerkrankheit,
heute als Typ-2-Diabetes bezeichnet. Der deutsche Diabetologe Carl von Noorden entdeckte, dass Hafersuppe als Aufbaukost für zwei Diabetes-Patienten mit Magen-Darm-Beschwerden auch deren Zuckerausscheidung im Urin reduzierte.

1902 stellte von Noorden seine Ergebnisse auf einer Tagung in Karlsbad vor.
Knapp 20 Jahre später wurde Insulin in die Diabetes-Therapie eingeführt, die zuvor empfohlenen Hafertage gerieten in Vergessenheit.
Ende der 1990er Jahre änderte sich das wieder, auch weil die Wirkung von Haferbestandteilen auf den Glucosestoffwechsel erkannt wurde.
Inzwischen wird insulinpflichtigen Diabetikern empfohlen, zwei Hafertage pro Monat einzulegen.
Der Insulinbedarf kann so um ein Drittel gesenkt werden.

Nachgewiesen wurden diese Effekte unter anderem in einer Studie der Universität Heidelberg von 2008.
Hier senkte die zweitägige Kur den Insulinbedarf um durchschnittlich 42%.
Die Blutzuckerwerte der Probanden wurden um 25-40% redu¬ziert, diese Wirkung hielt vier Wochen an.

Zudem stieg der Spiegel des Hormons Adiponectin um 43% – es erhöht die Insulinsensitivität der Zellen und verbessert damit die Insulinwirkung. Das senkt wiederum das Risiko für Gefäßschäden. 

Insofern gehören die Hafertage heute bereits zu den Standard-Diät-Empfehlungen vieler Diabetologen.
Einer von ihnen ist Winfried Keuthage aus Münster, der an der dortigen Fachhochschule auch Ernährungswissenschaftler ausbildet.
Keuthage hat aktuell einen Ratgeber zur Haferkur verfasst, der die Erkenntnisse zusammenfasst und Rezepte für 75 Hafer-Varianten mitliefert.
Der Autor bietet zudem zwei Versionen für die Hafertage: Die strenge gestattet zu den drei Mahlzeiten mit je 75 Gramm Haferflocken neben Wasser oder Brühe nur die Zugabe von Kräutern und Gewürzen.

Ein gemäßigter Hafertag eröffnet mehr Möglichkeiten, den Brei aufzupeppen: entweder mit Gemüse, Beeren oder Nüssen.

Kaum Grenzen gibt es für alle, die einfach mehr Hafer in den Speiseplan aufnehmen wollen.
Als Frühstücksklassiker kann er je nach Flockenarten entweder mit kochendem Wasser aufgebrüht oder kurz aufgekocht werden.
Das Einweichen am Vorabend ist eine weitere Möglichkeit.
Hafer geht aber auch herzhaft, etwa in Bratlingen, im Pizzaboden oder in gefüllter Paprika.

Fundquelle: Auszug – „Neues Deutschland“  Mai 2022
« Letzte Änderung: 19. August 2022, 09:53:10 von RalleGA »
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