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Autor Thema: Rituximab (anti-CD20) zur Behandlung von bullösen Autoimmundermatosen  (Gelesen 7142 mal)

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Rituximab (anti-CD20) zur Behandlung von bullösen Autoimmundermatosen

Abstract:
Die Behandlung von bullösen Autoimmundermatosen stellt oft eine Herausforderung dar und beruht hauptsächlich auf einer konventionellen Therapie mit systemischen Kortikosteroiden und anderen Immunsuppressiva. Rituximab ist ein chimärer monoklonaler Antikörper gegen humanes CD20 und führt zur transienten B-Zell-Depletion mit Senkung der Autoantikörperserumspiegel. In den letzten Jahren fand Rituximab zunehmend Anwendung bei der Therapie von Autoimmunerkrankungen. Mehrere klinische Fallserien zeigen dabei einen erfolgreichen Einsatz bei unterschiedlichen Formen blasenbildender Autoimmundermatosen. Etwa 90% der Behandelten wiesen hiernach eine signifikante klinische Besserung auf, wovon bei ca. einem Drittel der Patienten eine klinische Remission mit weiterem immunsuppressivem Therapiebedarf erreicht wurde, während bei ca. einem Viertel eine komplette Langzeitremission induziert werden konnte. In etwa einem Drittel der Fälle traten schwerwiegende Nebenwirkungen auf. Eine Kombinationsbehandlung aus Rituximab und intravenösen Immunglobulinen oder Immunadsorption scheint in schweren Fällen vorteilhaft zu sein. Kontrollierte, randomisierte Studien sind notwendig, um Effektivität und Nebenwirkungen von Rituximab bei der Behandlung bullöser Autoimmundermatosen besser beurteilen zu können.

Quelle: http://www.ingentaconnect.com/content/klu/105/2007/00000058/00000002/00001284
Authors: Kasperkiewicz, M.1; Zillikens, D.
Source: Der Hautarzt, Volume 58, Number 2, February 2007 , pp. 115-121(7)
Publisher: Springer

siehe auch: >>> Mabthera (Rituximab)
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Änderungen:
17.09.2009 - Link hinzugefügt
« Letzte Änderung: 17. September 2009, 15:22:09 von busymouse »
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

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Re: Rituximab (anti-CD20) zur Behandlung von bullösen Autoimmundermatosen
« Antwort #1 am: 17. September 2009, 15:58:59 »
Bei 95% der 136 Pemphigus-Patienten, über die in der englischen, französischen und deutschen Literatur berichtet wurde, konnte unter Rituximab zumindest eine partielle Remission erreicht werden. In etwa zwei Drittel der Fälle, führte die Anwendung von Rituximab zu einer Heilung aller Läsionen. Eine kontrollierte prospektive Studie wurde jedoch erst vor Kurzem begonnen.

>>> E. Schmidt, M.  Goebeler, D.  Zillikens: Rituximab in Severe Pemphigus. Annals of the New York Academy of Sciences. Annals of the New York Academy of Sciences 2009 Sep; Vol. 1173 Issue Contemporary Challenges in Autoimmunity, 683 - 691.
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Pemphigus ist als lebensbedrohliche bullöse Autoimmunerkrankung mit den Autoantikörpern Desmoglein 1 und/oder 3 assoziiert. Rituximab wurde bereits bei mehr als 130 gemeldeten Pemphigus Patienten mit schwerer und/oder refraktärer Erkrankungerfolgreich angewendet. Da Antikörper in anderen therapeutischen Zusammenhängen (bspw.  gegen IFNalpha und -beta, Erythropoietin und TNFalpha-Antagonisten) zu einer verminderten Wirksamkeit dieser Arzneimittel geführt haben, entschlossen wir uns bei 11 Patienten mit Pemphigus vor Gabe von Rituximab sowie 3, 9, und 15 Monate danach Anti-Rituximab-Antikörper zu bestimmen.

Bei 2 der 11 Pemphigus-Patienten konnten mit einem neuartigen Verfahren Antikörper gegen Rituximab nachgewiesen wurden. Bei beiden Patienten wurde demgemäß auch nur eine partielle Remission unter der Behandlung beobachtet. Über den Zeitraum der Behandlung konnte verfolgt werden, dass die Zahl der Antikörper der jeweiligen Krankheitsaktivität entsprachen.

Von den 9 Patienten ohne Entwicklung Antikörpern gegen Rituximab, kam es bei  5 zur Abheilung aller Läsionen. 4 zeigten eine partielle Remission.

Diese Beobachtungen zeigen, dass sich bei einigen Patienten während der Rituximab-Behandlung Antikörper gegen Rituximab bilden, was mit einem weniger günstigen Ansprechen auf die Behandlung in Verbindung gebracht werden kann.

>>> E. Schmidt, K. Hennig, C. Mengede, D. Zillikens, A. Kromminga: Immunogenicity of rituximab in patients with severe pemphigus. Clin Immunol. 2009 Sep;132(3):334-41. Epub 2009 Jun 7.
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