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Autor Thema: Rente - Thematik - Altersrenten, Witwen-EU+BU-Renten,Rentenüberpüfung, Urteile  (Gelesen 131590 mal)

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Offline RalleGA

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Altersvollrente:

Höhere Hinzuverdienstgrenze bis Ende 2021 weiter möglich


Eine Ausnahmeregelung wegen der Corona-Pandemie: Auch 2021 können Menschen, die eine Vollrente beziehen,
aber noch nicht die Regelaltersgrenze erreicht haben, mehr hinzuverdienen, ohne Abzüge fürchten zu müssen.
Der Betrag wurde von 6.300 Euro auf 46.060 Euro angehoben.
Da es sich um einen Freibetrag handelt, müssen Beziehende nicht mit einer Rentenkürzung rechnen.
Sie erhalten weiterhin die Vollrente.

Die Sonderregelung wurde eingeführt, um wirtschaftliche und soziale Folgen der Corona-
Pandemie für Betroffene zu mindern.
Zudem soll die Maßnahme eine Weiterarbeit oder die Wiederaufnahme einer Erwerbstätigkeit erleichtern.

Die Regelung gilt allerdings nicht für Beziehende von Erwerbsminderungs- oder Hinterbliebenenrenten.
Der Sachverhalt ist auf den ersten Blick recht kompliziert, aber wir stehen bei Fragen gerne
beratend zur Seite. Auch zu weiteren Anliegen zum Thema Rente berät der SoVD.
Auf Wunsch werden Anträge und Schriftwechsel übernommen.

Die Kontaktdaten Ihres SoVD- Beratungszentrums finden Sie unter www.sovd-nds.de

Fundquelle: Auszug – Sozialverband Deutschland (SOVD)  Nr.: 05 – 2021
« Letzte Änderung: 31. Juli 2021, 10:02:42 von RalleGA »
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Höhe der Witwenrente vom Wohnort abhängig?

monatlicher Freibetrag ausschlaggebend


Diesen Unterschied zwischen Witwen- und Altersrente gibt es tatsächlich: Während der Wohnort bei der Höhe der Altersrente keine Rolle spielt, müssen Bezieher von Witwen- bzw. Witwerrenten gegebenenfalls Abstriche machen.   

Grund dafür ist, dass der monatliche Freibetrag für Einkünfte in den westdeutschen Bundesländern derzeit bei 902,62 € und in den ostdeutschen Ländern bei 877,27 € liegt.
Das bedeutet: Überschreitet das Nettoeinkommen des Hinterbliebenen diese Grenze, werden von dem Differenzbetrag 40% von der Witwenrente abgezogen. Wer also z.B. in Westdeutschland ein Nettoeinkommen von 1.200 € hat, der übersteigt den Freibetrag um 297,38 €. 40% von dem Differenzbetrag ergeben 118,95 €. Die Witwenrente wird dann um diesen Betrag gekürzt.

Eine Person mit gleichem Nettoeinkommen in Ostdeutschland würde den Freibetrag dagegen um 322,73 € übersteigen und bekäme folglich 129,10 € von der Witwenrente abgezogen. Hat der Hinterbliebene Kinder, wird auf den Freibetrag noch ein Kinderzuschlag gerechnet.
Da der Freibetrag im Westen höher ist, fällt dort also eine Kürzung geringer aus.
Die Folge: Bezieher von Witwen- bzw. Witwerrenten erhalten dort etwas mehr als im Osten. 

Wichtig ist noch zu wissen:
Wer vom Westen in den Osten oder umgekehrt zieht, der muss den Wohnortwechsel bei der DRV melden.
Denn nach dem Umzug gelten dann die am Wohnort gültigen Freibeträge.

Fundquelle: Auszug – „Neues Deutschland“  Mai 2021

persönliche Anmerkung: "Größe des „Beitrittsgebiet“

Wichtig zu wissen ist auch, dass "die Bezugsgröße" im "Beitrittsgebiet" ein paar tausend Euro niedriger ist als in dem Gebiet, das schon vor 1990 zur Bundesrepublik oder West-Berlin gehörte. Das betrifft die 5 "Neuen Länder", aber auch 4 Berliner Bezirke und 3 "Stadtteile" in den "gemischten Bezirken" Mitte und Friedrichshain-Kreuzberg!
« Letzte Änderung: 23. August 2021, 09:43:35 von RalleGA »
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Rente

Versicherungszeiten werden nicht gelöscht


Ein SoVD-Mitglied übernahm für mehrere Jahre die Pflege seines Sohnes mit Behinderung.
Vor Gericht ging es um die Frage nach der Rechtmäßigkeit der daraus entstandenen Rentenansprüche.
Es urteilte wie bereits die Vorinstanzen - für das SoVD-Mitglied.

Konkret ging es in dem Fall um Pflege in den Jahren 1995 bis 2006 für den 1987 geborenen Sohn.
Das Mitglied stellte 1996 bei der PV des Sohnes einen Antrag auf Versicherungspflicht als nicht erwerbsmäßig tätige Pflegeperson.
Die Pflegekasse übermittelte daraufhin Entgelte für die Pflegetätigkeit an die DRV.
Nach einer (vom Mitglied veranlassten) Überprüfung des Versicherungsverlaufes stellte die Pflegekasse fest,
die Beiträge zu Unrecht gezahlt zu haben.
Es habe keine Rentenversicherungspflicht bestanden, da die wöchentliche Pflegezeit weniger als 14 Stunden betrug.
Die Zeiten sollten aus dem Versicherungsverlauf gelöscht werden.

Dagegen erhob das SOVD-Mitglied Widerspruch.
Es argumentierte, dass es auf die bestehende Versicherungspflicht vertraut und dementsprechende Entscheidungen zur Altersvorsorge getroffen habe. Mehrfach über die elf Jahre der Pflegetätigkeit hatte es Bescheide und Renteninformationen der Pflegekasse zugeschickt bekommen.
Eine Rückabwicklung nach so langer Zeit verstoße gegen den Vertrauensschutz.

Wie schon das Sozialgericht und das Landessozialgericht folgte in der mündlichen Verhandlung auch das BSG dieser Auffassung.
Die Beiträge gelten gemäß § 26 Abs. 1 Satz 3 SGB IV als zu Recht entrichtet. Die dort angeordnete Fiktion gilt auch für von der Pflegekasse zu Unrecht entrichtete Pflichtbeiträge zur Rentenversicherung wegen nicht erwerbsmäßiger Pflege (B5G, Az.: B 5 RE 5/20 R).

Fundquelle: Auszug – Sozialverband Deutschland (SOVD)  Nr.: 07+08 – 2021
« Letzte Änderung: 12. September 2021, 09:25:33 von RalleGA »
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Rentenbescheid muss nachvollziehbar sein

Der Rentenbescheid informiert über die Höhe der Rente.
Die Berechnung sollte für Rentnerinnen und Rentner verständlich sein.

Doch dürfen RV-Träger deshalb komplexe Details weglassen?  Nein.
Wie sich die Höhe der Rente berechnet, ist für Laien oft nicht einfach zu verstehen.
RV-Träger dürfen dennoch keine Angaben im Rentenbescheid weglassen, die für die Prüfung der Berechnung unerlässlich sind - auch nicht, wenn sie das Design der Bescheide für eine bessere Verständlichkeit verändern.

Werden diese Angaben erst in einem Widerspruchsverfahren nachgeliefert, muss der Rentenversicherungsträger die Kosten für den Widerspruch erstatten.
Urteil des Landessozialgerichts Nordrhein-Westfalen (Az.: L 18 R 306/20).

Berechnungsgrundlage muss nachvollziehbar sein

Im Fall gewährte der RV-Träger der Klägerin Altersrente.
Er fügte wenige Anlagen bei - Berechnung der Rente, Versicherungsverlauf und Berechnung der persönlichen Entgeltpunkte.
In einem Widerspruch bat die Frau mit Hilfe ihres Anwaltes um nachvollziehbare Berechnungsunterlagen.

Anwaltskosten trägt der Rentenversicherungsträger
Dem Gericht fehlten ausreichende Angaben zur konkreten Berechnungsgrundlage, damit die Rentenberechnung für Versicherte nachvollziehbar ist. Unter anderem ging es darum, ob die erzielten Einkünfte für die Zeiträume des Versicherungsverlaufs zutreffend zugrunde gelegt worden seien.
Konkret fehlten die Anlagen: Berechnung der Entgeltpunkte aus den Beitragszeiten, Berechnung der Entgeltpunkte aus beitragsfreien und beitragsgeminderten Zeiten sowie Versorgungsausgleich.
Das Gericht entschied: Der RV-Träger musste der Rentnerin daher die anwaltlichen Kosten des Widerspruch-Bescheids erstatten.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  August 2021
« Letzte Änderung: 25. September 2021, 18:40:22 von RalleGA »
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Erwerbsminderungsrente:

Sonderregelungen für Berufseinsteiger 


Unfall oder Krankheit: Wer seiner Arbeit deshalb nicht mehr oder nur stark eingeschränkt nachgehen kann,
kann unter Umständen Erwerbsminderungsrente erhalten. Für Berufseinsteiger gelten Sonderregeln.
 
Normalerweise ist es so:
Bevor Versicherte Leistungen aus der Erwerbsminderungsrente erwarten können, müssen sie zunächst fünf Jahre lang Beiträge einzahlen. 

Regeln für Berufseinsteiger 
Doch für Berufseinsteiger gelten Sonderregelungen: Sie sind ab dem ersten Arbeitstag durch die Rentenversicherung geschützt.
Darauf weist die Deutsche Rentenversicherung Bund in Berlin hin. 

Kann der Berufseinsteiger durch einen Arbeitsunfall oder eine Berufskrankheit weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten,
hat er Anspruch auf eine Rente wegen Erwerbsminderung - dafür reicht bereits ein Beitrag zur Rentenversicherung aus.

Erwerbsminderung kurz nach der Schulzeit oder Ausbildung
Außerdem gilt für Berufseinsteiger:
Tritt die Erwerbsminderung Innerhalb von sechs Jahren nach dem Ende der Schulzeit oder einer Ausbildung ein, kann die Rente gezahlt werden.

Das gilt unter einer weiteren Voraussetzung: innerhalb der letzten zwei Jahre wurden für mindestens ein Jahr Pflichtbeiträge gezahlt.
Bei der Berechnung der Rentenhöhen gilt dann: Es kommt nicht nur auf die bisher eingezahlten Beiträge an. Betroffene werden durch die sogenannte Zurechnungszeit so gestellt, als hätten sie im Schnitt weiter für ihr bisheriges Einkommen gearbeitet und Beiträge gezahlt.
Beispiel: Bei einem Rentenbeginn im Jahr 2021 würde die Rentenhöhe so berechnet, als ob die Person noch bis zu einem Alter von 65 Jahren und 10 Monaten Beiträge gezahlt hätte.


Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  August 2021
« Letzte Änderung: 16. November 2021, 09:47:23 von RalleGA »
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Altersrente

Erleichterter Zugang zur abschlagsfreien Rente 


Nach einem BSG-Urteil (Az. B 5 R 11/20 R) vom 21. Oktober 2021 wird Arbeitslosigkeit vor Rentenbeginn auch dann für die Wartezeit berücksichtigt, wenn AN zwischenzeitlich noch in einer Transfergesellschaft beschäftigt waren.

Fall: Der AG einer Frau aus Thüringen ging pleite.
Zunächst kam die Frau in einer Transfergesellschaft unter, mit der sie einen neuen Arbeitsvertrag schloss.
Doch trotz neuer Qualifizierung blieb die Frau zwei Monate arbeitslos.
Daraufhin beantragte sie eine Rente für besonders langjährig Versicherte.     

Diese 2014 eingeführte Rente ermöglicht den Zugang zur ungekürzten Rente schon ab 63 Jahren.
Voraussetzung sind 45 Beitragsjahre zur gesetzlichen Rentenversicherung.
Arbeitslosigkeit zählt teilweise mit, direkt vor Rentenbeginn allerdings nur, wenn die Arbeitslosigkeit durch die Insolvenz begründet ist.

Fundquelle: Auszug – „Neues Deutschland“  November 2021
« Letzte Änderung: 13. Dezember 2021, 07:21:18 von RalleGA »
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Es gilt die Ost-Rente -

Rente bei Rückumzug 


Zieht ein solcher Rentenbezieher von den neuen in die alten Bundesländer zurück, bekommt er weiterhin die geringere »Ost-Rente«.
Denn diese Personen sollen nicht bessergestellt werden als Personen mit DDR-Rentenansprüchen.
Urrteil des LSG NRW (Az. L 18 R 673/19) am 23. April 2021.

Der in Polen geborene Kläger verlegte 1982 seinen Wohnsitz in die Bundesrepublik Deutschland und wurde als Vertriebener anerkannt.
Ab 2008 bezog er Regelaltersrente in Höhe von 1.700 Euro.
2015 zog er nach Sachsen.

Die DRV berechnete die Rentenhöhe neu und legte für die in Polen zurückgelegten, nach dem Fremdrentengesetz berücksichtigten Zeiten
die Entgeltpunkte Ost zugrunde. Die monatliche Rente verringerte sich um 90 Euro.

2017 wechselte der Kläger zurück in die alten Bundesländer und verlangte die Zahlung der früheren höheren Rente.
Die DRV lehnte das ab. 

Seine Klage dagegen war erfolglos. Er habe auch in den alten Bundesländern nur einen Anspruch auf die Ost-Rente.
Die Umrechnung der in Polen zurückgelegten Zeiten auf Grundlage der Entgeltpunkte Ost sei rechtmäßig.
Es sollten rentenrechtlich keine Anreize für eine solche Verlegung des Aufenthaltsortes von Ost nach West gesetzt werden.
Dies gelte gleichermaßen für den Erst- wie für den Rückumzug.

Fundquelle: Auszug – „Neues Deutschland“  November 2021
« Letzte Änderung: 30. Januar 2022, 13:58:33 von RalleGA »
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Vollzeitrente auch bei geminderter Arbeitsfähigkeit möglich

Keine Mitwirkungspflicht


Wer nicht mehr voll arbeitsfähig ist, kann unter Umständen eine Rente bekommen.
Wenn keine Aussicht auf Teilzeitarbeit besteht, kann sogar Vollzeitrente gewährt werden.

Wann ist das der Fall?   
Ein AN kann Vollzeitrente beziehen, obwohl sein Leistungsvermögen nur teilweise gemindert ist.
Voraussetzung ist, dass der Teilzeitarbeitsmarkt verschlossen ist.
Der Betroffene muss seinem Arbeitgeber (AG)  nicht erst um Teilzeitbeschäftigung oder Verringerung der Arbeitszeit bitten.
Urteil des Hessischen Landessozialgerichts ( Az: L 5 R 226/18)

Hintergrund: AN, die aus gesundheitlichen Gründen nur noch einige Stunden täglich arbeiten können, können ergänzend eine Rente erhalten. Wer weniger als drei Stunden pro Tag arbeiten kann, kann auf Antrag eine Rente wegen voller Erwerbsminderung erhalten.

Rente wegen Erwerbsminderung beantragt
Im verhandelten Fall wurde ein Mann wegen einer psychischen Erkrankung arbeitsunfähig.
Aufgrund tarifvertraglicher Regelungen ruhte sein Arbeitsverhältnis. Er beantragte eine Rente wegen Erwerbsminderung, da er in seinem bisherigen Beruf nur noch drei bis unter sechs Stunden täglich arbeiten könne.   
Die DRV gewährte ihm jedoch lediglich eine Rente wegen teilweiser Erwerbsminderung.
Sie begründete dies damit, dass er gegenüber seinem AG zuerst einen Anspruch auf Reduzierung der Arbeitszeit geltend machen müsse.
Der Mann wiederum verwies darauf, dass sein AG ihm keinen leidensgerechten Arbeitsplatz zur Verfügung stellen könne.   

Keine Chance auf Teilzeitarbeit?
Die Klage des Manns auf eine Vollzeitrente war erfolgreich.
Der Versicherte habe Anspruch auf Vollzeitrente, da der Teilzeitarbeitsmarkt für ihn verschlossen sei.
Dies sei der Fall, wenn weder die DRV noch die Agentur für Arbeit dem Versicherten innerhalb eines Jahres einen entsprechenden Arbeitsplatz anbieten könnten.
In der Praxis prüfe die DRV dies derzeit nicht.    :-[

Im vorliegenden Fall ruhte das Arbeitsverhältnis, und der AG bot dem Betroffenen keinen leidensgerechten Arbeitsplatz an.
Das Gericht stellte zudem klar, dass der Versicherte nicht verpflichtet sei, erst die Reduzierung seiner Arbeitszeit zu beantragen.
Die DRV könne sich nicht darauf berufen, dass der Mann eventuell tarifvertragliche oder gesetzliche Ansprüche darauf habe, kürzer zu arbeiten

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2020
« Letzte Änderung: 19. Mai 2022, 09:41:42 von RalleGA »
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Altersrente:

Nach einem Unfall Ausgleichsansprüche geltend machen


Wer aufgrund eines Unfalls länger arbeitsunfähig ist, dem können daraus Nachteile beim Rentenbezug entstehen.
Auf Antrag können diese unter Umständen ausgeglichen werden.   Menschen, die einen Unfall hatten,
können daraus entstandene Nachteile bezüglich ihrer Rentenansprüche bei der Rentenversicherung geltend machen.
Darauf weist die DRV Bund in Berlin hin.

Nachteile können entstehen, wenn versicherte AN wegen der Unfallfolgen Kranken- oder Verletztengeld erhalten haben,
Lohn- oder Gehaltseinbußen hinnehmen mussten oder sogar eine Erwerbsminderungsrente beziehen.


Reichen Geschädigte einen Antrag ein, prüft die DRV, ob Ersatzansprüche geltend gemacht werden können.
Gegebenenfalls können aus dem Unfall resultierende Nachteile in den Rentenansprüchen dann wieder ausgeglichen werden.

Weitere Informationen
gibt es unter  0800 – 1000 4800 oder online bei der DRV.
« Letzte Änderung: 16. Juli 2022, 06:16:29 von RalleGA »
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BU-Rente

Anspruch wegen chronischer Schmerzen


Eine "chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren" kann eine Berufsunfähigkeit bedeuten.
Die BU-Versicherung muss in diesem Fall eine monatliche Rente zahlen.
OLG Frankfurt/Main Az.: 7 U 199/12 

Fall: Einem Betroffenen mit untypischen Beschwerden wurde zunächst Simulation vorgeworfen.
Die BU-Versicherung zahlte nicht.
Eine Klage vor dem LG Wiesbaden scheiterte.
Die Beschwerden entsprächen nicht den objektiven Befunden, urteilte das Gericht auf der Grundlage mehrerer Gutachten.
Auf psychiatrischem Gebiet blieb demnach unklar, ob ein bewusstseinsnaher, willentlicher Prozess vorliege
oder aber unbewusste Mechanismen die Schmerzverarbeitung bestimmten.

Das OLG Frankfurt/M. verurteilte die BU-Versicherung schließlich dennoch zur Zahlung einer monatlichen Rente.
Ein neues Gutachten zeigte, dass durchaus körperlich objektiv nachweisbare Beeinträchtigungen im Umfang von 40% feststellbar sind.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Mai 2022
« Letzte Änderung: 15. August 2022, 09:20:25 von RalleGA »
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Ausbildungsplatzsuche kann für Rente angerechnet werden

jetzt an später denken:


Wer die Suche nach einem Ausbildungsplatz bei der Agentur für Arbeit meldet, kann sich einen Vorteil für die Rente verschaffen.
Für wen das unter welchen Bedingungen gilt. Schon bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz können junge Menschen für den späteren Ruhestand finanzielle Vorteile herausholen. Denn wer die Zeit der Suche bei der Agentur für Arbeit meldet, kann in der gesetzlichen Rentenversicherung Anrechnungszeiten bekommen.

Wie die DRV Bund in Berlin mitteilt, ist dies für junge Menschen zwischen 17 und 25 Jahren möglich.
Voraussetzung ist, dass die Suche nach einem Ausbildungsplatz mindestens einen Kalendermonat dauert.
Keine Rolle spielt dagegen, ob ein Schulabschluss vorliegt oder während der Suche Leistungen von der Agentur für Arbeit bezogen werden.

Auch wer älter als 25 ist, kann noch Anrechnungszeiten bekommen.
Dazu muss man vor der Suche jedoch sozialversicherungspflichtig beschäftigt oder selbstständig gewesen sein
- also bereits Beiträge eingezahlt haben.
Anrechnungszeiten zählen der DRV zufolge zu den beitragsfreien Zeiten.
Obwohl dann keine Beiträge gezahlt werden, können sie für die spätere Rente zählen.

Jugendportal der Deutschen Rentenversicherung

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2022
« Letzte Änderung: 14. September 2022, 08:58:22 von RalleGA »
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BU-Rente Dienstunfähig?

Versetzung in vorzeitigen Ruhestand möglich

Passiert mir nicht?
  :?]
Eine Berufsunfähigkeit kann jeden treffen - und zum vorzeitigen Ruhestand führen.

Aber ist zuvor ein betriebliches Eingliederungsmanagement nötig?
Wer als Beamter dienstunfähig ist, kann in den vorzeitigen Ruhestand versetzt werden.
 Es muss vorher kein betriebliches Eingliederungsmanagement (BEM) durchgeführt werden.
Beschluss des OVG Mecklenburg-Vorpommern (Az: 2 LZ 537/21)

Mit BEM zurück in den Job?
Fall:

Ein Hauptbrandmeister war von seinem AG dienstunfähig geschrieben worden und daraufhin in den vorzeitigen Ruhestand versetzt worden.
Ein sogenanntes betriebliches Eingliederungsmanagement lehnte der Mann zunächst ab.

Ziel des Verfahrens ist es, AN mit längerer Arbeitsunfähigkeit eine möglichst frühzeitige Rückkehr in ihre Tätigkeit zu ermöglichen.
Später verlangte der Kläger wiederum ein solches BEM-Verfahren, worauf sich der Dienstherr aber nicht mehr einließ.
Schließlich klagte der Mann gegen die vorzeitige Versetzung in den Ruhestand.
Seiner Meinung nach hätte vor der Versetzung ein BEM durchgeführt werden müssen - auch wenn er es zuvor abgelehnt hatte.

Beamtenrecht erlaubt Versetzung in Ruhestand

Sowohl das Verwaltungsgericht als auch das Landesverwaltungsgericht kamen zu dem Entschluss,
dass die Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand nicht rechtswidrig sei.

Ein BEM sei dafür keine Voraussetzung. Der AG habe aufgrund des amtsärztlichen Gutachtens sowie der arbeitsmedizinischen Untersuchung rechtmäßig angenommen, dass der Kläger dauerhaft dienstunfähig sei.
Wie das Gericht darlegte, gibt das Beamtenrecht vor, dass ein Beamter, der wegen seines körperlichen Zustandes oder aus gesundheitlichen Gründen zur Erfüllung seiner Dienstpflichten dauerhaft unfähig sei, in den Ruhestand versetzt werden könne.                                                         

Fundquelle: Auszug "VOLKSSTIMME“  August 2022
« Letzte Änderung: 17. Oktober 2022, 10:39:22 von RalleGA »
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EU-Rente:

Stichtagsregelungen bei Erwerbsminderungsrente rechtens


Die Berechnungsgrundlage für die Erwerbsminderungsrente wurde in den vergangenen Jahren mehrmals zugunsten der Bezieher geändert. Davon profitieren aber nur Rentner, deren Erwerbsminderungsrente ab den jeweiligen Stichtagen neu begann.

Ist das zulässig?
Beide beziehen Erwerbsminderungsrente und hatten in einer Stichtagsregelung, mit der die Berechnungsgrundlagen festgelegt werden, eine ungerechtfertigte Ungleichbehandlung gesehen.

Anmerkung: Der VdK kündigt an; Gang nach Karlsruhe=Bundesverfassungsgericht.

ausführlicher: H I E R               

« Letzte Änderung: 20. Dezember 2022, 10:00:54 von RalleGA »
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Kurz vor der Rente den Arbeitsplatz verlieren

Älteren Beschäftigten kann das passieren.

Einem Bericht der Bundesagentur für Arbeit vom April 2022 zufolge sind Ältere stärker als der Durchschnitt von Arbeitslosigkeit betroffen.

Doch was tun, wenn es einen trifft - und was lohnt sich eher: Arbeitslosengeld beantragen oder Frührente beziehen?
Pauschal beantworten lässt sich die Frage nicht.
Schließlich werden sowohl die Höhe des ALG I des als auch die Höhe der Rente individuell berechnet.
Betroffene sollten sich auf jeden Fall kostenlos bei der DRV beraten lassen.

Vorzeitige Rente nicht immer verpflichtend
Allerdings kann es Gründe geben, nach denen das unangemessen ist.
Das ist zum Beispiel der Fall, wenn Betroffene in naher Zukunft ohne Abschläge die Altersrente in Anspruch nehmen könnten.

Weitere Ausnahmen finden sich in der sogenannten Unbilligkeitsverordnung.

Verordnung zur Vermeidung unbilliger Härten durch Inanspruchnahme einer vorgezogenen Altersrente 
Szenario 1:
Arbeitslosengeld statt Frührente
Szenario 2: Arbeitslosengeld II 
Szenario 3: Frührente - mit Abschlägen

mehr dazu: H I E R                   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2022 
« Letzte Änderung: 22. Dezember 2022, 09:53:30 von RalleGA »
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Hinzuverdienstgrenze für Rentner soll fallen

Job trotz Ruhestand

Gehen Senioren früher in den Ruhestand als vorgesehen, mussten sie bei einem Nebenjob bislang gewisse Einkommensgrenzen einhalten. Sonst drohte die Rentenkürzung. Das soll bald nicht mehr so sein.
Senioren, die das reguläre Rentenalter noch nicht erreicht haben, sollen in den kommenden Jahren unbegrenzt hinzuverdienen können, ohne dass die vorgezogene Altersrente gekürzt wird.

In den vergangenen beiden Jahren lag die Hinzuverdienstgrenze für Frührentner im Rahmen einer befristeten Corona-Sonderregelung bei rund 46.000 Euro. Ohne die geplante Gesetzesänderung würde sie zum 1. Januar 2023 automatisch wieder auf 6.300 € im Jahr sinken.
Statt die Ausnahmeregelung aus der Corona-Krise zu verlängern, wird die Grenze nun endgültig entfallen.

Der Bundestag muss dem Gesetz zwar noch zustimmen, das gilt allerdings als reine Formsache.
Auch für Empfänger einer Erwerbsminderungsrente soll es deutliche Verbesserungen geben.
Bei der Rente wegen voller Erwerbsminderung soll ein jährlicher Hinzuverdienst von rund 17.800 € anrechnungsfrei sein.
Die Grenze werde künftig jährlich neu festgelegt und an die Entwicklung der anderen Sozialversicherungsgrenzen angepasst.
Nebenjob verpflichtet Frührentner zur Steuererklärung Unabhängig von der Hinzuverdienstgrenze ist der Hinzuverdienst zu versteuern, wenn zusammen mit der Rente der steuerliche Grundfreibetrag überschritten wird.
Die Abgabe einer Steuererklärung ist in jedem Fall Pflicht.
Darin könnten Frührentner mit Nebenjob dann aber auch etwa Fahrtkosten oder Kosten für Berufskleidung und Arbeitsmittel als Werbungskosten geltend machen.
Senioren, die das reguläre Rentenalter bereits überschritten haben, sind von der Hinzuverdienstgrenze nicht betroffen.
Sie dürfen ihre Rente beliebig aufbessern, ohne eine Kürzung befürchten zu müssen.  :frauampc

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  November 2022
« Letzte Änderung: 25. Januar 2023, 11:40:29 von RalleGA »
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