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Autor Thema: Anhaltspunkte ab 01.01.2009, einschl. GdS/GdB/MdE-Tabelle  (Gelesen 43399 mal)

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Offline busymouse

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Anhaltspunkte ab 01.01.2009, einschl. GdS/GdB/MdE-Tabelle
« am: 10. August 2008, 17:45:07 »
Infos von vsbinfo.de

Zitat von der Seite:

Diese Seiten bieten aktuelle Informationen insbesondere aus der Rechtsprechung der Sozialgerichtsbarkeit  vorrangig für in der Teilhabe am Leben in der Gesellschaft beeinträchtigte Menschen (Behinderte) sowie diejenigen, denen ein für die Gemeinschaft erbrachtes Sonderopfer einen Schaden zugefügt hat (Soziales Entschädigungsrecht), so z.B. zu Grad der Behinderung, Minderung der Erwerbsfähigkeit, Nachteilsausgleich, Opferentschädigung, Soldatenversorgung  u.v.m. Gleichzeitig werden auch Verfahrens- und Kostenfragen des Sozialrechts abgehandelt.

Sie finden Rechtsprechung im Volltext mit vielen Recherchemöglichkeiten, Links und auch eine Verfahrensbeschreibung.



Auch auf der Seite:

Anhaltspunkte 2008, einschl. GdB/MdE-Tabelle, die 2009 wie folgt abgelöst wurden:
   
Zum 01.01.2009 ist die Versorgungsmedizin-Verordnung vom 10.12.2008 in Kraft getreten. Diese ersetzt die bisher für die Feststellung des Ausmaßes der nach dem Bundesversorgungsgesetz auszugleichenden Schädigungsfolgen und des Grades der Behinderung anzuwendenden "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehindertenrecht (Teil 2 SGB IX)".
__________

Änderungen:
01.04.2012 - Linkaktualisierung, Einarbeitung der aktueller Änderungen
« Letzte Änderung: 12. März 2015, 19:02:10 von RalleGA »
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
(Epiktet, griech. Philosoph, 50-138)

Offline RalleGA

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Re: Anhaltspunkte 2008, einschl. GdB/MdE-Tabelle
« Antwort #1 am: 12. Mai 2009, 14:44:37 »
NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU - NEU


Versorgungsmedizin-Verordnung ersetzt Anhaltspunkte
Neuregelung zur Feststellung des Grades der Behinderung


Der Gesetzgeber hat am 10.12.2008 mit der Versorgungsmedizin-Verordnung
(BGBI. Teil I, Nr. 57 v. 15.12.08, S. 2412) die Begutachtung und Einstufung von Behinderungen neu geregelt.


Bisher galten die "Anhaltspunkte für die ärztliche Gutachtertätigkeit im sozialen Entschädigungsrecht und nach dem Schwerbehinderten recht" (AHP, Stand 2004), herausgegeben vom zuständigen Bundesministerium.

Mit einer eigenständigen Verordnung wurde also eine "echte" gesetzliche Grundlage für die Begutachtung geschaffen.
Die Einzelheiten sind in einer Anlage zu § 2 der Verordnung unter dem Titel "versorgungsmedizinische Grundsätze" geregelt, die eine Art Kurzfassung der bisherigen Anhaltspunkte darstellt.

Lade hier runter: "versorgungsmedizinische Grundsätze"

Inhaltlich wurde auf zahlreiche Hinweise, Erläuterungen und Querverweise aus den AHP verzichtet,
es heißt jetzt einheitlich "Grad der Schädigung" (GdS) statt "Grad der Behinderung" (GdB).
Zuletzt geändert durch Art. 1 V v. 11.10.2012

Nicht mehr bundeseinheitlich geregelt sind die Voraussetzungen für das Merkzeichen RF
(Befreiung von der Rundfunkgebührenpflicht).
Was das bedeutet, muss abgewartet werden.


Fundquelle: Zeitschrift des Behindertenbeirates SACHSEN-ANHALT (01/2009)

« Letzte Änderung: 24. September 2017, 10:09:19 von RalleGA »
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Offline busymouse

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Re: Anhaltspunkte 2008, einschl. GdB/MdE-Tabelle
« Antwort #2 am: 14. Mai 2009, 12:57:39 »
Ich habe ja echte Verständnisschwierigkeiten, was den Grad der Schädigungsfolgen (GdS) und den Grad der Behinderung (GdB) angeht. Einerseits ist es zwar so, dass in unseren Ausweisen demnächst "GdS" drinstehen wird und andererseits wird aber auch immer noch vom GdB gesprochen.  :durchdreh

Hmmh... ich versuche mal etwas Licht ins Dunkel zu bringen, denn wie es zusammnhängt, steht durchaus in der >>> Anlage zur neuen Verordnung drin... allerdings ohne dass ich das deshalb besser verstehen würde:


Zitat
2. Grad der Schädigungsfolgen (GdS), Grad der Behinderung (GdB)

a) GdS und GdB werden nach gleichen Grundsätzen bemessen. Beide Begriffe unterscheiden sich lediglich dadurch, dass der GdS nur auf die Schädigungsfolgen (also kausal) und der GdB auf alle Gesundheitsstörungen unabhängig von ihrer Ursache (also final) bezogen ist. Beide Begriffe haben die Auswirkungen von Funktionsbeeinträchtigungen in allen Lebensbereichen und nicht nur die Einschränkungen im allgemeinen Erwerbsleben zum Inhalt. GdS und GdB sind ein Maß für die körperlichen, geistigen, seelischen und sozialen Auswirkungen einer Funktionsbeeinträchtigung aufgrund eines Gesundheitsschadens.

Unterm Strich liest sich das für mich so, dass man da vor irgendwelchen für mich nicht ersichtlichen Gründen wieder einmal etwas zusätzlich bürokratisiert hat.

Ralf, ist dir irgendwie ersichtlich, weshalb man nun diese Unterscheidung treffen will, wenn es in der Sache nichts ändert?

Desweiteren habe ich festgestellt, dass erbliche Syndrome und seltene Krankheiten wieder einmal weitestgehend nicht berücksichtigt wurden. Vereinzelt, nämlich da, wo etwas äußerlich sichtbar ist, wird es zwar auch benannt (Bsp.: Pemphigus und Pemphigoid), ansonsten bleibt es aber außen vor.

Wenn ich das richtig lese, würde beispielsweise bei meinem Syndrom ausschließlich die Krebs-OP selbst bewertet und eine (unsinnige) Heilungsbewährung zugrunde gelegt, denn es gilt:

Zitat
2. h) Gesundheitsstörungen, die erst in der Zukunft zu erwarten sind, sind beim GdS nicht zu berücksichtigen. Die Notwendigkeit des Abwartens einer Heilungsbewährung stellt eine andere Situation dar; während der Zeit dieser Heilungsbewährung ist ein höherer GdS gerechtfertigt, als er sich aus dem festgestellten Schaden ergibt.

Andererseits gilt aber auch diese Regelung:

Zitat
2. f) Der GdS setzt eine nicht nur vorübergehende und damit eine über einen Zeitraum von mehr als sechs Monaten sich erstreckende Gesundheitsstörung voraus. Dementsprechend ist bei abklingenden Gesundheitsstörungen der Wert festzusetzen, der dem über sechs Monate hinaus verbliebenen – oder voraussichtlich verbleibenden – Schaden entspricht. Schwankungen im Gesundheitszustand bei längerem Leidensverlauf ist mit einem Durchschnittswert Rechnung zu tragen. Dies bedeutet: Wenn bei einem Leiden der Verlauf durch sich wiederholende Besserungen und Verschlechterungen des Gesundheitszustandes geprägt ist (Beispiele: chronische Bronchitis, Hautkrankheiten, Anfallsleiden), können die zeitweiligen Verschlechterungen – aufgrund der anhaltenden Auswirkungen auf die gesamte Lebensführung – nicht als vorübergehende Gesundheitsstörungen betrachtet werden. Dementsprechend muss in solchen Fällen bei der GdB- und GdS-Beurteilung von dem „durchschnittlichen“ Ausmaß der Beeinträchtigung ausgegangen werden.

Wie soll man da letztlich den Nachweis führen? Ich habe zu jedem Zeitpunkt meines Lebens ein 80%iges Risiko, einen Tumor zu bekommen. Damit ist das Syndrom chronisch und 2.f) muss herangezogen werden. Laut 2.h) sind die zukünftigen Tumoren aber gar nicht relevant.  >:D

Ich denke, es wird schwer werden, auf dieser Grundlage einen wirksamen Widerspruch zu formulieren. Es riecht förmlich nach Willkür im Rahmen eines "Gummi-Paragraphen". Seitens der Ämter lässt sich da jede Entscheidung rechtlich erklären...

Es ist also alles beim Alten und für uns immer der gleiche Trott - ein Ämter-Marathon.

 :trott Liebe Grüße Birgit
« Letzte Änderung: 12. März 2015, 19:52:09 von RalleGA »
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Offline RalleGA

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Re: Anhaltspunkte 2008, einschl. GdB/MdE-Tabelle
« Antwort #3 am: 14. Mai 2009, 20:14:32 »
@all

Ich kann die "Aufregung" verstehen, aber schaut mal genau hin.

Der Gesetzgeber hat am 10.12.2008 mit der Versorgungsmedizin-Verordnung
(BGBI. Teil I, Nr. 57 v. 15.12.08, S. 2412) die Begutachtung und Einstufung von Behinderungen neu geregelt.

Ich lese das so:
Das heißt der GdS bezieht sich auf die die Verordnung.
Der GdB bezieht sich auf das SGB IX. Also auf ein Gesetz.

Wie Ihr seht ist eine Verordnung schnell erlassen.
Eine Änderung eines Bundes-Gesetzes  muss aber einen langen "Beschlussmarathon" über sich ergehen lassen,
bis es dann Rechtskraft erlangt.

Eine Verordnung ist schneller rechtskräftig in Deutschland umsetzbar und wie Birgit bereits festgestellt hat sind ja nunmehr "Sachen" aufgelistet die vorher keine Bewertung gefunden hatten.

Mit der sogenannten Heilbewährung muss man leben.
Es kann nunmal , Gott sei Dank, vorkommen, dass jemand nach einer frühzeitig erkannten und erfolgreich behandelten Krebserkrankung "Vollständig" geheilt wird. Hier sieht der Gesetzgeber nunmal 5 Jahre vor.
Fragt mich aber bitte nicht wer die fünf festgelegt hat.

Ralf
   
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Offline busymouse

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Re: Anhaltspunkte 2008, einschl. GdB/MdE-Tabelle
« Antwort #4 am: 14. Mai 2009, 21:38:01 »
Mit der sogenannten Heilbewährung muss man leben.
Es kann nunmal , Gott sei Dank, vorkommen, dass jemand nach einer frühzeitig erkannten und erfolgreich behandelten Krebserkrankung "Vollständig" geheilt wird.

Hi Ralf,

es ging mir nicht um die "normalen", so genannten sporadischen Krebserkrankungen. In der Sache wurde vergessen, die Krebs-Syndrome davon abzugrenzen. Ein Gendefekt heilt weder in 5 noch in 10 Jahren aus und gesund wirst Du lebenslang nicht mehr.

Eine Heilungsbewährung ist bei erblichen Syndromen jedweder Art (und auch unabhängig von Krebserkrankungen) genauso unsinnig wie bei einem amputierten Bein oder einem künstlichen Darmausgang. Da wird schließlich auch keine Heilungsbewährung angesetzt.

 ;-) Grüssi Birgit
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Offline RalleGA

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Re: Anhaltspunkte 2008, einschl. GdB/MdE-Tabelle
« Antwort #5 am: 15. Mai 2009, 11:52:28 »
Ja was soll ich dazu sagen, außer mal wieder

ORPHA = Selten und wer kennt sich damit schon mal aus.

Die die darüber befinden sollen, wie es uns nach "ihrem Befinden her geht", können bzw. wollen es nicht wissen und
so sieht dann nunmal eine Verordnung aus.

Was nicht in einer Verordnung steht bzw. gesetzliche festgelegt ist kann nunmal nicht eingeklagt werden....
wir können uns ja nicht um alle und jeden kümmern...wir wußten ja nicht das das so eilt...
hättest Dir doch `ne Alleweltsbehinderung zulegen sollen, dann wäre diese auch aufgeführt...
noch weitere Sprüche gefällig ??? ???

Durch unser Forum und die damit verbundene Öffentlichkeitsarbeit machen wir ja auf unsere Probleme aufmerksam....,
aber wir haben eben keine LOBBY.

Vielleicht kennt jemand einen BANKER mit einer seltenen Krankheit?
Das wäre zumindest ein Ansatz, oder... ;D

Ralf   


 

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