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Autor Thema: Steuer-Geld-Banktipp 1 - allgem. u. natürlich legaler Art + Erbrecht ab 2010  (Gelesen 43415 mal)

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STEUER:

Fahrten zur Dienststelle/Arbeit


Wer mit dem Auto fährt, muss nicht den kürzesten Weg zu Arbeit nehmen.
Ist ein längerer Weg "offensichtlich verkehrsgünstiger", darf der AN nach einer Entscheidung des Bundesfinanzhofs (BFH) auch diese Strecke ansetzen.
Laut BFH muss der längere Weg nicht einmal eine erhebliche Zeitersparnis bringen - es reiche aus,
dass etwa die Streckenführung oder die Schaltung auf dem Weg liegender Ampeln günstiger sei
(Az.: VI R 19/11 und VI R 46/10). 

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  April  2015
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Ausbildung + Steuern

Ausbildung beim Finanzamt geltend machen 


Auch eine Ausbildung kostet Geld.
Die gute Nachricht: Lehrlinge und Studenten können sich einen Teil der Kosten vom Finanzamt zurückholen.
Allerdings gilt das nicht in jedem Fall.
Laut BFH sind die Ausgaben für ein Zweitstudium als Werbungskosten (Az.: VI R 14/07) absetzbar.

Beim Erststudium ist das noch juristisch umstritten.

Lehrlinge haben es da einfacher:
Erfolgt die Lehre im Rahmen eines betrieblichen Ausbildungsverhältnisses, können die Ausgaben für die Ausbildung als Werbungskosten abgesetzt werden.
Dies können z.B. Kosten für Fahrten zur Ausbildungsstelle oder Berufsschule, die Reinigung der Berufsbekleidung etc. sein.
Die Kosten kann der Lehrling in seiner EST-erklärung in der Anlage N eintragen.
Diese Regel gilt sowohl für eine erste als auch eine zweite Berufsausbildung.
Bei Studenten mit abgeschlossener Berufsausbildung oder einem abgeschlossenen Erststudium werden auch die Kosten für ein weiteres Studium als Werbungskosten anerkannt.
Hier müssen die Ausgaben ebenfalls in der ESt-erklärung in der Anlage N eintragen werden.
Damit das Finanzamt aber weiß, dass es sich um ein zweites Studium handelt, muss der Studierende das der Behörde aber mitteilen. Dazu sollte er im Mantelbogen der EST-erklärung die Berufsbezeichnung bzw. den Studienabschluss genau angeben.

Wichtig zu wissen:

Eine Erstausbildung liegt nach dem Gesetz bereits vor, wenn eine geordnete Ausbildung mit einer Dauer von mindestens zwölf Monaten mit einer Prüfung abgeschlossen wurde.
Jede anschließende Ausbildung oder ein anschließendes Studium zählt als weitere Ausbildung.
Bereits das Masterstudium nach dem Bachelor gilt damit als zweites Studium.

Teure Projekte oder Auslandssemester sollten daher ins Masterstudium verlegt werden.
Dann lassen sich Werbungskosten geltend machen.

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“ - ALTMARK -Oktober 2015
« Letzte Änderung: 02. November 2015, 13:54:16 von RalleGA »
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Versorgungsausgleich an geschiedenen Partner steuerlich absetzbar

Nach einer Scheidung kann die Anwartschaft auf eine betriebliche Altersvorsorge zwischen den beiden Ex-Partnern aufgeteilt werden. Wer das verhindern will, zahlt Ausgleichszahlungen an seinen geschiedenen Partner - die Aufwendung ist dann steuerlich absetzbar.

Steuerpflichtige können Zahlungen im Rahmen des Versorgungsausgleiches an ihren Ex-Partner als Werbungskosten geltend machen. Das Finanzamt muss die Zahlungen akzeptieren.

Das gilt, wenn ansonsten die Gefahr besteht, dass ein Partner durch die Scheidung weniger Bezüge aus der betrieblichen Altersvorsorge beim Renteneintritt erhalten würde - etwa weil sich dann die beiden geschiedenen Partner den Anspruch auf die Versorgung hätten teilen müssen.
Das hat das Finanzgericht Münster in einem Urteil entschieden (Az.: 7 K 453/15 E).

Im konkreten Fall zahlte ein Mann an seine geschiedene Frau als Ausgleich insgesamt 35.000 € -
davon waren rund 28.375 € für den schuldrechtlichen Versorgungsausgleich.
Der Mann beantragte beim Finanzamt, dass die Mitarbeiter die Aufwendungen als Werbungskosten bei seinen Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit berücksichtigen. Dies lehnte das Finanzamt ab.
Die Mitarbeiter argumentierten, dass es bei den Zahlungen um privates Vermögen ginge.

Entscheidung:
Das sahen die Richter des Finanzgerichts Münster anders:
Ohne die Ausgleichsvereinbarung würde der Mann beim Renteneintritt geringere Bezüge aus der betrieblichen Altersversorgung erhalten.
Der Grund: Er müsste seine Anwartschaft mit seiner geschiedenen Frau teilen.
Durch den geleisteten Ausgleich konnte er dies verhindern.
Somit darf er die Zahlungen als Werbungskosten angeben.

Finanzgericht Münster - Das Urteil (Az.: 7 K 453/15 E)

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2016 
« Letzte Änderung: 29. Januar 2016, 10:13:00 von RalleGA »
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Finanzamt darf Dritte nicht immer befragen

Wenn Angaben in der Steuererklärung unklar sind, fragt das Finanzamt in der Regel beim Steuerpflichtigen nach. Doch darf die Finanzbehörde sich für Rückfragen einfach an Dritte wenden?
Über diese Frage musste der Bundesfinanzhof in einem Urteil entscheiden.


Das Finanzamt darf sich an Dritte wenden, um die Angaben eines Steuerpflichtigen zu überprüfen.
Doch ein Auskunftsersuchen ist nur möglich, wenn der Steuerpflichtige den Sachverhalt offensichtlich nicht aufklären möchte. Urteil des BGH (Az.: X R 4/14)    

 Im konkreten Fall ging es um einen Mann, der Einkünfte aus einem Gewerbebetrieb erzielt hat.
Das Finanzamt kontrollierte seine Einkommensteuer, Umsatzsteuer und Gewerbesteuermessbeträge aus den Jahren 2002 bis 2004. Im Rahmen der steuerlichen Außenprüfung schrieb die Behörde auch eine Geschäftspartnerin des Klägers an.
In dem Auskunftsersuchen ging es darum, ob die Frau an den Kläger Provisionszahlungen geleistet hatte.
Zuvor hatte bereits ein Lieferant des Klägers Ausgleichszahlungen angegeben.
Das Problem: Das Amt fragte direkt bei der Geschäftspartnerin nach.
Der Kläger wurde jedoch nicht vorab um Auskunft gebeten. Dagegen klagte der Mann.

Zu Recht, urteilten die Richter des Bundesfinanzhofes.
Eine solche Anfrage sei nur möglich, wenn das Verhalten des Steuerpflichtigen zeige,
dass er sich an der Aufklärung eines Sachverhaltes nicht beteiligen wird.
Das sei hier jedoch nicht der Fall.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Januar 2016
« Letzte Änderung: 23. Februar 2016, 12:03:47 von RalleGA »
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STEUER ---  Essen auf Einladung -

Verpflegungspauschale bleibt erhalten


Wer auf Dienstreise geht, kann für die Verpflegung Pauschalen steuerlich geltend machen.
Doch Vorsicht: Wenn der Chef das Essen bezahlt, müssen die Pauschalen gekürzt werden. Aber nicht jede Einladung schmälert die Pauschale.   
Die Voraussetzung: Der Beschäftigte muss wenigstens acht Stunden von zu Hause und der ersten Tätigkeitsstätte fernbleiben.
Alternativ können Arbeitgeber (AG) die Pauschalen auch steuer- und sozialversicherungsfrei auszahlen.

Die Pauschalen für Auswärtstätigkeiten innerhalb von Deutschland sind gestaffelt: 24 € gibt es für jeden Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer (AN) 24 Stunden von seiner Wohnung und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist. Für den An- und Abreisetag gibt es jeweils 12  €, wenn der Beschäftigte an diesem, einem anschließenden oder vorhergehenden Tag außerhalb seiner Wohnung übernachtet.
Ebenfalls 12 € gibt es für jeden Kalendertag, an dem der Arbeitnehmer ohne Übernachtung mehr als acht Stunden von zu Hause und der ersten Tätigkeitsstätte abwesend ist.

Wichtig zu beachten: Die Pauschalen müssen gekürzt werden, wenn der AG bei der Dienstreise Mahlzeiten zur Verfügung stellt oder die Kosten dafür übernimmt. Wird vom Arbeitgeber ein Frühstück gestellt, wird die anzusetzende Pauschale um 4,80 € gekürzt. Bei einem gestellten Mittag- oder Abendessen erfolgt eine Kürzung um je 9,60 €. Es dürfen dann nur die verminderten Pauschalen als Werbungskosten angesetzt oder steuer- und sozialversicherungsfrei vom AG ausbezahlt werden.

Bei der Kürzung ist allerdings zu beachten, dass diese nur vorzunehmen ist, wenn der eigene AG die Mahlzeit stellt oder bezahlt oder einen Dritten damit beauftragt. Wird man während der Auswärtstätigkeit von Geschäftspartner oder Kunden eingeladen, ist diese Kürzung nicht vorzunehmen. Der AG kann die volle Pauschale auszahlen oder sie kann in voller Höhe als Werbungskosten in der Einkommensteuererklärung angesetzt werden.     
                                                           
Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2016
« Letzte Änderung: 01. April 2016, 07:51:40 von RalleGA »
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Anschaffung und Reinigung von Arbeitskleidung absetzbar

Ausgaben für Schutzhelm, Sicherheitsschuhe oder Arztkittel können Steuerpflichtige in der Regel ohne Probleme beim Fiskus angeben - sie gelten als typische Berufskleidung.
Doch erkennt das Finanzamt (FA) auch Ausgaben für einen hochwertigen Anzug an?

Wer sich Kleidung für seinen Beruf kauft, kann die Ausgaben unter bestimmten Voraussetzungen als Werbungskosten absetzen. Das FA erkennt aber nur Kosten an, die man für berufsspezifische Textilien ausgegeben hat. Die Grenzen dabei sind fließend: Ein hochwertiger Anzug für das Büro zählt aber nicht dazu. Urteil Finanzgerichts (FG) Hamburg (Az.: 6 K 231/12)

Im konkreten Fall hatte sich ein Anwalt eine hochwertige Ausstattung gekauft, weil er in einer internationalen Kanzlei eine neue Stelle antreten wollte. Die Kosten für die Anzüge gab er beim FA an.
Begründung: Es handele sich um berufstypische Kleidung, die entsprechend einer internationalen Kanzlei angemessen sei. Die Behörde berücksichtigte die Aufwendungen nicht steuermindernd.

Zu Recht, urteilten die Richter des FG Hamburg. Sie begründeten ihre Entscheidung damit, dass man Business-Kleidung auch der allgemeinen Lebensführung zurechnen könne. Sie lasse sich ohne Probleme auch privat tragen.
Grundsätzlich gilt:
Erkennt das FA Kleidung als berufstypisch an, sind bis zu 487,90 € direkt abzugsfähig.
Liegen die Kosten für die Textilien über dieser Grenze, müssen Steuerzahler die teuren Stücke hingegen anteilig ihrer Nutzungsdauer ansetzen.
Wer die Chancen erhöhen will, dass sich die Ausgaben steuermindernd auswirken,
sollte die Textilien in speziellen Läden für Berufskleidung kaufen.

Die Rechnung können Steuerpflichtige dann als Nachweis der Steuererklärung beifügen.

Handelt es sich eindeutig um berufsspezifische Kleidung, gilt: Neben den Anschaffungskosten können Steuerpflichtige auch die Ausgaben für Reinigungsleistungen wie Waschen, Trocknen und Bügeln absetzen. Damit sich die Kosten steuermindernd auswirken, sollte auf der Rechnung ein Hinweis stehen,
dass in diesem Fall Arbeitskleidung gereinigt wurde.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2016 
« Letzte Änderung: 15. April 2016, 09:29:36 von RalleGA »
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Elterngeld mindert Belastungen in Steuererklärung

Unterhaltszahlungen an den Partner können bei der Steuer als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden. Allerdings wird das Elterngeld, das der unterstützte Partner erhält, in der Steuererklärung von der abzugsfähigen Belastung in vollem Umfang abgezogen. Das gilt auch für den einkommensunabhängigen Sockelbetrag des Elterngeldes, der 300 € pro Monat umfasst.

Die Höhe des Elterngelds richtet sich eigentlich danach, wie viel der Empfänger zuvor im Durchschnitt verdient hat. Beträgt der Verdienst weniger als 1.200 € netto, liegt das Elterngeld bei etwas mehr als 67% vom Nettoeinkommen.
Wer bislang kein eigenes Einkommen hatte, bekommt den Sockelbetrag in Höhe von 300 €.

Im verhandelten Fall zahlte der Kläger an seine Lebensgefährtin und Mutter seines Kindes Unterhalt.
Sie bezog auch Elterngeld in Höhe von rund 650 € monatlich. Der Kläger machte die Unterhaltszahlungen in seiner Steuererklärung als außergewöhnliche Belastungen geltend. Er war der Meinung, dass aber nur der Teil des Elterngeldes, der oberhalb des Sockelbetrags von 300 € im Monat liegt, davon abgezogen werden darf - und nicht die gesamte Summe.

Urteil:

Das FG sah dies anders. Finanzgericht (FG) Münster (Az.: 3 K 3546/14 E).
Die Richter begründeten dies damit, dass es sich beim Sockelbetrag auch um Bezüge handelt, die der Kindesmutter helfen, den Unterhalt zu bestreiten. Das Elterngeld gilt somit insgesamt als Einkünfte Ersatz.
Der Senat hat die Revision zum BFH zugelassen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2016
« Letzte Änderung: 21. April 2016, 09:29:14 von RalleGA »
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BFH – Urteil:

Steueransprüche verjähren nicht am Wochenende


Für bestimmte Anträge gelten Fristen.
Wer seine Unterlagen zu spät abgibt, muss damit rechnen, dass Behörden die Anträge nicht anerkennen.

Was aber gilt, wenn das Fristende auf ein Wochenende fällt?

Anträge an das Finanzamt müssen fristgerecht eingereicht werden. Doch der festgesetzte Termin kann sich durchaus verschieben. Denn Steueransprüche verjähren nicht am Wochenende.
Urteil des Bundesfinanzhofs (BFH) (Az.: VI R 14/15). Das heißt: Fällt das Jahresende auf einen Sonntag, einen gesetzlichen Feiertag oder einen Samstag, endet die Festsetzungsfrist für Ansprüche aus dem Steuerschuldverhältnis erst mit Ablauf des nächstfolgenden Werktags.
Im dem verhandelten Fall beantragte ein Arbeitnehmer für 2007 die sogenannte Antragsveranlagung. Ein solcher Antrag muss innerhalb einer bestimmten Frist gestellt werden. Diese beginnt mit Ablauf des Jahres der Steuerentstehung und beträgt vier Jahre. In dem konkreten Fall ging der Antrag für das Jahr 2007 erst am 2. Januar 2012 beim zuständigen Finanzamt ein. Die Behörde und später auch das Finanzgericht sahen dies als verspätet an, da die Festsetzungsfrist mit Ablauf des 31. Dezember 2011 geendet habe.
Urteilsbegründung: Der BFH sah das anders: Der Kläger habe den Antrag rechtzeitig gestellt, befanden die Richter. Zwar verjähre die Einkommensteuer 2007 eigentlich mit Ablauf des Jahres 2011. In diesem Fall müsse aber berücksichtigt werden, dass das Jahresende 2011 auf einen Samstag gefallen sei. In einem solchen Fall trete Verjährung nicht mit Ablauf des 31. Dezember, sondern erst mit Ablauf des nächsten Werktages und damit am 2. Januar 2012 ein. Folglich müsse der Antrag des Klägers angenommen werden.

Die Entscheidung ist auch für die Verjährung zum Jahresende 2016 von Bedeutung:
In diesem Jahr fällt der 31. Dezember auf einen Samstag. 

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  März 2016  
« Letzte Änderung: 04. Mai 2016, 09:53:33 von RalleGA »
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Steuern:

BFH entscheidet über Anrechnung von Elterngeld


Bei nichtverheirateten Paaren können Unterstützungsleistungen des einen Partners an den anderen steuerlich geltend gemacht werden. Umstritten ist dabei die Frage, wie Elterngeld sich hier auswirkt.
Das letzte Wort hat nun der Bundesfinanzhof. (Az.: VI R 57/15).

Unterhaltszahlungen an Angehörige verringern unter Umständen die Steuerbelastung.
Denn bis zur Höhe des Existenzminimums können die Zahlungen als außergewöhnliche Belastung geltend gemacht werden.
Auch Zahlungen an den nichtehelichen Lebenspartner werden hier in der Regel vom Finanzamt anerkannt.
Der Vorteil: Bei Paaren, bei denen nur ein Partner berufstätig ist, kann das die Steuerlast verringern.

Wichtig zu beachten: Auf den absetzbaren Betrag sind eigene Einkünfte des Unterstützten anzurechnen.
Dazu zählen auch Lohnersatzleistungen wie Arbeitslosengeld.
Juristisch umstritten ist aber, in welchem Umfang das Elterngeld in diese Rechnung eingeht.

Wird es in voller Höhe als Bezüge gegengerechnet oder muss die Zahlung um einen sogenannten Sockelbetrag gekürzt werden?
Für Betroffene kann das einen Unterschied von 2.400 € ausmachen.
Steuerpflichtige in vergleichbaren Fällen, sollten daher unter Angabe des Aktenzeichens Einspruch gegen ihren Steuerbescheid einlegen. Dieser Einspruch muss aber rechtzeitig erhoben werden.

Das heißt: Innerhalb eines Monats nach Bekanntgabe des Bescheids muss der schriftliche Einspruch beim zuständigen Finanzamt vorliegen. Bei Prozessen vor dem Bundesfinanzhof besteht Anspruch auf Ruhen des Verfahrens.
Das bedeutet: Der Steuerbescheid bleibt bis zu einem Urteil offen. 

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  April 2016  
   
« Letzte Änderung: 29. Mai 2016, 10:14:12 von RalleGA »
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Umzugskosten oft absetzbar:

Job nach Umzug zu Fuß erreichbar


Umziehen ist teuer, erst Recht wenn es für den Job ist.
Die gute Nachricht: Das Finanzamt erkennt einen Teil der Ausgaben an.

Die neue Arbeitsstelle muss dabei aber im Vordergrund stehen. 
Wenn ein Arbeitnehmer (AN) näher an seine Arbeitsstelle zieht, kann er unter Umständen die Umzugskosten als Werbungskosten absetzen. Die berufliche Tätigkeit muss dann aber der entscheidende Grund für den Umzug sein. Verringert sich die tägliche Fahrzeit zwischen Wohnung und Arbeitsstätte um mindestens eine Stunde, erkennen die Finanzämter die berufliche Motivation des Umzugs in der Regel an. Das gilt auch, wenn sich zwar die Fahrzeit um weniger als eine Stunde verkürzt, der AN dafür nach dem Umzug seinen Arbeitsweg jedoch zu Fuß zurücklegen kann. Entscheidung des Finanzgerichts Köln (Az.: 3 K 3502/13).   

Im verhandelten Fall nutzte die Klägerin bislang die Straßenbahn, um zur Arbeit zu gelangen.
Nach dem Umzug konnte sie ihren Arbeitsweg in wenigen Minuten zu Fuß zurücklegen.
Die Umzugskosten machte sie in ihrer Einkommensteuererklärung als Werbungskosten geltend.
Das Finanzamt lehnte dies jedoch ab.
Mit der Begründung:
Der Arbeitsweg habe sich durch den Umzug nicht um mindestens eine Stunde verkürzt.
Die Richter gaben der Klägerin Recht.

Urteilsbegründung:
Da die Frau ihre Arbeitsstätte zu Fuß erreichen kann, verbessern sich ihre Arbeitsbedingungen.

Tipp:
Arbeitnehmern, die sich in einer ähnlichen Situation befinden:
Erheben Sie Einspruch gegen den Steuerbescheid, wenn der Fiskus die Umzugskosten nicht als Werbungskosten anerkennen will. Ein Verweis auf die Entscheidung des Finanzgerichts Köln sei bei der Begründung sinnvoll.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Juni 2016
   
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Re: Steuer-Geld-Banktipp 1 - allgem. u. natürlich legaler Art + Erbrecht ab 2010
« Antwort #115 am: 05. September 2016, 08:32:22 »
Lohnsteuer:

Krankheits-und Kurkosten steuerlich geltend machen


Steuerzahler sollten ihre Krankheitskosten in der Steuererklärung angeben, und zwar ab dem ersten Euro.
Aktuell berücksichtigt das Finanzamt (FA) diese Aufwendungen erst, wenn ein bestimmter Betrag -
die sogenannte zumut- bare Eigenbelastung - überschritten ist.
ist aber eine Beschwerde beim Bundesverfassungsgericht anhängig (Az.: 2 BvR 180/16).

Kosten für Zahnersatz, Brillen, Kuren oder orthopädische Hilfsmittel wie Schuheinlagen und Zuzahlungen zu Rezepten sollten daher in der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen angegeben werden.
Bis zu einer Entscheidung des Gerichts wird das FA die vollen Kosten allerdings nicht berücksichtigen.
Sollte das BVG die zumutbare Eigenbelastungsgrenze kippen, kann der Steuerzahler später noch Geld vom FA zurückerhalten. Es ist ratsam die Kosten gleich in der Einkommensteuererklärung anzugeben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass sich der Steuerzahler womöglich später nicht mehr an die Ausgaben erinnert oder Belege verloren gehen.

Auch wenn das FA die Krankheitskosten nach jetziger Rechtslage nicht anrechnet:
Einen Einspruch gegen den Steuerbescheid muss der Steuerzahler deswegen prinzipiell nicht einlegen.
Die Bescheide sind in diesem Punkt vorläufig und können später noch geändert werden.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Juli 2016
« Letzte Änderung: 05. September 2016, 08:34:02 von RalleGA »
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Lohn-Steuern: geht da noch was?

ENDLICH IST DIE STEUERERKLÄRUNG für 2015 erledigt, die Rückerstattung ist auf dem Konto eingegangen.
Jetzt erst einmal ein Jahr Ruhe vor dem Papierkram!
Eine solche Denkweise ist für viele Menschen typisch.
Doch letztendlich spielt sie nur dem Finanzamt in die Karten.
Viele Sparmöglichkeiten gibt es nur dann, wenn man sie bis Silvester wahrgenommen hat.
 
Das betrifft viele Bereiche, die dabei helfen, eine optimale Steuerbelastung zu erreichen.
Manchmal lohnt es sich, noch Ausgaben für das nächste Jahr vorzuziehen, damit sie sich überhaupt positiv auswirken.

Wer unterhalb der Zumutbarkeitsgrenze bleibt, geht leer aus   :'(  :'(  :'(
Das gilt etwa für die sogenannten außergewöhnlichen Belastungen - private Ausgaben, die zwangsläufig anfallen.
Dazu zählen unter anderem selbst getragene Krankheitskosten, z.B. für die neue Brille, ein Hörgerät oder auch Zahnprothesen. Liegt der Ehepartner oder ein Kind länger im Krankenhaus, sind auch die Kosten für die Besuchsfahrten anzusetzen. Diese Aufwendungen sind jedoch nur dann steuerlich absetzbar, wenn die Gesamtsumme einen bestimmten, von Familienstand und Einkommen abhängigen Betrag übersteigt.
Wer diesen in einem Kalenderjahr auch nur knapp unterschreitet, hat Pech.    :kae

Daher vielleicht jetzt noch 2016 zum Augen- oder Zahnarzt gehen und Steuern sparen.
Oft ist es außerdem ratsam, noch vor Jahresende in Arbeitsmittel zu investieren - vor allem,
wenn etwa aufgrund eines kurzen Arbeitswegs ansonsten nicht viele Werbungskosten anfallen.

Denn das Finanzamt erkennt pauschal ohnehin 1.000 € an. Wer Jahr für Jahr darunterbleibt, hat nichts gewonnen.
Daher kann es sich auszahlen, vielleicht noch in diesem Jahr etwas mehr Geld auszugeben, z .B. für Computer, Fachliteratur, Berufskleidung oder für Fortbildungen, die dem beruflichen Aufstieg dienen.

durch Freibeträge früher profitieren
Ganz gleich, ob es um hohe Werbungskosten, Sonderausgaben oder außergewöhnliche Belastungen geht:
Wer sie noch in diesem Jahr als Freibetrag in den Elektronischen Lohnsteuerabzugsmerkmalen eintragen lässt,
hat direkt jeden Monat mehr netto auf dem Konto und muss nicht auf die Steuererklärung warten.
Stichtag für diese Sparmöglichkeit ist der 30. November.

Neu ist seit 2015: Die Freibeträge kann man sich nun für gleich zwei Jahre im Voraus eintragen lassen -
und muss nicht jedes Jahr erneut tätig werden, sofern sich an den Aufwänden nichts ändert.

Gemeinsame Veranlagung für Paare kann sich immens lohnen
Zum Schluss die vielleicht angenehmste Steuersparmöglichkeit: noch in diesem Jahr heiraten beziehungsweise eine eingetragene Lebenspartnerschaft eingehen.  :?]
Damit kann man - durch Wechsel der Steuerklasse - oft so viel sparen, dass das Brautkleid und der Frack,
das rauschende Fest und möglicherweise sogar die Flitterwochen abgedeckt sind.  :-*
Das lohnt sich immer dann, wenn beide unterschiedlich verdienen und durch den Bund fürs Leben gemeinsam veranlagt werden.
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2016, 11:14:36 von RalleGA »
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Steuern sparenklug Verfahren für den JOB

Was? Fahrtkosten Wie?


Es sind 30 Cent je Entfernungskilometer zum Betrieb absetzbar – für die schnellste Strecke,
unter Umständen auch für schnellere Umwegfahrten.
Gut zu wissen: Maximal 4.500 € pro Jahr sind absetzbar.
Bei der Fahrt mit eigenem PKW, Dienstwagen oder ÖPNV die tatsächlichen Kosten.

Was? Fortbildung Wie?
Anerkennen sind Weiterbildung und Umschulungen.
Gut zu wissen: Was der Chef zahlt muss abgezogen werden.

Was? Beruflich bedingter Umzug Wie?
Pauschal absetzbar sind 730 € (ledig), 1.460 € (Ehepaare) und 322 € (pro Kind).
Bei nachgewiesenen Kosten ist die Ersparnis größer.
Gut zu wissen: Umzugsbedingte Kosten für Nachhilfe der Kinder sind jeweils bis zu einer Höhe vom 1.841 € absetzbar.

Was? Jobwechsel Wie?
Kosten für eine Bewerbung sind absetzbar- z.B. Fahrtkosten, Kosten für die Unterlagen,
Bewerbungsfotos
Gut zu wissen: Kosten für angemessene Bürobekleidung ist nicht absetzbar.

Was? Firmenwagen Wie?
Je mehr man den Firmenwagen dienstlich nutzt, desto wahrscheinlicher spart man,
wenn man statt der 1-Prozent-Regelung ein Fahrtenbuch führt.
Gut zu wissen: Gebrauchtwagen zählen bei der 1-Prozent-Regelung wie Neuwagen.

für die Familie

Was? Kirchensteuer Wie?
Die gezahlte Kirchensteuer ist als Sonderabgabe abziehbar.
Gut zu wissen: Ist ein Ehepartner konfessionslos, wird trotzdem Kirchengeld fällig.

Was? Kinderbetreuung Wie?
Kosten etwas für Kindergarten oder Tagesmutter sind zu 2/3 absetzbar, max. 4.000 €.
Gut zu wissen: nur die Betreuung von Kindern bis zu 14 Jahren ist steuerrelevant

Was? Haushaltsnahe Dienstleistungen Wie?
Werden Firmen z.B. für Reparaturen beschäftigt, sind 20% der Kosten absetzbar, max. 1.200 €
Gut zu Wissen: die ergebenen Beträge vermindern sofort die Steuern selbst

Was? Außergewöhnliche Belastungen Wie?
Zwangsläufige Kosten, etwa durch Krankheiten oder Naturkatastrophen, sind absetzbar.
Selbst zutragender Teil je nach Einkommen und Familienstand
Gut zu Wissen: Unterhaltsleistungen sind ohne Eigenanteil absetzbar,
wenn der Empfänger gesetzlich unterhaltsberechtig ist.

Was? Haushaltshilfe Wie?
Bei 450 €-Jobs sind 20% des Gehalts, max. 510 € absetzbar – sonst max. 4.000 €.
Gut zu Wissen: nach gleichem Prinzip sind Pflege- und Betreuungsleistungen absetzbar.

Was? Spenden Wie?
Sind bis zu 20% des Einkommens absetzbar – für gemeinnützige oder mildtätige Zwecke. 
Gut zu Wissen: Spenden über dem Höchstbetrag gelten für das nächste Jahr

Was?  Steuerklasse Wie?
Bei Ehepartnern prüfen, ob Steuerklasse IV/IV, das Faktorverfahren oder III/V mehr Monatsnetto bringt.
Gut zu Wissen: Ein Wechsel der Steuerklassen ist jährlich bis zum 30.November möglich für Kapitalanleger.
 
Was? Abgeltungssteuer Wie?
Bei mehreren Konten prüfen, ob der Freibetrag von 801/1601 € für Zinseinkünfte richtig verteilt sind.
Gut zu Wissen: Bei geringen Einkünften lohnt sich die Angabe der Zinsen in der Steuererklärung.

Was? Spekulationsgewinne und Verluste Wie? 
Wer Wertpapiere nach max. 1 Jahr veräußert, zahl für die Gewinne Abgeltungssteuer, danach nichts mehr.
Gut zu Wissen: Gewinne aus Verkäufen von Immobilen sind 10 Jahre nach dem Kauf steuerfrei.
« Letzte Änderung: 21. November 2016, 10:11:12 von RalleGA »
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Steuer:

Arbeitszimmer kann besser abgesetzt werden


Ein gemeinsam von mehreren Steuerpflichtigen genutztes häusliches Arbeitszimmer kann künftig von jedem der Steuerzahler bis zur Höchstbetragsgrenze von 1.250 € steuerlich abgesetzt werden.
In zwei verkündeten Urteilen und änderte damit seine Rechtsprechung zugunsten der Steuerzahler.
Bislang galt eine aufs Arbeitszimmer bezogene Obergrenze, die somit unabhängig von der Zahl der Nutzer war. Bundesfinanzhof (BFH) (Az.VI R 53/12 und VI R 86/13)
Mit den Urteilen kann nun der Höchstbetrag von jedem Steuerpflichtigen, der das Arbeitszimmer nutzt,
in voller Höhe in Anspruch genommen werden.

Im ersten Fall nutzten die Kläger gemeinsam ein häusliches Arbeitszimmer in einem Einfamilienhaus,
das ihnen jeweils zur Hälfte gehörte.
Finanzamt und Finanzgericht erkannten die Aufwendungen für das häusliche Arbeitszimmer von jährlich
etwa 2.800 € nur in Höhe von 1.250 € an und ordneten diesen Betrag den Klägern je zur Hälfte zu.

Der BFH hob diese Entscheidung auf:

Der auf den Höchstbetrag von 1.250 € begrenzte Abzug der Aufwendungen für ein häusliches Arbeitszimmer sei jedem Steuerpflichtigen zu gewähren, dem für seine betriebliche oder berufliche Tätigkeit kein anderer Arbeitsplatz zur Verfügung steht, wenn er in dem Arbeitszimmer über einen Arbeitsplatz verfügt.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Februar 2017
« Letzte Änderung: 06. April 2017, 08:35:28 von RalleGA »
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Gericht untersagt Werbung -

- kostenloses Girokonto -


Auf Antrag der Wettbewerbszentrale untersagte das LG Düsseldorf (Az. 38 O 68/16) einer Sparda-Bank in NRW die Werbung als irreführend, da die Bank gleichzeitig für die Zurverfügungstellung einer EC-Karte ein jährliches Entgelt von 10 € verlangte.

Fall:

Das in NRW ansässige Bankinstitut gehört zu einer Bankengruppe, die nahezu flächendeckend und bundesweit unter Hinweis auf ein für den Kunden kostenloses Girokonto wirbt.
Zwar erhebt die Bank tatsächlich keine Kontoführungsgebühren.
Die Bank führte aber am 1. April 2016 für die Ausstellung einer EC-Karte ein jährliches Entgelt von 10 Euro ein. Diese Girocard ist für die Auszahlung am Geldautomaten, die Nutzung von SB-Terminals und das Drucken der Kontoauszüge erforderlich.

Wettbewerbszentrale hält Vorgehen der Bank für irreführend

 Die Wettbewerbszentrale beanstandete daraufhin den Hinweis auf ein "kostenloses Girokonto" als irreführend, weil der Kunde entgegen der werblichen Ankündigung den, wenn auch überschaubaren, Betrag von 10 € für die Ausstellung der für die Nutzung des Kontos erforderlichen Girocard aufwenden muss.
Die Bank verteidigte die Fortsetzung der Werbeaussage mit dem Hinweis, dass es dem Kunden möglich sei, während der Öffnungszeiten bei den Bankmitarbeitern eine sogenannte "White Card" ausstellen zu lassen,
mit der (allerdings nur) Auszahlungen am Geldautomaten möglich seien.
Die Girocard gehöre auch nicht zum herkömmlichen Funktionsumfang eines Girokontos.
Dieser Auffassung schloss sich das LG Düsseldorf nicht an.

Bereits in der mündlichen Verhandlung hatte sich das Gericht dahingehend geäußert,
dass der Verbraucher sich unter einem "kostenlosen Girokonto" ein solches vorstelle,
bei dem man nicht für die Girokarte zahlen müsse. 

Fundquelle: Auszug – „Neues Deutschland“  Februar 2017
« Letzte Änderung: 10. April 2017, 16:13:21 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.