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Falsches Stigma der Multiplen Sklerose im Job

Neue Therapien geben Chance auf Stabilität und Besserung

Wien (pte) – Menschen, die an Multipler Sklerose (MS) leiden, werden in Gesellschaft und Beruf oft benachteiligt. Dies geschieht zu Unrecht, denn neue Therapieformen haben dafür gesorgt, dass das verbreitete Bild der Krankheit nicht mehr der Realität entspricht. Zu diesem Schluss kommen heute, Montag, Neurologen und MS-Experten auf einer Pressekonferenz anlässlich des MS-Tages in Wien.

„Selbst Betroffene kombinieren MS nach der ersten Diagnose oft fälschlich mit Muskelschwund, zudem herrscht in vielen Köpfen das Bild vor, MS führe zwangsläufig zu schwerer Behinderung und zum Rollstuhl“, betont Ulf Baumhackl, Vorsitzender des ärztlichen Beirates der Österreichischen MS Gesellschaft im pressetext-Interview. MS sei jedoch weder tödlich, noch erblich, noch eine Geisteskrankheit und besitze zahlreiche Formen des milden Verlaufs. Therapiefortschritte der letzten Jahren geben zudem den MS-Patienten eine realistische Chance, ihren Zustand nicht nur zu stabilisieren, sondern auch zu verbessern.

Erst seit 1997 kann MS in Europa durch das Medikament Interferon gebremst und stabilisiert werden, eine noch effektivere Therapie gibt es seit 2006 mit dem Mittel Natalizumab. Dieser Antikörper, der einmal pro Monat per Infusion verabreicht wird, bindet sich an die Immunzellen der Blutbahn. Damit verhindert er die Wanderung der Immunzellen ins Gehirn, wo diese sonst Entzündungen verursachen und Nervenfasern und deren Isolierung schädigen könnten. „Studien haben gezeigt, dass Patienten mit Natializumab wesentlich länger schubfrei sind und sogar langfristig eine Verbesserung der Krankheit möglich ist“, betont Baumhackl. Verschreibt ein MS-Zentrum das Präparat, übernimmt in Österreich die Krankenkasse die Behandlungskosten.

Während die Medizin wesentliche Verbesserungen für Patienten bewirkt hat, kämpfen MS-Patienten weiterhin mit dem vorherrschenden Bild der Krankheit in der Gesellschaft. \“Leider sind wir noch nicht so weit, dass wir allen MS- Patienten empfehlen könnten, sich an ihrem Arbeitsplatz zur Krankheit zu bekennen\“, erklärt Baumhackl. Das momentane Arbeitsumfeld verleite viele Firmen dazu, besonders diejenigen Mitarbeiter abzubauen, die nicht zu 100 Prozent einsatzfähig sind. „Ein Outing kann somit schnell zum Jobverlust führen“, so der Neurologe. Die Entscheidung dazu liegt beim Patienten, sie soll jedoch gut überlegt und abgesprochen sein, wofür Beratungsstellen Hilfe bieten.

Ein grundsätzliches Problem des Umgangs mit Krankheiten erkennt auch Ursula Hensel, Geschäftsführerin der MS-Gesellschaft Wien. „Jeder hat ein Erkrankungsrisiko und kann vorübergehend am Arbeitsplatz ausfallen, etwa aufgrund von Problemen mit der Wirbelsäule, mit Depressionen oder Burn-out. Die MS ist bloß eine Krankheit mehr, deren Ausprägung noch dazu in der Regel kaum schlimmer ausfällt als bei anderen Erkrankungen“, so Hensel im pressetext-Interview. Beispiele für den positiven Umgang mit MS-Arbeitnehmern gebe es durchaus. „Verständnisvolle Arbeitgeber erlauben den Betroffenen eine flexiblere Gestaltung ihrer Arbeitszeit, erlauben bei Bedarf das Ausruhen, adaptieren den Arbeitsplatz oder ermöglichen die Arbeit von Zuhause aus.“ Oft sei durch solche und ähnliche Maßnahmen eine gleichwertige Arbeitsleistung der Betroffenen erreichbar.

Multiple Sklerose ist eine Erkrankung des Gehirns oder des Rückenmarks, die vorwiegend bei jungen Erwachsenen im Alter zwischen 20 bis 40 Jahren und besonders bei Frauen auftritt. Die in Schüben verlaufende Krankheit kann sich in verschiedensten neurologischen Symptomen zeigen, etwa in Müdigkeit, Seh- und Bewegungsstörungen oder auch in der Beeinträchtigung der kognitiven Leistung. „Bisher kennt man viele Bausteine, die zur Krankheit führen können, wie etwa eine genetische Disposition oder Umweltfaktoren. Die genaue Ursache für MS ist jedoch bisher noch nicht bekannt“, so Baumhackl. Die Schübe werden in vielen Fällen durch banale Virusinfektionen ausgelöst, Impfungen können als Ursache jedoch ausgeschlossen werden.

(Aussender: pressetext.austria)

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