Orpha Selbsthilfe Forum

Autor Thema: Thematik-Schwangerschaft; Frauenkrankheiten, allgemein, Urteile und mehr  (Gelesen 8317 mal)

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Offline RalleGA

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"Wie ist es eigentlich, als behinderte oder chronisch kranke Frau ein Kind zu bekommen?"

Dieser und anderen Fragen rund um Themen wie Sexualität, Schwangerschaft und Geburt widmet sich ein von Katharina Marks ins Leben gerufenes Internetforum für Frauen mit Behinderung und chronischer Erkrankung.

Wie ist es eigentlich, als behinderte oder chronisch kranke Frau ein Kind zu bekommen?
Nichtbehinderte Frauen schenken dieser Frage eigentlich wenig bis gar keine Beachtung,
da es in der eigenen Schwangerschaft genug Interessantes zu entdecken gibt und man überall Ansprechpartner findet;
für die Betroffenen wird diese einfache Frage aber unter Umständen, wenn sie sich nämlich erst mal entschlossen haben,
selbst ein Kind zu bekommen, zu einem zentralen Thema.

Hier finden Frauen Hilfe:
http://www.lewu.de/
« Letzte Änderung: 13. November 2011, 14:28:32 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Kinderwunsch: als behinderte oder chronisch kranke Frau
« Antwort #1 am: 16. Juni 2009, 17:31:09 »
Kinderwunsch trotz Gendefekt

Wessen Leben ist lebenswert, fragt das Rehatreff-Magazin in seiner jüngsten Ausgabe.
Wie gehen Eltern mit der Frage um, möglicherweise ein behindertes Kind zu bekommen?

Entscheiden sie sich für oder gegen das Kind,
wenn während der Schwangerschaft eine auffällige pränatale Diagnose gestellt wird?
Und was machen Eltern, die wissen, dass ihre eigene Krankheit erblich ist?
Gehen sie das Risiko ein, ein eigenes Kind zu bekommen?

weiter unter: www.kobinet-nachrichten.org/cipp/kobinet/custom/pub/content,lang,1/oid,21251/ticket,g_a_s_t   
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Was für ein Urteil…

Ein junges Ehepaar wünscht sich ein Kind.
Die Befruchtung muss auf künstlichem Wege nach der In-vitro-Fertilisation erfolgen.             
Dafür übergibt das Ehepaar das notwendige körpereigene Material dem Klinikum in Neubrandenburg zur weiteren Behandlung.                                                                                   
Diese Methode soll in der BRD nur Ehepaaren gestattet sein.     

Während das Gut im Klinikum lagert, verstirbt der Ehemann bei einem Verkehrsunfall.           
Seine Ehefrau, jetzt seine Witwe, möchte aber das gemeinsame Wunschkind austragen und zur Welt bringen.
Welch ein hervorragendes Ansinnen seiner Witwe!

Das Klinikum macht sich bei Herausgabe des Materials jedoch strafbar!!!
Ein für mich völlig unverständliches, vielleicht formaljuristisch ergangenes Urteil.               
Gesetze und Urteile sind doch geschaffen bzw. werden verkündet, um den Menschen zu helfen.
Hilft man der Witwe, die völlig in Schwarz gekleidet vor Gericht erschien?

Ich vermute, dass ihr leid und ihre Trauer größer geworden sind.                                                       
Für die Berufung gegen dieses Urteil wünsche ich der jungen Witwe einen Richterspruch, der es ihr erlaubt,
das gewünschte Kind zur Welt zu bringen und mit ihm glücklich zu werden.
Sollten die folgenden Instanzen die Klage ebenfalls ablehnen, dann ergibt sich wohl die
Frage:
Was macht das Neubrandenburger Klinikum mit dem einst zum Glückbringen abgegebenen Material des Ehepaares?

Fundquelle: Kommentar von Otto Zars, Schwerin
„Schweriner Volkszeitung“ 12/13.09.2009
Zum Artikel (Urteilsbekanntgabe) vom 13.08.2009

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Dank neuartiger Verhütungsspritze:

3 Monate Kopf frei für die Liebe


Für alle Frauen, die zuverlässig, nebenwirkungsarm und vor allem langfristig verhüten wollen, steht seit Juni dieses Jahres eine neue Drei-Monats-Spritze zur Verfügung.
Sie wartet gleich mit einer ganzen Reihe von Vorzügen auf…

Immer mehr Frauen wollen nicht nur zuverlässig und arm an Nebenwirkungen verhüten, sondern auch langfristig den Kopf frei haben für die vielleicht schönste Nebensache der Welt.
Diese Frauen können seit Juni 2009 mit einer neuen Drei-Monats-Spritze (Sayana) eine unerwünschte Schwangerschaft verhindern.

Ein kleiner Piekser mit großer Wirkung.
Der behandelnde Frauenarzt setzt eine kleine Injektion unter die Haut der Vorderseite des Oberschenkels oder des Bauches.
Die Wirkung hält drei Monate an.
Frauen müssen also nicht mehr täglich an die Einnahme der Antibaby-Pille denken, sondern nur noch vier Mal im Jahr die Spritze auffrischen lassen und sie hat weitere Vorteile.
Sie kommt völlig ohne Östrogene aus. Ihre Wirkung beruht auf Gestagen.

Insgesamt liegt der Hormongehalt der neuen Spritze um ein Drittel niedriger als bei der bisherigen Drei-Monats-Spritze.
Ein großes Plus z. B. für junge Mütter.
Denn diese Verhütungsmethode ist auch während der Stillzeit des Babys möglich.                       

Ein weiterer, positiver Nebeneffekt: Nach einem Jahr haben 60 Prozent der Frauen nur noch eine leichte oder gar keine Regelblutung mehr.                                                                         
Da der Wegfall der Menstruation medizinisch unbedenklich ist, empfinden immer mehr Frauen diesen Effekt als sehr angenehm.
Zudem funktioniert der Zyklus nach Absetzen der Spritze bei 97 Prozent der Frauen innerhalb eines Jahres erneut wie gewohnt.                             
Über 80 Prozent der Frauen mit Kinderwunsch werden in diesem Zeitraum auch schwanger.

Tipp:
Frauen, die ihre Verhütung über die Drei-Monats-Spritze regulieren, sollten während der Anwendungszeit besonders auf die ausreichende Zufuhr von Vitamin D und Kalzium für die Knochengesundheit achten.
Sie kann über eine ausgewogene Ernährung oder über Nahrungsergänzungsmittel erfolgen.
Ein leichtes Training mit Gewichten stärkt zusätzlich die Knochen.
Fragen Sie Ihren Gynäkologen.

http://www.volksstimme.de/vsm/ratgeber/gesundheit/weiteres/?em_cnt=1503655   

Fundquelle: Auszug -  „VOLKSSTIMME“ -.10.2009

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hier ein Link zu Elterntreff-Online.

Dieses Forum beschäftigt sich mit werdenden Müttern u. Vätern.

http://www.elterntreff-online.de/
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Fitnessstudio-Vertrag bei Schwangerschaft kündbar

Frauen dürfen ihren Fitnessstudio-Vertrag wegen einer Schwangerschaft vorzeitig kündigen.
Das hat das Amtsgericht München entschieden (Aktenzeichen: 251 C 26718/09).

Zwar sei eine Schwangerschaft keine Erkrankung, befand das Gericht.
Allerdings könne es im Einzelfall aus Sicht der Schwangeren durchaus belastend sein,
wenn sie weiterhin sportlich tätig ist.
Das Gericht wies die Zahlungsklage eines Fitnessstudio-Betreibers ab.
Die Richter entschieden, es sei einer Schwangeren nicht zumutbar, entgegen ihrer psychischen und physischen Gesundheit an dem Vertrag festhalten zu müssen.
Ob sie aus medizinischer Sicht weiterhin hätte Sport treiben können, sei dabei unerheblich.

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Schwangerschaft:

Impfung gegen Frühgeburt


Lassen sich Schwangere gegen Grippe impfen, schützten sie dadurch auch ihr Kind.                 
Zum einen verringere der Impfschutz das Risiko für eine Frühgeburt und ein niedriges Geburtsgewicht.
Zum anderen gebe die geimpfte Mutter Antikörper über die Plazenta an das Ungeborene weiter.
Dadurch sei das Baby in den ersten Monaten nach der Geburt vor einer Infektion geschützt.
Gesunde Frauen sollten sich am besten ab dem zweiten Schwangerschaftsdrittel, Frauen mit chronischen Erkrankungen schon ab dem ersten Drittel impfen lassen.
Der Impfschutz ist in der Regel sieben bis 14 Tage nach der Injektion voll ausgeprägt.
Die Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-ZEITUNG“  30.09.2011
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Frauenkrankheiten

mehr unter:
www.frauenaerzte-im-netz.de/de_frauenheilkunde_43.html


Scheidenpilz-Risiko durch zuckerarme Ernährung senken   

Eine Ernährung mit wenig Zucker kann das Erkrankungsrisiko von Frauen senken,
die wiederholt unter Pilzinfektionen der Scheide leiden.

Die Hefepilze ernähren sich von Zuckerbausteinen und wandeln diese unter anderem in Alkohol um.
Der Alkohol sei für das typische Brennen im Intimbereich während der Infektion verantwortlich.
Eine zuckerarme Kost bremst das Wachstum der Pilze im Darm, die über den After in die Scheide gelangen können.
Außerdem empfiehlt sich eine ausgewogene Ernährung mit vielen Ballaststoffen.
Weitere Anzeichen für eine Infektion sind Jucken, Rötungen und Schwellungen.

Was ist ein Scheidenpilz?           www.dpaq.de/0mPMT   

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“ – Oktober 2011                                
« Letzte Änderung: 13. November 2011, 14:30:27 von RalleGA »
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Mutterpass immer dabeihaben                                                                                                           

Schwangere müssen ihren Mutterpass immer bei sich tragen.
Das gilt auch in der Freizeit und auf dem Weg ins Krankenhaus vor der Geburt.

So könnten sich Ärzte im Notfall schnell über alle wichtigen Fakten zur Gesundheit von Mutter und Kind informieren.
Erfasst sind in dem Pass unter anderem Blutgruppe, Gewicht, errechneter Geburtstermin und im Rahmen von Vorsorgeuntersuchungen gesammelte Daten über das Kind.
Verliert eine Frau den Pass, muss sie bei ihrem behandelnden Arzt einen neuen beantragen,
der alle bislang ermittelten Daten darin überträgt.
Weil die Daten eventuell für weitere Schwangerschaften wichtig sein könnten,
sollten Mütter den Pass nach der Geburt nicht wegwerfen.


Fundquelle: Auszug - „VOLKSSTIMME“ 22.12.2011

www.frauenaerzte-im-netz.de/de_der-mutterpass-hintergrund_959.html

                                                   
« Letzte Änderung: 20. März 2012, 15:24:22 von RalleGA »
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Der Vater ist eine Frau

Wenn der leibliche Vater eines Neugeborenen inzwischen eine Frau geworden ist - kleiner Mann, was dann?

Der Fall:
Zwei Frauen in lesbischer Lebensgemeinschaft die anerkannten Eltern eines neugeborenen Knaben.
Eine der beiden Frauen ist seinerzeit selbst als Junge auf die Welt gekommen und hat ihr Geschlecht
operativ umwandeln lassen.
Vor der Geschlechtsumwandlung hatte sie noch als er in einer Samenbank ein Spermadepot angelegt.
Darauf griff die jetzige Partnerin zu und brachte nach einer künstlichen Befruchtung in einer belgischen Klinik den gemeinsamen Sohn zur Welt.
Papa hatte sich da längst zur zweiten Mama umwandeln lassen.
Weshalb das Standesamt Köln rechtliche Zweifel an der Wirksamkeit von dessen Vaterschaftsanerkenntnis anmeldete.

Die Entscheidung
:
Zu Unrecht, wie das OLG Köln Az. 16 Wx 94/09) entschied.
Zwar kann nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch die Vaterschaftsanerkenntnis nur von einer männlichen Person
 abgegeben werden.
Und laut dem Transsexuellengesetz richten sich alle geschlechtsbezogenen Rechte und Pflichten
ausdrücklich nach dem neuen Geschlecht.
Doch wie die Kölner Richter betonten, bestimmt dieses Gesetz auch, dass das Verhältnis zu den Kindern
des Umgewandelten durch die neue Geschlechtszuordnung unberührt bleiben soll.
Dies umfasse ebenso alle erst später geborenen leiblichen Nachkömmlinge.
Sie würden sonst von der Unmöglichkeit, die eigene Abstammung zu klären, in ihrer kindlichen Entwicklung
erheblich belastet und verunsichert.
Somit sei - so der Gerichtsbeschluss, gegen den es keine weiteren Rechtsmittel gibt -
dem Kind eine Geburtsurkunde mit dem einstigen männlichen Vornamen des zur zweiten Mutter gewordenen Vaters auszustellen.
Nur durch eine solche Form der Eintragung entfallen für Außenstehende jeglicher Anlass zu Spekulationen und die Gefahr einer unerwünschten Offenlegung der Transsexualität des Vaters.
« Letzte Änderung: 03. August 2013, 19:08:48 von RalleGA »
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Nicht erkannte Schwangerschaft -

Kein Schadenersatz


Bin ich schwanger?
So manche Frau fragt sich das mit großer Sorge.
Der Besuch beim Frauenarzt soll Klarheit bringen.
Doch was, wenn der Mediziner eine falsche Diagnose stellt?
Eine Frau ist vor dem OLG Oldenburg mit der Forderung nach Schadenersatz und Schmerzensgeld gegen eine Gynäkologin gescheitert, die ihre Schwangerschaft nicht erkannt hatte (Aktenzeichen 5 U 108/14).
Die Frau wollte 25.000 Euro Schmerzensgeld und Kindesunterhalt von der Ärztin erstreiten.
Das Gericht bestätigte mit dem Beschluss vom 18. November die Entscheidung des Landgerichts Osnabrück (Aktenzeichen 3 O 2705/13).

Der Fall:
Die Klägerin wollte im November 2012 von der Gynäkologin klären lassen, ob sie schwanger war.
Sie wollte zu diesem Zeitpunkt kein Kind bekommen.
Die Ärztin schloss nach einer Ultraschalluntersuchung eine Schwangerschaft aus und verzichtete auf eine Blut- und Urinuntersuchung.
Tatsächlich war die Frau in der sechsten Woche.
Die Klägerin argumentierte, dass sie eine Abtreibung hätte vornehmen lassen, das aber nicht mehr konnte,
als sie in der 15. Woche von ihrer Schwangerschaft erfuhr.
Das Gericht wies die Klage ab, weil nach der Beratungs- und Fristenlösung zwar ein straffreier,
aber kein rechtmäßiger Schwangerschaftsabbruch möglich gewesen wäre.
Ein Anspruch der Klägerin hätte nur bei einem medizinischen oder kriminologischen Grund wie Vergewaltigung vorliegen können.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2015

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Re: Thematik-Schwangerschaft; Frauenkrankheiten, allgemein, Urteile und mehr
« Antwort #11 am: 11. November 2017, 10:31:21 »
Kinderwunsch:

Ein Baby trotz chronischer Erkrankung


Die moderne Geburtsmedizin kann heute vieles ermöglichen, was früher undenkbar erschien         
Noch vor ein paar Jahrzehnten war es schier unvorstellbar: als Rheumatikerin ein Baby bekommen?
Mutter werden mit Epilepsie, schwerem Asthma oder Diabetes?         
Tauchten chronisch kranke Frauen mit Kinderwunsch beim Arzt auf, bekamen sie meist zu hören:
„Das geht nicht.“ Heute ist es anders. Die moderne Geburtsmedizin kann heute in Kooperation mit den anderen behandelnden Fachgebieten vieles ermöglichen, was früher undenkbar erschien.

Für die Frauen stellen sich dennoch viele Fragen:
Schafft mein Körper das?
Darf ich in der Schwangerschaft Medikamente nehmen?
Welche Risiken gibt es?

Experten sind sich einig:
Entscheidend für eine erfolgreiche Schwangerschaft ist eine sorgfältige Vorbereitung.

Bevor das Paar nicht mehr verhütet, sollten sowohl der Frauenarzt als auch der Spezialist für die chronische Erkrankung eingeweiht sein. Gemeinsam mit der Patientin entscheiden sie, welche Medikation die richtige ist, sie besprechen,
ob es Risiken gibt und – ganz wichtig – welche Ängste die Patientin umtreiben.

Insgesamt stehen die Chancen, schwanger zu werden und ein gesundes Kind zu bekommen bei guter Vorbereitung nicht wesentlich schlechter als bei Gesunden.
Abraten würde man einer Frau heute eigentlich nur noch, wenn das Leben der Mutter oder des Kindes bedroht wäre.

Tipp für Frauen + Partner/Familie; zumindest nicht nur auf die Krankheit zu schauen:
Das Natürliche und Gesunde in der Schwangerschaft sollte betont werden.

Manchmal braucht die Planung allerdings ein wenig Zeit.
Zu Beginn der Schwangerschaft sollten die Patientinnen gut eingestellt und das Krankheitsniveau niedrig sein.
Es ist wichtig, mit einer stabilen Situation in die Schwangerschaft zu gehen – egal ob es sich um Epilepsie,
eine Stoffwechselerkrankung, eine Autoimmunerkrankung, chronische Entzündungen oder Diabetes handelt.
Sind die Entzündungswerte hoch oder gab es gerade einen Krankheitsschub, muss der Arzt erstmal die Erkrankung behandeln. Eine Schilddrüsenüber- oder Unterfunktion etwa erhöht das Risiko für eine Fehlgeburt.
Bei Diabetes kann eine schlechte Einstellung schwere Erkrankungen beim Kind verursachen.   

Manche Medikamente dürfen Schwangere allerdings nicht nehmen.
Fast immer gibt es dann aber eine Alternative.


Die Berliner Charité stellt auf dieser Webseite hier:
Informationen zur Verträglichkeit von Medikamenten in der Schwangerschaft zur Verfügung.
Über ein Online-Formular und per Telefon können sich Betroffene auch direkt beraten lassen.

Eine Umstellung der Medikamente erfolgt aber natürlich immer in Absprache mit den behandelnden Ärzten.
Gewarnt sei davor, unkontrolliert etwas zu ändern oder Medikamente einfach abzusetzen.
Dann kann es in den entscheidenden ersten drei Monaten der Schwangerschaft zu einer ungünstigen Einstellung der Krankheit kommen. Das Risiko für Komplikationen steigt dadurch.
Für manche Erkrankungen gibt es auch spezielle Kinderwunschsprechstunden.
Dort werden Frauen darüber aufgeklärt, welche Folgen eine Schwangerschaft möglicherweise für die chronische Erkrankung hat. So kann die Hormonumstellung bei bestimmten rheumatischen Erkrankungen,
den Kollagenosen, einen Krankheitsschub auslösen.

Bei der rheumatoiden Arthritis können sich die Symptome während der Schwangerschaft dagegen sogar verbessern.
Allerdings: Die rheumatische Erkrankung ist in der Schwangerschaft nicht verschwunden.
Viele Frauen haben weiter Beschwerden und müssen behandelt werden.
Dass das heutzutage so gut möglich ist, liegt zum einen am medizinischen Fortschritt, zum anderen aber auch daran, dass man mittlerweile viel über den Schwangerschaftsverlauf bei kranken Frauen weiß.

Sie profitieren beispielsweise von Registern, in denen Daten von betroffenen Patientinnen gesammelt werden.
Sie zeigen etwa, wie sicher ein bestimmtes Medikament in der Schwangerschaft ist.
das Schwangerschaftsregister für Rheumapatientinnen
Dort werden Daten vom Kinderwunsch über die Schwangerschaft bis hin zur kindlichen Entwicklung in den ersten zwei Lebensjahren gesammelt.

Es ist großartig, dass immer mehr Frauen mit chronischen Krankheiten Kinder bekommen.
Einen Kinderwunsch frühzeitig zu äußern ist ermutigend, um das Thema nicht zu lange aufzuschieben.
Je früher man die Schwangerschaft plant, desto besser.
Später kann die Krankheit schwerer werden – und altersbedingte Risiken kommen dazu.


Fundquelle: Auszug – „SVZ“ (Schweriner Volkszeitung“ – November 2017

« Letzte Änderung: 11. November 2017, 10:36:34 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.