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Autor Thema: Gynäkologische Krebs-Vorsorge bei HNPCC-Patientinnen (Metastudie)  (Gelesen 7730 mal)

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  • Krankheit: Lynch-Syndrom (HNPCC) und Tarlovzysten
Gynäkologische Krebs-Vorsorge bei HNPCC-Patientinnen

Die Häufigkeit von gynäkologischen Krebserkrankungen ist bei HNPCC-Frauen  mindestens so groß wie die von Darmkrebs. Das durchschnittliche Alter des Auftretens liegt im vierten Lebensjahrzehnt. mit einem Trend zu frühem Stadium, aber auch zu einem high-risk Geschehen, dass eine adjuvante Therapie nahelegt.

In dieser Untersuchung von relevanten Studien im Zeitraum von 1988 bis 2000 wurden drei Vorgehensvarianten miteinander verglichen:

  • jährliche gynäkologische Untersuchungen,
  • jährliches Screening mit transvaginaler Ultraschalluntersuchung, Endometriumbiopsie, Serum- und CA-125-Untersuchung sowie
  • prophylaktische Hysterektomie mit beidseitiger Entfernung von Eileitern und Eierstöcken im Alter von 30 Jahren.

Nach prophylaktischer OP kam es nur noch in bis zu 0,0060% aller Fälle zu Formen von Unterleibskrebs, gefolgt von  bis zu 18,4% bei umfangreichem Screening mit OP bei positivem Screening sowie  bis zu 48,7% bei jährlichen gynäkologischen Untersuchungen.

Die prophylaktische Operation war dem Screening hinsichtlich der Gesamtüberlebensdauer dabei nur um ein Jahr überlegen.

>>> Chen,  Yang, Little,  Cheung,  Caughey: Gynecologic Cancer Prevention in Lynch Syndrome/Hereditary Nonpolyposis Colorectal Cancer Families. Obstetrical & Gynecological Survey:Volume 62(10)October 2007pp 654-656.

Das M. D. Anderson Cancer Center der University of Texas empfiehlt das jährliche umfangreiche gynäkologische Screening für HNPCC-Frauen ab dem 30. bis 35. Lebensjahr.

>>> M. D. Anderson Cancer Center: Lynch Syndrome
« Letzte Änderung: 15. März 2009, 19:01:03 von busymouse »
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(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)