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Autor Thema: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap  (Gelesen 32789 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #60 am: 11. Dezember 2016, 10:25:33 »
Tolles Nr. 35

Schlichtungsstelle nimmt Arbeit auf

Im schriftlichen Antrag sollte mindestens folgende Angaben enthalten sein:
1. Antragsgegner benennen
2. Wie wurden Sie durch den Träger öffentlicher Gewalt in ihrer Barrierefreiheit eingeschränkt?
3. Hatten Sie z.B. bis heute schon einmal einen Antrag gestellt oder sich bei der Dienstelle/Behörde erkundigt?
4. Wenn ja, bitte schildern Sie hier den genauen Sachverhalt.
5. Welches Ziel wollen Sie in einem Schlichtungsverfahren genau erreichen?
6. Was genau erwarten Sie von der Dienstelle/Behörde, um Ihre Rechte auf Barrierefreiheit zu wahren?

Kontakt:
Schlichtungsstelle BGG - bei der Beauftragten der Bundesregierung für die Belange von Menschen mit Behinderungen Mauerstraße 53  10117 Berlin   
Telefon: +49 – (0)30 18 527-2797 info@schlichtungsstelle-bgg.bund.de           
Tel. 030 – 18 527 2805 (Zentrale) z.Z. noch im Aufbau:  www.schlichtungsstelle-bgg.de

mehr hier bei: Kobinet-Nachrichten
« Letzte Änderung: 14. Dezember 2016, 10:38:35 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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« Letzte Änderung: 21. Februar 2017, 10:56:48 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #62 am: 08. März 2017, 11:12:13 »
Erbärmliches Nr. 23

Willkür trotz Bundesteilhabegesetz


Das SG Mannheim ein sehr interessantes Urteil gefällt.
Sozialgericht Mannheim Az.: S 8 SO 653/13                                

Es interpretiert den § 87 SGB XII, der den Einsatz des Einkommens über der Einkommensgrenze regelt.
Der Gesetzgeber gibt die Kriterien vor, bleibt ansonsten im Ungefähren.
Das Urteil beschäftigt sich im Wesentlichen mit zwei Sätzen:
1.)

Bei der Prüfung, welcher Umfang angemessen ist, sind insbesondere die Art des Bedarfs, die Art oder Schwere der Behinderung oder der Pflegebedürftigkeit, die Dauer und Höhe der erforderlichen Aufwendungen sowie besondere Belastungen der nachfragenden Person und ihrer unterhaltsberechtigten Angehörigen zu berücksichtigen.
2.)
Bei Pflegebedürftigen der Pflegegrade 4 und 5 und blinden Menschen nach § 72 ist ein Einsatz des Einkommens über der Einkommensgrenze in Höhe von mindestens 60 vom Hundert nicht zuzumuten.   
Im Folgenden geht es stets um das „übersteigende Einkommen“.
Dieses errechnet sich grob aus Einkommen abzüglich des doppelten Eckregelsatzes,
Kosten der Unterkunft und noch ein paar kleinere Positionen wie z.B. Versicherungen.

Selbst hier gab es Eingriffe dieses Gesetzgebers:

In einer fast konspirativ anmutenden Aktion hat die Bundesregierung entgegen eindeutiger Festlegung des Bundessozialgerichtes 2015 die Berücksichtigung der Heizkosten bei er Berechnung des übersteigenden Einkommens herausgenommen.
Was ist das für eine Systematik, die Wasserkosten berücksichtigt, Heizkosten dagegen nicht mehr.
Es bedarf keiner großen Phantasie zur Feststellung, dass hier einfach ein Einsparungsposten gesucht wurde.             

Der zweite Satz dagegen wird von vielen davon betroffenen Menschen als Willkür empfunden:
Menschen mit Pflegegrad 4 oder 5 (bis Ende 2016 Pflegestufe 3) dürfen mindestens 60 Prozent des übersteigenden Einkommens behalten, also müssen sich höchstens 40 % als Eigenanteil anrechnen lassen.
Dieser Satz lässt sich durch die Regelung in Satz 1 noch deutlich reduzieren, oft auf Null!

Bei allen anderen behinderten Menschen gibt es keinen anrechnungsfreien Sockelbetrag.
Eine Minute weniger Hilfebedarf im letzten Jahr kann also monatlich viele hundert Euros kosten.
Sie müssen von Null aufbauend anhand der Kriterien in Satz 1 ihren freien Einkommensanteil erkämpfen.
Das Gericht orientierte sich zudem alleine an den Sozialhilferichtlinien Baden-Württembergs.
Andere Länder haben sicherlich andere Kriterien.
« Letzte Änderung: 08. März 2017, 11:16:07 von RalleGA »
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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #63 am: 09. März 2017, 10:50:58 »
Erbärmliches Nr. 23.1

Der Willkür Einhalt gebieten!

Ein Kommentar von kobinet-Redakteur Gerhard Bartz


Wer sich das Urteil des SG Mannheim anschaut, kann sicherlich nachvollziehen, dass mit der Einkommensanrechnung Heerscharen von steuerfinanzierten Staatsbediensteten Beschäftigung gefunden haben.
Da die meisten Kriterien auch noch Ermessensspielräume bieten, liegen streitige Auseinandersetzungen auf der Hand.
Mit Gerechtigkeit hat das alles nichts zu tun.

Zudem ist Einkommenseinsatz verfassungswidrig und verstößt gegen die Behindertenrechtskonvention.
Solange der Gesetzgeber sich dieser Einsicht verweigert, sind Streitigkeiten vorprogrammiert.
Jeder Sachbearbeiter urteilt anders als sein Kollege, jedes Sozialamt anders als andere Sozialämter und jedes Bundesland hat sich eigene Regelungen gegeben.
Diese aufwändigen Berechnungen kosten den Staat viel Geld und bringen nur Minimalbeiträge zurück.
Nach Berechnungen von ForseA e.V. und Nitsa e.V. wurden seit dem 1.12.2011 über 2,5 Milliarden für diese Berechnungen zum Fenster hinausgeworfen. Da hier keine Erträge zu erzielen sind, warum besteht der Gesetzgeber dann so vehement auf die Einkommensanrechnung?
Spontan fällt mir hierzu nur ein, dass er behinderte Bürgerinnen und Bürger abschrecken will, ihre Rechte in Anspruch zu nehmen. Dass er dafür deren Verfassungsrechte bricht, interessiert wohl weder Regierung, Bundestag, Bundesrat, auch nicht den Bundespräsidenten.
Denn wie sonst hätte das Bundesteilhabegesetz in Kraft treten können?
Die Einkommensanrechnung unter diesen willkürlichen Vorgaben und Beurteilungsmöglichkeiten wird den hilfesuchenden Menschen nicht gerecht!

Wer immer nach Ungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft sucht, kann sich das Bundesteilhabegesetz vornehmen.

Behinderte Menschen empfinden dieses als Versuch, sie um die Fortschritte durch die Behindertenrechtskonvention zu betrügen. Sie werden es sich nicht nehmen lassen, dies im Bundestagswahlkampf zu thematisieren und die Schuldigen zu benennen.
« Letzte Änderung: 09. März 2017, 10:55:51 von RalleGA »
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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #64 am: 16. März 2017, 08:55:33 »
Erbärmliches Nr. 24

Behörde gegen Selbstbestimmung

Jessica Pankow aus Dresden ist 19 Jahre alt und seit ihrer Geburt schwer körperbehindert.
Jetzt soll sie in ein Pflegeheim zu alten Menschen abgeschoben werden.
Sie wehrt sich!

MDR-Fernsehen aus Mediathek
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #65 am: 24. April 2017, 18:41:38 »
Tolles Nr. 36

Stadtrat Ferrat feat. Achter

- Niemals aufgeben -


https://www.youtube.com/watch?v=2MQwjLKRpaU
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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #66 am: 16. November 2017, 09:49:12 »
Tolles Nr. 37

Grandiose Idee 

Hamburgerin mit Down-Syndrom bekommt einen „Schwer-in-Ordnung-Ausweis"



Hannah, eine Schülerin mit Down-Syndrom, mag das Wort „Schwerbehindertenausweis“ nicht
und schlägt stattdessen das Wort „Schwer-in-Ordnung-Ausweis“ vor.
Jetzt will sogar eine Behörde wirklich so ein Dokument ausstellen.

Fundquelle: Auszug "AZ" November 2017


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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #67 am: 08. Dezember 2017, 10:31:34 »
Tolles Nr. 38

Eine neue Perspektive auf die Harzer Natur


Der Harz ist um eine Attraktion reicher - Hoch hinaus geht es auf dem Baumwipfelpfad HARZ in Bad Harzburg.
Barrierefrei und für jede Altersgruppe erlebbar, ermöglicht dieser besondere Wanderpfad einen einzigartigen Ausblick
auf die Bad Harzburger Natur.

Baumwipfelpfad BAD HARZBURG

« Letzte Änderung: 08. Dezember 2017, 10:33:15 von RalleGA »
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Re: Tolles und erbärmliches für und gegen Menschen mit Handicap
« Antwort #68 am: 21. Januar 2018, 10:37:55 »
Tolles Nr. 39

Menschen erkennen kranke Mitmenschen auf einen Blick


Einige Hunde erschnüffeln Diabetes, Ratten können Tuberkulose riechen und Fruchtfliegen

Krebszellen: Tiere können Menschen vor Leiden warnen.
Doch auch Menschen erkennen Kranke.

Menschen können oft schon auf einem Foto erkennen, ob der Abgebildete krank ist.
Das fanden Forscher vom Karolinska-Institut in Stockholm heraus.   

Das Team um den Neurowissenschaftler und Schlafforscher John Axelsson injizierte Probanden ein Colibakterium,
das eine Entzündungsreaktion hervorrief. Eine Kontrollgruppe bekam Placebo gespritzt.
Zwei Stunden nach der Injektion wurden Fotos von den Testpersonen gemacht.
Eine weitere Probandengruppe hatte daraufhin wenige Sekunden Zeit, um zu beantworten, ob die Abgebildeten krank oder gesund sind. Tatsächlich erkannten die Testpersonen 81% der Erkrankten, was der Studie zufolge gegen Zufallstreffer spricht.

Doch die Forscher interessierte auch, welche Hinweise aus den Fotos genau zu den Diagnosen führten.
In einer zweiten Sichtungsrunde wurden daher bestimmte Krankheitsmerkmale, die sich im Gesicht ablesen lassen, abgefragt.
Dazu gehörten blasse Lippen, bleiche Gesichtsfarbe, fleckige oder glänzende Haut, hängende Mundwinkel, Schwellungen oder rote Augen. Mit Ausnahme der fleckigen oder glänzenden Haut waren alle diese Merkmale Faktoren, um eine kranke Person zu erkennen.
Die Ergebnisse sind im Fachblatt "Proceedings B" der britischen Royal Society veröffentlicht.

Für die Wissenschaftler gibt ihre Studie Hinweise darauf, wie die Probanden kranke Menschen erkennen konnten.
Gerade mit Blick auf ansteckende Krankheiten wäre diese Fähigkeit ein enormer biologischer Vorteil.
Doch die Forscher weisen auch darauf hin, dass diese rein visuelle Analyse fehleranfällig sein kann.
So könnten traurige oder müde Gesichter im Zweifelsfall auch krank wirken. Tatsächlich deckt sich diese Theorie mit anderen Studien, die ergeben haben, dass müde Menschen öfter sozial gemieden werden. Auch die häufige Stigmatisierung sichtbarer Behinderungen folge aus übermäßigen Krankheitsvermeidungsmechanismen, wie die Autoren der Studie schreiben.

Nichtsdestotrotz gebe ihre Arbeit Anstöße, weiter zu erforschen, wie kranke Mitmenschen erkannt werden.
So sei zu vermuten, dass dies besser gelinge, wenn z.B. auch Körpergerüche oder Bewegungen beobachtet werden können.
Zudem wäre zu prüfen, ob man diese Fähigkeit auch üben kann.

Die Autoren schließen:
"Künftige Studien sollten untersuchen, inwiefern sich Gesichtsausdrücke, die eine Krankheit bedeuten, mit denen grundlegender menschlicher Emotionen wie Sorge oder Angst überschneiden und wie schnell Menschen bei ihren Mitmenschen nach Anzeichen von Krankheiten suchen."

Fundquelle: Auszug „VOLKSSTIMME“ – Januar 2018
« Letzte Änderung: 21. Januar 2018, 10:45:09 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.