Autor Thema: Rente mit 72  (Gelesen 261 mal)

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Offline sophia65

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Rente mit 72
« am: 12. Februar 2012, 08:53:14 »
Habe mich gerade aufgeregt. Gehört nicht unbedingt hierher, aber ich möchte einfach meine Gedanken mit Leuten teilen..... Las eben in den Nachrichten (Welt online, Stern), dass Forscher empfehlen, dass wir in Zukunft erst mit 72 Jahren in Rente gehen sollten... Begründung in meinen Worten: wir leben 10 Jahre länger, seien 10 Jahre länger gesund und daher könnten so die Rentenkassen entlastet werden.
Oh, ich rege mich über diese Sesselpu.... so auf!!! Da werden wir also nun langsam auf die nächste Rentenkürzung vorbereitet, das Ganze mit schönem wissenschaftlichem Anstrich und nebenher werden in anderen Gremien Überlegungen angestellt, ab welchem Alter sich welche Behandlungen noch "lohnen" ( Stichwort: neue Hüfte im Alter; Rationierung medizinischer Dienstleitungen siehe: Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin 2005).
Auf was steuern wir da alle zu???
So, nun bin ich mal meine Gedanken los. Vielleicht entwickelt sich ja eine Diskussion daraus.
Gruss Sophia

Offline busymouse

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Re: Rente mit 72
« Antwort #1 am: 13. Februar 2012, 20:26:54 »
Hallo Sophia,

dieses Gedankenkonstrukt brauchen die für Rentenkürzungen gar nicht mehr. Mit dem Rentenreformgesetz 1999 vom 19.12.1997 (BGBl I 2998) wurde ein so genannter DemografieFaktor in die Rentenberechnungsformel eingefügt. Was der machen soll, wird bei insm.de ganz gut erklärt:

Zitat
"Mit Hilfe eines demografischen Faktors, auch Demografie- oder Nachhaltigkeitsfaktor genannt, sollen die u.a. durch die höhere Lebenserwartung gestiegenen Rentenlaufzeiten mittels einer Absenkung des Rentenniveaus ausgeglichen werden. Ziel ist es, die höheren Kosten im Rentensytem nicht nur auf die derzeitigen Beitragszahler, sondern auch auf die Bezieher von Renten zu verteilen."

Der Faktor schützt (angeblich) zwar vor aktiven Rentenkürzungen. Letztlich reicht es aber ja auch, Renten einfach nicht an Lohnsteigerungen teilhaben zu lassen. In 20 Jahren hat die Rente von heute dann eh nur noch den halben Gegenwert. Die 1.300 DM, die meine Mutter vor 20 Jahren zur Verfügung hatte, waren damals viel Geld für einen weiblichen Rentner. Heute wären das ca. 650 EUR und sie müsste sich das vom Jobcenter aufstocken lassen oder zumindest Wohngeld beantragen. So einfach geht das...  >:(

Andererseits finde ich aber schon, dass eine Rente ab 72 durchaus möglich sein sollte... meinetwegen sogar noch später. Entscheidend müssten meines Erachtens dafür aber das körperliche Vermögen und der Wunsch, das zu tun, sein. Manch einer ist ja wirklich fit und hat überhaupt keine Lust, sich zur Ruhe zu setzen. Um einfach einmal quer zu denken: Vielleicht sollte man sich insgesamt vom Herkömmlichen trennen und einfach einmal ein "fluktuierendes" Renteneintrittsalter ins Auge fassen ... also die Möglichkeit schaffen, ab einem Alter von X Jahren in Rente zu gehen, ohne dass es zwingend gemacht werden muss? Ich persönlich würde das gut und richtig finden.

Wenn ich zu Beginn meines Rentenalters noch fit sein sollte, würde ich persönlich wahnsinnig gerne weiterhin arbeiten dürfen. Dafür müsste man mir nicht einmal versprechen, meine später beginnende Rente aufzustocken. Ich arbeite einfach gerne. Die Zeiten in meinem Leben, die ich nichts arbeiten durfte oder konnte, gehören zu den schlimmsten Zeiten meines Lebens. Das ist einfach nichts für mich...  :-\

 ;) Liebe Grüße Birgit
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Offline sophia65

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Re: Rente mit 72
« Antwort #2 am: 14. Februar 2012, 07:17:15 »
Hallo Birgit,
mit deiner Idee kann ich mich auch anfreunden, aber den Menschen vorzuschreiben, dass sie so lange arbeiten sollen, das regt mich auf. Dass jemand länger arbeiten möchte, wenn er das noch kann, kann ich gut verstehen. Ich gehöre auch zu denen, die gern arbeiten. Aber ich kenne zu viele Menschen, die das eben nicht mehr können- ich arbeite ja im Seniorenheim und die Pflegekräfte, die jung in der Pflege angefangen haben, sind meist mit 50 bereits echt fertig. Und da gibt es eben viele Berufe, die körperlich so anstrengend sind, dass es einfach nicht mehr geht.
Zusätzlich gehen mir halt die Erzählungen von Leuten über 50 durch den Kopf, die keinen Arbeitsplatz mehr finden und die Art, wie wir heute arbeiten. Diese Arbeitsdichte.
Von der Firma Siemens las ich, dass sie ihre Stammbesetzung reduzieren wollen und dann auf virtueller Basis und projektbezogen dann weltweit arbeiten wollen. Dazu möchten sie eine Art Ebay und Facebookmischung aufbauen. Dort kann man dann seine Daten ins Netz stellen und sich bewerben und die AG kommentieren dann mit gefällt mir oder gefällt mir nicht... Ist noch alles Spöckenkiekerei, aber technisch ist das bereits möglich und in Ansätzen wird es auch bereits so gemacht.
Ich betrachte diese Entwicklungen sehr kritisch. Liegt aber vielleicht an meinem eigenen Alter: ;-) Und ich gehe sicher bei der Rentenfrage so ab, weil meine Eltern beide im Alter von 72 starben...
Liebe Grüße von Sophia

Offline busymouse

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Re: Rente mit 72
« Antwort #3 am: 19. Februar 2012, 19:03:05 »
Hallo Sophia,

das die, die vorzeitig nicht mehr können, letztlich jahrelang um Rente kämpfen müssen oder in die Sozialhilfe abgeschoben werden, finde ich für ein Land wie unseres echt peinlich. Wenn es gesundheitlich wirklich nicht mehr geht, nachdem man lange Zeit gearbeitet hat, sollte dauerhaft ein unabhängiges Leben möglich sein. Wenn ich die Schikanen sehe, die solchen Menschen auferlegt werden - Maßnahmen, psychologische Begutachtungen etc - dann sträubt sich mir das Gefieder. Ich kenne mittlerweile genügend Leute, denen mit Kürzung der Bezüge gedroht wurde, wenn sie den 1-Euro-Job (oder das Bewerbungstraining...  :)) ) nicht antreten, obwohl das Jobcenter wusste, dass sie sich nur unter Schmerzen mit Gehhilfen fortbewegen können und ähnliche Scherze. Die Verwendung meiner Steuergelder für einen solchermaßen vergeudeten Sachbearbeitereinsatz ist eine bodenlose Frechheit.  >:(

Virtuelles Arbeiten finde ich andererseits nun wieder gut. In vielen Bereichen werden wir da auch nicht mehr dran vorbei kommen. Hast du dir 'mal überlegt, wie vielen Schwerbehinderten, die mehr oder weniger ans Wohnumfeld gefesselt sind, es dadurch wieder möglich wird, in Lohn und Brot zu kommen? Zumeist ermöglicht es auch ein "freieres" Arbeiten, bei dem der Arbeitnehmer in gewissem Rahmen selbst entscheiden kann, wann er am Tag sich hinsetzt, um sein Pensum zu erledigen. So etwas finde ich echt klasse.  :)

Und was unser Alter angeht.... ist doch ein gutes, oder?  :party

Liebe Grüße Birgit
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Offline sophia65

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Re: Rente mit 72
« Antwort #4 am: 20. Februar 2012, 07:47:16 »
Hallo Birgit,

mit dem virtuellen Arbeiten entfernen wir uns vom eigentlichen Thema des Threats, aber egal :-)
Sicher ist das Arbeiten am PC daheim eine Chance für Menschen mit Behinderung, aber was ich da in dem Artikel las (finde ihn leider nicht mehr) war doch ein wenig was anderes. Da ging es darum, dass festangestellte Mitarbeiter eingespart werden sollen. Weltweit und projektbezogen nach Mitarbeitern gesucht wird und diese sich auf einer Plattform wie Ebay/Facebook präsentieren sollen. Lohn jeweils nach Absprache und Fort- und Weiterbildung, Sozialversicherungen zahlt nur der Arbeitnehmer. Jeder ist dann quasi selbständiger Unternehmer und vermarktet seine Arbeit selbst - mit allen Konsequenzen. Das stieß mir so auf.
Sicher kann das Arbeiten in einer Cloud auch eine Chance sein....Aber das vorgestellte Modell las sich mehr so, als ob das unternehmerische Risiko an die Arbeitnehmer gegeben werden soll....

Um noch einmal auf die Rente zurückzukommen: noch haben wir in D ein kleines soziales Netz, das aber immer mehr Löcher bekommt und diese Rente mit 72 bringt dann wieder neue Löcher. Und was mich so erstaunt ist, dass wir nun so langsam auf diese Rentenkürzung eingestimmt werden, spreche ich mit Arbeitskollegen, dann zucken die mit den Schultern und sagen, dass man da eh nichts machen kann. Diese Resignation erschüttert mich! Es läßt sie einfach kalt und dann wird über die niedrige, zu erwartende Rente gejammert. Ach, manchmal wünsche ich mir mehr Temperament für unser Volk!!! :box
Gruss Sophia

Offline busymouse

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Re: Rente mit 72
« Antwort #5 am: 20. Februar 2012, 22:25:19 »
Hallo Sophia,

ich hoffe auch, dass sich das noch etwas hinzieht, dass das unser bundesdeutsches Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis vollständig gecancelt wird. Der Trend zeichnet sich aber durchaus ab.  ::)

In Sachen Resignation und mangelndem Temperament gebe ich persönlich dir rundheraus Recht. Rückgrat oder Kampfgeist zu beweisen, gehört nicht gerade zu den Werten der heutigen Zeit. Wichtiger ist "mein" Urlaub, "mein" neuer LED-Fernseher, "mein" Auto, das Unkraut im Garten des Nachbarn. Und gleichzeitig werden immer mehr Kinder nach dem Schulabgang als "nicht ausbildungsfähig" eingeschätzt... ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft.  :doz

Jammern deine Kollegen wirklich so viel über die Rente? Wenn jemand lange Zeit als Angestellter oder Arbeiter berufstätig war, kommt er im Rentenalter doch eigentlich immer noch gut klar. Wenn ich sehe, was meine Kinder im Vergleich zur vorherigen Generation verdienen... Da ist in einigen Berufszweigen nicht nur bei den Renten sondern auch bei den Gehältern kräftiger Schwund drin. Dafür hätte manch einer von den "Alten" früher morgens nicht einmal geblinzelt. Wenn wir über deren irgendwann zu erwartende Rente sprechen, stellt sich heute schon die Frage: "Welche Rente eigentlich?"

 ;) Liebe Grüße Birgit
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Offline sophia65

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Re: Rente mit 72
« Antwort #6 am: 21. Februar 2012, 07:08:50 »
Guten Morgen Birgit,

doch Rente ist schon ein Thema. Arbeite auch fast ausschließlich mit Frauen zusammen und die Fehlzeiten durch Kinder und Teilzeit machen sich bei allen bemerkbar...

Das Thema Schule ist für mich auch ein ganz heißes Eisen. Einmal die vielen jungen Leute, die ohne Abschluss sind und auch die "gering qualifizierten! Abschlüsse. Über das Thema rege ich mich schon lange auf! Wir können es uns eigentlich überhaupt nicht leisten, dass unsere Kinder so schlecht oder gar nicht ausgebildet sind und tun es trotzdem. Ich hatte zwar in Mathe eine 5, aber soweit rechnen, dass die Schul- und Ausbildungskosten geringer sind als später lebenslang staatliche Unterstützung, das kann ich wohl noch rechnen!

Auch, dass es im Grunde teurer ist, die Menschen spät und mit kaum Rente in die Rente zu schicken, kann man sich doch ausrechnen, denn wenn sehr viele staatliche Unterstützung benötigen muss man ja die Bürokratie auch mit bezahlen. Und die ist in D echt ausgeufert!
Arbeite ja in einem Seniorenheim und da sieht man das sehr schön. Eigentlich kann man den ganzen Tag schreiben, ohne überhaupt an die Bewohner ranzugehen! Aber das ist ein neues Fass und da versuche ich die Kollegen schon ein wenig aufzuwiegeln, dass um sich da zu wehren auch zu gehört, dass man sich organisiert.

Die Rente mit 72 ist nun im Moment wieder ein wenig aus den Schlagzeilen gerutscht, aber ich denke, dass uns das dann so langsam schmackhaft gemacht werden wird. Die Gewerkschaften werden - zu Recht - schimpfen, aber so einen netten Generalstreik wie in Frankreich, wird es nicht geben und wie die Griechen gehen wir auch nicht auf die Strasse. Liegt das an unserer Mentalität oder bereits mittlerweile an der Überalterung???? Oder geht es uns einfach noch zu gut?

Ich finde es schön, dass ich mit dir über diese Themen hier mal so nett reden kann. Danke!
Grüsse von Sophia

Offline busymouse

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Re: Rente mit 72
« Antwort #7 am: 21. Februar 2012, 19:19:33 »
Ich freue mich auch, Sophia.  :)

Den Mund aufzumachen und mitzumischen, hat man uns doch Jahrzehnte lang abgewöhnt, genauso wie auch das solidarische Denken. Das ist ja nicht nur so, wenn es ums Demonstrieren geht. Die Botschaften, die über alle Medien kamen, waren "Misch dich nicht ein", "Habe berechtigte Angst", "Lasse niemanden rein", "Mache dir noch einen Riegel vors Fenster" usw. Das Ende vom Lied: Wir sind ein Volk ohne Zivilcourage, lauter Menschen voller Angst und Unsicherheit, die keine sinnvollen Handlungsalternativen kennen. In den Schulen fängt das schon an. Dabei sollten doch gerade Lehrer als Beispiel voran gehen. Da gibt es viel zu wenige mit echtem Engagement... :(

Ich kann mich noch gut an die Zeit erinnern, als ich Vorsitzende vom Klassenelternbeirat war. Ich hatte regelmäßig mit der Klassenlehrerin gesprochen, wie es läuft und wie es steht. Immer war alles gut und toll. In der Zeugniskonferenz hieß es dann auf einmal, dass ein Junge aus der Klasse sitzenbleiben werde. Das war das erste Mal, dass ich davon hörte. Also habe ich erstmal nachgehakt, was zur wunderschönen Beschreibung eines ausgeprägten ADHS führte. Lösung des Problems während des Schuljahres: Der Junge wurde regelmäßig als Störenfried nach Hause geschickt, ein Gespräch mit den Eltern fand nicht statt und als er den Anschluss verloren hatte, wurde er von der Lehrerin aussortiert. Auf mein Angebot, ein Gespräch mit den Eltern zu führen, bekam ich ein völlig entsetztes "Waaas? Da wollen Sie sich noch drum kümmern? Den sind wir doch jetzt endlich los..."

Was haben die Kids von dieser Lehrerin gelernt?... kümmere dich nicht darum... wenn einer Probleme hat, dann tret nochmal nach... Meine Meinung: Egal wie viel Stress Lehrer heutzutage haben - so etwas darf an keiner einzigen Schule auch nur ein einziges Mal passieren. Das ist ein Bild vollständiger Inkompetenz. Solche Lehrer gehören nicht an unsere Schulen.

Meine Rente können sie übrigens kürzen, ohne dass es mir wehtun würde. Ich war lange Jahre selbstständig und habe dann alles verloren. Die Rentenbescheide, die ich bekomme, sagen mir regelmäßig: "Wenn Sie so weiterarbeiten wie bisher, haben Sie später eine Altersrente von ca. 365 EUR". Was allerdings schick wäre und auch die Bürokratiekosten senken würde, wäre die Gewährung einer Mindestrente, die ein von Ämtern unabhängiges Leben ermöglicht. Das würde sehr vielen Menschen helfen. Vielleicht sollten wir mal dafür trommeln und eine Online-Petition beim Deutschen Bundestag einreichen...  ;D

 ;) Liebe Grüße Birgit
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Offline sophia65

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Re: Rente mit 72
« Antwort #8 am: 22. Februar 2012, 08:28:19 »
Guten Morgen Birgit,

dann können wir uns zusammentun, ich werde wohl 400 € erhalten  :).  Bin bei der Petition dabei! Gibt ja einige Parteien, die dieses Modell favorisieren, aber ich denke, die werden das nie durchsetzen können. Da gibt es dann zu viele Gegner und Lobbyisten. Es wird immer auch die Umfrageergebnisse und die nächste Wahl geschaut, aber nicht mal so 20 oder 30 Jahre vorraus.

Wenn ich derzeit das Geschrei um den demographischen Wandel höre, kann ich echt nur lachen. Bereits in meiner Ausbildung Anfang der 80er Jahre hatten wir das Thema. Studien zum Thema sozialer Hintergrund und Bildungschancen der Kinder in Deutschland gibt es bereits seit den 60er Jahren.
Ändern tut sich nichts. Da werden diese Studien angeschaut und finanziert (!), es entsteht ein großes -auch mediales- Geschrei und dann verebbt alles im Sande. Es scheint sich für niemanden zu lohnen, dass er sich Gedanken macht, wie man diese Probleme an der Wurzel anfasst und wenn jemand Ideen hat, hat er starke Gegner.

Wie bist du dann mit der Situation als Klassenelternbeirat umgegangen? Konntest du was ausrichten?
"Habe" Kinder, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte (Pflegekinder und der Pflegevater erkrankte psychisch schwer) in keine Schublade passen. Bis mein Sohn dann eine Schule und Lehrer fand, die ihn so annahmen, wie er ist und ihm eine Chance gaben, war er 4 Monate in Psychiatrie (er wurde von der Klasse und der Klassenlehrerin gemobbt, wollte dem dann später aber nicht nachgehen). Meiner Tochter wurde von den Lehrer der OS (die gab es in dem Jahr nur ein Jahr, da sie gerade abgeschafft wurde und dann hatte sie aus Gründen der Schulorganisation da drei Klassenlehrer) bescheinigt, dass sie auf die Hauptschule gehen solle (zusätzlich war da gerade ihr Bruder in der Psych). Auf Empfehlung der Grundschulehrerin (Was haben die da mit XXX gemacht, sagte sie) kam sie auf die Real. Wir haben immer, bis zum Schulende zu hören bekommen: sie hat ja nur eine Hauptschulempfehlung, da kann man nicht mehr erwarten. Als der Direktor ihr das qualifizierte Abschlusszeugnis gab, auch noch! Ich musste meinen Mann festhalten. Mittlerweile hat sie ein gutes Fachabi!
Zwei Geschichten von zwei unterschiedlichen Kindern auf zwei Schulen und ich traf nur wenige kompetente und engagierte Lehrer. Denen bin ich aber auch wirklich dankbar und nenne sie hier im Dorf auch beim Namen!!!
Ich erwarte von Lehrern, dass sie unterrichten, die Kinder im Lernen begleiten und motivieren!!! Dazu gehört eben auch, dass Kinder gefördert werden und Gespräche mit den Eltern, wie sie ihre Kinder fördern können oder auch welche Hilfe die Kinder "von außen" bekommen sollten, wenn es daheim nicht geht.(Elternabend zum Thema schlechte Matheleistungen der Kids. Auftrag: übt mehr mit euren Kindern. Frage: haben sie Material mit dem ich daheim üben kann? Habe ich gerade nicht dabei, ich melde mich. Hm, warte noch heute!)
Hauptschullehrerin: ADHS, habe ich noch nie von gehört (war etwa 2002). Oh, diese Geschichten kommen alle wieder hoch!!!!

Eine Mindestrente, die jeder bekommt, würde aus dem ganzen System Druck nehmen, Bürokratie abbauen und somit ja auch die Haushalte der öffentlichen Hand entlasten!!! Wer später mehr Geld haben will, kann ja vorsorgen. Aber von den Mini-,Teilzeit- und befristeten Jobs kann ja niemand eine sinnvolle Vorsorge aufbauen. Mittlerweile bekommen bereits Millionen Arbeitnehmer zusätzliche staatliche Hilfen, weil der eigene Lohn nicht ausreicht. Da werden dann mit unseren Steuergeldern und auf Pump die Gewinne von Arbeitgebern maximiert. Die beim Mindestlohn sagen, dass sie dann Arbeitsplätze abbauen müssen. Entwickele mich allmählich zur Kommunistin *grins.

Ich wünsche dir einen schönen Tag. Liebe Grüße von Sophia ;) (Habe ihn nun auch gefunden   ;-) )
ps. den Artikel fand ich eben: http://www.n-tv.de/politik/Butterwegge-zieht-vernichtende-Bilanz-article5559506.html
« Letzte Änderung: 22. Februar 2012, 08:37:49 von sophia65 »

Offline busymouse

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Re: Rente mit 72
« Antwort #9 am: 22. Februar 2012, 18:21:04 »
Ha,

ist doch genial... zusammen 765 EUR!  :))

Anlässlich unseres Austausches habe ich das gerade über Twitter 'rausgeschickt:

"Habt ihr eigentlich schon mal die Statistiken zu "Armut & Reichtum" in Deutschland angeschaut? Erschreckend! #agenda21 http://ow.ly/9dXkz "

Schreibe morgen mehr. Habe heute noch etwas vor..

 ;) Liebe Grüße Birgit
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