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Autor Thema: Impfen - wann und wogegen u.a. Tipps bei chronischen Bronchitis, Auslandsreisen  (Gelesen 34127 mal)

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Offline RalleGA

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Impfen 

Impfschutz – weltweit   


Trotz weltweiter Bemühungen, die Cholera durch seuchenhygienische Maßnahmen in den Griff zu bekommen, tritt diese Infektionskrankheit in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas immer wieder Epidemie artig auf, oft in Zusammenhang mit Naturkatastrophen. Durch Cholera gefährdet sind vor allem Abenteurer, Rucksack- und Trekkingreisende in Ländern mit niedrigem Hygienestandard und fernab guter medizinischer Versorgung.
Infektionsgebiete Cholera:
Asien:
Südostasien, Mittlerer Osten, Arabien, China, Nepal, Japan
Mittel- und Südamerika: Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Mexiko, Peru, Venezuela, Nicaragua
Afrika: Weite Teile Afrikas

Name:


Cholera Erreger: Vibrio cholerae Bakterien

Ansteckung: Die Bakterien gelangen über das Trinkwasser oder verseuchte Nahrungsmittel in den menschlichen Körper.
Gerade bei mangelnder Sanitärhygiene droht Infektionsgefahr. Cholera-Erreger, die einmal ins Trinkwasser gelangt sind,
können sich innerhalb kürzester Zeit über weite Gebiete verbreiten und eine Epidemie auslösen.

Inkubationszeit: 1 - 3 Tage

Symptome: Das Bakterium scheidet ein Stoffwechselgift aus, welches den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers stört. Die Cholera beginnt mit starken dünnflüssigen Durchfällen und Brechdurchfällen, die im weiteren Verlauf noch heftiger werden. Der damit verbundene Wasser- und Elektrolytverlust äußert sich in einem ständigen Durstgefühl der Erkrankten, die Schleimhäute trocknen aus und Wadenkrämpfe treten auf. Der Kreislauf reagiert auf die erhebliche Belastung mit einem Schock, erkennbar am beschleunigten Puls, flacher, unregelmäßiger Atmung und niedrigem Blutdruck. Durch den Wassermangel nimmt die Urinmenge ab und die Nieren versagen, schlimmstenfalls fällt der Patient ins Koma. Die Cholera kann innerhalb weniger Stunden oder Tage zum Tod führen.

Impfung: Eine Schluckimpfung ist ab zwei Jahren möglich. Kinder von zwei bis sechs Jahren nehmen drei Dosen und ältere Personen zwei Dosen zum Abschluss der Grundimmunisierung. Der Impfschutz hält bei Kindern von zwei bis sechs Jahren ca. sechs Monate an. Bei älteren Personen ist eine Auffrischimpfung erst nach zwei Jahren erforderlich. Aufgrund einer Kreuzreaktion erkennt der Impfstoff auch das Gift des ETEC-Bakteriums (ein Erreger des Reisedurchfalls).

Verhaltenstipps:
Vorsicht ist vor allem bei Trinkwasser geboten, also auch z. B. bei Eiswürfeln oder Speiseeis. Muscheln oder Fisch aus verseuchten Gewässern stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Trekking- oder Rucksackreisende sollten sich mit genügend Mineralwasser versorgen. Wasser, das zum Kochen, Waschen von Obst und Gemüse sowie zum Zähneputzen benutzt wird, vor Gebrauch abkochen.
« Letzte Änderung: 12. Februar 2018, 10:03:06 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.

Offline RalleGA

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Impfen

Impfschutz – weltweit


Zwischen April und November ist Zeckensaison.
Vor allem (aber nicht nur) in Süddeutschland ist in dieser Zeit beim Aufenthalt in der Natur Vorsicht geboten. Zecken können mit ihrem Stich, neben den Borreliose-Bakterien, Viren übertragen, die die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) auslösen können. 

Infektionsgebiete FSME:

Deutschland: Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen; FSME-Fälle werden vereinzelt aus fast allen Bundesländern gemeldet

Regional: Frankreich, Italien, Schweiz, Osterreich, Polen, Ungarn, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Baltikum, Südschweden, Südfinnland, Bornholm (Dänemark) - alle Ostseeinseln, ehemalige GUS-Staaten, ehemaliges Jugoslawien, Nordost-China, Nord-Japan

Name: Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME)

Erreger: FSME-Virus

Zecken infizieren sich in der Regel während der Blutmahlzeit bei Kleinnagern (z. B. Mäusen) mit dem FSME-Virus.
Durch einen Stich überträgt eine infizierte Zecke das Virus auf den Menschen.


Inkubationszeit: 5 - 28 Tage (0 - 10 Tage)

Symptome: Die Krankheit verläuft in zwei Phasen. In der ersten Woche leiden die Erkrankten unter unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber und Schnupfen. Bei den meisten endet die Krankheit in dieser Phase. Jeder zehnte Patient bekommt nach ca. einer Woche ohne Beschwerden erneut Fieber (zweite Phase). Jetzt treten Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns und / oder des Rückenmarks auf. Bis zu 27 % der Betroffenen entwickeln daraufhin Dauerschäden (Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Lähmungserscheinungen); in Einzelfällen (1-2 % der Erkrankten) kann die Krankheit tödlich enden. Mit steigendem Alter des Patienten verläuft die Krankheit im Durchschnitt schwerer.

Impfung: Kurz entschlossene Urlauber können sich durch drei Impfungen
an den Tagen 0, 7 und 21 schützen lassen. Nach bis zu 18 Monaten wird die nächste Impfung empfohlen, um sie danach, je nach Alter des Geimpften, alle drei - fünf Jahre aufzufrischen. Bei einem weiteren Impfschema, dem Langzeitschema hingegen, wird die zweite Spritze erst ein bis drei Monate, die dritte neun bis zwölf Monate nach der ersten gegeben. Eine Auffrischimpfung ist danach je nach Alter des Geimpften alle drei bis fünf Jahre nötig.

Verhaltenstipps: Tragen Sie besonders bei Waldspaziergängen Kleidung, die Arme und Beine bedeckt und untersuchen Sie sich danach auf Zecken. Falls Sie doch einmal eine Zecke entdecken, kann man sie vorsichtig mit speziellen Zeckenzangen (aus der Apotheke) entfernen. Dabei muss man darauf achten, dass der Kopf nicht stecken bleibt. Vorsichtshalber sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2018, 08:28:59 von RalleGA »
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