Du bist nicht alleine...

Selbstgebaute Viren

Für die Gentherapie konzipierte künstliche Viren schleusen Gene und Wirkstoffmoleküle effektiv in Tumorzellen

Frankfurt (idw) – Viren sind wahre Experten darin, Erbmaterial in Zellen eines befallenen Organismus einzuschleusen. Für die Gentherapie macht man sich dies zu Nutze: Bei einer Gentherapie werden Gene in Zellen eines Patienten eingefügt, um Erbkrankheiten oder Gendefekte zu behandeln. Koreanische Forscher haben nun ein künstliches Virus erzeugt. Wie sie in der Zeitschrift Angewandte Chemie berichten, konnten sie damit nicht nur Gene, sondern auch Wirkstoffe erfolgreich ins Zellinnere von Krebszellen transportieren.

Natürliche Viren sind zwar ausgesprochen effektiv, Gene für eine Gentherapie in Zellen zu schleusen, haben jedoch den Nachteil, dass sie Immunreaktionen oder auch Krebs auslösen können. Künstliche Viren haben diese Nebenwirkungen nicht, arbeiten dafür aber nicht besonders effektiv. Der Grund liegt darin, dass die Größe und die Form der künstlichen Viren nur sehr schwer zu kontrollieren, aber entscheidend für ihre Effektivität sind. Das Forscherteam um Myongsoo Lee hat nun eine neue Strategie entwickelt, bei der die künstlichen Viren eine definierte Form und Größe beibehalten.

Die Forscher gehen von einer bandartigen Proteinstruktur aus (beta-Faltblatt) als Schablone aus. Die Proteinbänder ordnen sich in einem Selbstorganisationsprozess zu einer definierten faserförmigen Doppelschicht an, die Form und Größe vorgibt. Außen angekuppelt sind „Proteinärmchen“, die kurze RNA-Helices binden und regelrecht einbetten. Ist diese RNA komplementär zu einer bestimmten Gensequenz synthetisiert, kann sie ganz spezifisch das Ablesen dieses Gens blockieren. Diese so genannten Small Interfering RNAs (siRNA) sind Grundlage einer erfolgversprechenden gentherapeutischen Methode.

Glucose-Bausteine auf der Oberfläche der künstlichen Viren sollen die Bindung des künstlichen Virus an Glucose-Transporter auf der Zelloberfläche der Zielzellen verbessern. Diese Transporter kommen bei fast allen Säugerzellen vor. Tumorzellen tragen meist besonders viele der Transporter.

Versuche mit einer menschlichen Krebszelllinie zeigten, dass die künstlichen Viren eine siRNA sehr effektiv einschleusen und das Zielgen blockieren.

Zusätzlich gelang es den Forschern, einen hydrophoben (wasserabweisenden) Farbstoff zu Demonstrationszwecken in das Proteinband der künstlichen Viren einzuschließen. Der Farbstoff wurde bis in den Zellkern der Tumorzellen transportiert. Das ist besonders interessant, weil der Zellkern der Wirkort vieler wichtiger Antitumor-Wirkstoffe ist.

Schreibe einen Kommentar

Cookie-Hinweis

Für die ordnungsgemäße Funktion unserer Website nutzen wir Cookies. Weitere Cookies werden ggf. durch Drittanbieter in Ihrem Browser gesetzt (z.B. durch unser Twitter-Widget). Bitte entscheiden Sie selbst, welche unserer Dienste Sie nutzen möchten. - Infos zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie hier ».

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren:

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Impressum | Datenschutz | Forum

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Wenn Sie alle Cookies zulassen, werden Ihre persönlichen Daten ggf. von Twitter, YouTube (ein Dienst von Google) etc. erfasst.
  • Wir empfehlen: Drittanbieter-Cookies blockieren. Sie können die Dienste jederzeit nachladen.:
    Mit dieser Auswahl werden die Angebote von Drittanbietern blockiert und für Sie ausgeblendet. Sie können diese Funktionen bei Bedarf jederzeit nachladen.
  • Ohne Drittanbieter und ohne die statistische Auswertung (Wir können erhobene Daten nicht zu Ihrer Person zurückverfolgen! Serverstandort: Deutschland.):
    Mit dieser Option werden nur noch technisch notwendige Cookies gesetzt, inklusive des Cookies, mit dessen Hilfe wir Ihnen diese Auswahlfunktion anbieten. Wir würden es sehr bedauern, wenn Sie zusätzlich zu den Drittanbietern auch unsere Websiteanalyse abschalten. Aufgrund datenschutzrechtlicher Bedenken nutzen wir kein Google Analytics und erfassen alle Informationen so, dass keine Rückschlüsse auf Ihre Person möglich sind.

Impressum, Datenschutzerklärung und Forum können Sie ohne das Treffen einer Auswahl besuchen. Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutzerklärung.

Zurück