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Autor Thema: Pflegepauschbetrag im Erbfall jetzt höher  (Gelesen 4788 mal)

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Offline RalleGA

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Pflegepauschbetrag im Erbfall jetzt höher
« am: 17. Juli 2009, 14:16:49 »
Pflegepauschbetrag im Erbfall jetzt höher
 
Mit der Reform des Erbschaftsteuerrechts ist auch der "Pflegepauschbetrag zur Berücksichtigung von Pflegeleistungen" gestiegen.                                                                        
Darauf weist der Bund der Steuerzahler in Berlin hin.

So dürfen nun 20 000 Euro - statt bisher 5200 Euro - steuerfrei vererbt werden.

Die Pauschale gilt für Leistungen,
die "gegenüber dem Erblasser unentgeltlich oder gegen ein geringes Entgelt" erbracht wurden.

Erben können den Freibetrag aber nur dann in Anspruch nehmen,
wenn sie nicht gesetzlich zur Pflege oder zum Unterhalt verpflichtet sind.
So seien beispielsweise Ehegatten gesetzlich zu Pflege und Unterhalt verpflichtet,
zum Unterhalt ebenso Verwandte "in gerader Linie".  
Der Steuerzahlerbund rät, schon zu Lebzeiten eine Vereinbarung zu treffen.  


Steuerrecht bei Pflege bzw. Pflegenden: siehe unter
 www.finanztip.de/d/steuerrecht/Pflege.htm   


Reform der Erbschaftssteuer: siehe unter
www.jens-koeppen.de/de/Politik/Politik_aktuell/Politik_aktuell_2008/173/Reform_der_Erbschaftssteuer/artikel,905,1,1.html   



« Letzte Änderung: 17. Juli 2009, 14:26:50 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Pflegepauschbetrag im Erbfall jetzt höher
« Antwort #1 am: 27. Juni 2014, 11:45:27 »
Für Pflegeleistungen kann Freibetrag bei Erbe gelten 

Pflege ist nicht nur eine zeitliche, sondern oft auch eine finanzielle Belastung.
Daher gibt es für Pflegeleistungen steuerliche Sonderregelungen.
So können im Falle eines Erbes Freibeträge gelten.
Für Pflegeleistungen gelten steuerliche Sonderregelungen, wie zum Beispiel bei der Erbschaftsteuer.
Darauf weist der Bund der Steuerzahler in Berlin hin.
So können bis zu 20. 000 € steuerfrei an einen Erben übertragen werden.
Die Voraussetzung:
Der Erblasser wurde vom Erben unentgeltlich oder gegen ein sehr geringes Entgelt gepflegt.

Wie hoch der Freibetrag genau ist, muss im Einzelfall ausgerechnet werden.
Er richtet sich nach dem Wert der erbrachten Pflegeleistung.
Die Pflegeleistung muss das übliche Maß der zwischenmenschlichen Hilfe übersteigen.
Der Freibetrag kann außerdem nur in Anspruch genommen werden, wenn der etwaige Erbe nicht ohnehin gesetzlich zur Pflege verpflichtet wäre und auch kein entsprechendes Dienstverhältnis vorliegt.

Nach Ansicht des Bayerischen Landesamtes für Steuern muss die Pflege vor dem Todesfall freiwillig erfolgen. Pflegeleistungen aus einer Unterhaltsverpflichtung oder gesetzlichen Verpflichtung heraus werden nicht begünstigt.
Das gilt etwa bei Ehegatten, Lebenspartnern und Verwandten in gerader Linie.

Eine Ausnahme:
Pflegen z.B. Kinder ihre Eltern auf freiwilliger Basis, obwohl die Eltern mit ihrem Vermögen in der Lage gewesen wären, einen Pflegedienst zu bezahlen, kann der Freibetrag trotzdem gelten.
Nach Ansicht des Bundesfinanzhofes kommt es zudem nicht auf die Einstufung in eine Pflegestufe an
(Az.: II R 37/12).

Auch das Alter des Erblassers kann entscheidend sein bei der Einschätzung, ob und in welcher Höhe der Freibetrag gewährt wird.
Als Pflege werden auch menschliche Zuwendungen verstanden wie z. B. Spaziergänge oder Zeitung vorlesen.
Die Heimunterbringung schließt die Gewährung des Freibetrags grundsätzlich nicht aus.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2014    
« Letzte Änderung: 27. Juni 2014, 11:47:03 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Pflegepauschbetrag im Erbfall jetzt höher
« Antwort #2 am: 23. September 2017, 08:50:27 »
Kinder pflegen Eltern -

Freibetrag bei Erbschaftsteuer 

Gute Nachrichten für Kinder, die ihre Eltern gepflegt haben. Sie können bei der Erbschaftsteuer einen Freibetrag geltend machen. Das hat der Bundesfinanzhof entgegen der gängigen Verwaltungspraxis nun entschieden.
Pflegen Kinder ihre Eltern, können sie im Erbfall den Pflegefreibetrag bei der Erbschaftssteuer in Anspruch nehmen.
Die allgemeine Unterhaltspflicht steht dem nicht entgegen, entschied der BFH (Az.: II R 37/15) entgegen der üblichen Praxis.
Die Höhe des Freibetrags bestimmt sich nach den Umständen des Einzelfalls.

Bei Erbringung langjähriger, intensiver und umfassender Pflegeleistungen kann der Freibetrag auch ohne Einzelnachweis gewährt werden. In dem Fall hatte eine Frau ihre pflegebedürftige Mutter etwa zehn Jahre lang auf eigene Kosten gepflegt. Nach dem Tod der Mutter machte die Frau bei der Erbschaftsteuer einen Pflegefreibetrag in Höhe von 20.000 € geltend und berief sich auf das Erbschaftsteuergesetz. Das Finanzamt gewährte den Freibetrag aber nicht.

Zu Unrecht:
Nach Ansicht des BFH ist der Begriff Pflege grundsätzlich weit auszulegen.
Er erfasst die regelmäßige und dauerhafte Fürsorge für das körperliche, geistige oder seelische Wohlbefinden einer hilfsbedürftigen Person.
Eine gesetzliche Unterhaltspflicht steht der Gewährung des Pflegefreibetrags nicht entgegen.
Denn aus der Unterhaltspflicht folgt keine Verpflichtung zur persönlichen Pflege.
Damit entspricht die Gewährung des Pflegefreibetrags auch für gesetzlich Unterhaltsverpflichtete dem Sinn und Zweck der Vorschrift, ein freiwilliges Opfer der pflegenden Person zu honorieren.

§ 13 Erbschaftssteuergesetz (ErbStG)      

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juli 2017
« Letzte Änderung: 23. September 2017, 08:53:02 von RalleGA »
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