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Autor Thema: MRSA - Resistente Keime  (Gelesen 2581 mal)

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Offline busymouse

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MRSA - Resistente Keime
« am: 05. Juni 2007, 14:51:47 »
Hier der Link zu einem Forum, dass sich mit den resistenten Keimen, insbesondere dem MRSA befasst:

www.mrsa-info.de
Nicht die Dinge selbst, sondern nur unsere Vorstellungen über die Dinge machen uns glücklich oder unglücklich.
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Offline NeLe

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Re: MRSA - Resistente Keime
« Antwort #1 am: 15. Oktober 2012, 17:27:48 »
Seit einer Woche sind mein Freund, der seit 3 Jahren mit multiresitenten Keimen infiziert ist, und ich wieder zurück in Deutschland. Wir haben von der Bakteriophagen-Therapie in Georgien gehört und uns über die Möglichkeit einer Therapie erkundigt. Mit bangem Gefühl sind wir dorthin gereist und mein Freund hat sich der Therapie unterzogen. Ihm wurde Blut genommen und die unterschiedlichen resistenten Bakterien wurden separiert. Anschließend wurden Bakteriophagen gezüchtet, die sich speziell auf diese resistenten Bakterien haften und diese "auffressen". Die drei Löcher im Bein, die mein Freund seit über einem Jahr hat, sind nun - nach 2 Wochen Bakteriophagen-Therapie zugewachsen.
Es erscheint mir wie ein Wunder. Ich kann es gar nicht glauben, wenn ich nicht dabeigewesen wäre.
Deshalb möchte ich dieses Erlebnis hier teilen. Wer weitere Informationen braucht, darf mich gerne anmailen!!!

Viele Grüße von der überaus glücklichen
NeLe
 :freu

Offline busymouse

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Re: MRSA - Resistente Keime
« Antwort #2 am: 15. Oktober 2012, 18:36:00 »
Herzlich willkommen NeLe!  :welcome

Ich freu mich für euch, dass das geklappt hat. :thumbs

Ich weiß nicht, ob die Zahl, die ich im Kopf habe, stimmt. Ich  meine aber gelesen zu haben, dass die Phagentherapie - in der herkömmlichen Form wie sie in östlichen Ländern durchgeführt wird - nur in 50% der Fälle hilft. Das Verfahren selbst ist ja schon sehr alt und da die Pharmaindustrie mit der herkömmlichen Anwendung kein Geld verdienen kann...  :-\

Menno, da habt ihr euch kräftig in Unkosten geworfen, oder? Brauchst es hier nicht öffentlich schreiben, was euch das Ganze gekostet hat. Ich würde mich aber freuen, wenn du mir eine Persönliche Mitteilung mit den Eckdaten und den Kontaktdaten für die Behandlung schicken würdest.  ;-)

Habe gerade nochmal gegoogelt und eine Dissertation von Benedikt Johannes Hänggi gefunden: Die Phagentherapie und das Problem ihrer Verwirklichung. Universität Bern 2004.

Hänggi sagt auf Seite 219: "Von einer (späten) Anerkennung und Durchsetzung der ursprünglichen Idee der Phagentherapie kann erst dann die Rede sein, wenn Phagen für therapeutische Zwecke auch im Westen zugelassen und im klinischen Alltag regelmässig verwendet werden."

Und dann setzt er sich damit auseinander, wo im Westen die Probleme liegen.

Und am Fraunhofer Institut beschäftigt man sich auch damit:

Mit Phagen gegen Infektionskrankheiten.pdf

Das ist eine wirklich interessante Sache. Cool, dass es euch geholfen hat.  :)

 ;) Liebe Grüße Birgit
« Letzte Änderung: 15. Oktober 2012, 18:40:03 von busymouse »
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Offline RalleGA

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Re: MRSA - Resistente Keime
« Antwort #3 am: 16. August 2018, 07:21:47 »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: MRSA - Resistente Keime
« Antwort #4 am: 18. August 2018, 09:48:17 »
OP gelungen Patient tot

Lebensgefahr durch neue Krankenhaus-Keime


Thema: Multiresistente Keime in der Umwelt    

Jahr für Jahr infizieren sich rund eine Million Patienten in Deutschland an Krankenhaus-Keimen.
Bis zu 40.000 Menschen sterben daran, so die Schätzung der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene.
Die Gefahr wächst durch neue Keime, gegen die kein Antibiotikum hilft.
Mediziner und Gesundheitspolitiker schlagen Alarm. Zwar wurde das Infektionsschutzgesetz verschärft
und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe hat noch einen Zehn-Punkte-Plan nachgelegt - doch die Probleme sind längst nicht behoben.             

Der Blick hinter die Kulissen unserer Krankenhäuser zeigt ein erschreckendes Bild:
Tagtäglich werden die gesetzlichen Vorschriften missachtet und alle Beteiligten wissen das.

"Wir verstoßen gegen das Gesetz", so sagt uns ein leitender Krankenhausarzt,
"weil es zu wenig Pflegepersonal gibt, um die wichtigen Hygienevorschriften auch einzuhalten."   

Hinzu kommt Platzmangel. Patienten mit Keimen können nicht isoliert werden, wie es das Infektionsschutzgesetz vorschreibt. Oft werden Risikopatienten deshalb nicht mal auf Keime untersucht. Nicht selten trifft in deutschen Krankenhäusern High-Tech-Medizin auf Hygiene von vorgestern.
Zum Frust vieler Ärzte. Denn fehlerhafte Hygiene kann die Erfolge der besten Medizin zunichtemachen.

Hinzu kommt: Wird ein Patient mit gefährlichen Keimen infiziert, fehlen in den meisten deutschen Krankenhäusern die Spezialisten,
um die zum Teil lebensbedrohlichen Infektionen zu behandeln.   

Der Film begleitet den tragischen Krankheitsverlauf einer jungen Patientin nach einer Kaiserschnitt-Entbindung. Er begibt sich auf eine investigative Recherche hinter die sauber anmutenden Fassaden unserer Krankenhäuser. Experten machen auf gravierende Mängel in den Strukturen unserer Kliniken aufmerksam. Insider berichten, wie wichtige Hygienemaßnahmen in unseren Kliniken tagtäglich umgangen werden.

Sie benennen die Fehler im System und zeigen, was seit Jahren von vielen Kliniken vertuscht wird:
Hygiene und die Behandlung von Patienten mit Krankenhauskeimen sind bis heute zweitrangig.


Ziel Nummer Eins ist in deutschen Krankenhäusern der Kampf um möglichst viele Patienten und OPs,
um möglichst hohe Gewinne zu machen. Dass und wie es anders geht, wenn Hygiene Priorität besitzt, zeigen Beispiele aus den Niederlanden und vorbildlich organisierte deutsche Kliniken.
Denn hier wissen Experten und Praktiker:
Die beste OP und Medizin nutzt nichts, wenn die Verbreitung von Krankenhaus-Keimen nicht gestoppt wird.   

Fundquelle: OP gelungen - Patient tot
« Letzte Änderung: 18. August 2018, 09:51:58 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.