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Autor Thema: Studien zur Antisense-Technologie  (Gelesen 5730 mal)

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Studien zur Antisense-Technologie
« am: 09. April 2008, 18:55:29 »
Die Antisense-Technologie

Antisense-Pharmaka sind eine neue Generation von Medikamenten, die die Möglichkeit zur ursächlichen Behandlung bislang nicht heilbarer Krankheiten eröffnen.

Die enormen Fortschritte auf dem Gebiet der medizinischen Grundlagen- und Genforschung haben gezeigt, dass die Ursache von Krebserkrankungen in einer defekten Steuerung bestimmter Gene zu suchen ist. Diese äußert sich in einer übermäßigen oder fehlerhaften Produktion von Eiweißen (Proteinen), die Krebs auslösen und Krebswachstum fördern können. Die Blockierung der Bildung dieser kranksheitsfördernden Faktoren bedeutet die Behandlung von Krankheiten direkt an ihrer Ursache.

Genau an diesem Punkt setzen Antisense-Medikamente an. Vereinfacht gesagt, ist die Antisense-Technologie eine Methode, um gezielt und sehr spezifisch die Bildung krankmachender Eiweiße zu verhindern. (Zitat von Antisense Pharma

Hier wird fortlaufend über die Studien berichtet:

>>> www.krebsstudien.info

Ihr findet dort auch eine genauere und sogar bebilderte Beschreibung des Behandlungsansatzes.
« Letzte Änderung: 09. Juli 2008, 23:16:35 von busymouse »
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Re: Studien zur Antisense-Technologie
« Antwort #1 am: 09. Juli 2008, 11:21:33 »
02.06.2008 - Pressemeldung
TGF-beta 2-Inhibitor AP 12009 zeigt sehr gute Sicherheit und Verträglichkeit bei systemischer Anwendung bei Pankreaskarzinom, Malignem Melanom und Kolorektalkarzinom

CHICAGO/REGENSBURG - Der von Antisense Pharma entwickelte TGF-beta 2-Inhibitor AP 12009 erweist sich in der systemischen Anwendung bei Pankreaskarzinom, malignem Melanom und Kolorektalkarzinom als sehr sicher und gut verträglich. AP 12009, das in der laufenden Phase I/II-Studie intravenös verabreicht wird, zeigt einen klaren “proof of concept”. Patienten mit Pankreaskarzinom, Stadium IV, die AP 12009 im Zwei-Wochen-Rhythmus für sieben Tage als Zweit- oder Drittlinientherapie erhielten, hatten eine mittlere Überlebenszeit von 29,6 Wochen (6,8 Monaten) nach dem Beginn der Behandlung mit AP 12009. Bei einem dieser Patienten trat sogar eine Komplettremission der Lebermetastasen auf. Wirksamkeits- und Sicherheitsdaten dieser multizentrischen Phase I/II-Studie wurden heute auf dem Jahreskongress der American Society of Clinical Oncology (ASCO) in Chicago, USA vorgestellt.

In der offenen, multizentrischen Phase I/II Dosiseskalationsstudie wurden Patienten mit fortgeschrittenem Pankreaskarzinom, malignem Melanom oder Kolorektalkarzinom aufgenommen. Bislang wurden 25 Patienten in sechs Kohorten behandelt. Die ersten vier Kohorten erhielten AP 12009 für sieben Tage im Zwei-Wochen-Rhythmus. Mit diesem Behandlungsschema wurde die maximal tolerierbare Dosis (MTD) erreicht, nachdem zwei Thrombozytopenien (Grad III) als Dosis limitierende Toxizitäten (DLT) aufgetreten waren. Diese waren jedoch selbstlimitierend. Bei der dritten beobachteten DLT handelte es sich um ein Exanthem (Grad III). Zusammenfassend weist der Wirkstoff AP 12009 damit ein exzellentes Sicherheitsprofil und gute Verträglichkeit auf.

Im Verlauf der Studie wurden sehr ermutigende Fallbeispiele beobachtet: Ein Patient mit malignem Melanom im Stadium IV überlebte mehr als 60 Wochen nach Beginn der Behandlung mit AP 12009. Ein Patient mit Pankreaskarzinom im Stadium IV und mehreren Lebermetastasen hatte eine Komplettremission und ist nun schon 148 Wochen (34 Monate) seit Beginn der Behandlung mit AP 12009 am Leben (Stand März 2008).

Nachdem die MTD mit dem Sieben-Tage-Schema erreicht war, wurde ein zweites Behandlungsschema initiiert, in dem die Wirksubstanz für vier Tage verabreicht wird, mit einer anschließenden Pause von 10 Tagen. Zwei Kohorten mit insgesamt sieben Patienten wurden bislang mit diesem zweiten Schema behandelt, wobei sich die exzellente Sicherheit und Verträglichkeit der Substanz bestätigt. Die Dosiseskalation dauert an.

„Unsere jüngsten Daten zeigen, dass die intravenöse Infusion von AP 12009 bei Patienten, die an bösartigen Tumoren leiden - wie Pankreaskarzinom, Melanom oder Kolorektalkarzinom - sicher ist. Wenn wir uns die schlechte Prognose dieser Krebspatienten vor Augen führen, so sind die in der Phase I/II beobachteten Überlebenszeiten sehr gut”, sagte Dr. Hubert Heinrichs, Chief Medical Officer, Antisense Pharma. Um das Potenzial der Antisense-Therapie im Pankreaskarzinom weiter zu evaluieren, ist eine Phase II-Studie von AP 12009 in Kombination mit dem therapeutischen Standard geplant, die 2009 beginnen soll. Eine weitere Phase II-Studie für Melanompatienten, in der AP 12009 ebenfalls mit dem therapeutischen Standard kombiniert werden soll, wird derzeit geplant.

„Die Ergebnisse der Phase I/II-Studie unterstreichen erneut die hohe Wirksamkeit von AP 12009, die wir bereits bei Patienten, die an hochgradigem Gliom leiden, in der aktiv kontrollierten Phase IIb-Studie gesehen haben. Diese Studie zeigte einen großen Überlebensvorteil für Patienten, die mit AP 12009 behandelt wurden, gegenüber der Behandlung mit dem chemotherapeutischen Standard“, kommentierte Dr. Karl-Hermann Schlingensiepen, Chief Executive Officer, Antisense Pharma. „Wir haben große Fortschritte darin erzielt, den Wirkstoff AP 12009 zu Patienten zu bringen, die an besonders bösartigen Tumoren leiden und Therapien dringend benötigen, die ihre Lebenszeit bei hoher Lebensqualität verlängern“.
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Re: Studien zur Antisense-Technologie
« Antwort #2 am: 09. Juli 2008, 11:30:43 »
02.06.2008
Phase IIb-Studie mit AP 12009 auf ASCO 2008 vorgestellt - EMEA spricht Empfehlungen zu Phase III Studie und Zulassungsanforderungen aus

CHICAGO/REGENSBURG – „Eine Zwei-Jahres-Überlebensrate von mehr als 80 Prozent im rekurrenten oder refraktären anaplastischen Astrozytom lässt auf einen Durchbruch mittels zielgerichteter Therapie in dieser schwerwiegenden Erkrankung schließen”, kommentierte Prof. Ulrich Bogdahn, Neuroonkologe und Coordinating Investigator der aktiv kontrollierten Phase IIb Dosisfindungsstudie mit AP 12009 bei Patienten mit hochgradigen Gliomen während der Präsentation der Daten heute auf dem Jahrestreffen der Amerikanischen Gesellschaft für Klinische Onkologie (ASCO) in Chicago, USA. Die 24-Monats-Überlebensrate wurde von der Scientific Advice Working Party (SAWP) der europäischen Zulassungsbehörde EMEA als primärer Endpunkt der anstehenden Phase III Studie bei Patienten mit rekurrentem oder refraktärem anaplastischen Astrozytom anerkannt. Darüber hinaus wurde die 14-Monats-Progressionsrate als Endpunkt für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren akzeptiert.

Der Wirkstoff AP 12009, der zur zielgerichteten Therapie des rekurrenten oder refraktären hochgradigen Glioms entwickelt wird, wurde in der internationalen, randomisierten, aktiv kontrollierten Phase IIb Studie AP 12009-G004 als Monotherapie verabreicht und mit dem gegenwärtigen Standard der Chemotherapie verglichen. Die Wirksamkeitsdaten zeigen, dass die Dosierung von10 µM AP 12009 im anaplastischen Astrozytom (AA) dem Chemotherapiestandard überlegen ist: Die mediane Überlebenszeit in der Studiengruppe, die 10 µM AP 12009 erhielt, beträgt derzeit 37,2 Monate im Vergleich zu 21,7 Monaten unter Standardchemotherapie im Kontrollarm. Dies entspricht einem Überlebensvorteil von 15,5 Monaten für Patienten, die mit dem Antisense Wirkstoff behandelt wurden, gegenüber Patienten, die Chemotherapie erhielten. Im rekurrenten oder refraktären anaplastischen Astrozytom überlebten 83,3% der Patienten, die mit 10 µM AP 12009 behandelt wurden, zwei Jahre oder länger. Im Gegensatz dazu überlebten im Kontrollarm der mit Chemotherapiestandard behandelten Patienten nur 41,7%.

„Der Effekt des Wirkstoffs auf den Tumor ist lang anhaltend und überdauert die aktive Behandlungszeit bei weitem”, sagte Prof. Bogdahn, Direktor der Klinik und Poliklinik für Neurologie an der Universität Regensburg. Dies wird bestätigt durch den kontinuierlichen Anstieg der Ansprechrate (Komplettremissionen, CR + partielle Remissionen, PR) in der Gruppe der mit 10 µM AP 12009 behandelten rekurrenten oder refraktären AA-Patienten auf 42% nach 14 Monaten. In der gleichen Zeit sank die anfänglich 25% betragende Ansprechrate in der Kontrollgruppe auf Null.

Eine internationale, randomisierte, aktiv kontrollierte Phase III Studie zur Bewertung der Wirksamkeit und Sicherheit von AP 12009 als Monotherapie in Erwachsenen, die an rekurrentem oder refraktärem anaplastischem Astrozytom leiden, wird im dritten Quartal 2008 beginnen. Der Wirkstoff wird aktiv verglichen mit dem Standard der Chemotherapie, entweder Temozolomid oder BCNU. Antisense Pharma plant eine Zwischenauswertung der Studie, mit der 14-Monats-Progressionsrate als Surrogat-Endpunkt. Positive Ergebnisse können bei der EMEA für eine beschleunigte Zulassung eingereicht werden. Die Scientific Advice Working Party (SAWP) der EMEA wird aufgrund der Seltenheit der Erkrankung diesen Surrogat-Endpunkt akzeptieren, vorausgesetzt, dass die Ansprechraten durch entsprechende Überlebensdaten belegt werden können. Die Überlebensrate zum Fixzeitpunkt 24 Monate wird von der EMEA als primärer Endpunkt für die volle Zulassung anerkannt. Darüber hinaus wird Antisense Pharma eine time-to-event”-Analyse durchführen. „Wir freuen uns sehr über die explizite Aussage der Scientific Advice Working Party, dass wir die Studie so durchführen können, wie wir sie geplant haben. Wir hoffen sehr, dass dies zu einem raschen Zugang zur Therapie für Krebspatienten führen wird”, sagt Dr. Hubert Heinrichs, Chief Medical Officer, Antisense Pharma. Die Phase III Studie wird an ca. 50 Studienzentren in 12 Ländern Patienten mit der Diagnose rekurrentes oder refraktäres anaplastisches Astrozytom aufnehmen.

In der internationalen, randomisierten, aktiv kontrollierten Phase IIb Studie, die auf dem ASCO-Kongress vorgestellt wurde, haben auch rekurrente oder refraktäre Glioblastompatienten lang anhaltende Tumorrückgänge in beiden AP 12009-Behandlungsgruppen gezeigt. Das Risiko zu sterben war für die mit 10 µM AP 12009 behandelten Glioblastompatienten gegenüber der Patientengruppe unter Chemotherapie um 50% reduziert (Odds Ratio”: 0,54; Stand April 2008). „Basierend auf diesen Daten planen wir eine klinische Studie für das Jahr 2009, die Glioblastompatienten mit guter Prognose - zum Beispiel neu diagnostizierte Patienten - einschließen wird”, erläutert Dr. Karl-Hermann Schlingensiepen, Chief Executive Officer, Antisense Pharma.
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Re: Studien zur Antisense-Technologie
« Antwort #3 am: 10. April 2009, 16:02:33 »
Trabedersen wird der Handelsname für den Wirkstoff AP 12009 sein der in der Lage ist, die Produktion des Proteins TGF-beta2 abzuschalten.

Und hier nun der Anfang eines recht langen Artikels, den die Mittelbayrische Zeitung bereits im Februar 2009 online veröffentlicht hat:

Trabedersen: Der Stoff, aus dem Hoffnung ist

Ein Regensburger Biotech-Unternehmen ist auf bestem Weg, ein Krebsmedikament zur Marktreife zu bringen. Seine Wirksamkeit hat es bereits gezeigt.

Regensburg. Von heinz Klein, MZ

Die Gegner, die sich das Regensburger Unternehmen Antisense Pharma vorgeknöpft hat, könnten schrecklicher kaum sein: es sind die ganz besonders bösartigen Tumore. Dafür ist die Methode, mit der die Wissenschaftler aus dem Biopark gegen den Krebs zu Felde ziehen, umso eleganter: mit sogenannten „targeted technologies“ packen sie Tumore zielgerichtet an der Wurzel. Diese Methode zeigt wenig Nebenwirkung, aber viel Wirkung. Die Erfolge, die Antisense damit bereits erzielt hat, könnten vielversprechender kaum sein: Sie reichen bis zum völligen Verschwinden von Gehirntumoren bei austherapierten Krebspatienten. Nach zehnjähriger Entwicklungszeit startet das Regensburger Pharmaunternehmen mit seinem Anti-Krebsmittel Trabedersen nun in die dritte und letzte klinische Studienphase, in der das Medikament in 14 Ländern seine Wirksamkeit bestätigen muss.

Hier geht es zum ganzen Text: www.mittelbayerische.de
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Re: Studien zur Antisense-Technologie
« Antwort #4 am: 16. Mai 2009, 13:45:14 »
27.04.2009
Pivotale Phase-III-Studie SAPPHIRE mit Trabedersen bei rekurrentem/refraktärem anaplastischen Astrozytom

Im März hat die Behandlung von Patienten mit rekurrentem oder refraktärem anaplastischem Astrozytom im Rahmen der klinischen Phase-III-Studie SAPPHIRE begonnen.

Hier geht es zum ganzen Text: www.journalonko.de
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