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Autor Thema: Darmkrebs-Vorsorge: HaemOccult vs. Immuntest  (Gelesen 7952 mal)

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Offline busymouse

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Darmkrebs-Vorsorge: HaemOccult vs. Immuntest
« am: 09. Mai 2009, 13:28:29 »
3. Februar 2009
Darmkrebs-Früherkennung: Vorstufen per Immuntest sicherer entdecken

Die Untersuchung auf verborgenes Blut im Stuhl ist ein wichtiger Bestandteil der Früherkennung von Darmkrebs. Wissenschaftler aus dem Deutschen Krebsforschungszentrum zeigten nun, dass einige immunologische Tests dem gebräuchlichen enzymatischen Verfahren (HaemOccult) deutlich überlegen sind. Allerdings stellten sie große Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Tests verschiedener Anbieter fest.

Ein Großteil der rund 73.000 Fälle von Darmkrebs, die jährlich in Deutschland festgestellt werden, ließe sich vermeiden: Werden die Krebsvorstufen – als Adenome bezeichnete Veränderungen an der Darmschleimhaut – frühzeitig entdeckt und entfernt, so kommt der Krebs mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zum Ausbruch.

Daher bieten die Krankenkassen in Deutschland allen Versicherten vom 50. Lebensjahr an einen kostenfreien Test auf verborgenes („okkultes“) Blut im Stuhl an, der Hinweise auf Vorstufen von Darmkrebs geben kann. Darüber hinaus haben die Versicherten ab dem 55. Lebensjahr alle zehn Jahre einmal Anspruch auf eine endoskopische Untersuchung des Dickdarms (Darmspiegelung, Koloskopie).

Eine Koloskopie entdeckt Darmkrebsvorstufen mit großer Sicherheit von über 90%. Dennoch nehmen, hochgerechnet auf die 10-Jahres-Spanne zwischen den zwei kostenlosen Darmspiegelungen, nur etwa 30 Prozent aller Berechtigten daran teil, weil sie die Untersuchung scheuen. „Die einfachen Labortests auf okkultes Blut im Stuhl sind daher trotz allem wichtig, um auch diejenigen zu erreichen, die keine Darmspiegelung wahrnehmen“, erklärt Professor Hermann Brenner, der im Deutschen Krebsforschungszentrum die Abteilung für Klinische Epidemiologie und Alternsforschung leitet.

Der gebräuchliche und von den Kassen erstattete HaemOccult-Test hat jedoch entscheidende Nachteile: Er ist wenig empfindlich, außerdem kann das Testergebnis, das auf einem enzymatischen Nachweis des Blutfarbstoffs beruht, durch Nahrungsbestandteile – etwa Fleisch oder Vitamin C – verfälscht werden. Immunologische Nachweisverfahren dagegen beruhen auf einem sehr spezifischen Nachweis von Blutbestandteilen durch Antikörper.

Um die Aussagekraft verfügbarer Tests zu vergleichen, hat Brenners Team eine groß angelegte Studie durchgeführt. Die Epidemiologen untersuchten Stuhlproben von 1319 Menschen, die sich zu einer normalen Vorsorge-Endoskopie angemeldet hatten. Alle Proben wurden mit dem HaemOccult-Verfahren sowie mit sechs verschiedenen immunologischen Tests untersucht. Bei den untersuchten Verfahren handelte es sich um sogenannte Schnelltests, deren Ergebnis ohne aufwändige Laboranalytik in jeder Praxis direkt ermittelt werden kann. Die Testergebnisse wurden anschließend mit den Resultaten der Darmspiegelung abgeglichen.

Die Forscher fanden heraus, dass die immunologischen Tests dem HaemOccult-Verfahren eindeutig überlegen waren, was das Aufspüren von Krebsvorstufen betrifft. So entdeckten sie durchweg einen mehr als doppelt so hohen Anteil der Darmkrebsvorstufen. Allerdings gab es große Unterschiede zwischen den Immuntests, ein Teil der Tests gab zu häufig „falschen Alarm“. Für die Früherkennung eignen sich solche Tests am besten, die eine hohe Entdeckungsrate haben und gleichzeitig bei unauffälligem Befund zuverlässig Entwarnung geben.

„Angesichts der Häufigkeit von Darmkrebs könnte eine konsequente Früherkennung hier einen bedeutenden Beitrag zur Krebsprävention leisten“, sagt Hermann Brenner. „Trotz des Angebots der kostenfreien Darmspiegelung hat die Untersuchung auf okkultes Blut weiterhin einen hohen Stellenwert, etwa auch in Ländern, die nicht über die Ressourcen verfügen, allen Menschen eine Koloskopie anbieten zu können. Daher ist es entscheidend, dass die besten verfügbaren Tests eingesetzt werden, um die Stuhluntersuchung in ihrer Aussagefähigkeit zu verbessern. Aus wissenschaftlicher Sicht wäre es wünschenswert, dass die immunologischen Tests als Kassenleistung übernommen werden, auch wenn sie etwas teurer sind als der herkömmliche enzymatische Test.“

Sabrina Hundt, Ulrike Haug, Hermann Brenner: Comparative evaluation of immunochemical fecal occult blood tests for colorectal adenoma detection. Annals of Internal Medicine, Band 150, Seite 163, 3. Februar 2009

(Pressemeldung des DKFZ)

Das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) ist die größte biomedizinische Forschungseinrichtung in Deutschland und Mitglied in der Helmholtz-Gemeinschaft deutscher Forschungszentren. Über 2.000 Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen, davon 850 Wissenschaftler, erforschen die Mechanismen der Krebsentstehung und arbeiten an der Erfassung von Krebsrisikofaktoren. Sie liefern die Grundlagen für die Entwicklung neuer Ansätze in der Vorbeugung, Diagnose und Therapie von Krebserkrankungen. Daneben klären die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Krebsinformationsdienstes (KID) Betroffene, Angehörige und interessierte Bürger über die Volkskrankheit Krebs auf. Das Zentrum wird zu 90 Prozent vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und zu 10 Prozent vom Land Baden-Württemberg finanziert.
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Offline RalleGA

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Re: Darmkrebs-Vorsorge: HaemOccult vs. Immuntest
« Antwort #1 am: 31. März 2010, 16:24:58 »
Darmkrebs

Untersuchungsmethoden


Neue Methoden des Stuhltests


Die Kosten für den Stuhltest werden im Rahmen der Krebsvorsorge ab dem 51. Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen.
Es gibt auch neuere Verfahren, die von den Krankenkassen allerdings nicht bezahlt werden.

Immunologische Okkultbluttests zum Beispiel suchen nur nach menschlichem Blut.
Deshalb muss hier keine Diät eingehalten werden.
Enzymatische Stuhltests suchen nach einem Schlüsselenzym (TumorM2-PK) im Stuhl,
welches im Stoffwechsel von Polypen und Darmkrebs vorkommt.
Somit ist dieser Test nach Angaben des Herstellers unabhängig von "Blut-im-Stuhl" und kann auch Polypen und Tumore erkennen, die nicht bluten.
Ein positiver Stuhltest sollte in jedem Fall durch eine Darmspiegelung abgeklärt werden.
Fragen Sie dazu am besten Ihren Arzt!

Darmspiegelung: der Klassiker

Die Darmspiegelung (Koloskopie) ist das beste und sicherste Vorsorgeinstrument.
Sie ermöglicht nicht nur eine umfassende Diagnose, sondern bietet gleichzeitig Therapiemöglichkeiten,
wie etwa das Abtragen von Polypen (mögliche Vorstufen von Darmkrebs) oder die Entnahme von Gewebeproben.
Obwohl diese Untersuchungsmethode sehr risikoarm ist, entscheiden sich jährlich lediglich drei Prozent der Vorsorgeberechtigten dazu, eine Darmspiegelung in Anspruch zu nehmen.
Dabei lässt sie sich im Allgemeinen schmerzfrei durchführen.
Auf Wunsch wird vor der Untersuchung ein Medikament verabreicht und
der Patient "verschläft" die rund 2o-minütige Untersuchung.
Dabei wird der Darm mit einem dünnen,  flexiblen Schlauchsystem, welches mit einer hochempfindlichen Videokamera ausgerüstet ist, untersucht.
Für eine sichere Diagnose ist ein vollständig entleerter und sauberer Darm nötig -
dafür stehen spezielle Trinklösungen zur Verügung.
Die Vorsorgedarmspiegelung wird ab dem, 56.Lebensjahr von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.
In Verdachtsfällen - etwa einer familiären Vorbelastung - können die Kosten auch vor dem 56. Lebensjahr übernommen werden.

Weitere Informationen:

www.gesund-durch.de
www.darmspezialisten.de

(liefert Kontaktdaten zu Ärzten mit der Genehmigung zur Vorsorgedarmspiegelung in Ihrer Region)

Fundquelle: „Gesund durch…“ 08.04.2009
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Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.