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Autor Thema: 3. 6 Steuererleichterung - Abzugsbetrag für Kfz-Benutzung zw. Wohnung und Arbeit  (Gelesen 6268 mal)

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Offline RalleGA

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STEUERERLEICHTERUNG

3.6 Abzugsbetrag für Kfz-Benutzung zwischen Wohnung und Arbeitsstelle


Für: schwerbehinderte Menschen mit Ausweismerkzeichen G oder GdB ab 70

Zuständig: Finanzamt

Erforderliche Unterlagen: Schwerbehindertenausweis, Feststellungsbescheid des
Versorgungsamtes, ggf. Rentenbescheid

Rechtsquelle/ Fundstelle: § 9 Abs. 1 Nr. 4 und 5, Abs. 2 EStG in der Fassung der Bekanntmachung vom 8. Oktober 2009 (BGBl. I S. 3366), zuletzt geändert durch Artikel 1 des Gesetzes vom 22. Dezember 2009 (BGBl. I S. 3950)

Schwerbehinderte mit einem GdB zwischen 50 und 70 und mit einer Gehbehinderung (Ausweismerkzeichen G) oder einem GdB ab 70 können für je eine Hin- und Rückfahrt zwischen Wohnung und Arbeitsstätte die tatsächlichen Fahrtkosten geltend machen.
Hierzu gehören neben den Betriebskosten, Absetzungen für Abnutzung und Aufwendungen für laufende Reparaturen und Pflege auch Garagenmiete, Steuern und Versicherungen sowie Parkgebühren und Beiträge zu einem Automobilclub.
Ohne Einzelnachweis der tatsächlichen Aufwendungen können für Pkw 0,30 EUR je gefahrenem Kilometer geltend gemacht werden.

Hinweis:

Die Entfernungskilometer entsprechen den Kilometern, die für eine einfache Strecke zurückgelegt werden.
Beträgt die Entfernung zwischen der Wohnung und dem Betrieb z. B. 10 km, beträgt die tägliche Fahrstrecke 20 km (je 10 km für Hin- und Rückfahrt).
In diesem Fall sind 10 Entfernungskilometer zu berücksichtigen.
Für die Bestimmung der Entfernung zwischen Wohnung und Arbeitsstätte ist die kürzeste benutzbare Straßenverbindung maßgebend.
Die Formulierung „kürzeste benutzbare Straßenverbindung“ bedeutet, dass in Fällen, in denen der Arbeitnehmer regelmäßig eine andere als die kürzeste Straßenverbindung nutzt, weil sie verkehrsgünstiger ist, die tatsächlich genutzte Straßenverbindung für die Entfernungsbestimmung maßgebend ist.

Die notwendige Prüfung, ob der Ansatz der Entfernungspauschale oder die tatsächlichen Aufwendungen für die Wege zwischen Wohnung und Arbeitsstelle bzw. für Familienheimfahrten günstiger ist, wird in Form einer Jahresbetrachtung vorgenommen.
Ist die Behinderung im Laufe des Jahres eingetreten, kann ab diesem Zeitpunkt zwischen der Entfernungspauschale und den tatsächlichen Kosten gewählt werden.
Bis dahin erfolgt stets der Ansatz der Entfernungspauschale.

In den genannten Fällen können schwerbehinderte Menschen zusätzlich auch die sogenannten Leerfahrten geltend machen, wenn sie das Kraftfahrzeug wegen der Behinderung nicht selbst führen können und deshalb zur Arbeit gebracht und wieder abgeholt werden müssen.

neu hinzugefügt am 19.01.2019

mehr zur aktuellen Anwendung: siehe Link

unter: https://lvwa.sachsen-anhalt.de/fileadmin/Bibliothek/Politik_und_Verwaltung/LVWA/LVwA/Dokumente/5_famgesjugvers/508/Publikationen/Nachteilsausgleich_2017-08-18-LSA.pdf


Stand:  2017/2018


« Letzte Änderung: 19. Januar 2019, 11:21:35 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.