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Autor Thema: Impfen - wann und wogegen u.a. Tipps bei chronischen Bronchitis, Auslandsreisen  (Gelesen 36493 mal)

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Impfschutz – weltweit


Trotz weltweiter Bemühungen, die Cholera durch seuchenhygienische Maßnahmen in den Griff zu bekommen, tritt diese Infektionskrankheit in vielen Ländern Afrikas, Asiens und Südamerikas immer wieder Epidemie artig auf, oft in Zusammenhang mit Naturkatastrophen. Durch Cholera gefährdet sind vor allem Abenteurer, Rucksack- und Trekkingreisende in Ländern mit niedrigem Hygienestandard und fernab guter medizinischer Versorgung.
Infektionsgebiete Cholera:
Asien:
Südostasien, Mittlerer Osten, Arabien, China, Nepal, Japan
Mittel- und Südamerika: Argentinien, Brasilien, Chile, Costa Rica, Ecuador, Guatemala, Mexiko, Peru, Venezuela, Nicaragua
Afrika: Weite Teile Afrikas

Name:


Cholera Erreger: Vibrio cholerae Bakterien

Ansteckung: Die Bakterien gelangen über das Trinkwasser oder verseuchte Nahrungsmittel in den menschlichen Körper.
Gerade bei mangelnder Sanitärhygiene droht Infektionsgefahr. Cholera-Erreger, die einmal ins Trinkwasser gelangt sind,
können sich innerhalb kürzester Zeit über weite Gebiete verbreiten und eine Epidemie auslösen.

Inkubationszeit: 1 - 3 Tage

Symptome: Das Bakterium scheidet ein Stoffwechselgift aus, welches den Wasser- und Salzhaushalt des Körpers stört. Die Cholera beginnt mit starken dünnflüssigen Durchfällen und Brechdurchfällen, die im weiteren Verlauf noch heftiger werden. Der damit verbundene Wasser- und Elektrolytverlust äußert sich in einem ständigen Durstgefühl der Erkrankten, die Schleimhäute trocknen aus und Wadenkrämpfe treten auf. Der Kreislauf reagiert auf die erhebliche Belastung mit einem Schock, erkennbar am beschleunigten Puls, flacher, unregelmäßiger Atmung und niedrigem Blutdruck. Durch den Wassermangel nimmt die Urinmenge ab und die Nieren versagen, schlimmstenfalls fällt der Patient ins Koma. Die Cholera kann innerhalb weniger Stunden oder Tage zum Tod führen.

Impfung: Eine Schluckimpfung ist ab zwei Jahren möglich. Kinder von zwei bis sechs Jahren nehmen drei Dosen und ältere Personen zwei Dosen zum Abschluss der Grundimmunisierung. Der Impfschutz hält bei Kindern von zwei bis sechs Jahren ca. sechs Monate an. Bei älteren Personen ist eine Auffrischimpfung erst nach zwei Jahren erforderlich. Aufgrund einer Kreuzreaktion erkennt der Impfstoff auch das Gift des ETEC-Bakteriums (ein Erreger des Reisedurchfalls).

Verhaltenstipps:
Vorsicht ist vor allem bei Trinkwasser geboten, also auch z. B. bei Eiswürfeln oder Speiseeis. Muscheln oder Fisch aus verseuchten Gewässern stellen ebenfalls eine Gefahr dar. Trekking- oder Rucksackreisende sollten sich mit genügend Mineralwasser versorgen. Wasser, das zum Kochen, Waschen von Obst und Gemüse sowie zum Zähneputzen benutzt wird, vor Gebrauch abkochen.
« Letzte Änderung: 26. April 2018, 10:12:27 von RalleGA »
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Zwischen April und November ist Zeckensaison.
Vor allem (aber nicht nur) in Süddeutschland ist in dieser Zeit beim Aufenthalt in der Natur Vorsicht geboten. Zecken können mit ihrem Stich, neben den Borreliose-Bakterien, Viren übertragen, die die Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME) auslösen können. 

Infektionsgebiete FSME:

Deutschland: Baden-Württemberg, Hessen, Bayern, Rheinland-Pfalz, Thüringen; FSME-Fälle werden vereinzelt aus fast allen Bundesländern gemeldet

Regional: Frankreich, Italien, Schweiz, Osterreich, Polen, Ungarn, Tschechische Republik, Slowakische Republik, Baltikum, Südschweden, Südfinnland, Bornholm (Dänemark) - alle Ostseeinseln, ehemalige GUS-Staaten, ehemaliges Jugoslawien, Nordost-China, Nord-Japan

Name: Frühsommer-Meningoencephalitis (FSME)

Erreger: FSME-Virus

Zecken infizieren sich in der Regel während der Blutmahlzeit bei Kleinnagern (z. B. Mäusen) mit dem FSME-Virus.
Durch einen Stich überträgt eine infizierte Zecke das Virus auf den Menschen.


Inkubationszeit: 5 - 28 Tage (0 - 10 Tage)

Symptome: Die Krankheit verläuft in zwei Phasen. In der ersten Woche leiden die Erkrankten unter unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber und Schnupfen. Bei den meisten endet die Krankheit in dieser Phase. Jeder zehnte Patient bekommt nach ca. einer Woche ohne Beschwerden erneut Fieber (zweite Phase). Jetzt treten Entzündungen der Hirnhaut, des Gehirns und / oder des Rückenmarks auf. Bis zu 27 % der Betroffenen entwickeln daraufhin Dauerschäden (Kopfschmerzen, Konzentrationsstörungen, Lähmungserscheinungen); in Einzelfällen (1-2 % der Erkrankten) kann die Krankheit tödlich enden. Mit steigendem Alter des Patienten verläuft die Krankheit im Durchschnitt schwerer.

Impfung: Kurz entschlossene Urlauber können sich durch drei Impfungen
an den Tagen 0, 7 und 21 schützen lassen. Nach bis zu 18 Monaten wird die nächste Impfung empfohlen, um sie danach, je nach Alter des Geimpften, alle drei - fünf Jahre aufzufrischen. Bei einem weiteren Impfschema, dem Langzeitschema hingegen, wird die zweite Spritze erst ein bis drei Monate, die dritte neun bis zwölf Monate nach der ersten gegeben. Eine Auffrischimpfung ist danach je nach Alter des Geimpften alle drei bis fünf Jahre nötig.

Verhaltenstipps: Tragen Sie besonders bei Waldspaziergängen Kleidung, die Arme und Beine bedeckt und untersuchen Sie sich danach auf Zecken. Falls Sie doch einmal eine Zecke entdecken, kann man sie vorsichtig mit speziellen Zeckenzangen (aus der Apotheke) entfernen. Dabei muss man darauf achten, dass der Kopf nicht stecken bleibt. Vorsichtshalber sollten Sie einen Arzt aufsuchen.
« Letzte Änderung: 19. Februar 2018, 08:28:59 von RalleGA »
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Das Gelbfieber ist eine akute, fieberhafte Viruserkrankung, die vor allem Im tropischen Afrika und in Süd und Mittelamerika
entlang des Äquatorgürtels vorkommt.

In einigen Ländern ist die Gelbfieberimpfung Bedingung für die Einreiseerlaubnis aus Infektionsgebieten.

Infektionsgebiete Gelbfieber:

Südamerika:

Bolivien, Brasilien, Kolumbien, Ecuador, Franz. Guyana, Guyana, Panama, Peru, Surinam, Venezuela

Afrika:
Angola, Äquatorial-Guinea, Äthiopien, Benin, Burkina Faso, Burundi, Elfenbeinküste, Gabun, Gambia, Ghana, Guinea, Kamerun, Kenia, Kongo, Liberia, Mali, Nigeria, Niger, Ruanda, Sambia, Sao Teme‘ und Príncipe, Senegal, Sierra Leone, Somalia, Sudan, Tansania, Togo, Tschad, Uganda, Zaire, Zentralafrikanische Republik

Name Gelbfieber

Erreger: Gelbfieber-Virus, Flavivirus (RNA)

Ansteckung: Die Infektion wird durch den Stich infizierter Aedes-Mücken übertragen.
Die tagaktiven Mücken stechen vor allem in den frühen Morgenstunden.

Inkubationszeit: 3 - 6 Tage

Symptome: Nach dem Mückenstich gelangen die Viren über das Lymphsystem in den Blutkreislauf und können von dort in die Leber und das Nervensystem eindringen.
Zu Beginn der Krankheit tritt plötzlich hohes Fieber mit Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit und Erbrechen auf.
Auf eine fieberfreie Phase von ein bis zwei Tagen folgt ein erneuter Fieberanstieg mit Gelbsucht und Bluterbrechen.
Massive Leber- und Nierenschäden können bei 10 bis 50 % der Betroffenen zum Tod führen.

Impfung: Für Kinder ab dem siebten Lebensmonat und Erwachsene besteht die Grundimmunisierung aus einer Injektion,
die bis zu zehn Tage vor Einreise in ein Gelbfiebergebiet durchgeführt sein muss.
Erst zehn Tage nach der Impfung beginnt die Gültigkeit des Impfzertifikats. Der Schutz hält zehn Jahre an.
Die Impfung muss in einen internationalen Impfpass eingetragen werden, da dieses Impfzertifikat in manchen Ländern bei der Einreise aus einem Endemiegebieten vorgelegt werden muss.
Nur bei medizinischer Kontraindikation besteht die Möglichkeit der Impfbefreiung, die ebenfalls im internationalen Impfpass vermerkt und von der zugelassenen Impfstelle unterschrieben sein muss.

Staatlich autorisierte Gelbfieber-Impfstellen, diese finden Sie unter der Internetadresse: www.tropenmedicus.de

Halten Sie sich zum Schutz vor Stichen nachts nur in geschlossenen Räumen auf und schlafen Sie unter einem Moskitonetz,
das fest um die Matratze geschlagen ist.

Diese Netze sind auch mit einer Imprägnierung aus Insektenabwehrmittel erhältlich.
Tragen Sie bevorzugt helle Kleidung, da Mücken von dunklen Farben angezogen werden.
Frei bleibende Hautstellen sollten mit Insektenabwehrmittel geschützt werden.
« Letzte Änderung: 27. Februar 2018, 10:19:08 von RalleGA »
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Die Japanische Encephalitis ist nur in Südost-Asien und fast ausschließlich in ländlichen Gebieten verbreitet.
Die Krankheit ist in den vergangenen Jahren wiederholt nach Europa und in die USA importiert worden.

Infektionsgebiete Japanische Encephalitis:

Südost-Asien:
Australien, Bangladesch, Bhutan, Brunei, China (außer Tibet, Xinjiang, Qinghai), Hongkong, Indien, Indonesien, Japan (außer Hokkaido), Kambodscha, Korea, Laos, Malaysia, Myanmar, Nepal, Pakistan, Philippinen, Ozeanien,
Russland (Küstenregion Fernost), Singapur, Sri Lanka, Taiwan, Thailand, Vietnam

Name: Japanische Encephalitis   

Erreger: Japanischer Encephalitis-Virus, Murray-Valley-Encephalitis-Virus, Kunjin-Virus (Flaviviren, RNA) 

Ansteckung: Die Ansteckung erfolgt durch den Stich infizierter Culex-Mücken.
Die nachtaktiven Mücken stechen bevorzugt in der Dämmerung.

Inkubationszeit: 5 - 15 Tage     

Symptome: Bei Kleinkindern und älteren Menschen kann es zu hohem Fieber, starken Kopfschmerzen und einer Hirnhautentzündung kommen. Im weiteren Verlauf der Krankheit können Nervenschädigungen und Hirnhautentzündungen auftreten, die bei 80 % der Betroffenen dauerhafte Schäden  hinterlassen und bei ca. 10 % zum Tode führen.   

Impfung: Eine Therapie der Erkrankung kann nur symptomatisch erfolgen.
Daher wird eine Schutzimpfung für Personen empfohlen, die sich in den ländlichen Endemiegebieten aufhalten wollen. Der notwendige Impfstoff muss importiert werden (z. B. aus Japan), da in Deutschland noch kein Impfstoff gegen Japanische Encephalitis zugelassen ist.
Die Impfung erfolgt gemäß den Herstellerangaben. 

Verhaltenstipps:
Vermeiden Sie, von Mücken gestochen zu werden.
Tragen Sie in der Dämmerung lange Kleidung und halten Sie sich nachts in geschlossenen Räumen auf.
Benutzen Sie Insektenabwehrmittel, um unbedeckte Hautstellen zu schützen.
Schlafen Sie unter einem Moskitonetz, das fest um die Matratze geschlagen werden sollte.
Diese Netze sind auch mit Imprägnierung aus Insektenabwehrmittel erhältlich.
« Letzte Änderung: 03. März 2018, 09:56:59 von RalleGA »
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Essen und Trinken kann in vielen Reiseländern zu Infektionen führen.
So ist Hepatitis A u. a. in Regionen mit geringem Hygienestandard wie Asien, Afrika, Süd- und Mittelamerika weit verbreitet.
Sie kommt aber auch häufig in den Mittelmeerregionen vor.
Hierzulande wird die Erkrankung häufig von Reisenden mitgebracht.

Infektionsgebiete Hepatitis A:

Weltweit: Mittel- und Südamerika, Afrika, Asien, Australien und die Karibik;
auch in den USA ist (regional) eine Hepatitis-A-Impfung sinnvoll
Europa: Griechenland, Türkei, ganz Osteuropa, Russland, Rumänien, Ukraine, Ungarn, alle Mittelmeerländer

Name: Hepatitis A (Reisegelbsucht)


Erreger: Hepatitis-A-Virus (HAV)

Ansteckung:
Die sehr widerstandsfähigen Viren werden mit dem Stuhl infizierter Personen ausgeschieden, wobei dies bereits vor Erkrankungsbeginn geschieht. Bei schlechten hygienischen Verhältnissen kann es dann zu einer Verunreinigung von Trinkwasser und Nahrungsmitteln mit Fäkalien und dadurch mit Keimen kommen.
Die Übertragung erfolgt durch den Verzehr verunreinigter Nahrungsmittel (Meeresfrüchte, Salat, Obst, Speiseeis), verunreinigten Wassers oder durch direkten Kontakt mit Erkrankten sowie die gemeinsame Benutzung von Toiletten, Handtüchern und Essensutensilien.

Inkubationszeit: 2 - 5 Wochen

Symptome:
Die Viren verursachen eine ansteckende Leberentzündung.
Die Krankheit beginnt mit Übelkeit, Erbrechen, Müdigkeit und Fieber.
Danach kann es zu einer Gelbfärbung der Bindehaut und Haut (Gelbsucht) sowie zu, einer Entfärbung des Stuhls und der Dunkelfärbung des Urins kommen. Außerdem ist eine schmerzhafte Schwellung der Leber und der Milz zu beobachten.
Die Infektion verläuft akut und entwickelt sich nicht zur chronischen Erkrankung.
Dennoch ist sie häufig langwierig und mit einem langen Krankenhausaufenthalt verbunden.
Todesfälle sind sehr selten, die Gefahr nimmt jedoch mit steigendem Alter zu.
Bei den über 50-jährigen können bis 3 % aller Erkrankten fulminante Verläufe zeigen und zum Teil daran sterben.

Impfung: Die Impfung gegen Hepatitis A gewährt auch noch kurzfristig Schutz vor der Erkrankung.
Der Reisende kann sich daher bis kurz vor der Abreise impfen lassen.
Mit einer Auffrischimpfung nach sechs bis zwölf Monaten erhält man einen Schutz, der für mindestens zehn Jahre anhält.

Verhaltenstipps:
Hier gilt die "Goldene Ernährungsregel": Kochen, braten, schälen oder vergessen!
Besonders sollten Sie Muscheln, Salate und ungeschältes Obst meiden.
Zum Kochen und Zähneputzen sollten Sie ausschließlich Mineralwasser verwenden.
« Letzte Änderung: 05. März 2018, 09:57:47 von RalleGA »
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Malaria ist die am weitesten verbreitete Tropenkrankheit.
An einem Impfstoff wird schon seit Jahren gearbeitet, ein Erfolg ist jedoch nicht in greifbarer Nähe,
da die Erreger sich sehr schnell verändern. An Stelle einer Impfung schützen Medikamente, die vor,
während und nach der Abreise eingenommen werden müssen.

Infektionsgebiete: Malaria


Europa: Türkei (gebietsweise)
Sonstige: Golfstaaten (gebietsweise)
Mittel- und Südamerika: u. a. Brasilien, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Guatemala, Mexiko, Peru, Venezuela
Afrika: u. a. Ghana, Kenia, Namibia, Sambia, Senegal, Südafrika, Zaire, Zimbabwe
Asien: u. a. China, Hongkong, Indien, Indonesien, Malaysia, Nepal, Sri Lanka, Thailand 

Name:
Malaria

Erreger: Plasmodium falciparum, Plasmodium vivax, Plasmodium ovale, Plasmodium malariae

Ansteckung: Überträger der Malaria ist die Anopheles-Mücke.
Sie sticht vorwiegend nachts und in der Dämmerung und infiziert die Betroffenen mit den einzelligen Parasiten, die die Krankheit auslösen.

Inkubationszeit:
Je nach Erregerart zwischen einer und sieben Wochen. Die Erkrankung muss nicht sofort ausbrechen; es kann Jahre dauern, bis der erste Fieberanfall auftritt.

Symptome:
Innerhalb weniger Minuten nisten sich die Parasiten in der Leber in, die sie nach Tagen oder Wochen verlassen, um die roten Blutkörperchen zu befallen. Dort vermehren sie sich so lange, bis die Blutkörperchen platzen. Dadurch werden die charakteristischen Fieberschübe mit Schüttelfrost hervor- rufen. Die Abstände zwischen den Anfällen hängen von der Art des Erregers ab. Die Patienten leiden außerdem an Gliederschmerzen, schweren Magen-Darm-Störungen, Nierenschäden und Entzündungen des Herzmuskels.

Prophylaxe:
Vor der Einreise in ein Malaria-Gebiet sollte je nach Reiseland ein wirksames Malariamittel mitgenommen und bei Fiebersymptomatik eingenommen ("Stand-by-Prophylaxe") oder eine medikamentöse Prophylaxe durchgeführt werden. Diese Medikamente müssen regelmäßig vor, während und nach der Reise eingenommen werden. Welches Mittel zur Chemoprophylaxe geeignet ist, richtet sich nach dem Reiseland, der Reisezeit, dem Infektionsrisiko vor Ort und der Erregerresistenz. Eine individuelle Beratung durch einen erfahrenen Arzt oder in einem Tropeninstitut ist deshalb besonders wichtig.

Verhaltenstipps:
Schützen Sie sich vor Mückenstichen!
Halten Sie sich nachts nur in geschlossenen Räumen auf und schlafen Sie unter einem Moskitonetz.
Achten Sie darauf, dass die Fliegengitter keine Löcher aufweisen. Nach Sonnenuntergang sollten Sie im Freien langärmelige Kleidung und lange Hosen, sowie festes Schuhwerk tragen und freie Hautstellen mit Insektenspray (Repellent) schützen. 
« Letzte Änderung: 26. April 2018, 10:06:17 von RalleGA »
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Meningokokken sind weltweit verbreitet.
In Europa kommt es regelmäßig zu kleinen, lokalen Ausbrüchen der Krankheit.
Einige europäische Länder (z. B. England, Irland, Griechenland: Ungarn und Spanien) haben kürzlich staatliche Impfkampagnen gegen Meningokokken C durchgeführt, die zu einer deutlichen Reduktion der Fälle von Meningokokken-Meningitis geführt haben.

Infektionsgebiete Meningokokken
Weltweit mit Schwerpunkten im zentralen Afrika, Lateinamerika, Europa und China

Name:
Meningokokken-Meningitis, Meningokokken-Sepsis

Erreger: Neisseria meningitidis-Bakterien

Ansteckung:
Die Ansteckung erfolgt durch Tröpfcheninfektion.
Enge Kontakte (z. B. Gemeinschaftsschlafräume oder Diskotheken) erhöhen das Ansteckungsrisiko.
Viele Infektionen verlaufen symptomlos, doch diese asymptomatischen Träger des Erregers sind eine wichtige Ansteckungsquelle. Besonders gefährdet sind Säuglinge im ersten Lebensjahr und Jugendliche.
80 % der Meningokokken-C-Erkrankungen ereignen sich bei Personen unter 20 Jahren.

Inkubationszeit: 2 - 5 Tage, selten länger als eine Woche

Symptome:
Der Verlauf der Erkrankung kann sehr unterschiedlich sein.
Meist kommt es nach akutem Krankheits- beginn mit hohem Fieber, Erbrechen und Kopfschmerzen zu einer ausgeprägten Nacken steifigkeit und Unruhe.
Die Krankheit hinterlässt bei nicht rechtzeitiger Behandlung bleibende Folgeschäden wie Taubheit, Blindheit oder Lähmungen
und endet bei 10 % der erkrankten tödlich.
Auch Amputationen von Gliedmaßen können die Folge sein.

Impfung: Über 90 % der in Europa auftretenden Meningokokken-Erkrankungen werden durch die Serogruppen B oder C verursacht.
Für die Impfung gegen Meningokokken der Serogruppe C ist ein moderner Konjugat-Impfstoff verfügbar,
der auch bei Säuglingen und Kleinkindern zu einem effektiven und wahrscheinlich lebenslangen Schutz führt.
Gegen die Serogruppe B gibt es derzeit noch keine Impfung.
Für die Immunisierung gegen die in Afrika verstärkt auftretenden Meningokokken A werden Polysaccharid-Impfstoffe eingesetzt,
die jedoch keinen Schutz für Kinder unter zwei Jahren bieten.
Außerdem muss der Impfschutz nach 3 Jahren aufgefrischt werden. Für Pilger nach Mekka (Hadj) ist eine Meningokokken-Impfung mit einem Vierfach-Polysaccharid-Impfstoff (A, C, W135, Y) zwingend vorgeschrieben.

Verhaltenstipps: Die Ausbreitung von Meningokokken wird durch Menschensammlungen und schlechte Belüftung gefördert.
Unter Umständen ist Prophylaxe mit Antibiotika möglich.
« Letzte Änderung: 16. März 2018, 11:15:53 von RalleGA »
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Weltweit sterben pro Jahr etwa 60.000 Menschen an Tollwut, wobei die meisten Todesfälle in asiatischen Ländern zu verzeichnen sind.
Dort sowie in Afrika, Lateinamerika und einigen Ländern Osteuropas ist der Hauptüberträger der Hund.
In Deutschland und anderen Industrieländern ist die menschliche Tollwut stetig zurückgegangen.
Hauptüberträger sind hier Füchse, Fledermäuse und andere Wildtiere.
Die ausgebrochene Krankheit kann nicht medikamentös behandelt werden.
Sie verläuft In allen Fällen tödlich.
Daher ist die Aufklärung über die Tollwutsituation Im Reiseland besonders wichtig. 

Infektionsgebiete Tollwut: In fast allen Ländern der Welt.
Am häufigsten in: Asien, Mittel- und Südamerika, Afrika; aber auch in Osteuropa 

Name: Tollwut

Erreger: Tollwut- (Rabies-) Virus

Ansteckung: Das Virus wird durch den Biss oder den direkten Schleimhautkontakt eines infizierten Tieres auf den Menschen übertragen.

Inkubationszeit: Zwischen zehn Tagen und drei Monaten, sie kann jedoch deutlich kürzer und wesentlich länger (bis zu 7 Jahren) sein.

Symptome: Das Virus befällt das zentrale Nervensystem.
Die ersten Anzeichen der Krankheit sind Brennen und Rötungen an der Bissstelle, gefolgt von unspezifischen Symptomen wie Kopfschmerzen, Fieber, Übelkeit und Unwohlsein. Im weiteren Verlauf tritt bei den Erkrankten eine zunehmende Reizbarkeit und Empfindlichkeit gegen Licht, Luftzug und Geräusche auf sowie eine steigende Aggression und Verwirrtheit.
Die Schluck- und Atemmuskulatur wird von Krämpfen befallen.
Der Tod tritt nach mehreren Tagen durch Herz- und Atemlähmung ein.
Wenn die Erkrankung wegen fehlender Impfung und ausbleibender Immunglobulingabe tatsächlich ausbricht, verläuft sie immer tödlich. Ein vorbeugender Schutz besteht aus drei Impfungen und empfiehlt sich hierzulande für besonders gefährdete Personenkreise wie Tierärzte, Tierpfleger, Förster und Jäger.

Auch Reisende in Gebiete mit hohem Tollwutrisiko, v.a. nach Südostasien, Afrika, Südamerika aber auch in Länder Osteuropa sollten sich unbedingt bereits vor der Abreise impfen lassen. Nach Dem Biss seines tollwutverdächtigen Tieres sollte bei ungeimpften Personen sofort eine  Behandlung mit modernen Impfstoffen (fünf Injektionen) zusammen mit einem Immunglobulin begonnen werden.
- Die letzte Chance, um die tödliche Erkrankung zu verhindern. 

Verhaltenstipps: Vermeiden Sie Kontakt zu wild lebenden Tieren.
Dazu zählen besondere Füchse (Europa), Fledermäuse und Hunde (Asien).
« Letzte Änderung: 19. März 2018, 08:13:17 von RalleGA »
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Typhus  ist eine Infektionskrankheit, die - wie Hepatitis A - überall auf der Welt verbreitet ist.
Weltweit treten pro Jahr etwa 16 Millionen Erkrankungen auf, die meisten in Regionen mit geringem Hygienestandard wie Asien, Afrika, Süd- und Mittelamerika. Zusätzlich stellt der eng verwandte Erreger von Paratyphus eine weitere Gefährdung für Reisende dar.
In Industrieländern spielt der Salmonellen-Typhus heute nur noch eine untergeordnete Rolle.
Die Mehrzahl der in Deutschland registrierten Fälle wird durch Reisende eingeschleppt.

Infektionsgebiete Typhus:

Asien: China, Hongkong, Indien, Indonesien, Malaysia, Malediven, Nepal, Singapur, Sri Lanka, Thailand
Mittel- und Südamerika: Argentinien, Bahamas, Brasilien, Chile, Costa Rica, Dominikanische Republik, Ecuador, Guatemala, Jamaika, Kuba, Mexiko, Peru, Venezuela
Afrika: z. B. Ägypten, Algerien, Kenia, Marokko, Mauritius, Namibia, Senegal, Seychellen, Tunesien
Südsee: Fidschi-Inseln, Samoa, Tahiti, Tonga Name: Salmonellen-Typhus

Erreger: Salmonella typhi-Bakterien

Ansteckung: Die Bakterien werden mit dem Stuhl infizierter Personen ausgeschieden.
Bei schlechten hygienischen Verhältnissen kann es dann zu einer Verunreinigung von Trinkwasser und Nahrungsmitteln mit Fäkalien und dadurch mit Keimen kommen. Die Übertragung der Bakterien erfolgt dann durch den Verzehr von verseuchten Nahrungsmitteln und verunreinigtem Wasser.

Inkubationszeit: 3 - 60 Tage (durchschnittlich 10 Tage)

Symptome: Salmonellen-Typhus ist nicht nur eine Darmerkrankung.
Die Bakterien können den ganzen Körper überschwemmen (Sepsis).
Die Krankheit beginnt mit grippeähnlichen Symptomen wie Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Übelkeit, Erbrechen, Husten und Schwächegefühl. Komplikationen im Krankheitsverlauf wie Darmblutungen, Darmdurchbruch und Lungentyphus können zu einem lang andauernden Krankenhausaufenthalt oder sogar zum Tod führen.
Wird Typhus nicht behandelt, sterben 10 bis 15 % der Erkrankten.
Trotz Therapie stirbt immer noch 1 % der Erkrankten. 2 bis 5 % der Erkrankten können zudem zu Dauerausscheidern der Bakterien werden und stellen damit eine konstante Infektionsgefahr für ihre Mitmenschen dar.

Impfung: Geimpft werden können Kinder ab dem zweiten Lebensjahr, Jugendliche und Erwachsene mit einer einfachen und gut verträglichen Schluckimpfung.
Geschluckt werden müssen ca. 1 Stunde vor dem Essen insgesamt drei Kapseln im Abstand von je zwei Tagen.
Durch die Schluckimpfung wird nicht nur der Geimpfte auf natürliche Weise selbst geschützt, sondern auch seine Umgebung.
Die Schutzdauer beträgt bis zu drei Jahre.

Verhaltenstipps:
Auch hier gilt die "Golden Ernährungsregel“: kochen, braten, schälen oder vergessen!
Speisen sollten immer gekocht oder durchgebraten sein  und es sollte stets abgekochtes Wasser oder Mineralwasser verwendet werden.
Besonders gefährdet sind Abenteuer-, Rucksack- oder Trekkingreisende, aber auch in einem Fünf-Sterne-Hotel können Salmonellen lauern.
« Letzte Änderung: 22. März 2018, 09:53:42 von RalleGA »
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Meningitis

selten aber gefährlich


Am 24. April 2018 findet der zehnte Welt-Meningitis-Tag statt.
Zu diesem Anlass weist die bundesweite Kampagne Meningitis bewegt.


Schwangere und Eltern besonders auf die bakterielle Meningitis hin, an der meist Säuglinge und Kleinkinder erkranken.
Die durch Meningokokken ausgelöste Hirnhautentzündung ist vielen unbekannt, schreitet jedoch wesentlich schneller voran als eine virale Meningitis. Innerhalb von 24 Stunden nach dem Auftreten der ersten Symptome, kann bereits akute Lebensgefahr bestehen.
Aufklärung über die Symptome und eine frühzeitige Impfung können schützen.   

Infektionen mit Meningokokken führen häufig zu Folgeschäden Im Vergleich zu anderen Kinderkrankheiten ist die Anzahl der Meningokokken-Fälle gering. Im vergangenen Jahr gab es deutschlandweit 278 Meningokokken-Erkrankungen.
Für die betroffenen Familien ist dies jedoch kein Trost.
Für sie bedeutet eine Meningokokken-Infektion oftmals eine lebenslange Beeinträchtigung.
Ein Drittel der Meningokokken-Fälle führt zu einer Blutvergiftung (Sepsis).
In zwei Dritteln der Infektionen kommt es zu einer Hirnhautentzündung (Meningitis).
Überlebende kämpfen unter anderem mit Spätfolgen wie Taubheit, Lernschwächen oder anderen kognitiven Problemen.           

Ein Kleinkind mit einer Meningokokken-Infektion kämpfen zu sehen, ist ein Bild, das man als Arzt nie wieder vergisst.
Hat man einen Meningokokken-Fall selbst miterlebt und unterstützt die Kampagne Meningitis bewegt.
Gegen alle fünf in Deutschland vorkommenden Serogruppen - A, B, C, W135 und Y - sind Impfstoffe verfügbar.
Die STIKO empfiehlt eine Impfung gegen Meningokokken C ab dem zwölften Lebensmonat.
Personen mit eingeschränkter Immunfunktion oder engem Kontakt zu einem an Meningokokken Erkrankten empfiehlt die STIKO zusätzlich eine Impfung gegen die Serogruppe B.
In den Bundesländern Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern sowie in Schleswig-Holstein, Hamburg, Brandenburg.
Thüringen und Bayern wird die Meningokokken-B- Impfung jedoch öffentlich empfohlen.
Mehr als 60% der Krankenkassen erstatten die Kosten daher mittlerweile auf Anfrage.                             

Fundquelle: Auszug – „GENERAL-ANZEIGER“ April 2018
« Letzte Änderung: 26. April 2018, 10:11:27 von RalleGA »
Wenn ich morgens aufwache und habe keine Schmerzen mehr - dann bin ich tot.