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Autor Thema: Multiple Sklerose– MS – +Links +  (Gelesen 6183 mal)

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Offline RalleGA

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #1 am: 15. Oktober 2010, 10:35:54 »
Neue Medikamente zum Schlucken verringern MS-Schübe

Tablette statt Spritze bei Multipler Sklerose:

Neue Medikamente zum Schlucken verringern die Häufigkeit von Schüben und
verbessern die Gehfähigkeit von MS-Patienten.

Das belegen Studien über die Wirkstoffe Cladribin und Fingolimod, die der Neurologe Prof. Klaus Toyka aus Würzburg am 21. 06.2010 auf dem Europäischen Neurologen-Kongress in Berlin vorstellte.
Aufwendige Infusionen waren bei der Therapie überflüssig.
"Damit haben wir eine wichtige Erweiterung der Behandlung der schubförmigen MS erreicht", sagte Toyka.
Cladribin ist ein kleines Molekül, das vermutlich das Verhalten weißer Blutkörperchen beeinflusst, die wiederum wahrscheinlich für die MS-Entwicklung eine Rolle spielen.
Fingolimod verhindert, dass schädliche Immunzellen aus den Lymphknoten in die Blutbahn geraten und damit zu Entzündungen im zentralen Nervensystem führen können.

Obwohl die Wirkmechanismen beider Stoffe unterschiedlich sind, waren die Ergebnisse vergleichbar gut:
Um 50 bis 60 Prozent wurde die Schubhäufigkeit reduziert.
Auch die Verschlechterung der MS-bedingten Behinderungen konnte im Vergleich zu den Placebogruppen um 30 Prozent verringert werden.
Insgesamt nahmen an beiden zweijährigen Studien je 1000 Probanden teil.
Bei einer dritten einjährigen Studie erwies sich Fingolimod als deutlich überlegen gegenüber dem gängigen Interferon.
MS bricht am häufigsten zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr aus,
Frauen sind mindestens doppelt so häufig betroffen wie Männer.

Mehr unter: www.dpaq.de/Kongress

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #2 am: 09. November 2010, 19:25:41 »
Mobilität für MS-Kranke

Neue Broschüre gibt Tipps        
         
                                                                                   
Mobilität ist ein wichtiges Stück Lebensqualität, denn sie ist die Grundlage für Erlebnisse und Erfahrungen,
die das Leben bereichern.
Wie an Multiple Sklerose Erkrankte, trotz eingeschränkter Beweglichkeit, mobil bleiben können,
zeigt die neue DMSG Broschüre "Mobil zu Hause und unterwegs":
Dieser attraktiv bebilderte Ratgeber umfasst die drei Hauptkapitel
"Mobil zu Hause",             
"Mobil im Alltag unterwegs" und
"Mobil auf Reisen" und
wurde vorn DMSG Bundesverband und AMSEL,
Landesverband der DMSG in Baden-Württemberg gemeinsam erarbeitet und herausgegeben.
 
Die Broschüre kann ab sofort bestellt werden im DMSG-Online - Shop unter www.dmsg.de
oder in der Geschäftsstelle des DMSG-Landesverbandes Mecklenburg-Vorpommern,                 
Kieler Strasse 26 a in SCHWERIN oder unter 03 85 / 3 92 20 22.                                                   

Fundquelle: „Schweriner Kurier“ vom 30.10.2010   
                                       
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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #3 am: 24. Mai 2011, 15:27:08 »
Bei Sehstörung und leichter Lähmung zum Arzt gehen

Sehstörungen und leichte Lähmungen können Hinweise auf eine Multiple Sklerose sein
.

Deshalb raten Mediziner, bei solchen Symptomen unbedingt einen Facharzt aufzusuchen.

Auch eine beeinträchtigte Feinmotorik und gestörte Koordination sowie ein unsicherer Gang und Gefühlsstörungen seien häufig frühe Anzeichen für diese Erkrankung des zentralen Nervensystems, erläutert Frank Bergmann, Vorsitzender des Berufsverbandes Deutscher Nervenärzte (BVDN) in Krefeld.
Wer solche Symptome an sich beobachtet, sollte sie unbedingt von einem Facharzt für Neurologie oder Nervenheilkunde abklären lassen.

Bei einer Multiplen Sklerose (MS) handelt es sich um eine chronisch entzündliche, nicht ansteckende Erkrankung.
Dabei werden Teile der Nervenfasern und Nervenzellen zerstört.
Die ersten Symptome tauchen meist im Alter von 20 bis 40 Jahren auf, Frauen sind dem BVDN zufolge häufiger betroffen als Männer. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto deutlicher kommt es zu gestörten, spastischen Bewegungen, urologischen Beschwerden oder Sprechstörungen.

Fundquelle: „VOLKSSTIMME" – Februar 2011                                      
« Letzte Änderung: 09. Februar 2015, 09:35:59 von RalleGA »
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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #4 am: 09. Februar 2015, 09:33:54 »
Multipler Sklerose (MS) -

Guter Wirkstoff gegen Krankheitsschübe


Sehstörungen, Taubheitsgefühle, Kribbeln, bleierne Müdigkeit oder Gleichgewichtsstörungen sind bei Patienten mit Multipler Sklerose typische Symptome bei einem Krankheitsschub.
Der Wirkstoff Glatirameracetat ist auch bei langjähriger Behandlung besonders effektiv:
Er kann die Zahl der Schübe (um etwa 1/3) verringern.
Vorteilhaft ist auch, dass sich unter der Therapie mit diesem Wirkstoff keine Antikörper bilden.

Bei MS greift das Immunsystem die Schutzhüllen der Nerven im Gehirn, Rückenmark und des Sehnervs an.
Die Diagnose bedeutet für den Alltag zwar eine Umstellung, doch mit der richtigen Basis-Therapie lässt sich der Verlauf verlangsamen. 
Medikamente können die  Häufigkeit und Schwere der Krankheitsschübe vermindern.
Auch Gewebeschäden  im zentralen Nervensystem (ZNS) werden durch den Wirkstoff reduziert.
Rund 180.000 Menschen leiden in Deutschland an MS. Studien haben gezeigt, dass oft schon Jahre vor der Entdeckung der Erkrankung eine chronische Erschöpfung (sogenannte Fatigue) auftreten kann.

Dieses Warnsignal kann dabei helfen, MS frühzeitig zu erkennen und deren Verlauf durch eine gezielte Therapie zu mildern.
Leistungsstarke Verfahren und Untersuchungsmethoden haben dazu geführt, dass die Krankheit in den allermeisten Fällen bereits im Frühstadium zweifelsfrei entdeckt werden kann.

www.aktiv-mit-ms.de

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“ Altmark Oktober  2014 
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #5 am: 24. Juli 2015, 10:14:45 »
Multiple Sklerose -

Die "Krankheit der 1000 Gesichter"


Maria hat Multiple Sklerose (MS). Die 59 Jahre alte Programmiererin sitzt im Rollstuhl.
Spastiken durchzucken ihren Körper. Mit 43 Jahren bekam sie die Diagnose.
Bis ins Jahr 2007 ging es rapide bergab.
Die Krankheit griff ihr Nerven- und Immunsystem an.
Dank ihres elektrischen Rollstuhls aber ist sie viel beweglicher geworden.
"Ich kann mich mit ihm aufrichten, ja sogar stehen. Ich mache sogar Sport damit", sagt Maria stolz.
Mit Sport meint sie aber nicht das, was Gesunde beim Joggen oder Fußballspielen machen.
Maria richtet sich mit Hilfe ihres schwenkbaren Rollstuhls auf und bewegt möglichst viele Muskelgruppen.
Maria strahlt. Für sie ist selbst das Tippen am Computer Training.
Maria gehört zur MS-Selbsthilfegruppe in Münster.
Bei der Krankheit entzünden sich Teile des Nervensystems im Rückenmark oder Gehirn.
In Deutschland sind geschätzt rund 200.000 Menschen an MS erkrankt.
Kaum ein Fall gleicht dem anderen, wie Experten zum Welt-MS-Tag am 27. Mai betonen.

"Die meisten Menschen denken, dass MS automatisch in den Rollstuhl führt, das ist natürlich Quatsch",
sagt eine Besucherin des MS-Sonntags-Cafés.
Ein Blick in die Runde bei Kaffee und Kuchen gibt ihr Recht.

MS hat den Beinamen "Krankheit der 1000 Gesichter".

An diesem Tag sind Besucher aus dem ganzen Münsterland gekommen.
Christoph Carstensen (50) hat die Diagnose mit 27 Jahren erhalten.
Nur wenn es ganz blöd läuft, sitzt er mal im Rollstuhl.
Er nutzt auch einen Stock oder Rollator als Gehhilfe. Es geht aber auch ganz ohne.

Das beweist auch die Krankengeschichte von Thomas Nienhaus.
Der 54-Jährige lebt seit 21 Jahren mit der Krankheit.
Er hat pro Jahr zwei Schübe. Seine Therapie mit Interferon aber schlägt gut an.
Das ist für die Mediziner bei MS immer die Krux.

Wie wirkt ein Mittel? Und wenn es wirkt, welche Nebenwirkungen kann es haben? "
Wir wollen diese Erkrankung bestmöglich kontrollieren.
Aber die Patienten müssen für sich entscheiden, ob sie bereit sind, z. B. eine tödliche Virus-Infektion im Gehirn zu riskieren. Das Risiko dafür ist sehr unterschiedlich und liegt zwischen 1:100 und 1:10 000", sagt Prof. Heinz Wiendl von der Uniklinik Münster.
Dann könnte die sehr wirksame Therapie tödlich enden.
Grund: Das Medikament schwächt das Immunsystem.

Nach seiner Meinung macht die Forschung gerade in dieser Frage aktuell große Fortschritte.
Mit Hilfe von bestimmten Biomarkern im Blut können wir das Risiko für einen Patienten besser einschätzen. Damit wird die Frage, welches Medikament ist für welchen Patienten das richtige, einfacher zu beantworten.
Als Wissenschaftler und Vorsitzender der Stiftung Neuromedizin will er diese Entwicklung vorantreiben.
"Ich habe mich vor über 20 Jahren entschieden, an einer Studie teilzunehmen.
Damals konnte mir niemand sagen, ob das Mittel hilft", sagt Nienhaus.
Heute weiß er, dass seine Entscheidung richtig war. Beherrschbar ist MS noch nicht.
Neurologe Wiendl glaubt: "In 10, vielleicht 20 Jahren sind wir soweit."

"Die MS-Diagnose ist längst kein Todesurteil mehr. Neuen Patienten kann sehr effizient geholfen werden und sie können mit MS sehr lange leben", sagt Prof. Burkhard Becher von der Universität Zürich.
Nach seiner Meinung ist die Forschung zwar sehr weit weg von einer endgültigen Heilung der MS und bei der Entwicklung eines Impfstoffes sieht er ebenfalls schwarz. Klar sei aber, dass über 100 ermittelte MS-Risikogene für die Steuerung des Immunsystems verantwortlich sind.
Daher sei die Krankheit in erster Linie eine Immunerkrankung, die im zweiten Schritt zu Schäden im Gehirn führt.
Burkhard Becher forscht in der Schweiz am Institut für Experimentelle Immunologie.
Becher nutzt gerne das Bild von der Karies. "Beim Gang zum Zahnarzt haben Sie anschließend auch nicht den Karies besiegt. Aber der Arzt konnte Ihnen mit einer Behandlung den Schmerz nehmen, in dem er zum Beispiel ein Loch mit einem Ersatzstoff gefüllt hat."
Vergleichbar sei das auch bei der MS.
Als großen Fortschritt bezeichnet der Forscher, dass Patienten nicht mehr wie früher täglich Injektionen über sich ergehen lassen müssen.
Wirksame Medikamente gibt es heute als Tabletten oder monatlichen Injektionen.
"Die Zukunft gehört den Forschern, denen die sogenannte Neuroprotektion gelingt, wenn also zerstörtes Gewebe wieder hergestellt werden kann", sagt Becher.
Bislang sei das aber noch nicht einmal im Ansatz gelungen. Becher warnt davor falschen Hoffnungen.

Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine Erkrankung des Nervensystems, bei der Entzündungen im Rückenmark und Gehirn auftreten.
Diese Entzündungen verhindern, dass Signale sinnvoll innerhalb des Körpers übertragen werden.
Dabei treten mehrere, also multiple, Entzündungsherde auf. Vernarbtes Nervengewebe wird als sklerosiert bezeichnet - daher der Name Multiple Sklerose.

Am Anfang der MS steht allerdings eine Erkrankung des Immunsystems.
Über 100 MS-Risikogene sind identifiziert, die für die Steuerung des Immunsystems verantwortlich sind.
Deshalb wird MS auch als Auto-Immunerkrankung bezeichnet.
Betroffen von der Diagnose sind in der Regel Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
Laut der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft trifft es Frauen doppelt so häufig wie Männer.
In Deutschland sind rund 200.000 MS-Patienten betroffen.

Fundquelle: Auszug – „VOLKSSTIMME“  Mai 2015
« Letzte Änderung: 24. Juli 2015, 10:18:17 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #6 am: 16. August 2015, 09:19:23 »
Multiple Sklerose

MS-Diagnose ist kein Todesurteil


Erkrankung des Nervensystems Multiple Sklerose, kurz MS, ist eine Erkrankung des Nervensystems,
bei der Entzündungen im Rückenmark und Gehirn auftreten.
Diese Entzündungen verhindern, dass Signale sinnvoll innerhalb des Körpers übertragen werden.
Dabei treten mehrere, also multiple, Entzündungsherde auf.
Vernarbtes Nervengewebe wird als sklerosiert bezeichnet - daher der Name Multiple Sklerose.
Am Anfang der MS steht allerdings eine Erkrankung des Immunsystems.
Über 100 MS-Risikogene sind identifiziert, die für die Steuerung des Immunsystems verantwortlich sind.
Deshalb wird MS auch als Autoimmunerkrankung bezeichnet. Betroffen von der Diagnose sind in der Regel Menschen zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr.
Laut der Deutschen Multiple-Sklerose- Gesellschaft trifft es Frauen doppelt so häufig wie Männer.
In Deutschland sind rund 200.000 MS-Patienten betroffen.
Der Krankheitsverlauf ist höchst unterschiedlich.
Die Bandbreite reicht vom gutartigen Verlauf mit abgeheilten Entzündungen bis zum schubförmigen Verlauf,
bei dem sich die Situation des Patienten über Jahre (gelegentlich) verschlechtert.
Der Verlauf der MS ist nicht vorhersehbar.
Das ist für Patienten und Angehörige eine zusätzliche, hohe psychische Belastung.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Juli  2015
« Letzte Änderung: 16. August 2015, 17:46:01 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline Saphira

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #7 am: 16. August 2015, 10:31:43 »
Multiple Sklerose

Verläufe

Das der schubförmige Verlauf zu einer chronischen Verschlechterung führt ist falsch.
Es kann zu einer gelegentlichen Verschlecheterung führen, muss es aber nicht.

Beim schubförmigen remittierenden Verlauf gehen die Entzündungen zurück
Es bleiben keine oder nur wenige Symptome übrig.
Beim primär bzw. sekundär chronisch-progredienten Verlauf verschlechtert sich die  Situation zusehend.

Hier eine ausführlichere Erklärung:
Verlaufsformen der MS
« Letzte Änderung: 16. August 2015, 17:48:59 von RalleGA »

Offline RalleGA

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #8 am: 19. August 2015, 07:28:04 »
Multiple Sklerose

MS-Diagnose ist kein Todesurteil


die Krankheit der 1000 Gesichter ist nicht heilbar,
lässt sich aber mit besseren Medikamenten steuern –
Erkrankung des Nervensystems


Forscher blicken vorsichtig optimistisch auf die Krankheit Multiple Sklerose (MS).
Das Risiko von Nebenwirkungen der helfenden Medikamente wird immer besser beherrsch bar.
Heilbar ist die Krankheit aber noch nicht.
Frau E. hat Multiple Sklerose (MS).
Die 59 Jahre alte Programmiererin sitzt im Rollstuhl. Spastiken durchzucken ihren Körper.

Mit 43 Jahren bekam sie die Diagnose.
Bis ins Jahr 2007 ging es rapide bergab.
Die Krankheit griff ihr Nerven- und Immunsystem an.
Dank ihres elektrischen Rollstuhls aber ist sie viel beweglicher geworden.
"Ich kann mich mit ihm aufrichten, ja sogar stehen. Ich mache sogar Sport damit", sagt sie.
Mit Sport meint sie aber nicht das, was Gesunde beim Joggen oder Fußballspielen machen.
Frau E. richtet sich mit Hilfe ihres schwenkbaren Rollstuhls auf und bewegt möglichst viele Muskelgruppen.
Für sie ist selbst das Tippen am Computer Training.

Bei der Krankheit entzünden sich Teile des Nervensystems im Rückenmark oder Gehirn.
In Deutschland sind geschätzt rund 200.000 Menschen an MS erkrankt.
Kaum ein Fall gleicht dem anderen.
Die meisten Menschen denken, dass MS automatisch in den Rollstuhl führt, das ist natürlich Quatsch. 

Herr C: „Nur wenn es ganz blöd läuft, sitzt er mal im Rollstuhl.
Er nutzt auch einen Stock oder Rollator als Gehhilfe.
"Es geht aber auch ganz ohne.“

Das beweist auch die Krankengeschichte von Thomas N.
Der 54-jährige lebt seit 21 Jahren mit der Krankheit.
Er hat pro Jahr zwei Schübe.
Seine Therapie mit Interferon aber schlägt gut an.
Das ist für die Mediziner bei MS immer die Krux.
Wie wirkt ein Mittel?
Und wenn es wirkt, welche Nebenwirkungen kann es haben?


"Wir wollen diese Erkrankung bestmöglich kontrollieren.
Aber die Patienten müssen für sich entscheiden, ob sie bereit sind, z.B. eine tödliche Virus-Infektion im Gehirn zu riskieren.
Das Risiko dafür ist sehr unterschiedlich und liegt: zwischen 1 zu 100 und 1 zu 10.000",
sagt Prof. Heinz Wiendl von der Uni-klinik Münster.
Dann könnte die sehr wirksame Therapie tödlich enden.
Grund: Das Medikament schwächt das Immunsystem. Nach seiner Meinung macht die Forschung gerade in dieser Frage aktuell große Fortschritte.
"Mit Hilfe von bestimmten Biomarkern im Blut können wir das Risiko für einen Patienten besser einschätzen".
Damit wird die Frage, welches Medikament für welchen Patienten das richtige ist, einfacher zu beantworten.

Als Wissenschaftler und Vorsitzender der Stiftung Neuromedizin will er diese -Entwicklung vorantreiben.
"Ich habe mich vor über 20 Jahren entschieden, an einer Studie teilzunehmen.

Damals konnte mir niemand sagen, ob das Mittel hilft", sagt Nienhaus.
Heute weiß er, dass seine Entscheidung richtig war.
Beherrschbar ist MS noch nicht.
Neurologe Wiendl glaubt: "In zehn, vielleicht 20 Jahren sind wir soweit."
"Die MS-Diagnose ist längst kein Todesurteil mehr.
Neuen Patienten kann sehr effizient geholfen werden und sie können mit MS sehr lange leben", sagt Prof. Burkhard Becher von der Universität Zürich.
Nach seiner Meinung ist die Forschung von einer endgültigen Heilung der MS sehr weit weg,
und bei der Entwicklung eines Impfstoffes sieht er ebenfalls schwarz.
Klar sei aber, dass über 100 ermittelte MS-Risikogene für die Steuerung des Immunsystems verantwortlich sind. Daher sei die Krankheit in erster Linie eine Immunerkrankung, die im zweiten Schritt zu Schäden im Gehirn führt. Burkhard forscht in der Schweiz am Institut für Experimentelle Immunologie.
Becher nutzt gerne das Bild von der Karies.
"Beim Gang zum Zahnarzt haben Sie anschließend auch nicht den Karies besiegt.
Aber der Arzt konnte Ihnen mit einer Behandlung den Schmerz nehmen, in dem er z.B. ein Loch mit einem Ersatzstoff gefüllt hat." Vergleichbar sei das auch bei der MS.


Als großen Fortschritt bezeichnet der Forscher, dass Patienten nicht mehr wie früher täglich Injektionen über sich ergehen lassen müssen.
Wirksame Medikamente gibt es heute als Tabletten oder Monatsinjektionen.
"Die Zukunft gehört den Forschern, denen die sogenannte Neuroprotektion gelingt, wenn also zerstörtes Gewebe wieder hergestellt werden kann", sagt Becher.
Bislang sei das aber noch nicht einmal im Ansatz gelungen. Becher warnt deshalb vor falschen Hoffnungen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Juli  2015

« Letzte Änderung: 19. August 2015, 08:49:01 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #9 am: 06. Oktober 2015, 07:25:38 »
Multiple Sklerose -

Mit Sport  gegen den Nervenverfall


Bewegung und neue Medikamente helfen, Krankheitsverläufe zu verlangsamen


Gefühlsstörungen, Lähmungen, Kraftlosigkeit: Die Multiple Sklerose (MS) ist die häufigste neurologische Erkrankung junger Erwachsener. Bei den meisten Betroffenen geht der in den Anfangsjahren schubförmige Verlauf irgendwann in eine dauerhaft fortschreitende Form über. Sport und neue Wirkstoffe sollen helfen, den schleichenden Verfall der Nervenfunktionen zu verlangsamen.

Multiple Sklerose bedeutet nicht, dass man morgen im Rollstuhl sitzt.
Das ist ein Trugschluss, der leider das öffentliche Bild von MS beherrscht und es in Richtung der schweren Verläufe verzerrt. Der Verlauf einer MS kann von Patient zu Patient sehr unterschiedlich sein.
Typischerweise verläuft die MS in Schüben.
Die Betroffenen haben im Laufe von Wochen oder Monaten immer mal wieder - über Tage oder Wochen - neurologische Ausfallerscheinungen. Die MS kann sehr viele verschiedene Symptome hervorrufen,
je nachdem welche Orte im Nervensystem betroffen sind.

Multiple Sklerose ist eine entzündliche Erkrankung des Nervensystems.
Stellt man sich die Nervenfasern des Körpers als biologische Kabel vor, dann greift die Entzündung ihre Schutz- und Isolierschicht an.
Im Körper besteht sie aus der Myelinhülle.
Ist diese Myelinschicht gestört, können die Signale nicht so wirkungsvoll übertragen werden.
Die Folge: MS-Patienten haben Gefühlsstörungen oder Lähmungen, spüren Kribbeln, sehen Doppelbilder oder fühlen sich kraftlos und stolpern deshalb häufiger.
Nach Angaben der Deutschen Multiple Sklerose Gesellschaft leben in Deutschland rund 130.000 Betroffene.
Insgesamt ist das Spektrum der Medikamente zur Behandlung des schubförmigen MS inzwischen so groß,
dass man für die meisten Patienten etwas Passendes findet.
Allerdings sind die verfügbaren Substanzen sehr teuer, und sie müssen zumeist über viele Jahre oder sogar lebenslang eingesetzt werden.
Weiteres Manko: Zu einer Heilung führen sie nicht. Eine Phase-II-Studie mit dem Wirkstoff Anti-Lingo habe vielversprechende Ergebnisse geliefert, sagt Professor Christoph Heesen von der Neurologischen Poliklinik des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf.
Und in einer weiteren Phase-II-Studie hat der Cholesterinsenker Simvastatin den allmählichen Verlust der Hirnsubstanz (Hirnatrophie) verlangsamt. Ob daraus zugelassene Medikamente für MS-Patienten werden können, steht - wie immer in der Frühphase der Medikamentenentwicklung - in den Sternen.

Sofort umsetzbar sind die Ratschläge, die Heesen als ärztlicher Leiter einer Multiple Sklerose-Tagesklinik seinen Patienten gibt. Auch wenn die medizinische Beweislage noch nicht überwältigend ist: "Wir raten unseren Patienten, Sport zu treiben und bieten ihnen ein individualisiertes Sportprogramm an."
Der Effekt von Sport auf die Neurodegeneration werde noch zu wenig beachtet.
Eine eigene Studie mit 40 Teilnehmern habe 2014 hoffnungsvolle Ergebnisse gezeigt: Nach acht Wochen regelmäßigen Trainings auf einem Ergometer konnten die MS-Patienten Heesen zufolge nicht nur besser laufen, auch die Gedächtnisleistungen und die Konzentrationsfähigkeit seien gestiegen.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  September  2015
« Letzte Änderung: 06. Oktober 2015, 07:28:06 von RalleGA »
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Re: Multiple Sklerose– MS – +Links +
« Antwort #10 am: 07. August 2016, 10:33:37 »
Cannabis-Therapie bei MS

neues Gesetz soll Droge in Deutschland für Schwerkranke legalisieren
 

Cannabis wird in der Medizin bei verschiedenen Krankheiten eingesetzt.
Einigen Substanzen wird etwa eine krampflösende und schmerzlindernde Wirkung zugeschrieben.
Bislang war dies aber mit hohen Kosten für die Patienten verbunden und die Erlaubnis zum Erwerb von Cannabisprodukten gab es nur selten.
Das soll nun anders werden: Anfang Mai 2016 passierte ein neues Gesetz das Kabinett, wonach Schwerkranke Cannabis künftig legal und auf Rezept bekommen können.

Bei welchen Krankheiten wird Cannabis eingesetzt?
Cannabis wird unter anderem zur Behandlung von chronischen Schmerzen, Nervenschmerzen,
bei grünem Star (Glaukom) zur Reduzierung des Augeninnendrucks, bei ADHS und dem Tourette-Syndrom eingesetzt.
Verwendet werden Cannabisextrakte, Cannabisblüten oder einzelne Cannabinoide - das sind Mittel auf Cannabisbasis. Angewandt wird Cannabis auch gegen Übelkeit und zur Appetitsteigerung bei
Krebs- und Aidspatienten, bei Rheuma sowie bei spastischen Schmerzen bei Multipler Sklerose (MS).

Welche Wirkung hat die Droge?

Die wichtigsten Inhaltsstoffe sind Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD).
Ihnen wird unter anderem eine schmerzlindernde, entzündungshemmende, appetitanregende und krampflösende Wirkung zugeschrieben. Nicht immer aber ist der medizinische  Nutzen belegt. Es gibt positive Beobachtungen, allerdings zu wenige aussagekräftige Studien. Die Regierung will weiter forschen lassen.

Wie ist die rechtliche Situation in Deutschland bisher?
Seit Mai 2011 dürfen zugelassene Fertigarzneimittel auf Cannabis-Basis auch in Deutschland hergestellt und von Ärzten auf Betäubungsmittelrezept verschrieben werden. Bisher ist mit Sativex lediglich ein Extrakt aus Cannabis sativa - so der lateinische Name für die Hanfpflanze - zugelassen, und zwar für Patienten, die an MS erkrankt sind und an schweren spastischen Lähmungen und Krämpfen leiden. Zudem können Patienten im Ausland zugelassene Fertigarzneimittel mit den Wirkstoffen Dronabinol und Nabilon verschrieben bekommen.
Für die Kosten müssen sie in der Regel dann aber selbst aufkommen.

Wie viele Menschen erhalten eine Cannabistherapie?

Nach Schätzungen des Alternativen Drogen- und Suchtberichts, der unter anderem von der Deutschen Aids-Hilfe herausgegeben wird, erhalten in Deutschland etwa 5.000 – 10.000 Patienteneine Therapie mit Dronabinol oder Sativex.

Ist das legal?
Ja, unter bestimmten Voraussetzungen. Patienten können bei der Bundesopiumstelle am Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) eine Ausnahmeerlaubnis zum Erwerb von Cannabisblüten oder -extrakten "im Rahmen einer medizinisch betreuten und begleiteten Selbsttherapie" beantragen. Das Cannabiskraut wird dann von einem niederländischen Unternehmen an eine deutsche Apotheke geliefert.

Wie viele Patienten betrifft dies?

Derzeit verfügen laut Bundesinstitut rund 580 Patienten über eine solche Ausnahmeerlaubnis.
Bislang wurde etwas mehr als die Hälfte der Anträge bewilligt. Die Patienten müssen für Cannabisblüten und -extrakt monatlich allerdings meist mehrere 100 € berappen. Die Kassen zahlen nur in Einzelfällen. Kritiker monieren, dass sich viele Betroffene Cannabis nicht leisten könnten und gezwungen seien, das Marihuana auf dem Schwarzmarkt zu besorgen oder illegal selbst anzubauen.

Wie will die Bundesregierung die Versorgung Schwerkranker verbessern?
Schwerkranken Patienten soll der Zugang zu Cannabis zu medizinischen Zwecken erleichtert werden. Das neue Gesetz sieht vor, dass schwer chronisch Kranke sich unter bestimmten Voraussetzungen künftig auf Kassenrezept mit Medizinalhanf versorgen dürfen. Geplant ist staatlich kontrollierter Anbau durch eine Cannabis-Agentur.

Fundquelle: Auszug – „ALTMARK-Zeitung“  Mai 2016
« Letzte Änderung: 07. August 2016, 10:38:01 von RalleGA »
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« Antwort #11 am: 17. Juli 2018, 09:59:03 »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.