Orpha Selbsthilfe Forum

Neueste Beiträge

Seiten: 1 2 [3] 4 5 ... 10
21
Impfen:

Wer Windpocken hatte ist Gürtelrose gefährdet


Bei den über 60-jährigen sind das fast alle. Bricht eine Gürtelrose aus kann dies sehr schmerzhaft sein und monatelang Nervenschmerzen verursachen. Ab jedem Lebensjahr steigt das Ausbruchsrisiko.

Grund: Unser Immunsystem wird schwächer – egal wie gesund wir leben.
Schutz kann eine Impfung bieten.

Empfehlung der Stiko für alle ab 60 Jahren.
Bei Menschen mit Grunderkrankungen bereits ab 50 Lenzen.

www.impfen.de/guertelrose 

Fundquelle: Auszug – „RTV“ Mai 2022
22
Suche andere Betroffene / Re: Ödeme und Metabolische Veränderungen
« Letzter Beitrag von RalleGA am 17. Juli 2022, 11:33:48 »
Hi,

wende Dich mal an einen Lymphologen.

schau mal u.a. auch: H I E R

Der Lymphologe ist ein Arzt, der speziell für die Diagnose und Therapie von Erkrankungen des Lymphgefäß-Systems ausgebildet ist.
Unter anderem untersucht und behandelt er Patienten mit Lymphabflussstörungen und Lymphödemen
(Eiweißreiche Flüssigkeitsansammlung im Gewebe) in allen Schweregraden.
23
Faszien

Forschung


Alle Welt redet über die Faszien, das verborgene Bindegewebe, das unseren Körper im Innersten zusammenhält.

Welche Rolle spielt dieses Ganzkörpernetzwerk wirklich?
Bietet es Chancen für neue Therapien und Heilung, z.B. für die Volkskrankheit Nummer eins, den Rückenschmerz?
Die Dokumentation zeigt die neuesten Erkenntnisse der internationalen Wissenschaft.

H I E R

Faszien galten lange nur als bedeutungsloses Hüllmaterial, das von Chirurgen ignoriert und von Anatomen wegpräpariert wurde.
Heute weiß man, dass das Bindegewebe den Menschen feinmaschig umhüllt wie ein zweiter Körper und alle inneren Organe durchdringt, selbst die Adern und das Gehirn. Sogar von Faszien als einem riesigen Schmerzorgan ist die Rede.
Überall spricht man über das geheimnisvolle Gewebe.

Die Faszien – ein Hype oder Quell wegweisender Erkenntnisse und neuer Therapieformen?

Renommierte Forscher überall auf der Welt setzen sich mit dieser Frage auseinander.
In Padua revolutionierte Prof. Carla Stecco mit ihrem „Atlas des menschlichen Fasziensystems“ die Welt der Anatomie.
Sie seziert die große Rückenfaszie, die als Verursacher für chronische Rückenschmerzen gesehen werden kann.
Der amerikanische Faszien-Pionier Thomas Myers, Autor von "Anatomy Trains", ermöglicht Einblicke in das riesige Ganzkörpernetzwerk,
das den Menschen stabilisiert und aufrecht hält.
Robert Schleip, einer der führenden deutschen Forscher, zeigt die Auswirkungen,
die zu wenig Bewegung für das hochempfindliche Fasziengewebe hat.

Die Forscherin Helene Langevin aus Boston zeigt auf, welche Rolle den Faszien bei der uralten Heilmethode Akupunktur zukommt.
Gemeinsam kommen alle Wissenschaftler zu der aktuellen Erkenntnis:
Die weißen Bindegewebsfasern sind zum einen Verursacher von Schmerzen und Erkrankungen,
aber auch ein alternativer Ansatz für neue Heilungsmethoden.
24
Suche andere Betroffene / Ödeme und Metabolische Veränderungen
« Letzter Beitrag von chocolate.strwaberry12 am 17. Juli 2022, 01:20:44 »
Hallo  ;)
Ich bin 16 Jahre alt und leide seit einem Jahr unter Symtomen, die sich kein Arzt erklären konnte  :-\
und daher wurde alles auf die Psyche geschoben, aber ich will noch nicht aufgeben.  :supi

Alles hat im September 2021 angefangen als sich mein Stoffwechsel mit jedem Tag mehr beschleunigt hat
und ich gemerkt habe wie mein Körperfettanteil immer geringer wird trotz gleich viel essen wie früher.
Ich habe das vor allem im Gesicht gemerkt weil es total abgemagert aussah.
Bis es dann von einem Tag auf den anderen fast komplett weg war und seitdem habe ich kein Gramm Körperfett mehr gesehen an meinem Körper nur noch starke Ödeme.

Dann habe ich angefangen noch mehr zu essen, (bis zu 5.000 Kalorien am Tag) da ich nicht mit den knochigen Veränderungen im Gesicht klar kam, aber das ganze Essen brachte zu Beginn kaum etwas mein Gesicht blieb so knochig wie es ist, was früher nie so war.

Erst nach etwa einer Woche habe ich bemerkt, wie langsam meine Hose an den Waden zu eng wird und immer stärker wurde.
Innerhalb von 2 Monaten war ich 15kg schwerer und konnte kaum mehr laufen.
Die Flüssigkeit in den Beinen hatte sich verhärtet und um das Gesäß herum hat sich die Flüssigkeit
wie Stein angefühlt und es haben sich Zysten und Geschwüre gebildet auch um meinen Bauch herum.
Meine Beine sahen eins zu eins aus wie Baumstämme nur wurde ich einfach als dick beleidigt,
obwohl ich immer noch kein Gramm Fett an meinem Körper hatte nur eine Flüssigkeit.

Da ich meinen Körper am besten kenne, weiß ich genau wie sich Körperfettanteil anfühlt,
da ich Körperfettanteil so sehr vermisse seit einem Jahr und was Schwellung ist, denn früher war mein Stoffwechsel und alles ganz anders.
Irgendwann hatte ich solche Schmerzen und habe mich unwohl gefühlt, weil ich gelaufen bin wie ein Baum,
da ich mein Knie nicht biegen konnte, dass ich etwas Flüssigkeit loswerden wollte.

Also achtete ich auf meine Ernährung und schaufelte nicht mehr so viel in mich hinein.
Nach 5 Monaten harter Arbeit war ich den größten Teil der Flüssigkeit los, jedoch blieb das restliche Stoffwechselproblem immernoch bestehen. Ich konnte zwar wieder laufen und endlich wieder fast ohne schmerzen das Leben genießen, aber dennoch reagierte mein Körper direkt nach dem Essen mit Schwellungne in den Beinen besonders nach salzigen Essen.
Die Ärzte ignorierten es als die Ödeme am schlimmsten waren und genauso ignorieren sie es als sie Mittel stark waren.

Das Wasser sammelt sich sehr stark im Gesäß und in den Schienbeinen inklusive Knien herum an.
Früher konnte ich immer Bauchfett zunehmen, doch seit einem Jahr geht es keine Schritt mehr.
Mein Bauch bleibt so stockdümmste und meine Beine blasen sich auf.
Obwohl die Schwellungne sichtbar sind, wurde alles ignoriert, da ich sonst recht schlank bin.

Aufgrund des zu niedrigen Körperfettanteil sieht mein Gesicht immer knochig aus, egal wie viel ich wog.
Ich hatte solche Schmerzen und Gangschwierigkeiten und habe mich so für mein massives Gesäß geschämt.

Manchmal ist mein Gesicht auch angeschwollen und dann gleichzeitig rot geworden.
Als alles angefangen hat war ich sehr dünn, (BMI 15) weil sich mein Stoffwechsel verändert hat, mit jedem Tag.

Als ich von den Ärzten dazu motiviert wurde abzunehmen, wegen meiner dicken Beine war mein BMI 21.
Jedoch sahen die Beine eher aus wie BMI 25.
Das alles klingt so unrealistisch, aber es ist genauso passiert und ich kann kein Gramm Körperfettanteil mehr zunehmen,
nur noch Schwellung, welche mich trotz Normalgewicht Übergewichtig aussehen lässt.

Ich habe auch eine Veränderung in der Entwicklung gesehen.
Ich war zwar immer schlank aber hatte eine normale Entwicklung in der Pubertät.
Und als das alles begonnen hat, hat eine Gewichtszunahme keinen einzigen Schritt in der Entwicklung voran gebracht.
Nachdem ich 15 kg zugenommen hatte, meinte die Gynäkologin sie kann keinen einzigen Entwicklungsfortschritt sehen.

Als das alles begann, hatte ich auch schlechte Nierenwerte, jedoch sobald die Schwellung schlimmer geworden ist, sind diese besser geworden. Ich habe gemerkt, (an Tagen als die Schwellung gewachsen ist) musste ich fast gar nicht auf Toilette und als sie weniger wurde musste ich sehr viel.

Diuretika haben noch mehr geholfen, allerdings habe ich sie abgesetzt, da ich Herzprobleme bekommen hatte.
Meine Blutwerte sind alle bis auf die Niere und potassium gut.
25
Altersrente:

Nach einem Unfall Ausgleichsansprüche geltend machen


Wer aufgrund eines Unfalls länger arbeitsunfähig ist, dem können daraus Nachteile beim Rentenbezug entstehen.
Auf Antrag können diese unter Umständen ausgeglichen werden.   Menschen, die einen Unfall hatten,
können daraus entstandene Nachteile bezüglich ihrer Rentenansprüche bei der Rentenversicherung geltend machen.
Darauf weist die DRV Bund in Berlin hin.

Nachteile können entstehen, wenn versicherte AN wegen der Unfallfolgen Kranken- oder Verletztengeld erhalten haben,
Lohn- oder Gehaltseinbußen hinnehmen mussten oder sogar eine Erwerbsminderungsrente beziehen.


Reichen Geschädigte einen Antrag ein, prüft die DRV, ob Ersatzansprüche geltend gemacht werden können.
Gegebenenfalls können aus dem Unfall resultierende Nachteile in den Rentenansprüchen dann wieder ausgeglichen werden.

Weitere Informationen
gibt es unter  0800 – 1000 4800 oder online bei der DRV.
26
Amenorrhoe
Wenn die Periode ausbleibt


Eine Amenorrhoe kann viele Gründe haben – z.B. Stress und Essstörungen könn(t)en dahinterstecken Pünktlich alle vier Wochen die Periode: Das ist für die meisten Frauen reine Theorie.
In welchem Abstand, wie lang und wie stark sie menstruieren, ist völlig unterschiedlich.
Außerdem kann es immer mal zu Unregelmäßigkeiten kommen, ohne dass dies eine größere Bedeutung hätte.

Was ist aber, wenn bei jungen Frauen, die nicht schwanger sind, die Periode auf einmal ganz ausbleibt?
Es wird berichtet, dass sie keine Regelblutung mehr hatte, als sie ein nervenaufreibendes Auslandsjahr machte.
»Zuerst habe ich mir nicht viel gedacht, weil es bei mir im Urlaub auch öfter mal zu Verzögerungen kam.
Aber als meine Tage nach ein paar Monaten immer noch nicht da waren, war ich beunruhigt.
« Im Internet fand sie eine lange Liste möglicher Gründe und hatte auf einmal Angst, schwer krank zu sein.
»Dabei habe ich vermutet, dass es einfach am Stress lag. In Prüfungsphasen hatte ich auch schon Verschiebungen.«

Der Fachausdruck für das Problem heißt sekundäre Amenorrhoe.
Davon spricht man, wenn die Periode drei Monate und länger auf sich warten lässt,
ohne dass eine Frau schwanger wäre oder in den Wechseljahren.
Das Phänomen ist weit verbreitet.
Genau beziffern lässt es sich nicht, aber auf alle Fälle ist ein beträchtlicher Anteil der Frauen davon betroffen.
Dass der Zyklus so leicht aus dem Takt gerät, ist nicht verwunderlich.
Das Menstruationssystem ist wahnsinnig komplex, weil viele Hormonsysteme ineinandergreifen.
Je komplexer ein System ist, desto anfälliger ist es für Störungen.
Zentrales Steuerungsorgan ist der Hypothalamus im Gehirn, der unter anderem das »Gonadotropin-Releasing Hormon« (GnRH) ausschüttet. Es veranlasst die Hypophyse dazu, das latinisierende Hormon und das Follikel stimulierende Hormon freizusetzen. Diese beiden Stoffe regen wiederum die Eierstöcke an, die Sexualhormone Östrogen und Progesteron zu produzieren, die den Menstruationszyklus steuern.

Daneben können aber auch andere Botenstoffe, etwa Schilddrüsenhormone, den Zyklus beeinflussen.
Vor diesem Hintergrund leuchtet es ein, dass die Liste möglicher Ursachen so lang ist.
Zu den gängigen gehört das Absetzen der Pille.

»Es dauert oft drei bis sechs Monate, bis sich der Rhythmus wieder eingependelt hat. Der Körper braucht seine Zeit.
Abgesehen davon können sich hormonelle Verhütungsmittel auch stark auf den Zyklus auswirken, solange man sie anwendet:
Zum Beispiel bleibt die Periode bei der Hormonspirale nach einer Weile oft komplett aus,
weil sich die Gebärmutterschleimhaut nur schwach aufbaut.

Hinter einer Amenorrhoe können sich aber auch diverse Krankheiten verbergen, etwa das Polyzystische Ovar-Syndrom (PCOS).
Bei dieser häufigen Stoffwechselstörung geraten die Hormone durcheinander, sodass sich meist zu viele männliche Hormone im Blut ansammeln. Häufig entwickeln sich kleine wassergefüllte Bläschen an den Eierstöcken, typisch sind außerdem Zyklusstörungen.

Daneben können Schilddrüsenerkrankungen, Erkrankungen im Bereich von Hypophyse oder Hypothalamus, Medikamente wie bestimmte Antidepressiva, Krebsbehandlungen und vieles mehr zu einer Amenorrhoe führen.
Oft liegt es aber an besonderen Belastungen, wenn die Regel ausbleibt.
Psychische Anspannung, Essstörungen und Leistungssport führen zu einem dauerhaft erhöhten Level an Stresshormonen.

Sie können den Hypothalamus so beeinflussen, dass weniger von dem Hormon GnRH ausgeschüttet wird und sich daher keine Menstruation mehr einstellt. »Der Taktgeber im Gehirn funktioniert dann nicht mehr«, sagt Böttcher.

Auch Traumatisierungen, etwa Gewalt- oder Verlusterfahrungen, können eine Amenorrhoe zur Folge haben.
Lütje erklärt: »Dass die Periode in solchen Fällen ausbleibt, ist ein Schutzreflex des Körpers.
Es geht dann nicht mehr um Reproduktion, sondern ums eigene Überleben.
Zwischen Psyche, Immun- und Hormonsystem gibt es sehr enge Verbindungen.«

Aber ist es eigentlich nicht ganz praktisch, keine Periode mehr zu haben?
Nur auf den ersten Blick.
Ist der Körper längere Zeit mit Hormonen unterversorgt, kann das viele unerwünschte Folgen haben.
Das reicht von Osteoporose über Haut- und Haarprobleme bis hin zu kognitiven Funktionsstörungen.

Außerdem könnten sich hinter der Amenorrhoe ernste Krankheiten verbergen, die behandelt werden müssen. 
Doch gerade da so viele Ursachen in Frage kommen, sollten Ärzte bei der Diagnosestellung besonders sorgfältig vorgehen.
»Es ist wichtig, den Pschosozialbereich zu berücksichtigen und sehr viel nachzufragen«, sagt Lütje.

Daneben können auch Informationen zu den Lebensumständen und zur Ernährung zur Aufklärung beitragen.
Fette sind für die Bildung von Hormonen sehr wichtig. Eine Unterversorgung, die sie manchmal bei veganer Ernährung oder exzessiven Diäten beobachte, könne daher zu Zyklusstörungen führen.

Auch Umweltgifte, etwa Weichmacher in Plastik, könnten den Hormonhaushalt beeinflussen und sollten als möglicher Auslöser berücksichtigt werden, meint die Ärztin. Hält eine Amenorrhoe längere Zeit an, raten Schulmediziner in der Regel zu einer Hormontherapie.

Welche Mittel genau verschrieben werden, hängt vom Alter und der Situation der Frauen ab:
Wollen sie verhüten oder schwanger werden?
Bewegen sie sich auf die Wechseljahre zu?


Dabei handelt es sich aber nur um eine ergänzende Behandlung, die nichts an den Ursachen ändert.

Die eigentliche Therapie sollte sich nach den tiefer liegenden Gründen richten:
Es können Psychotherapien, Ernährungsumstellung, Entspannungsverfahren oder Medikamente sinnvoll sein – oft sogar mehreres auf einmal. Auch alternative Verfahren, etwa Akupunktur, Homöopathie oder Heilpflanzen, könnten Frauen ihrer Erfahrung nach helfen.
Sinn-voll ist das allerdings nur, wenn jemand dafür aufgeschlossen ist.
Manchmal erledigen sich die Probleme aber auch von selbst: Erstgenannte bekam ihre Tage, als sie wieder daheim war.

Fundquelle: Auszug – „Neues Deutschland“  Mai 2022
27
Schmerzensgeld nur nach Arztbesuch

Schleudertrauma, Kopfschmerzen und ein steifer Hals


Nach Unfällen sind Schleudertraumata keine Seltenheit.
Und oft harmlos.
Doch wer Schmerzensgeld möchte, sollte sich nicht nur zu Hause auskurieren.
Wer von einem Unfall ein Schleudertrauma davon trägt, kann Anspruch auf Schmerzensgeld haben.
Um das nachzuweisen, müssen Betroffene aber direkt zum Arzt gehen.
Entscheidung des Landgerichts München I  (Az.: 19 O 16989/20).

Im konkreten Fall klagte ein Sportwagenfahrer nach einem Auffahrunfall auf Schadenersatz und Schmerzensgeld.
Das Gericht sah zwar die Schuld für den Unfall beim Beklagten - und sprach dem Sportwagenfahrer die Reparaturkosten und die Kosten für ein Ersatzfahrzeug zu. Schmerzensgeld und Entschädigung für einen Verdienstausfall erhielt der Kläger aber nicht.

Kein Beweis für Unfall als Ursache Begründung des Gerichts: Der Mann habe nicht beweisen können, bei dem Unfall entsprechende Verletzungen davongetragen zu haben - auch, weil er erst rund einen Monat nach dem Unfall zum Arzt gegangen war. Der Grund für den Arztbesuch seien zudem nicht Beschwerden an der Halswirbelsäule gewesen, sondern Sensibilitätsstörungen der Hand.

Hätte der Kläger bei dem Unfall tatsächlich ein Schleudertrauma erlitten, wäre zu erwarten gewesen, dass er sich sofort in Behandlung begibt, so das Gericht. Ein medizinisches Gutachten befand, dass die vom Kläger angegebenen Sensibilitätsstörungen der Hand nicht dem Unfall anzulasten seien.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2022
28
Arbeitsrecht:

Beweislast für Überstunden liegt bei Arbeitnehmern 


Zigtausend Überstunden werden täglich hinter Lenkrädern, an Werkbänken oder Schreibtischen geleistet.
Über ihre Bezahlung wird oft gestritten.
Die Regeln bei Klagen bleiben streng - trotz der EU-Pflicht zur präzisen Arbeitszeiterfassung.
Im Streit um die Bezahlung von Überstunden können Arbeitnehmer in Deutschland nicht auf ein vereinfachtes Verfahren hoffen.
Sie müssten bei Vergütungs- ansprüchen auch künftig darlegen, dass die Zahl an Überstunden notwendig,
angeordnet, geduldet oder zumindest nachträglich vom Arbeitgeber gebilligt wurde.
BAG-Grundsatzurteil: (5 AZR 359/21)   

An der Darlegungs- und Beweislast der Arbeitnehmer in Überstundenprozessen ändere das in Deutschland viel diskutierte Stechuhr-Urteil des EuGH zur täglichen Arbeitszeiterfassung nichts.

Stechuhr für Erfassung von Überstunden nicht ausreichend  
Das EuGH-Urteil ziele auf Arbeitsschutz durch Eindämmung ausufernder Arbeitszeiten und nicht auf Vergütungsansprüche der Arbeitnehmer, begründeten die höchsten deutschen Arbeitsrichter ihre Entscheidung.
Sie bestätigten damit ihre bisherige Rechtsprechung bei Überstunden-Vergütungsklagen.   

Der EuGH hatte mit einem Urteil von Mai 2019 AG verpflichtet, die volle Arbeitszeit ihrer Beschäftigten täglich systematisch zu erfassen -
quasi wie mit einer digitalen Stechuhr. Darauf berief sich ein Auslieferungsfahrer einer Einzelhandelsfirma aus Niedersachsen,
der mit seiner Klage nicht genommene Pausen als Überstunden bezahlt haben wollte.
Er argumentierte, die technische Erfassung seiner Arbeitszeit reiche aus, um Überstunden zu dokumentieren.         

„Eine reine Kommen-und-Gehen-Erfassung ist ein bisschen wenig als Argument“, sagte der Vorsitzende Richter Rüdiger Linck in der Verhandlung. Der Kläger sei eine Begründung schuldig geblieben, warum die Überstunden von ihm geleistet werden mussten und keine Pausen möglich gewesen seien. Die Behauptung, es ging nicht anders, reicht nicht aus.
Linck verwies darauf, dass Arbeit eine weisungsgebundene Tätigkeit ist.

AN müssen mehr geleistete Arbeitszeit darlegen   
Der Mann hatte mit seiner Klage, bei der es um rund 5.223 € ging, weder beim LAG Niedersachsen noch in der höchsten Instanz Erfolg.
Der Fall hatte für Furore gesorgt, weil das Arbeitsgericht Emden als erste Instanz eine Anpassung der Darlegungs- und Beweislast nach dem Stechuhr-Urteil des EuGH bejaht hatte. 

In der Entscheidung des BAG heißt es, AN müssten zur Begründung einer Klage auf Überstundenvergütung darlegen,
dass sie „Arbeit in einem die Normalarbeitszeit übersteigenden Umfang geleistet oder sich auf Weisung des AG hierzu bereitgehalten“ haben.
Da AG Vergütung nur für von ihnen veranlasste Überstunden zahlen müssten, sei deutlich zu machen,
dass diese „ausdrücklich oder konkludent angeordnet, geduldet oder nachträglich gebilligt“ wurden.

Der Anwalt des beklagten Handelsunternehmens machte zudem geltend, dass das Stechuhr-Urteil des EuGH bisher nicht in deutsches Recht umgesetzt worden sei. In Deutschland fallen nach Gewerkschaftsangaben jährlich viele Millionen Überstunden an.
Ihre Bezahlung beschäftigt immer wieder die Arbeitsgerichte.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2022
29
CORONA:
Trotz engem Kontakt mit coronainfizierter Person:

Warum stecken sich manche Menschen nicht an?


Studie gibt antworten.

Zwei Jahre Corona-Pandemie: In dieser Zeit erkrankten laut RKI fast 15 Millionen Menschen in Deutschland an Covid-19.
Dabei kommt es auch vor, dass Infizierte das Virus selbst bei engstem Körperkontakt an andere Personen nicht weiter geben.

Woran liegt das?
Seit Beginn der Corona-Pandemie, Anfang des Jahres 2020, gab laut Robert-Koch-Institut fast 15 Millionen Corona-Infektionen in Deutschland.
In Sachsen-Anhalt sind es knapp über 400.000 bestätigte Infektionen. Gerade bei engem Körperkontakt ist das Risiko relativ hoch, dass sich Personen bei Infizierten anstecken. Doch kommt es auch vor, dass sich Menschen, die im selben Haushalt und auf engerem Raum mit Infizierten Personen leben, dennoch nicht anstecken. 

Wissenschaftler haben nun mögliche Antworten darauf gefunden, warum einige Haushaltsmitglieder gegen Corona resistenter sind als andere. Gründe dafür sind unter anderem die Symptome, die Personen vorweisen und die Viruslast des Körpers.

Kontakt auf Minimum reduzieren nicht alleinige Ursache
Professor Paul Griffin, einem Experten für Infektionskrankheiten, der vom Sydney Morning Herald zitiert wird,
sind weitere Faktoren:
- Die infizierte Person niest und hustet nicht viel  -Regelmäßiges durchlüften des Wohnraums sorgt für guten Luftaustausch
- Die übrigen Haushaltsmitglieder erhielten eine Corona-Schutzimpfung und sind optimaler Weise geboostert
- Die infizierte Person schränkt den Kontakt zu den anderen Haushaltsmitgliedern auf ein Minimum ein.

Die Studie des Imperial College London, die jüngst vom Online-Portal Fitbook aufgegriffen wurde,
gibt weitere Antworten.


T-Helferzellen reagierten bereits auf Corona-Erkältungsviren
So fanden Wissenschaftler heraus, dass ein hoher Anteil spezialisierter T-Helferzellen im Immunsystem, die sich durch eine bereits erfolgte Infektion mit Corona-Erkältungsviren bildeten, zum Schutz vor Covid-19 beitragen können.
Für die Studie wurden bereits Anfang 2020 52 Personen akquiriert. die ungeimpft waren.
Sie alle lebten mit jemandem zusammen, der positiv auf das Coronavirus getestet wurde.
Dabei fanden die Forscher heraus, dass jene 26 Personen, die sich nicht infizierten, höhere Werte der entsprechenden T-Helferzellen hatten.
Die Erklärung dafür könnten die bereits existierenden Corona-Erkältungsviren sein,
die schon für weltweite Infektionen noch vor der Pandemie verantwortlich waren.
Diese hatten Ähnlichkeiten mit dem Erreger SARS-CoV-2, der Covid-19 verursacht. Personen, die also schon früher mit einem der Corona-Erkältungsviren infiziert waren, bildeten jene T-Helferzellen im Immunsystem, die womöglich auch SARS-CoV-2 erkennen und davor schützen.

Auch genetische Unterschiede könnten Einfluss auf die Infektion haben
Wissenschaftler forschen weltweit an genetischen Besonderheiten, die dafür verantwortlich sein könnten, ob sich jemand leicht infiziert oder nicht. Bislang wurden 15 Genabschnitte gefunden, die dabei eine Rolle zu spielen scheinen.
Meist produzieren diese Gene auch Enzyme, die für das Immunsystem wichtig sind.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2022
30
Familiärer Hypercholesterinämie (FH)

Stoffwechselerkrankung bei Kindern kann früh erkannt werden 


Wird die angeborene Stoffwechselerkrankung FH bei Kindern früh erkannt, können spätere Herz-Kreislauferkrankungen vermieden werden.
Im Rahmen einer Pilotstudie bietet das Deutsche Herzzentrum München hierfür ein spezielles Behandlungsprogram an.

Die Vroni-Pilotstudie wird vom DHM geleitet, vom Bayerischen Gesundheitsministerium gefördert und gemeinsam mit dem Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) in Bayern durchgeführt.

Erste Zwischenergebnisse einer Studie zu einer angeborenen Stoffwechselerkrankung bei Kindern sind dem Deutschen Herzzentrum München (DHM) zufolge „ermutigend“. 8.100 Kinder seien im Rahmen der sogenannten Vroni-Studie zur Vorsorge und Früherkennung von Familiärer Hypercholesterinämie (FH) getestet worden, teilte das DHM mit. 
Bei 76 der getesteten Mädchen und Buben sei die FH festgestellt worden.

Unbehandelt liefen diese Gefahr, als junge Erwachsene einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden.
Die frühzeitig diagnostizierten jungen Patienten sowie ihre ebenfalls betroffenen Eltern oder Geschwister könnten an einem speziellen Schulungs- und Behandlungsprogramm teilnehmen und haben demzufolge  betroffene Kinder mit der Behandlung eine normale Lebenserwartung.   

In jeder Familie eines mit FH diagnostizierten Kindes können wir statistisch gesehen drei weitere betroffene Angehörige ermitteln“.
„Mit der gesicherten Diagnose FH können die Familien gemeinsam auf cholesterinarme Ernährung achten und Träger des FH-Gens medikamentös behandelt werden.“   

Insgesamt sollen für die Studie 50.000 Kinder getestet werden.
Für die Teilnahme wird ihnen vom Kinderarzt Blut aus der Fingerkuppe entnommen und auf erhöhte LDL-Cholesterinwerte untersucht.
Die FH ist den Angaben nach eine angeborene Störung des Lipidstoffwechsels, die unbehandelt schon früh schwere Herz-Kreislauferkrankungen hervorrufen kann.
Experten gehen in Deutschland von mehr als 270.000 Trägern des Gendefektes aus, von denen weniger als ein Prozent diagnostiziert ist.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2022
Seiten: 1 2 [3] 4 5 ... 10